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Geschichte des ersten
Gebäudes
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2. Kapitel |
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Am 8. März 2006 konnte es also endlich los
gehen! Irgendwie haben wir die Zeit überstanden
und können diesen Zeitpunkt doch noch erleben.
Wäre hätte das gedacht. |
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Wir haben die Genehmigungen für alles, was mit
der Landschaft, den Mauern und Wegen zu tun hat
- und wir können das alte Haus renovieren.
La licencia para obras "Rehabilitación de
vivienda rural y
movimiento de tierra" Wir haben die
amtlichen Papiere in der Hand und sind um einige
tausend Euros leichter. *g* |
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Also nichts wie ran an die Arbeit! iAsi -
poner manos a la obra! |
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Zu allererst wird sauber gemacht und Teile des
Hauses, die man noch brauchen könnte zur Seite
geräumt. Ein paar Fenster, einige Türen, alte
Weinfässer und ... Mehr war's nicht. Den Rest
kann man unter Gerümpel einordnen. |
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Das ist Marcos unser Maurermeister, el maestro de albañil
- er kann fast alles und hat so gut wie nie
schlechte Laune. Bilder sagen aber mehr
als Worte - vor allem in diesem Fall. Also lasse
ich sie für sich selbst sprechen. |
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In der Nacht zum 10. März 2006 hat sich eine
Terrassenmauer verabschiedet.
Nicht still und leise sondern mit einem lauten
Gerumpel. Aufräumen und
Absichern war zuerst einmal das Wichtigste. Unser ganzer Tagesplan
wurde über den Haufen geworfen. Aber es hätte schlimmer kommen können.
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Einige Kubikmeter Steine
mussten entsorgt werden :o( Marcos hat Rubens,
einen Freund, der eine Firma hat und Baggerarbeiten
erledigt, organisiert. Kurze Zeit später war auch er zur Stelle - und
hat am Abend nichts für seine Arbeit verlangt! |
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Diesen Samstag haben auch unsere Arbeiter eine
Ausnahme gemacht und sind zur Arbeit gekommen. Den
ganzen Tag wurde mit vereinten Kräften geschuftet. Fleißig waren sie, ein Großteil
der Mauer stand wieder, passieren konnte also
nichts mehr. |
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Bis Mitte März
ist das erste Haus um ein großes Stück
gewachsen. Marcos und Chicho haben im
Eiltempo gearbeitet - immerhin werden unsere
Mauern ja doppelt gemauert - 50 cm stark! Warum?
Wenn das Haus fertig ist, wird es jeder wissen
*g* Die Ausstrahlung dicker, "alter" Mauern ist
eben eine andere, als die von dünnen Wänden. Nischen und
Vitrinen werden mit gestaltet und die
elektrischen Leitungen werden zum Grossteil auch
gleich verlegt.
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Das Ende der Maurerarbeiten ist in Sicht. Es
fehlten nur mehr der Abschluss und die
Feinarbeit an den Türöffnungen und den
Fensternischen. Das Eisen für den Abschluss ist
auch schon abgebunden. Einen Tag noch, dann ist
der Rohbau - bis auf die Zwischenwände - fertig.
Die Mauern stehen auf allen vier Seiten wieder
aufrecht da - wie neu. |
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Das erste Etappenziel ist erreicht. Mit mehr
oder weniger zwei Mann, in vier Wochen mit
doppelt so dicken Wänden als es normalerweise
üblich ist. Topp Mannschaft! Zwei Männer, die
mitdenken und rasch und überlegt arbeiten. Wir
haben den richtigen Bauträger gewählt *g* |
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Dächer auf den Kanarischen Inseln werden auf andere
Art als in Österreich gedeckt. Der Unterschied beginnt bereits bei den
Dachziegeln. Kennt jemand vielleicht
Mönch und Nonne? Aber ja
- jeder kennt sie *g* Doch was haben die beiden mit einer Dachdeckung zu tun?
Gemeinsam kuscheln ist ja wohl nicht erwünscht. Auf dem Dach sind sie aber
unzertrennlich! |
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Auch wir werden sie dabei unterstützen und sie sie miteinander verbinden. :o)
Immerhin blickt diese "Sinfonie" auf eine jahrhundert alte Tradition zurück. Der
Ursprung der Mönch und Nonne Ziegel liegt immerhin in Byzanz. Von dort aus haben
sie ihren Siegeszug durch Europa angetreten. |
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Schaut doch schon ganz gut aus, oder?
Es geht auch alles ohne "Zimmereiausstattung". Georg
und Marcos haben es bewiesen! |
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Die Anzahl der noch zu verarbeitenden Bretter und
Pfosten nimmt nicht ab. Das alte Haus hat immer so
klein gewirkt. Keine Ahnung warum! Mit dem Pinsel in
der Hand merkt man erst, wie groß es wirklich ist. |
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Der Weg zum Dachstuhl ist also mit Brettern
gepflastert. Vier Arbeiter auf der Baustelle und keiner kann den Pinsel
schwingen. Na ja, in kritischen Situationen mussten immer schon die Frauen ran!
Einen Nachteil hat das ganze jetzt für mich - "pinseln" ist jetzt "Chefsache"
:o) Eines sollte man sich merken - nie zeigen was man kann - im Endeffekt
bleibt die Arbeit an einem selbst hängen.
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Kanarische Dächer haben einen anderen Aufbau als
wir es von daheim gewohnt sind. Zuerst kommen
die Balken, aber auf Sicht und mit kanarischen
Rillen. Dann folgt die Sichtschalung. Vom Raum
aus gesehen ist das Dach damit eigentlich fertig
:o)
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Das Motto dieser Tage lautet machihembrado (sprich:
matschembrado) Das heißt eigentlich nur Feder und Nut - so hat uns Domingo, der
kubanische Tischler aufgeklärt. Es geht also um die Holzdecke in den Innenräumen! Bei einer
Hauslänge von 25 Metern zieht sich das Thema wie ein
roter Faden durch die
Woche.
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Es ist ein Tag Mitte Mai. Domingo legt Hand an
die Türe für die neue Werkzeugkammer, Marcos und
Chicho stellen die Regenrinne fertig, Patrick
ist der Zulieferant für alle und die Mannschaft
von Ruben verschönert die
letzten Innenwände. Der Innenputz wird fertig gestellt. Es summt wie in einem Bienenstock!
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Georg und Chicho in luftiger Höhe. Die gesamte Dachfläche wird anschließend noch mit
Teerpappe belegt, abgeflämmt und damit wasserdicht gemacht.
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Das Dach ist dicht! Jetzt kann es regnen, es
kann nichts mehr passieren. Die Feuchtigkeit
kann nie mehr zuschlagen, sie hat den Kampf
gegen die Trockenheit verloren!
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Unser Dach ist mittlerweile zu einem Schichtkuchen geworden.
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Anstrich mit Bitumen,
die Teerpappe "PVC" wird damit verflämmt. Darauf kommen die Isolationsplatten,
diese werden mit einem Netz abgedeckt und darüber kommt eine Schicht aus Beton.
Heute Abend besitzen wir also ein Dach aus Beton. Sieht doch nicht schlecht aus,
oder? Eine Dachansicht einmal ganz anders. |
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Wie schon einmal erwähnt, werden die Dachziegel
hier auf eine andere Art und Weise als in
Österreich üblich ist, verlegt.
Mönch und Nonne sind hier
der Renner *g* Nein, im Ernst, dies ist die traditionelle und übliche
Dachdeckung auf den Kanarischen Inseln.
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Die Verlegung der Dachziegel dauert natürlich länger
und ist auch viel aufwendiger als bei Dächern wie wir sie kennen. Jeder einzelne
Ziegel wird mit Beton bestrichen und auf eine Schicht aus Beton aufgesetzt.
Deshalb braucht man hier zu Lande auch eine Mischmaschine zum Dachdecken. |
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Es entsteht sozusagen eine Dachdeckung für die
Ewigkeit. Vorausgesetzt die Qualität der Dachziegel spielt mit. Es hat aber auch
den Vorteil, dass der Wind keine Chance hat, das Dach davon zu blasen. Dafür ist
es im Endeffekt wirklich zu schwer! Und wer bezahlt dem Wind schon eine
Erschwerniszulage? |
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Bis zum Abend sind auf diese Weise ungefähr 600
Dachziegel verlegt. |
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Die Projektarbeit "Kanarisches Dach" ist nun
auch bald beendet. Es geht in die Endrunde!
Es fehlen jetzt nur mehr ein Teil der Firstziegel und die Abdeckung auf den Kanten. Das
Gerüst rund ums Haus ist abgebaut und die Arbeiten für morgen sind auch
vorbereitet. Uns gefällt das neue Dach, es ist wirklich schön geworden. Im
Kalender steht der fünfte Juni. |
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Alt oder neu - das ist hier die Frage. Wenn das
Gebäude fertig gestellt ist, sollte man
eigentlich keinen großen Unterschied erkennen.
Das ist unser Ziel. Ein typisches, kanarisches
Bauerhaus soll weiterhin in der ländlichen
Umgebung seinen Platz haben. Auch wenn sich die
Benutzungsweise ändern wird. |
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Nun ist die Malerarbeit an der Reihe. Erst
werden sämtliche Ecken mit dem Pinsel ausgemalt. Dann kommt die Rolle zum Einsatz! Ruck zuck haben wir den
zweiten Raum grundiert. Dann kommt die "künstlerische" Tätigkeit Nummer eins.
Wir wischen die Wände mit Schwamm und Farbe aus. Nach der ersten Schicht, die
ein wenig heller ist als der Untergrund, kommt noch eine Schicht mit weißer
Farbe.
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Damit nicht mehr Farbe auf den Händen als im Schwamm ist, versuchen wir es mit
Handschuhen. Das gelbe vom Ei sind die Dinger aber nicht. Kommt man einmal mit
der Wand in Kontakt ist der Handschuh nichts mehr wert.
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Die Isolation für die Fußodenheizung ist fertig.
Jetzt werden noch die Schläuche für die Heizung
verlegt, dann verschwindet die getane Arbeit
unter dem Estrich. Nichts ist mehr zu sehen.
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So sehen die Räume später mit fertigem Fußboden aus.
Wir haben in allen Räumen Fliesen gelegt. |
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Die erste Schicht Verputz, der Feinputz, Fenster und
Türen - die letzten Zutaten zur Fertigstellung des
Hauses. |
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Der erste Farbanstrich ist fertig. Jetzt kommt die
Feinarbeit dran. Das heißt im Klartext, Schwamm in
die eine Hand, Farbtopf in die andere und der ganzen
Wand einen Hauch Antike verpassen.
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Das war also eine kurze Zusammenfassung zum
Werdegang des alten Gebäudes. |
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Es wurde allerdings nicht nur am
Haus gearbeitet sondern viele andere Baustellen
dazwischen eingeschoben. Darüber ein anderes Mal
mehr - wie schon gesagt - Fortsetzung folgt ... |
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3. Kapitel |
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