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Erntedank -
Erntedankfest und Thanksgiving in den USA
und Canada |
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Das Erntedankfest ist eines der ältesten
Feste. Schon die alten Römer feierten zu Ehren
der Göttin des Getreides,
Ceres, ein großes Fest. Es hieß Cerelia
und daher stammt auch das englische Wort für
Cornflakes,
cereals. |
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Die Griechen feiert die Göttin Demeter, die
Ägypter kannten das Min-Fest, die Juden das
Sukkoth und die Chinesen das Chung Ch´ui.
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Das Erntedankfest hatte also schon immer eine
besonders große Bedeutung. Die meisten Menschen
lebten auf und vom Land. Ob sie den Winter gut
überleben konnten, war jedes Jahr von der Ernte
abhängig.
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Die gute Ernte wurde mit üppigen Festessen und
Tanz gefeiert. Am Land findet man bei diesem
Anlass heute noch Jahrmärkte. Es gibt auch den
Brauch Strohpuppen auf dem Feld zu verbrennen.
Entstanden sind diese Feste in früheren
Jahrhunderten durch die Bauern. Mägde und
Knechte wurden für ihre Arbeit belohnt und mit
Erntebier und einem festlichen Essen bewirtetet. |
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Die Kirchen und Altäre wurden und werden zum
Teil heute noch mit Feldfrüchten und Obst
geschmückt, die nach dem Gottesdienst verschenkt
werden. Das Schmuckstück ist eine Krone, die aus
Ähren geflochten und mit Früchten geschmückt
wird. |
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Aus den letzten Strohgarben wird oft auch eine
Erntepuppe gebaut. Meistens blieb sie als
Opfergabe auf dem Feld zurück. In anderen
Gebieten glaubte man allerdings, dass der Geist
des Getreides in der Puppe stecken könnte.
Deshalb wurde sie nach dem Fest wieder mit nach
Hause genommen und dort bis zum nächsten
Erntedankfest aufbewahrt.
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Auch in Amerika feiert man das Erntedankfest, dort
heißt es Thanksgiving. Dieser Tag spielt in Amerika
eine besonders große Rolle. Der Feiertag ist einer der
wichtigsten des Jahres.
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Nach dem ersten harten Winter in der Neuen Welt,
starben sehr viele der Siedler und sie wandten
sich Hilfe suchend an die benachbarten
Indianerstämme, die ihnen zeigten wie man Mais
und andere einheimische Pflanzen anbaut.
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Im darauf folgenden Herbst konnten sie ihre
erste erfolgreiche Ernte feiern. Dieses Fest
entwickelte sich zur Tradition der Amerikaner. |
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Gouverneur William Bradford in Plymouth proklamierte
im Jahr 1621 ein Erntedankfest. Dieses angeblich
erste Thanksgiving soll ganze drei Tage gedauert
haben. Fünfzig Pilgerväter
und hundert Indianer der Wampanoag feierten gemeinsam.
Zum
Festmahl gehörten Truthahn, Wild, Maisgerichte
und Bier.
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Kritik des Herzens |
| Es wird mit recht ein guter
Braten |
| gerechnet zu den guten Taten; |
| und
daß man ihn gehörig mache, |
| ist
weibliche Charaktersache ... |
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| Wilhelm Busch |
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Heute noch kommt meist die ganze Familie,
einschließlich Großeltern, Tanten, Onkeln,
Cousins und erwachsener Kinder zum
traditionellen Thanksgiving Essen zusammen. Wenn Thanksgiving
im Kalender steht, werden selbst harte Jungs sentimental,
Karrierefrauen häuslich und Familienmuffel suchen
Nestwärme. Home sweet home. |
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Das ganze Land scheint in dieser Woche unterwegs
zu sein. Die Autobahnen sind hoffnungslos
verstopft und viele Flughäfen überlastet.
Millionen von Amerikanern sind auf vier Rädern
oder in der Luft unterwegs um beim
traditionellen Truthahnessen mit der Familie am
Tisch sitzen zu können. Für viele Menschen ist
dieser Tag fast wichtiger als Weihnachten. Es
ist ein Familientag. |
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Mehr als 40 Millionen Truthähne landen Jahr für
Jahr in den amerikanischen Backöfen.
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Truthahn, süße Kartoffeln, Mais, Preiselbeeren und
ein deftiger Kürbiskuchen gehören traditionell auf
den Speisplan. |
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Auch im kleinsten Haushalt ist es Pflicht, einen ganzen Truthahn zu grillen,
zu braten und gefüllt oder ungefüllt auf den Tisch
zu befördern. In der darauf folgenden Woche besteht
das abwechslungsreiche Essen dann aus Truthahn in allen
Variationen. Die Reste werden fantasievoll
aufgearbeitet und müssen vernichtet werden.
Bis zum Jahr darauf, kann wahrscheinlich
niemand mehr nur das Wort Truthahn
hören. |
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Seit 1941 wird am 4. Donnerstag im November in
den USA Erntedank gefeiert und seit
1947 kann sich jedes Jahr ein Truthahn über seine
Begnadigung freuen.
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Eingeführt wurde diese Tradition von Präsident
Truman. Der Auslöser dafür war ein Ereignis aus
der Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges in den
Jahren 1861 - 1865. Der Sohn des damaligen
Präsidenten Lincoln, Tad,
hatte seinen Vater gebeten, den Truthahn "Jack", der
ihm ans Herz gewachsen war, zu verschonen.
Lincoln hatte Mitleid und ließ Jack am Leben. |
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