Carnaval in Puerto de la Cruz 2007
  Bunt, schrill und laut! Das ist Carnaval in Puerto de la Cruz. Es wird getanzt und getrommelt und die Lautstärke der mitgeführten Musikanlagen den fahrbaren Diskotheken, las discotecas móvil, kann man nur mehr vorsichtig schätzen. Auf alle Fälle vibriert der eigene Brustraum mit, man spürt die Musik wirklich am eigenen Körper.
   
   
   
  Auf Teneriffa heißen die Karnevalsumzüge Cabalgatas, sie werden oft auch Cosos genannt
   
   
   
  Die Comparsas sind Musik-, Tanz und Gesangsgruppen, die ihre Anfänge in den Sambaschulden des Karnevals von Rio de Janeiro haben. Die erste solche Gruppe auf Teneriffa, Los Cariocas, wurde in den Siebzigerjahren von Manuel Monzon gegründet, den die rhythmischen und farbenfrohen Tänze in Brasilien stark beeindruckt haben.
   
   
   
  Heute haben die vielen Karnevalsgruppen auf Teneriffa ihren ganz eigenen Tanzstil entwickelt und sind fester Bestandteil der Feierlichkeiten.
   
   
   
  Die vielen Karnevalsgruppen mit ihren prachtvollen Wagen ziehen alljährlich Tausende Zuschauer an. Die Königinnen des Karnevals sind die wirklichen Stars der fünften Jahreszeit.
  In den kleinen Städten der Insel ist die Ausstattung noch Angelegenheit der Familie.
   
 
In der Hauptstadt werden die Ansprüche natürlich höher gesteckt. Da sind zahlungskräftige Sponsoren gefragt!
Die aufwendigen Kostüme der Anwärterinnen für die Königin des Karnevals könnte eine Person oder Familie gar nicht mehr bezahlen.
Immerhin kostet der schöne Aufputz zwischen dreißig und fünfzigtausend Euro. Das ist schon eine stolze Summe, oder?
   
  Die prachtvoll kostümierten Karnevalsköniginnen sind die bekanntesten und schönsten Darstellerinnen des Faschings. Jedes Jahr treten die Kandidatinnen bei der Gala de Elección de la Reina in einen Wettstreit um den begehrten Titel an.
   
   
   
  Jeder Ort wählt seine eigene Karnevalskönigin, la reina de carnaval. Jede der Kandidatinnen trägt ein prunkvolles, reich geschmücktes Kostüm, bei dessen Herstellung viele Freunde und Bekannte mitgeholfen haben. Der Fantasie werden dabei keine Grenzen gesetzt - es sind wirklich zauberhafte Kreationen dabei!
   
   
   
  Die schönsten Frauen sind auch hier wieder einmal die Männer, oder doch nicht? Die Hälfte aller Frauen, die man auf der Straße sieht, kann man an diesen närrischen Tagen sicherlich als Männer entlarven. Die Canarios lieben es anscheinend in die Rolle der Frau zu schlüpfen. Dessousgeschäfte müssen in dieser Zeit einen Bombenumsatz machen, denn wenn sich ein Mann als Frau herrichtet, dann macht er es perfekt! Da stimmt alles bis auf den Punkt.
   
   
   
  Das zweite beliebte Thema ist die Rettung, la ambulancia, genauer gesagt natürlich die Krankenschwestern, la enfermera! Wobei die meisten den männlichen Einschlag auch nicht ganz verbergen können. *g*
  Turrón darf natürlich auf keinem Fest fehlen! Hier geht es um eine Süßigkeit, die aus Mandeln, Honig, Zucker und Eiklar hergestellt wird. Meistens wird es in rechteckigen, länglichen Tafeln angeboten. Andere mögliche Zutaten sind je nach Variation Schokolade, kandierte Früchte oder Erdnüsse.
   
   
   
  Wahrscheinlich stammt es aus dem arabischen Raum und kam über die Mauren nach Spanien. Turrón bekommt man in Spanien traditionell zur Weihnachtszeit - und auf den verschiedenen Fiestas.
   
 
So einen Logenplatz kann natürlich nicht jeder vorweisen und ist bei Freunden, los amigos,  und Verwandten, el parentesco, natürlich heiß begehrt.
Bequem vom eigenen Fenster, la ventana, aus, alle lebensnotwendigen Dinge in absoluter Reichweite und niemanden, nadie, der einem die Sicht verstellt.
Das hat durchaus seine Vorteile, las ventajas - aber irgendwie ist man halt doch eine Randfigur, man ist eben nicht mitten drinnen im Getümmel. Aber man hat einen wunderbaren Überblick!
 
 
 
   
     
   
  Ob Jung oder Alt, jóvenes y viejos  - beim Karneval marschieren alle mit - auch wenn sie noch an der Hand geführt werden und zwischendurch ein Stück getragen werden. Dabei sein ist alles. Estar haciendo algo.
   
   
   
  Auch die alten Damen haben bis zum Schluss durchgehalten. Hasta el fin del mundo. Gut versorgt und bequem am Straßenrand sitzend kann man den Umzug herrlich genießen. Die Stühle werden überall, wo es möglich ist aufgestellt und jeder kann sie sich für ein paar Euro mieten.
   
   
   
  Kaum, probablemente no, ist der letzte Teilnehmer des Festzuges um die Ecke, la esquina, verschwunden, rückt die Putzkolonne an! Da wird gekehrt, gesaugt und Mist eingesammelt. Das geht ruck zuck - und eine Viertelstunde später sind die ersten Teile der Straße bereits vom Müll befreit und frisch gewaschen
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last update 26.02.07

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