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Aktuelle
Zeitungsberichte und
Photos |
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Da die Berichte nach einiger Zeit in den diversen
Zeitungen und Magazinen nicht mehr aufscheinen, habe ich die Texte
auf dieser Seite festgehalten.
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Zu den originalen Berichten kommt man mit Hilfe des
Links unter den Artikeln. |
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Verzweifelter Kampf gegen die Flammen |
| Kanarische Inseln - Auf der Flucht: Schon
mehr als 11.000 Bewohner und Urlauber auf Gran Canaria und Teneriffa
wurden vor den Flammen in Sicherheit gebracht. Die Lage sei
dramatisch, erklärte der Präsident der Regionalregierung. |
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Vor den seit Tagen wütenden Waldbränden auf den Kanaren haben die
Behörden am Dienstag mehr als 11.000 Menschen in Sicherheit
gebracht.
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Allein 6.000 wurden auf der Insel Teneriffa evakuiert, 5.200 mussten
ihre Häuser auf Gran Canaria verlassen. Unter ihnen waren auch
mindestens 50 deutsche Touristen.
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Die Lage sei dramatisch |
| Auf Teneriffa wurden seit Montag 4.500 Hektar Land ein Raub der
Flammen. Windböen von 65 Kilometern pro Stunde und Temperaturen von
über 40 Grad Celsius fachten die Brände weiter an. Die Lage sei
dramatisch, erklärte der Präsident der Regionalregierung der
spanischen Inselgruppe, Paulino Rivero. |
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Die Löschmannschaften auf Gran Canaria führten weiter einen
verzweifelten Kampf gegen den seit Tagen wütenden Waldbrand, der bis
Dienstag 10.000 Hektar Wald in der Region um den Urlaubsort Mogan im
Südwesten der Insel verwüstete. |
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Hotelanlage geräumt |
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Der Clubreiseveranstalter Aldiana räumte auf Gran Canaria eine
Hotelanlage, die in einem Tal im Inselinneren knapp eine Autostunde
vom Meer entfernt liegt.
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"Das Feuer hat sich inzwischen auf die gegenüberliegende Hangseite
vorgearbeitet. Deshalb haben wir bereits am Montag abend unsere 40
Gäste aus dem Bergclub in ein Hotel nach St. Augustin ans Meer in
Sicherheit gebracht", sagte eine Sprecherin. Aldiana gehört zu den
führenden deutschen Cluburlaub-Anbietern. Der Reisekonzern Thomas
Cook hält eine Minderheitsbeteiligung. |
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Der Nachrichtenagentur Efe zufolge zerstörten die Flammen auch 65
Prozent des Vogelschutzparks Palmitos. Acht Löschflugzeuge waren dem
Bericht zufolge im Einsatz, um das Feuer einzudämmen, das am
vergangenen Freitag ausgebrochen war. Der Waldbrand gilt als einer
der schwersten in der Geschichte der Kanarischen Inseln. Ein
Forstarbeiter gestand am Wochenende, das Feuer gelegt zu haben. |
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Forderung nach europäischer Feuerwehr |
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EU-Umweltkommissar Stavros Dimas sprach sich unterdessen für die
Schaffung einer europäischen Feuerwehrtruppe zur Bekämpfung von
Waldbränden aus.
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Angesichts der in Südosteuropa und Spanien wütenden Flammenherde
griff der griechische EU-Kommissar eine Idee seines französischen
Exkollegen Michel Barnier wieder auf. Dieser hatte bereits im
vergangenen Jahr die Einrichtung einer Art schnellen Eingreiftruppe
für Naturkatastrophen und andere Notfälle vorgeschlagen.
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Schnelle Hilfe notwendig |
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Für Waldbrände sollten demnach eine Reserve an Feuerwehreinheiten
und insgesamt zehn Löschflugzeuge in verschiedenen EU-Staaten
bereitgestellt werden, die im Notfall jederzeit abrufbar wären.
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Zwar werden die von den Waldbränden betroffenen Länder in Südeuropa
auch jetzt schon von anderen EU-Staaten unterstützt, Deutschland und
mehrere andere Länder schickten Löschflugzeuge und andere Hilfe ans
Mittelmeer. Mit einer ständig abrufbereiten Eingreiftruppe ließe
sich Hilfe aber schneller mobilisieren, erklärte Dimas’ Sprecherin
Barbara Helfferich.
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AP/Reuters |
| (SZ 31.07.2007 12:15 Uhr) |
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Süddeutsche
Zeitung |
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Großfeuer auf Teneriffa |
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Seit gestern 10.00 Uhr fressen sich auf Teneriffa mächtige Flammen
durch das riesige Naturreservat im Norden der Insel. Heiße
Calima-Stürme heizen das Feuer, das mittlerweile über 13.000 Hektar
Land zum Teil vernichtet hat, zusätzlich an. |
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Mit einer Geschwindigkeit von über 13 Meter pro Sekunde ist das
Feuer für die Bomberos von Teneriffa nicht unter Kontrolle zu
bringen. Nur zwei Löschhelikopter konnten gestern Nachmittag die
Bodenkräfte unterstützen, 11 von Ihnen waren auf der Nachbarinsel
Gran Canaria im Einsatz um die Ortschaften Mogan und San Bartolome
vor der Evakuierung zu bewahren. Nachdem sich das Feuer im Raum Los
Realejos auf Teneriffa schnell ausgebreitet hat mußten mehr als
2.000 Personen aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht werden. Die
Zahl ist inzwischen auf über 8.400 Pesonen gestiegen. Gebrannt hat
es, und tut es zum Teil immernoch in den Zonen Los Realejos (erste
Meldung) El Tanque, Garachico, Icod, Los Silos, Buenavista, Chío,
Santiago del Teide und Guia de Isora. Heute werden weitere
Einsatzkräfte aus El Hierro und La Palma erwartet um den Flammen auf
Teneriffa Herr zu werden. |
Der Radius des Feuers beträgt zur Zeit 62,8 km und ist damit größer
als beim letzten verheerenden Brandes von 1983.
Im Nord-Osten der Insel vor Los Realejos wurde ein Gegenfeuer
entzündet um ein Übergreifen auf das La Orotavatal zu verhindern. |
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Inselpräsident Ricardo Melchior informierte heute morgen in einer
Pressemitteilung, daß das Feuer bisher noch keine Personenschäden
verursacht hat und auch größtenteils unter Kontrolle ist. |
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Die Zufahrtstraßen nach Chio, Masca, Teide, Santiago del Teide - bis
hin nach Icod bleiben bis auf weiteres gesperrt. |
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31.07.2007 |
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Radio
Megawelle |
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| Brände auf Gran Canaria und Teneriffa eingedämmt - Hitze
abgeflaut |
| Las Palmas, Gran Canaria / Santa Cruz, Teneriffa,
Kanarische Inseln |
| Nach tagelangem Kampf haben die Löschmannschaften auf den
Kanarischen Inseln die verheerenden Waldbrände eingedämmt. Auf Gran
Canaria brachte die Feuerwehr die Flammen am Mittwoch unter
Kontrolle. Mehr als 5000 Inselbewohner, die vor den Flammen in
Sicherheit gebracht worden waren, konnten in ihre Wohnungen
zurückkehren. |
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Auch auf der Nachbarinsel Teneriffa durften tausende Menschen ihre
Notunterkünfte verlassen und heimkehren. Nach Angaben der Behörden
waren am Mittwoch dort von den ursprünglich 9000 Betroffenen nur
noch 500 in Sporthallen untergebracht. Die Löschmannschaften konnten
ein weiteres Ausbreiten der Waldbrände und ein Übergreifen auf das
als ökologisch wertvoll geltende Orotava-Tal verhindern.
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Die Verantwortlichen gingen davon aus, dass die Flammen auch auf
Teneriffa bis zum Abend unter Kontrolle gebracht würden. Insgesamt
brannten auf Gran Canaria und Teneriffa 35 000 Hektar Wald- und
Buschland nieder. Damit wurde nach Angaben der Zeitung "El País" ein
Drittel des Waldbestandes der beiden Inseln vernichtet.
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Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero sagte
den Betroffenen Hilfe zu. "Für alle Verluste wird es eine
Entschädigung geben", versprach der Regierungschef bei einem Besuch
der Inselgruppe. Die Madrider Regierung werde am Freitag auf einer
Sondersitzung ein erstes Hilfspaket verabschieden.
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Die Löscharbeiten waren durch einen Wetterumschwung erleichtert
worden. Die Hitzewelle der vergangenen Tage mit Temperaturen von
über 40 Grad flaute merklich ab. Der Wind, der die Flammen
vorangetrieben hatte, ließ nach.
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Die Waldbrände auf beiden Inseln waren nach Erkenntnissen der
Lokalbehörden von Brandstiftern ausgelöst worden. Auf Gran Canaria
soll ein Forstarbeiter aus Wut über seine bevorstehende Entlassung
das Feuer gelegt haben. Der 37-Jährige befindet sich in
Untersuchungshaft. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Gefängnis. Auf
Teneriffa hatten die Waldbrände in einem Gebiet begonnen, in dem es
in letzter Zeit zahllose Fälle von Brandstiftung gegeben hatte. Die
Behörden werteten dies als Anzeichen dafür, dass auch die Waldbrände
auf Teneriffa von Kriminellen gelegt worden waren.
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Zapatero forderte eine harte Bestrafung von Brandstiftern. Die
Realität in Spanien sieht jedoch anders aus. Vor einem Jahr waren
nach den großen Waldbränden in der nordwestspanischen Region
Galicien rund 190 Verdächtige festgenommen worden. Davon befindet
sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft derzeit nur einer in Haft.
dpa
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| 1. August 2007 |
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Teneriffas Neue Presse |
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| Feuerbrunst auf den Kanaren |
| Umweltschützer werfen Behörden Versäumnisse vor |
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Verzweifelte Anwohner, verwüstete Natur, Urlauber in Panik: Zum
ersten Mal seit Menschengedenken stehen Teneriffa, Gran Canaria,
Gomera und La Palma gleichzeitig in Flammen. Umweltschützer werfen
nun den Behörden vor, zu spät reagiert zu haben. |
| Las Palmas/Santa Cruz - Die
Brandkatastrophe auf den kanarischen Inseln nimmt immer größere
Ausmaße an. Inzwischen melden die Behörden Feuer auf Gran Canaria,
Teneriffa, Gomera und auch auf La Palma. Nach Angaben von
Einheimischen ist es das erste Mal, dass Großbrände auf allen vier
Inseln zur gleichen Zeit wüten. |
| Teneriffa ist die am schlimmsten betroffene Insel. 8800 Menschen
mussten sich in Sicherheit bringen, rund 15.000 Hektar Land sind
verwüstet und 900 Häuser zerstört. Der Nationalpark rund um den
Vulkan Teide - mit 3718 Metern Spaniens höchster Berg - wurde von
den Flammen verschont. |
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Auf Gran Canaria flüchteten 5200 Menschen vor den Flammen, darunter
auch 40 deutsche Urlauber. Die Touristen wurden aus ihrem Hotel in
den Bergen nahe San Bartolomé de Tirajana in Sicherheit gebracht.
Das Feuer hatte sich der Anlage bis auf einen Kilometer genähert,
wie der Rundfunk berichtete. Die Deutschen wurden in einer anderen
Herberge an der Küste untergebracht. Mindestens 10.000 Hektar Wald
sind verbrannt. Das Feuer auf Gran Canaria hatte ein Forstarbeiter
aus Wut über seine bevorstehende Entlassung gelegt. Der 37-Jährige
sitzt in Haft, ihm drohen zehn Jahre Gefängnis. |
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Die Feuer auf Gomera und La Palma sind kleiner, haben aber ebenfalls
große Zerstörungen angerichtet. Nach Angaben der Behörden wurden
bislang auf allen Inseln insgesamt 35.000 Hektar Wald- und Buschland
ein Raub der Flammen. Vor allem Pinienwälder wurden vernichtet. |
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Bei den Löscharbeiten wurden zwei Soldaten verletzt, als ihr
Tankwagen umstürzte. Zudem erlitten dutzende Menschen
Rauchvergiftungen und Nervenzusammenbrüche. |
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Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hat seinen
Urlaub abgebrochen und reist heute in die von Waldbränden
betroffenen Gebiete auf den Kanarischen Inseln. Wie die Madrider
Regierung mitteilte, will der Regierungschef sich ein Bild vom
Ausmaß der verheerenden Feuersbrünste auf Gran Canaria und Teneriffa
machen. |
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Die spanische Regierung kündigte die zusätzliche Entsendung von 150
Soldaten zur Brandbekämpfung an. "Die Lage ist sehr alarmierend",
räumte Umweltministerin Cristina Narbona bei einem Besuch auf Gran
Canaria ein. Sie sagte finanzielle Unterstützung für die Betroffenen
zu. Umweltschützer kritisierten unterdessen, die Behörden hätten
viel zu spät reagiert und nicht genügend Mittel zur Verfügung
gestellt. |
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Der kanarische Regierungschef Paulino Rivero bezeichnete die Lage
als "dramatisch". Bei den Löscharbeiten habe der Schutz besiedelter
Gebiete Vorrang vor der Rettung des Waldes. Rivero hatte zuvor dem
privaten Rundfunksender Cadena Ser gesagt, auch ein Teil des
Naturschutzgebiets "Palmitos Park", das 150 verschiedene Vogelarten
beheimatet, sei niedergebrannt. Zwar waren die Löschtrupps
ununterbrochen im Einsatz, wegen des starken Windes und der großen
Hitze konnten sie aber nur einige der Feuerfronten unter Kontrolle
bringen. Zudem konnten die Löschhubschrauber nur bei Tageslicht
eingesetzt werden. |
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ffr/dpa/AP/AFP
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| 01. August 2007 |
| Spiegel
Online |
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Feuersbrunst auf den Kanarischen Inseln
Entsetzen im Urlaubsparadies
Auf den Kanarischen Inseln wüten Brände und bedrohen Wälder und
Ferienzentren - über 10.000 Bewohner und Urlauber wurden vor den
Flammen in Sicherheit gebracht. |
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Von Javier Cáceres
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| Die Zungen aus Feuer bohrten auch am Dienstag ihre Schneisen
durch die Urlaubsparadiese; dabei hatten Behörden und
Reiseveranstalter zumindest im Fall von Gran Canaria geglaubt, die
Folgen eines niederträchtigen Verbrechens seien unter Kontrolle. |
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Doch dann nahmen die Meldungen aus den Brandgebieten der Kanarischen
Inseln so dramatische Züge an, dass sowohl Umweltorganisationen wie
die Regionalregierung von der größten Ökokatastrophe der vergangenen
500 Jahre sprachen. Und es war absehbar, dass die Verwüstung noch
größer werden würde. |
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Auf den Inseln Teneriffa und Gran Canaria mussten über 10000
Menschen gerettet werden, darunter nach Angaben von
Urlaubsveranstaltern auch einige Dutzend deutsche Touristen.
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| Die Flammen wüteten auf einem Gebiet von insgesamt mehr als
35000 Hektar; das Feuer sprang von Pinienwipfel zu Pinienwipfel. Die
Behörden rechnen damit, dass mindestens 20 Prozent der Wälder
restlos abgebrannt sind. Das ganze Ausmaß wird erst zu sehen sein,
wenn die letzte Glut erloschen ist. |
| Wann das sein wird, ist noch nicht absehbar. Die Arbeit der
Rettungskräfte wird unter anderem durch enorm hohe Temperaturen
erschwert; auf den Inseln wurden am Dienstag bis zu 44 Grad
gemessen. Immerhin nahm der heiße, trockene Wind ein wenig ab. Am
Montag waren noch Böen von mehr als 70 Kilometern pro Stunde
gemessen worden und hatten dem Feuer nicht nur beste Bedingungen
geboten, sich auszubreiten, sondern auch den Einsatz von
Löschhubschraubern zeitweise unmöglich gemacht. Außerdem fachte der
Wind mehrere schon beinahe erstickte Feuer neu an. |
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Die Brände im Nordwesten Teneriffas und dem Inselzentrum von Gran
Canaria sind den bisherigen Ermittlungen zufolge auf Brandstiftung
zurückzuführen. Ein Brand auf einer dritten Insel, La Gomera, geht
offenbar auf einen Kurzschluss zurück und wurde am Dienstagmittag
unter Kontrolle gebracht. Während der Urheber des am Montag
ausgelösten Brandes von Teneriffa noch nicht gefasst ist, wurde der
geständige Brandstifter von Gran Canaria bereits dem Haftrichter
vorgeführt.
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Es handelt sich um einen 37-jährigen Förster namens Juan Antonio N.
A., dessen Vertrag im September auslief. Unklar blieb am Dienstag,
ob er den Brand legte, um seinem Arbeitgeber zu zeigen, dass er
unersetzlich sei, oder ob es reiner Frust war. Als gesichert gilt
hingegen, dass er selbst die Feuerwehr rief, als das Feuer sich
unkontrolliert ausbreitete. |
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"Es ist unerträglich"
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"Die Lage ist sehr kompliziert", sagte der kanarische Regierungschef
Paulino Rivero am Dienstag. Besonders das unwegsame Gelände mit den
vielen Schluchten stellte die Rettungskräfte vor eine enorme
Herausforderung. Auf Gran Canaria war auch das Urlaubszentrum Mogán
betroffen, ebenso eine zoologische Touristenattraktion namens
Palmitos Park. Unter den Häusern, die abgebrannt sind, war auch das
Haus des Bürgermeisters von Mogán. |
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Bei der Räumung von kleineren Ortschaften kam es zum Teil zu
Auseinandersetzungen mit der Polizei. Viele wollten ihre Besitzungen
nicht verlassen. "Ich weiß, das Leben ist das Wichtigste. Aber alles
hinter dir zu lassen, wofür du dein Leben lang gearbeitet hast, das
ist unerträglich", erklärte eine Frau schluchzend im spanischen
Fernsehen. |
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(SZ vom 1.8.2007) |
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Süddeutsche Zeitung |
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| Urlauberorte sind nicht betroffen |
| Auf den Kanaren versuchen Hoteliers, von der Saison zu retten,
was geht. |
| Teneriffa (rs, ag).
Nach drei dramatischen Tagen hat sich die Situation auf den
Kanarischen Inseln entspannt: Einsatzkräfte konnten die
großflächigen Waldbrände auf den spanischen Ferieninseln Teneriffa
und Gran Canaria unter Kontrolle bringen. Die Feuer breiten sich
nicht weiter aus. |
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Geschockt vom Ausmaß der Katastrophe trat Spaniens Regierungschef
José Luis Zapatero vor die Mikrofone. Zuvor hatte er die wie nach
einem Vulkanausbruch glühende und qualmende Landschaft im
Hubschrauber überflogen. Er verspricht finanzielle Hilfe für die
Bewohner und ihre geschundene Inselwelt. |
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Annähernd tausend Häuser sollen abgebrannt sein, vom Schaden an der
Natur ganz zu schweigen. Zapatero droht den Brandstiftern harte
Strafen an. |
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Auf Gran Canaria gestand ein Forstarbeiter, das Feuer gelegt zu
haben. Auch auf Teneriffa ist vermutlich gezündelt worden. |
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Die Tourismusverwaltung auf Gran Canaria beruhigt derweil die
Feriengäste und versichert, „dass die Urlaubszonen, die sich fast
alle an der Küste befinden, nicht von dem Feuer betroffen sind“.
Und: Wer einen Kanaren-Urlaub geplant habe, könne diesen ohne
Probleme antreten. Auch die großen Reiseveranstalter versichern,
dass es nur wenig Stornierungen gebe und die Urlauber weiter in
Scharen Richtung Kanaren fliegen. Etliche wollten lediglich wissen,
„ob ihr Urlaubsort betroffen ist“. |
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Straßen sind gesperrt |
Viele Ausflüge ins Hinterland sind derzeit allerdings nicht möglich.
Dutzende Bergstraßen auf Gran Canaria und Teneriffa sind gesperrt.
Die Feuerwehr rechnet damit, dass die Löscharbeiten noch bis zu
einer Woche dauern werden. Die Brände seien zwar eingedämmt, aber in
vielen unzugänglichen Regionen könne man kaum mehr machen, als
warten, „bis alles verbrannt ist“.
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Auch in Griechenland und Bulgarien konnten am Mittwoch die
Waldbrände weitgehend unter Kontrolle gebrachten werden. |
| 01.08.2007 18:49 |
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"Die Presse", Print-Ausgabe, 02.08.2007 |
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Die Presse |
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| Teneriffa - Großfeuer größtenteils unter Kontrolle |
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Icod, Masca, Guía de Isora, |
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Rund 20.000 Hektar Wald auf Teneriffa sind von den Flammen
betroffen. Mehr als 12.000 Canarios und Residenten sind vor den
Flammen in Sicherheit gebracht worden.
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| Es ist eine unbeschreibliche Katastrophe, sagte Paulino Rivero,
Präsident der kanarischen Inseln, gestern in einer Pressekonferenz.
Mehr als 2.000 Bodenkräfte, 3 Helikopter, ein Löschflugzeug und 13
Löschbatallione haben die gesamte Nacht über gegen die Flammen im
Norden und Westen Teneriffas gekämpft. Abflauender Calima und
leichter Nieselregen hat die Situation entschärft. 2 Löschhelikopter
sowie 2 Löschflugzeuge werden heute Mittag auf dem Archipel erwartet
um die Brände im laufe des Tages unter Kontrolle zu bekommen. Zur
Stunde sind auf Teneriffa die oberen Zonen von Icod, San José de los
Llanos, Tamaimo, Guía de Isora, und La Montaneta sowie Agua Garcia
betroffen. |
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Ein neues Feuer ist gestern Vormittag auf La Gomera ausgebrochen.
Die Flammen in der betroffenen Zone um Alajero konnten innerhalb von
12 Stunden unter Kontrolle gebracht werden. Die Einsatzkräfte
rechnen heute damit das Feuer auf Gran Canaria unter Kontrolle zu
bringen. Ein Drittel der Waldfläche auf Gran Canaria ist bisher von
den Flammen zerstört worden. Mit einer Rückkehr in ihre Wohnanlagen
können betroffene Personen vorerst nicht rechnen. Cristina Narbona
gestern: Erst wenn die Brände unter Kontrolle sind und keine Gefahr
mehr besteht, werden die Zugangsstraßen wieder freigegeben. Die
Autobahn rund um Teneriffa ist weiterhin frei befahrbar. Mit
Behinderungen bzw. Sperrungen muss oberhalb von 1.000 Metern im
kompletten Nordwesten und Südwesten der Insel Teneriffa gerechnet
werden. Weiterhin gilt aufgrund der hohen Waldbrandgefahr es als
selbstverständlich keine brennenden Zigaretten aus dem Fenster zu
werfen und auf offenes Feuer zu verzichten. |
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Aufgrund der großen Waldbrände auf Teneriffa, sind bei vielen
Einwohnern und Firmen die Breitbandverbindungen ADSL ausgefallen.
Viele Banken und anderen Dienstleister konnten aufgrund dieser
Ausfälle keine Kundenberatungen vornehmen und hielten ihre Türen
gestern geschlossen. Laut einem Sprecher der Telefonica ist ein
Glasfaserknotenpunkt von den Flammen betroffen, die Ursache für den
Ausfall. Auch heute muss im Laufe des Tages stellenweise mit
Ausfällen der Internetverbindung gerechnet werden. Die
Telefonleitungen seien laut Telefonica von den Ausfällen aber nicht
betroffen. |
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Bilanz: In Teneriffas Norden ist das historische Mascatal verbrannt!
Rund ein Drittel der Waldfläche auf Gran Canaria ist vernichtet,
schwelende Waldgebiete auf La Gomera. Neun von Zehn Bränden sind vom
Menschen verursacht worden berichtete Cristina Narbona gestern auf
einer Pressekonferenz. Die Einsatzkräfte rechnen damit die Brände
auf Gran Canaria und Teneriffa heute unter Kontrolle zu bekommen.
Sofern sich die Wetterlage nicht verändert. Auffrischender Wind und
heiße Temperaturen könnten das Feuer weiter ausbreiten. Mit einer
Rückkehr in ihre Wohnanlagen können betroffene Personen vorerst
nicht rechnen.
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01.08.2007 |
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Radio
Megawelle |
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| Bewohner auf Gran Canaria können in ihre Wohnungen
zurückkehren |
| Die Löschmannschaften haben die verheerenden Waldbrände auf Gran
Canaria unter Kontrolle gebracht. Gemäß Behördenangaben konnten mehr
als 5000 Inselbewohner in ihre Wohnungen zurückkehren. |
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Auf der Nachbarinsel Teneriffa mussten noch über 9000 Menschen wegen
der Brände die Nacht in Sporthallen und anderen Notunterkünften
verbringen. Die Verantwortlichen gingen davon aus, dass die
Feuerwehr die Flammen bis zum Abend unter Kontrolle bringen würde. |
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Die Waldbrände auf beiden Inseln waren nach Erkenntnissen der
Lokalbehörden von Brandstiftern gelegt worden. Auf Gran Canaria und
Teneriffa brannten insgesamt 350 Quadratkilometer Wald- und
Buschland nieder. Damit wurde nach Angaben der Zeitung "El País" ein
Drittel des Waldbestandes der beiden Inseln vernichtet. |
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Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero traf
auf den Kanaren ein. Er forderte eine harte Bestrafung von
Brandstiftern. Die Löscharbeiten waren durch einen Wetterumschwung
erleichtert worden. Die Hitzewelle der vergangenen Tage mit
Temperaturen von über 40 Grad flaute merklich ab. |
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Kleinere Brände waren am Vorabend auf der Mittelmeerinsel Kreta
sowie auf der Kykladeninsel Andros ausgebrochen. Die Feuerwehr
setzte Löschhelikopter und Flugzeuge ein, um die Brände zu löschen,
bevor sie ausser Kontrolle gerieten. |
| 14:00 -- Newsticker Ausland |
| Mittwoch, 01. August 2007 |
| Der
Tagesanzeiger |
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| Horror nach der Flammenhölle |
| Aus Puerto de la Cruz berichtet Anne Seith
|
| Die verwüsteten Landstriche der Kanaren wirken wie
Kriegsgebiete. Gigantische Feuer fraßen sich tagelang durch Wälder
und Dörfer. Vor allem auf Teneriffa und Gran Canaria haben sie
Existenzen zerstört - und erzeugen Angst, dass sich derartige
Katastrophen wiederholen. |
| Puerto de la Cruz - Man sieht erst
auf den zweiten Blick, wie müde Humberto Gutiérrez ist. Der
Koordinator der Löschtruppen in Teneriffa wirkt mit seinen lockeren
halblangen Haaren, den Lachfalten im braungebrannten Gesicht und dem
lässigen gelbgrünen Overall im ersten Moment wie der Darsteller
irgendeiner Feuerwehrmänner-Heldenserie. Doch seine Lippen sind
aufgesprungen, er hat Ringe unter den Augen und spielt nervös mit
dem Jeepschlüssel, ohne es zu merken. Stumpf blickt er auf die
gespenstische schwarze Waldkulisse hinter sich, auf den mit heller
Asche überzogenen Boden, auf die verkohlten Pinien, zwischen denen
immer wieder Ascheschwaden hindurch wehen. An einigen Stellen raucht
der Boden noch. "Das wird mindestens 15 Jahre dauern, bevor sich die
Fauna hier erholt hat", sagt der Umweltingenieur. "Ich bin seit 13
Jahren im Beruf - und es ist das erste Mal, dass ich mich machtlos
fühle." |
| Dabei will er auf der Rundtour durch die verbrannten, stinkenden
Waldflächen eigentlich von den Erfolgen der Feuerwehrleute erzählen.
Zeigen, wo sie die Flammen niedergekämpft haben, indem sie ihnen
Wasser und schaufelweise Dreck entgegenschleuderten, damit das Feuer
nicht die ganze Insel frisst. Zeigen, wo die rund 1000 Einsatzkräfte
einfach machtlos waren angesichts der ungeheuren Zerstörungswut, der
Rekordtemperaturen von über 40 Grad und des erbarmungslosen Windes,
der die Lösch-Helikopter am Einsatz hinderte. Denn längst haben sich
die Kritiker gemeldet. |
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Zu wenig Einsatzkräfte habe es gegeben, nur so konnte sich das
verheerende Feuer auf der Touristeninsel so weit nach Westen
ausbreiten, sich in nur sieben Stunden durch fast 15.000 Hektar
fressen und zwischenzeitlich über 8000 Menschen aus ihren Häusern
vertreiben. 500 Feuerwehrleute seien im Einsatz gewesen, und noch
einmal genauso viele Freiwillige, sagt er immer wieder. "Auch mit
dreimal so viel Leuten hätten sie das nicht verhindern können. Und
auch nicht mit 30-mal so viel", sagt Gutiérrez mit Nachdruck, als
die heimische Journalistenschar die ersten bohrenden Fragen stellt.
Seine Botschaft ist klar: So etwas passiert einfach, Naturgewalt.
"Feuer gibt es jedes Jahr", sagt Gutiérrez. |
| Gewaltige Feuersbrünste - "Einfach nur brutal" |
|
So gewaltige Feuersbrünste haben die Kanaren jedoch lange nicht
erlebt . Auf Gran Canaria toben die Flammen seit dem Wochenende,
verwandelten ein ganzes Dorf in eine Geisterortschat, zwangen
Tausende, ihre Häuser zu verlassen und nächtelang in Turnhallen und
Schulen zu übernachten. Auf Teneriffa brach das Feuer am Montag aus.
"Einfach nur brutal", beschreibt der Mitarbeiter eines deutschen
Anzeigenblattes auf der Insel die Flammen, die sich vor seinen Augen
in Windeseile die Berge hochfraßen. Eine junge Frau in Teneriffa
erzählt, wie sie nach dem Ausbruch des Feuers die ganze Nacht wach
blieb: "Wir haben die Flammen auf den Hügeln beobachtet, ob sie in
unsere Richtung kommen oder vom Wind nach Westen geweht werden",
sagt sie. |
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Die Gewalt, mit der sich die Flammen ausbreiteten, sei beängstigend
gewesen, heißt es immer wieder. Rekordtemperaturen über 40 Grad
machten den Kampf, die Flammen zu besiegen, fast aussichtslos. Noch
dazu hinderte ein heftiger Saharawind die Löschhelikopter am
Abheben. Auf Satellitenbilder sahen die beiden Inseln deshalb
zeitweise aus wie Kriegsgebiet, so viel Rauch stieg auf. 35.000
Hektar insgesamt waren von den Bränden betroffen, eine Fläche so
groß wie München. In Teneriffa ist ein Viertel der Waldfläche
betroffen, in Gran Canaria ein Drittel, auch ein Teil des
Naturschutzgebiets "Palmitos Park", das 150 verschiedene Vogelarten
beheimatet, ist dort verbrannt. Es ist die schlimmste ökologische
Katastrophe, die die Inseln je erlebten, heißt es. |
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Der kleine Ort Mogán in Gran Canaria sieht inzwischen aus wie ein
Geisterdorf, die verzweifelten Bewohner kehrten schon vor zwei Tagen
zurück zu den Trümmern ihrer Existenz. Immer wieder laufen die
Bilder durchs Fernsehen, zeigen, wie die Bewohner buchstäblich vor
dem Nichts stehen. "Mit den Tränen, die ich geweint habe, hätte ich
mein Haus retten können", beschrieb ein Mann sein Unglück. In einem
anderen Ort musste ein Dorfbewohner gezwungen werden, sein Anwesen
zu verlassen: Er weigerte sich beharrlich und schüttete aus
Verzweiflung eimerweise Wasser vom Balkon. Die anderen schon
evakuierten Einwohner versuchten danach mehrmals, die Straßensperren
zu brechen, um zurück zu ihrem Hab und Gut zu kommen. |
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Seit Jahren lebt die Bevölkerung in Angst vor dem Zündler
|
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Kein Wunder, dass es jede Menge Wut und auch wilde Gerüchte über die
Brände gibt. Seit zehn Jahren breche in Teneriffa immer wieder in
der gleichen Region Feuer aus, erzählt eine lustige Frau mit
knallrot gefärbtem Zopf, die in einem Tante-Emma-Laden bedient. "Es
gibt so eine Geschichte von so einem Mann, der im Verdacht steht."
Auch ein anderer Kanarier hat davon schon gehört: "Er soll in der
Gegend von La Corona wohnen." Sicher ist, dass es die Behörden in
Teneriffa inzwischen für sehr wahrscheinlich halten, dass jemand das
Feuer aus Absicht gelegt hat. Man habe entsprechende Spuren
gefunden, erzählt ein Insider. Dass die Polizei bisher
offensichtlich mit den Zündlern, die seit Jahren die Bevölkerung in
Angst und Schrecken versetzen, nicht fertig wird, empört viele
Insulaner besonders. Auch Gutiérrez erzählt an der Brandstelle:
"Seit Februar gab es hier alle zwei Wochen ein Feuer." Es sei eben
schwierig, die Schuldigen zu finden, darauf hat er auch keine
wirklich Antwort. |
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Brandstiftung ist häufig der Grund für gigantische Feuersbrünste in
Spanien, so wahnsinnig es sich anhört. In Gran Canaria hatte ein
37-jähriger Waldarbeiter gezündelt, der so die Verlängerung seines
Vertrages erzwingen wollte. Viele Menschen hoffen jetzt, dass an ihm
ein Exempel statuiert wird. Denn laut Gesetz kann er zu einer
Haftstrafe bis zu 20 Jahren verurteilt werden. Doch an den
klimatischen Gründen für den Brand wird das auch nichts ändern. "Es
gibt hier jedes Jahr Feuer", sagt Gutiérrez noch einmal, bevor er
sich in den Jeep setzt und mit seinen Gästen durch den aufstiebenden
Staub davon donnert. Immerhin, für dieses Mal scheint es zu Ende.
Das Wetter hat vor einem Tag gedreht, es ist merklich kühler
geworden, sogar ein paar Regentropfen fallen. Sie werden helfen,
auch noch die letzen Flammen zu löschen - dann muss der Schaden
betrachtet werden. Und die Frage zum x-ten Mal diskutiert werden,
wie man den Naturgewalten, wenn sie einmal entfesselt sind, Einhalt
gebieten kann. |
| 02. August 2007 |
|
Spiegel
Online |
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| Über die Hügel kamen die Flammen |
| Aus Masca berichtet Anne Seith |
| Malerische Gassen, herrliche Gebirgslandschaft: Masca war eines
der Touristenhighlights auf Teneriffa. Ausgerechnet dieses Dorf
haben die verheerenden Brände am stärksten erwischt. Jetzt kehren
die Bewohner in das zurück, was von ihren Häusern übrig ist. |
| Masca - Josefas Nichte geht stumm,
mit rußverschmierten Armen, durch die Trümmer. Ihre Großnichten
sitzen geschockt auf dem Terrassengeländer. Also übernimmt Josefa
Hernández selbst das Reden. Erklärt, wie es früher in der "Bar de
los Fuentes" aussah: "Hier war ein wunderschöner angebauter Salon,
mit Holzdach und ganz alten Möbeln", sagt sie. |
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Die 69-Jährige, die viele nur Doña Josefa nennen, zieht die
Strickjacke vor der Brust enger zusammen. Von dem Raum ist nur eine
Wand aus rotem Stein übrig. Das Dachgestell ist herab gestürzt und
bildet ein Stangengewirr auf der Terrasse, wie ein Klettergerüst auf
einem Abenteuerspielplatz. Das Schwarz, das hinter den Fenstern des
grauen Steinhauses klafft und alles Licht schluckt, lässt erahnen,
dass auch im Haupthaus nicht viel übrig geblieben ist. Nur auf der
runden Terrasse mit dem atemberaubenden Blick ins Tal stehen noch
intakte Holztische und Stühle, die ein Bild von lauem Sommerabend
und Rotwein vor dem inneren Auge entstehen lassen. |
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"Morgens zwischen neun und zehn, wenn die Sonne noch nicht so
brennt, war es in Masca am schönsten", sagt Josefa, "dann leuchteten
die Farben von den Bäumen am stärksten. Jedes Grün war anders." Nun
haben die verheerenden Brände, die Anfang der Woche auf Teneriffa
auf insgesamt 15.000 Hektar wüteten, ausgerechnet das abgelegene,
mitten im Gebirge gelegene Dörfchen mit seinen engen
kopfsteingepflasterten Gassen und den hübschen Steinhäusern am
schlimmsten erwischt. Das einzig halbwegs ursprüngliche Überbleibsel
im sonst vielerorts ziemlich verbauten Teneriffa. Mehrere Häuser
brannten aus, die am Berghang angelegten Gartenterrassen sind jetzt
schwarz verkohlt und mit Asche überzogen. |
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Josefa Hernández ist in dem 100-Einwohner-Dorf geboren, kann sich
noch an die Zeiten erinnern, als der kleine Ort ausschließlich mit
dem Esel erreichbar war und nur ein einziges Telefon besaß. Obwohl
sie dort schon lange nicht mehr wohnt, hat sie sich auch heute nicht
aufhalten lassen, ihre Familie zu besuchen und die Folgen der Brände
selbst in Augenschein zu nehmen. Dabei ist die Straße eigentlich
noch immer gesperrt. Nur die Dorfbewohner durften, nach drei Nächten
in einer Sporthalle, zu ihren Häusern zurückkehren. Oder zu dem, was
davon übrig ist. |
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"Wenn ich laut klage, hilft es ja auch nichts"
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Josefa Hernández ist eine nüchterne Frau. "Wenn ich laut klage,
hilft es ja auch nichts", sagt sie. Auf dem langen Serpentinenweg
hatte die 69-Jährige mit den sorgfältig frisierten roten Locken das
für seine Pflanzenwelt berühmten Gebirge deshalb noch ziemlich ruhig
betrachtet. Gigantische schwarze Flecken bedeckten die Abhänge, so
groß, dass man sie im ersten Moment für Schatten der gegenüber
liegenden Gipfel halten wollte. "Von dort, über die beiden Hügel,
kamen die Flammen", erklärt sie. |
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Doch als sie am Ortseingang das erste zerstörte Haus einige hunderte
Meter weiter entdeckt, kommen sie doch, die Emotionen. "Da lebte
eine Engländerin, schon seit Jahren, die Kunsthandwerk verkaufte",
erklärt Josefa. "Schmuck aus Makramee und solche Sachen." Aus der
Ferne sehen die abgebrannten Wände nun aus wie ausgefledderte,
schwarze Pappe. "Das ist wirklich...", flüstert Josefa, ohne den
Satz zu beenden. |
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Jetzt will sie im Ort die Schäden zeigen, damit die Inselregierung
und auch der spanische Ministerpräsident so schnell wie möglich
helfen, das Dorf wieder so aufzubauen, wie es vorher war. Doch nicht
alle Bewohner von Masca sind davon begeistert. Josefas Neffe will
nur Fotos von seinem Keramikgeschäft und den hübschen Steingassen
vor seiner Bar zulassen, die von den Flammen verschont geblieben
sind. "Wenn sie schreiben, dass alles kaputt ist, kommen die
Touristen nicht mehr", sagt er ängstlich. Dann erzählt er immer
wieder von der Gastfreundschaft im Ort, zieht ein altes
Zweimark-Stück aus dem Geldbeutel, das ein Gast ihm einst schenkte.
Erzählt eine Geschichte, wie ein deutscher Tourist eine
versehentlich nicht bezahlte Kaffeerechnung nach fünf Jahren noch
beglich und so zum Freund wurde. |
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Angst, dass die Touristen im nächsten Jahr wegbleiben
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So reagieren viele in Masca auf Fragen, schließlich lebt das
einstige Bauerndorf inzwischen fast ausschließlich von den
ungezählten Besuchern, die in Reisebussen über die Serpentinen
kommen. "In einigen Monaten wird hier alles sein wie früher", sagt
ein Dorfbewohner deshalb und zeigt auf die Gebirgsgipfel ringsum.
"Sehen Sie, dort ist alles unbeschadet, und dort auch." Er hat sich
wie die meisten vor einem Restaurant eingefunden, das immer noch
blütenweiß und pittoresk über dem Ort thront. Fast könnte man die
Menschen, die dort Tee und Kaffee aus riesigen Thermosflaschen
zapfen, für eine Ausflugsgruppe halten. Wenn die aufgeregten
Diskussionen nicht wären. |
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3000 bis 6000 Euro hat die Inselregierung für von den Bränden
besonders betroffene Bewohner versprochen, eine Summe, die hier mehr
Wut als Begeisterung erzeugt. Und wie so oft dieser Tage geht es um
die alles entscheidende Frage, ob man die gewaltigen Feuersbrünste
hätte verhindern können. "Es ist alles die Schuld der Umweltbehörde.
Sie kümmern sich einen Dreck um die Palmen", schimpft eine Frau.
Sobald die hübsch anzuschauenden Blätter vertrocknet seien, brennen
sie beim kleinsten Funken lichterloh, sagt sie. Eigentlich müssen
sie deshalb regelmäßig "gesäubert" werden, wie es die Insulaner
nennen. "Aber das passiert nicht", stimmt ein anderer Dorfbewohner
der Frau zu. Früher habe man sich selbst darum gekümmert und auch
die staubtrockenen Gewächse in den Terrassengärten eigenhändig
abgebrannt. "Aber das ist jetzt verboten. Jemand anders macht es
aber auch nicht." Dann fügt aber auch er eilig hinzu: "Wenn der
Regen kommt, erholt sich die Natur schnell." |
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Auch Bürgermeister Aurelio Abreu versucht, Optimismus und
Geschäftigkeit zu verbreiten. "Ich kümmere mich hier um die ganze
Organisation", sagt er. "Als erstes musste wieder für Strom und
Wasser gesorgt werden", sagt er. Dann habe sich heute mit der
Inselregierung zusammengesetzt, um die Lage zu beraten. "Die, die
nicht zurückkehren können, bekommen eine Unterkunft gestellt", sagt
er nun. Und auf das Versprechen von Ministerpräsident Zapatero, die
bisher noch vollkommen unabsehbaren Folgen der Brände auf den
Kanaren ohne Einschränkung aus öffentlichen Mitteln finanzieren zu
wollen, könne man sich verlassen. "Es wird eine signifikante Summe
fließen", sagt er, als könnte die offizielle Formulierung der
Botschaft noch mehr Glaubwürdigkeit verleihen. |
| Josefa Hernández ist skeptisch: "Politiker reden viel."
Zuversicht schöpft sie aus anderen Quellen. Masca sei, sagt sie,
früher immerhin mal ein Bauerndorf gewesen. "Die Leute hier können
sehr hart arbeiten. Und sie halten zusammen |
| 03. August 2007 |
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Spiegel
Online |
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| Wenn Feuer so effektiv wie Bomben sind |
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Aus Santa Cruz La Palma berichtet Anne Seith
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Halb Südeuropa stand diesen Sommer in Flammen: Großbrände wüteten in
Griechenland, Italien, auf den Kanarischen Inseln. Immer öfter
stecken Kriminelle hinter den Feuern, die Bauland erobern oder
Wälder billig abholzen wollen. Sie haben viel zu leichtes Spiel,
warnen Umweltschützer. |
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Santa Cruz La Palma - Juan Jesús
González ringt kurz nach Worten, um seine Sorge zu beschreiben:
"Wenn jemand die Kanarischen Inseln wirklich bedrohen will, legt er
am besten an den richtigen Stellen Feuer, das ist leichter, als
Bomben zu zünden. Aber genauso effektiv", sagt er dann.
"Brandstiftung kann leicht eine Form des Terrorismus werden." Die
Kanarischen Inseln seien inzwischen leicht entflammbares Terrain. |
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Der Lehrer, der seit Jahren Umweltsünden an seinem Wohnort Teneriffa
auf einer Internetseite dokumentiert, hat zu einer Rundfahrt auf die
kleine Kanaren-Insel La Palma eingeladen, wo er eigentlich Urlaub
macht. Doch jetzt will er zeigen, dass es kein Zufall war, dass sich
diesen Sommer auf Teneriffa und Gran Canaria Großbrände in
Windeseile ausbreiten konnten. Immerhin sind die Warnzeichen nicht
mehr zu übersehen: Nach Rekordtemperaturen schien halb Europa
während der Hitzewelle in Flammen (mehr...)aufzugehen. In
Griechenland tobten gewaltige Brände, auch in Mazedonien und Italien
brannte es gewaltig. Auch La Palma könnte jederzeit heimgesucht
werden, sagt González. |
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Auf der Insel lässt sich erschreckend plastisch an vielen Ecken
beobachten, was die Umweltschützer von WWF in einer kürzlich
veröffentlichten Studie als Zusammenbruch des "traditionellen
ländlichen sozioökonomischen Systems" bezeichneten - und als eine
Hauptursache dafür ausmachten, dass sich Feuersbrünste inzwischen so
ungehindert ausbreiten können in Mitteleuropa. |
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"Hier waren überall einmal kleine Felder", erklärt González und
zeigt Abhänge, die über hunderte Quadratmeter mit einem stacheligen,
hohen Dorngestrüpp überwuchert sind. Dann reißt er plötzlich das
Lenkrad nach rechts und hält vor einem kleinen Bauernhaus, vor dem
ein Wagen mit meterhoch gestapelten Ästen auf der Ladefläche steht.
"Das gibt es nicht mehr oft, dass die Leute das einsammeln. Dabei
ist das die beste Stallunterlage." |
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Wie leicht entflammbar ihre Umgebung ist, ist auch der Bevölkerung
bewusst. "Heute wird höchstens noch ein Viertel von früher
bewirtschaftet", sagt ein Bauer und zeigt ein zurückhaltendes,
zahnloses Lächeln, als wollte er sich entschuldigen. Eine Frau, die
gerade Ziegen in einem kleinen Stall füttert, sagt, in den
vergangenen Wochen sei sie sicher gewesen, dass es bald brennen
würde. Da stiegen die Temperaturen auf über 40 Grad. Und das
Feuerholz in den riesigen Waldflächen sammle ja schon lange niemand
mehr zum Verkauf wie früher. "Da reicht doch eine klitzekleine
Scherbe, durch die die Sonne scheint, und schon brennt es
lichterloh." |
| So geht es während der gesamten Rundfahrt. González zeigt
Wiesenflächen mit riesigen, gelben, ausgetrockneten Flecken auf La
Palma. "Als ich Kind war, gab es das gar nicht. Da wurden diese
Gräser massenweise als Ziegenfutter geschnitten." Ein Streichholz
reiche, und das alles stünde sofort in Flammen. |
| Feuer werden gelegt, um Bauland zu gewinnen |
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Dass er keine Panikmache betreibt, zeigen die nackten Zahlen. Der
WWF-Studie zufolge hat die Zahl der Großbrände sich im
Mittelmeerraum seit 1960 vervierfacht - in Spanien ist sie sogar um
das zehnfache angestiegen. Von pro Jahr durchschnittlich 1920
Bränden auf jährlich rund 21.516 Feuer. Im Mittelmeerraum könne man
jedes Jahr "schon die Uhr danach stellen, wann es wieder brennen
wird", erklärte WWF-Waldexpertin Nina Griesshammer bei der
Präsentation der Studie. Das Alarmierende: Die Feuer werden immer
größer. |
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Nur ein Bruchteil der Brände entsteht der Untersuchung zufolge durch
Blitze oder andere natürliche Ursachen. Der Großteil: Absichtliche
oder fahrlässige Brandstiftung. Feuer werde etwa gelegt, damit die
verkohlten Gebiete danach in Bauland umgewandelt werden, so die
Umweltschützer. |
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Die Mafia wird für die Feuersbrünste von den Abruzzen bis Apulien
verdächtigt
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Umweltschützer wie González vermuten sogar Unternehmen hinter den
Bränden, die mit der Wiederaufforstung oder gar der Brandbekämpfung
Geld verdienen. "Davon lebt schließlich eine ganze Industrie." |
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In Italien erklärten so auch die zuständigen Behörden unumwunden,
dass hinter den Bränden Kriminelle steckten, vielleicht sogar die
Mafia. Die wird schon seit Jahren verdächtigt, so die Umwandlung
etwa von Olivenhainen in Bauland zu erzwingen. Von den Abruzzen bis
Apulien, von Latium bis nach Kalabrien waren der Zeitung "La
Repubblica" zufolge nun in nur einer Woche 750 Feuer entstanden. |
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Allerdings können Brandstifter nur deshalb so effektiv vorgehen,
weil die Flammen sich so ungehindert ausbreiten können. Folgen unter
anderem der Landflucht - und der falschen Bewirtschaftung. Die
Politik der EU fördere den Anbau von Monokulturen zu sehr, monieren
die Wissenschaftler vom WWF. In vielen Gegenden Spaniens und
Portugals seien weite Flächen mit Eukalyptus- und Kiefernbäumen
zugepflanzt worden, die mit ihren ätherischen Ölen besonders gut
brennen. Auf La Palma werden hauptsächlich Bananenstauden gepflanzt,
die die ganze Insel in riesigen Feldern überziehen. "Nur noch ein
paar Verrückte kümmern sich um andere Sachen", sagt González. |
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"Es fehlt ein umfassendes Konzept zur Feuerbekämpfung", findet der
Geograf. Die einzelnen Maßnahmen, die die Regierung der Kanaren und
der Inselrat von Teneriffa nun vorschlagen, reichen seiner Meinung
nach längst nicht. Bis der Brandschutz wie vom WWF gefordert als
eine politische Leitlinie gilt, müsse noch einiges getan werden.
Auch in den Wäldern müssten viel mehr strategische Feuerschneisen
angelegt werden, über die ein Brand nicht hinauskommt, sagt
González. "Aber das sieht eben nicht besonders schön aus." Und die
Frage der Ästhetik bestimme wegen der vielen Touristen auf den
Kanaren oft die Politik. Angefangen bei den Palmen. "Eine Palme zu
fällen ist verboten", sagt González. Doch wenn die gelben Blätter
nicht regelmäßig in einer teuren Prozedur entfernt werden, brennt
der Baum beim kleinsten Funken wie eine Fackel. |
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"Dann können weder Feuerwehr noch Hubschrauber etwas ausrichten"
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| Auch die Bevölkerung werde viel zu wenig in die Vorsorge
einbezogen, glaubt González. Dem kleinen Dörfchen Masca etwa hätte
einiger Schaden erspart werden können. Der 100-Einwohnerort war mit
seinen engen Gässchen und den hübschen Steinhäusern ein
ursprüngliches Überbleibsel im verbauten Teneriffa - und wurde
schwer getroffen von den Bränden (mehr...). "Da gab es überhaupt
kein System zur Selbsthilfe", sagt González. "Die haben dort nur
ihre Gartenschläuche." So passierte kaum etwas, bis die Feuerwehr
sich von der nächst gelegenen Station über die unendlich langen
Serpentinen durchgekämpft hatte. Auch der WWF fordert, die
Vorsorgemaßnahmen in Europa zwischen den zuständigen Stellen besser
zu koordinieren. Vielfach existierte nicht einmal verlässliches
Datenmaterial. |
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Diesmal seien Teneriffa und Gran Canaria noch einmal glimpflich
davon gekommen, sagt González. Der Schaden ist mit einigen tausend
Hektar verbranntem Wald längst nicht so schlimm wie angenommen.
"Aber das der Brand sich legte war allein dem Wetterumschwung zu
verdanken", ist González überzeugt. "Wenn ein Feuer einmal so groß
ist, können weder Hubschrauber noch die Feuerwehr etwas ausrichten." |
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05. August 2007 |
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Spiegel
Online |
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| Nach dem Feuer |
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Auf Teneriffa sind die verheerenden Waldbrände gelöscht, doch
mancher hat nur noch rauchende Ruinen gefunden, wo vorher sein Haus
stand. Dazu eine TA-Korrespondenz: |
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TENERIFFA. "Wir leben noch", sagt
Christine Pallat mit Tränen in den Augen. "Wir sind immer noch da."
Auch wenn sie nun Stein für Stein von vorne anfangen müssten. Sie
reibt sich Asche aus dem müden Gesicht, die vom Wind herbeigewirbelt
wird. |
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"Wir" - das sind die Deutsche Christine, der Spanier Riquelme und
ein zweijährige Sohn. Sie sind um Haaresbreite der Feuerhölle auf
der Ferieninsel Teneriffa entkommen. Von ihrem urigen Wohnhaus, aus
Naturstein und Holz, blieb nur eine schwarze verkohlte Ruine.
Umgeben von einer bizarren Landschaft aus verbrannten Pinien, Palmen
und Kakteen. Einige Stümpfe qualmen noch. |
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Auch wenn es bei Christine Pallat derzeit aussieht wie nach einem
Krieg: Teneriffa hat den schlimmsten Waldbrand seiner Geschichte
besser überlebt, als man zunächst dachte. Die Insel ist nicht
abgebrannt, auch wenn es auf dramatischen Bildern so wirkte. Auf
denen ganze Bergketten von dem Monsterfeuer vertilgt wurden. |
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Es habe "kein Risiko" für die Touristen gegeben, beruhigt ein
Sprecher der kanarischen Regierung. 170 000 Menschen kommen in
diesen Sommertagen pro Woche. Vor allem Briten und Deutsche. |
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Damit es nach der spektakulären Feuersbrunst nicht weniger werden,
soll eine internationale Werbekampagne den angekohlten Ruf
Teneriffas wieder aufpolieren. "Wir wollen nicht die Folgen des
Feuers verschweigen", sagen die Tourismusbehörden. "Aber wir wollen
auch klar sagen, dass das Feuer weder den Flughafen noch die
touristischen Zonen betroffen hat." |
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Das Großfeuer, das durch den traumhaften Pinienwald im Norden und
Westen des spanischen Urlaubsparadieses Teneriffa raste, blieb im
Hinterland. Und konnte durch hunderte Brandbekämpfer daran gehindert
werden, ein gutes Dutzend Orte in den Vulkanhügeln zu verschlingen. |
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Nur ausgerechnet in Masca, dem wohl berühmtesten und
jahrhundertealten Teneriffa-Dorf, das jedes Jahr von 800 000
Ausflüglern bestaunt wird, waren die Helfer machtlos. Die
Flammenwalze überrollte die wild-romantische Bergoase. Ließ die
uralten Palmen, welche das verwunschene Nest umgeben, wie Fackeln
glühen. Machte auch vor dem Wohnhaus von Christine und Riquelme
nicht halt. |
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"Das war wie die Hölle", denkt Christine mit Grauen an den Tag des
Feuersturms zurück. "Wir sahen plötzlich dunkle Rauchwolken über den
Bergen. Das sah aus wie ein Atombombenpilz." Heftige Böen trieben
die Flammenwand bald über den Bergkamm. Wenig später musste sie mit
Mann und Kind ins Auto springen und fliehen. "Das Feuer stand
plötzlich vor der Tür." |
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Als die Feuerattacke zwei Tage später vorbei war, fand die Familie
von ihrem Landhaus nur noch rauchende Trümmer. "Ein Horror."
Immerhin blieb ihr kleines Gasthaus, "Casa Riquelme", verschont.
"Launisch" sei das Feuerungeheuer gewesen. Fraß im Masca-Tal ein
halbes Dutzend uralte Häuser, übersprang aber viele andere
Behausungen. Tötete Ziegen und Hühner, die in der Hitze elendig
zugrunde gingen. |
| Auch die kleine Kapelle, die der Schutzheiligen Inmaculada
gewidmet ist, blieb heil. Mit Blumengestecken auf dem Altar bedanken
sich die rund 150 Dorfbewohner von Masca. Eine ältere Frau kniet
nieder, bekreuzigt sich. "Inmaculada hat uns gerettet", murmelt sie. |
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Nicht nur göttliche Hilfe hat größeres Unglück verhütet: Überall in
den Dörfern werden Helden gefeiert wie Juan Jose Perez. Der Mann ist
Chef der Freiwilligen Feuerwehr in dem 1000-Seelen-Ort Santiago del
Teide, fünf Kilometer östlich von Masca entfernt. Nach 48-stündigem
Kampf gegen das Inferno konnten Perez und seine 40 Kollegen die
Schläuche endlich einrollen. Sogar eine Tankstelle haben die
Feuerwehrleute vor der Explosion bewahrt. Seitdem klopfen die
Menschen Perez auf die Schultern, wenn sie ihn treffen. |
|
Von Ralph SCHULZE
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08.08.2007 |
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Thüringer Allgemeine |
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und hier noch einige
Photos ... |
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| Auf dem Satellitenbild kann man die Rauchwolken wunderbar sehen |
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| hier hat alles begonnen - der Brand in Los Realejos |
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| Icod de los Vinos |
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nächtliches Inferno in den Hügeln ober Icod |
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| Ramón de la Rocha/EFE |
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Vista general de una vivienda sita en la zona de Redondo,
en el municipio tinerfeño de Icod de Los Vinos, afectada por el incendio
originado el pasado lunes en Tenerife. |
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| Delia Padrón |
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Vecinos de La Vega contemplan desde las azoteas de sus casas como el
fuego se acerca. |
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Der Teide im Jänner 2006 |
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