1 de diciembre 2015
30 de noviembre 2015
Montag - lunes
sonnig   
sonnig
Icod de los Vinos  
19 ° C temperatura mínima
23 ° C temperatura máximo
   
  Wenn wir unsere Feinde hassen,
  geben wir ihnen große Macht über unser Leben:
  Macht über unseren Schlaf, unseren Appetit,
  unsere Gesundheit und unsere Geistesruhe.  
   
  Andrew Carnegie
 
Unser Motto für den heutigen Sonntag Montag lautet: "Halb voll oder halb leer?", fragt der Kopf. "In vollen Zügen genießen!", sagt das Herz. Man könnte auch sagen, wenn dir das Leben Zitronen gibt, mach Limonade draus! Wir sind dann mal unterwegs ...
 
29 de noviembre 2015
Sonntag - domingo
teilweise bewölkt   
wechselnd bewölkt
Icod de los Vinos  
19 ° C temperatura mínima
23 ° C temperatura máximo
   
  Auch wenn man kein heller Kopf ist -
  in der Adventszeit geht einem ein Licht
  nach dem anderen auf.
   
  Autor unbekannt
 
Heute ist der erste Adventsonntag. Ich kann es noch nicht ganz glauben, aber nachdem es in allen Zeitungen steht und im Radio breit getreten wird - muss es stimmen! Hier eine kleine Kostprobe von meinen Keksen. Dank dem Rezept von meiner Mutti für den gefüllten Lebkuchen ist nun eine weitere Keksdose gefüllt. Die erste Ladung Nussbusserln sind leider schon verschwunden. Das Weihnachtsmäuschen ist unschuldig, sie haben einfach zu gut geschmeckt. Ein paar Kekse werden schon für Weihnachten übrig bleiben und schlimmstenfalls schiebe ich noch ein oder zwei Backbleche ins Rohr.
Für die richtige Adventstimmung habe ich hier noch ein Gedicht, das mir sehr gut gefällt. Geschrieben wurde es schon vor vielen, vielen Jahren vom Stürmer und Dränger der Literaturgeschichte - von Johann Wolfgang von Goethe.
 
ARTlandya - Advent
 
Man nehme zwölf Monate,
putze sie ganz sauber von Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und Angst,
und zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile,
so dass der Vorrat genau für ein Jahr reicht.
 
Es wird ein jeder Tag einzeln angerichtet
aus einem Teil Arbeit und zwei Teilen Frohsinn und Humor.
 
Man füge drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu,
einen Teelöffel Toleranz, ein Körnchen Ironie und eine Prise Takt.
Dann wird das Ganze sehr reichlich mit Liebe übergossen.
 
Das fertige Gericht schmücke man mit einem
Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten und serviere es täglich mit Heiterkeit.
 
von Johann Wolfgang von Goethe
 
Goethe verdiente ja seinen Lebensunterhalt für kurze Zeit als studierter Rechtsanwalt, dafür hat er die Feinheiten des Lebens erstaunlich poetisch beschrieben. Kein Wunder, dass er im Endeffekt als Schriftsteller und nicht als Rechtsverdreher in die Geschichte eingegangen ist. Er ist so ziemlich das beste Beispiel dafür, welchen Vorteil es haben kann, wenn man seine Träume nicht von heute auf morgen verwirklichen kann. Der Startschuss zu seinem Erfolg waren Werthers Leiden. Durch seine eigene unglückliche Liebe zu einem gewissen Fräulein - damals gab es dieses nette Wort noch - Charlotte Buff wurde er zu diesem Meisterwerk, das in mit einem Schlag berühmt machte, inspiriert.
Wenn heute jemand Johann Wolfgang von Goethe hört, denkt jeder Mensch sofort an Weltliteratur- oder an den Erlkönig. "Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind. Er hat den Knaben wohl im Arm, Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm ..." Bei mir geistern diese Zeilen noch immer im Kopf herum. Aber nur diese paar Sätze, dann ist Schluss. Der Rest der Ballade ist vom Winde verweht worden. Also kein Schulwissen, das im wahren Leben einen Platz gefunden hat. Aber egal, das ist auch gar nicht so wichtig.
Ich glaube so ziemlich jeder Schüler musste sich mit dieser elendslangen Ballade in seiner Schulzeit abquälen! Dass Goethe in seinem Leben vom Geheimen Legationsrat, im Januar 1779 zum Leiter der Kriegs- und Wegebaukommission und kurz darauf zum Geheimen Rat ernannt wurde, weiß aber so gut wie kein Mensch.
Nach diversen anderen Zwischenstationen in seinem Berufsleben war er Leiter des Weimarer Hoftheaters und ab 1803 erhielt er sogar die Oberaufsicht über die naturwissenschaftlichen Institute der Universität Jena. 1804 wurde er zum Wirklichen Geheimen Rat ernannt und auf dem Erfurter Fürstenkongress begegnete er Napoleon. Als krönendem Abschluss seiner persönlichen Karriere wurde er mit dem ehrenvollen Amt eines Staatsministers betraut.
Ein Lebenslauf, wie er im Bilderbuch stehen könnte. Beruflicher Erfolg auf allen Ebenen, beruflicher Erfolg als Staatsmann, Anerkennung als Künstler, familiäres Glück und die Freiheit, seinen privaten Interessen nachgehen zu können. Ob sich für ihn alle seine Träume erfüllt haben? Man könnte kann es eigentlich annehmen. Übrigens - Goethe hat in jungen Jahren keine Schule besucht, er wurde von seinem Vater zu Hause unterrichtet und studierte anschließend in Leipzig Jura.
 
28 de noviembre 2015
Samstag - sábado
teilweise bewölkt   
ziemlich bewölkt
Icod de los Vinos  
19 ° C temperatura mínima
23 ° C temperatura máximo
   
  Am Ziele deiner Wünsche
  wirst du jedenfalls eines vermissen -
  dein Wandern zum Ziel.
   
  Marie von Ebner-Eschenbach
 
Fiesta de San Andrés steht im Festtagskalender. Vino y castañas para celebrar San Andrés. Mit unserer gewohnten Adventzeit beginnt auf Teneriffa die Zeit der Weinfeste. La víspera del día de San Andrés tiene en Icod de los Vinos una celebración muy especial. Am Vorabend von San Andrés wird in Icod de los Vinos eine besondere Tradition hochgehalten. Deshalb sollte man als Autofahrer zur Zeit einige steile Straßen und Gassen meiden und schon früh genug daran denken, wie man sie umfahren kann. Sonst kann es passieren, dass man plötzlich vor einer Absperrung steht. In diesen Tagen haben die Kinder Vorrang und damit sie mit ihren Holzbrettern die Fahrbahn nutzen können, errichten sie ganz einfach Strassensperren. Dann heißt es ohne pardon bitte wenden - und das kann auf diesen steilen und meistens sehr schmalen Straßen zum Problem werden. Vor allem dann, wenn man ein oder gar mehrere andere Autos hinter sich hat.
 
ARTlandya - tablas in Icod
 
Die Kinder in unserer Umgebung üben schon seit einigen Nachmittagen und haben wie jedes Jahr ihre Holzbretter, las tablas, ausgepackt und wie ihr auf diesen alten Fotos sehen könnt, haben das auch die Kinder vor vielen, vielen Jahren schon so gemacht. Was aber haben diese Holzbretter mit Wein zu tun? Sie mit Weinfässer in Verbindung zu bringen wäre falsch! Damit haben sie rein gar nichts zu tun. Die alte Tradition an diesem Tag mit Holzbrettern die steilen Gassen hinunter zu rasen rutschen, stammt noch aus der Zeit, als auf diesen Wegen das Holz aus den Wäldern der höher gelegenen Ortsteile von Icod zu einem Teil in die Tischlereien im Ort oder gleich in die Bucht von San Marcos befördert worden ist.
 
ARTlandya - San Andres in Icod de los Vinos
 
Jetzt und heute ist die Geschichte ziemlich nebensächlich. Die steilen Straßen und Gassen gehören tagsüber den kleinen Kindern und - je später der Abend wird - den älteren Jugendlichen! Am Ende der Rutschbahnen, also am unteren Ende der Gasse, werden Unmengen von alten Autoreifen aufgehäuft. Die rasenden Rodler landen nämlich am Schluss ihrer Talfahrt mehr oder weniger sanft - oder kopfüber - in diesen Gummihaufen.
 
ARTlandya - tablas en Icod de los Vinos
 
San Andrés ist aber anscheinend im Laufe der Zeit zum Antialkoholiker geworden. Ihn interessiert es - so wie es aussieht - nicht mehr, ob an diesem Abend der neue Wein ausgeschenkt wird oder nicht. Er lässt es seit ein paar Jahren zu, dass jedes Mal pünktlich in den Abendstunden reines Wasser vom Himmel tropft. Zuhause war es gemütlicher! Die Fotos haben also schon ein paar Jährchen auf dem Buckel.
 
27 de noviembre 2015
Freitag - viernes
teilweise bewölkt   
ziemlich bewölkt
Icod de los Vinos  
17 ° C temperatura mínima
23 ° C temperatura máximo
   
  Alle Menschen sind klug -
  die einen vorher, die anderen nachher.
   
  Voltaire
 
Da soll noch jemand behaupten fernsehen verblödet! Bei der Millionenshow zu Gunsten der Aktion Licht ins Dunkel habe ich einiges dazu gelernt. Die Frage lautete "Was hat der erste Münzautomat ausgespuckt oder was ist eine Schusterlampe?" Ich hätte keine Antwort auf diese Fragen gewusst - jetzt bin ich um einiges schlauer! Der Kultur- oder Bildungsauftrag des ORF ist damit voll erfüllt. Also, wie war das mit den Münzen und den Automaten?
Der erste Münzautomat auf dieser Welt hat erstaunlicher Weise Weihwasser gespendet! Der Erfinder ist allerdings kein habgieriger Pfarrer gewesen. Erfunden wurde dieses Gerät vom griechischen  Mathematiker und Mechanikus Heron von Alexandria. Er lebte im ersten Jahrhundert nach Christus und unterstützte die damalige Priesterschaft mit seinen Erfindungen. :o) Oder könnte es auch umgekehrt gewesen sein? Vielleicht hat er als Erfinder mit seinen abenteuerlichen Mechanismen so sein Leben finanziert? Das geht aus den geschichtlichen Aufzeichnungen leider nicht hervor.
Über seine Erfindungen wurden allerdings bereits damals diverse Handbücher veröffentlicht. Egal. Zu seinen Meisterleistungen der technischen Umsetzung zählten Dinge, die man, vor allem in der damaligen Zeit, eigentlich in die Science Fiction Szene einordnen hätte können. Aber davon hat in diesen Zeiten natürlich noch niemand eine Vorstellung gehabt. Es war wohl eher eine Welt der Wunder, die er für seine staunenden Mitbürger auferstehen ließ.
Er baute automatisch öffnende Tempeltüren und sich selbst entzündende Opferfeuer. Besonders bekannt ist der von ihm erfundene Heronsball. Nach diesem Prinzip funktionieren sogar heute noch Spritzflaschen und Zerstäuber. Das größte Aufsehen erregte er im antiken Alexandria allerdings mit einem Münzautomaten. Nachdem er vorher jedoch schon ein mechanisches Puppentheater, Feuerlöscher, Entfernungsmesser, eine sich selbst reinigende Öllampe, bunte, singende, mechanische Vögel, einen solarbetriebenen Brunnen und eine Orgel mit Windmühlenantrieb erfunden hatte, konnten seine Mitmenschen eigentlich nicht mehr sehr überrascht gewesen sein als er sein neuestes Werk präsentierte.
Es war zwar ein Wunderapparat und er war für den Gebrauch in Tempeln gedacht. Betrat ein Gläubiger die heilige Stätte konnte er ganz bequem ein Fünfdrachmenstück in den Schlitz des Automaten stecken - und hast du nicht gesehen - erhielt er dafür die notwendige Menge Weihwasser, das er für seine rituelle Waschung benötigte.
Der Münzautomat funktionierte ganz einfach. Ein Mensch warf eine Münze in ein kleines Metallpfännchen. Kling, kling. Dieses Schälchen war am Ende eines Hebels befestigt. Das Gewicht der Münze drückte den Hebel hinunter und der Verschluss zum Wasserbehälter wurde geöffnet. Das Weihwasser konnte fließen. Der Segen kam über die Gläubigen, ohne, dass ein Kirchenmensch nur einmal die Hand heben musste. Ob darunter ein Pappbecher gestanden ist oder ob der Gläubige das gesegnete Nass in seiner holen Hand auffangen musste, ist leider nicht genau überliefert. Zumindest habe ich nirgendwo Notizen darüber finden können. Sobald die Münze beim Ziehen des Hebels aus dem Schälchen in die Sammelbüchse rutschte, blockierte der Hebel - und der Wassersegen war vorbei.
In der guten alten Zeit glaubten die Menschen ja noch eher an den Segen der Götter als an Börsen und Aktien und so kam tagsüber vermutlich ein schönes Sümmchen Geld zusammen. Am Abend wurden die Einahmen ohne viel Aufwand von einem Tempeldiener gesichert und verbucht. :o) Wie nennt man das heute? Gewinnoptimierung - oder so ähnlich.
In den meisten Kirchen wird heute ja nichts anderes praktiziert. Ich bin ein richtiger Kirchenliebaber - wohlgemerkt, kein Kirchengänger - doch ich liebe Kirchen! Dazu gehört die Architektur, die Kultur und die Atmosphäre. Vor mir ist also zum Leidwesen von Georg keine Kirche und auch kein Friedhof sicher. Aber in welchem Gotteshaus kann man heute noch ein Teelicht geschweige denn eine Kerze anzünden? Nirgends mehr! Wahrscheinlich kann sich die Kirche keine Feuerlöscher leisten. Überall stehen diese blöden Kästen in denen sinniger Weise elektrische Lichtlein flackern. Sehr stimmungsvoll. Wenn man eine Münze einwirft, geht - mit viel Glück - noch ein Flämmchen an. :o) Am Abend kommt dann wahrscheinlich der Pfarrer und leert den Spendetopf aus.
Deshalb werde ich jetzt ein Gesteck für unseren Esstisch zaubern. Mit echten, tropfenden Kerzen, bei denen noch die Flammen ab und zu ein bisschen flackern - damit die vorweihnachtliche Stimmung nicht verloren geht!
Deine erste Pflicht ist, dich selbst glücklich zu machen - soll Ludwig Feuerbach, ein deutscher Philosoph (1804-72) gesagt haben. :o) Bei dieser Pflichterfüllung wünsche ich euch allen gutes Gelingen, ich übe noch!
 
26 de noviembre 2015
Donnerstag - jueves