1 de enero 2015
31 de diciembre 2014 mièrcoles
Silvester - Nochevieja
ARTlandya lach einmal :o)
Icod de los Vinos
sonnig   
sonnig
15 ° C temperatura mínima
22 ° C temperatura máximo
  Die Zeit verrinnt,
  die Spinne spinnt in heimlichen Geweben.
  Wenn heute Nacht das Jahr beginnt,
  beginnt ein neues Leben.  
  Joachim Ringelnatz
 
Gestern Abend hat es weit draußen über dem Atlantik noch einmal anständig gekracht. Die Blitze sind nur so durch die Gegend geschossen. Einmal quer, dann wieder mit voller Wucht und Lichtstärke direkt ins Meer. Die eiskalte Luft, die vom offenen Meer herein gezogen ist, ist auf heiße Luft aus Afrika gestossen. Das kann ja nicht ohne Trubel abgehen, ist ja klar. In der Nacht hat es dann ein wenig geregnet, aber heute scheint die Sonne vom blauen Himmel und die Sicht wird nicht durch graue Wolken sondern durch afrikanischen Sand getrübt. lach einmal :o) Der nächste Calima ist angekommen.
 
 
lach einmal :o)
Nimm Dir Zeit zum Träumen, das ist der Weg zu den Sternen.
Nimm Dir Zeit zum Nachdenken, das ist die Quelle der Klarheit.
Nimm Dir Zeit zum Lachen, das ist die Musik der Seele.
Nimm Dir Zeit zum Leben, das ist der Reichtum des Lebens.
Nimm Dir Zeit zum Freundlichsein, das ist das Tor zum Glück.
Volksweisheit
 
Wir wünschen euch allen
einen guten Rutsch und eine weiche Landung!
iDisfrutar el fin de año 2014 y mucha prosperidad para el próximo año!
Peace, joy, wealth and good health for the years to come.
 
 
Der kühle Sekt steht bereit, wir haben keine Weintrauben gekauft, dafür habe ich einen alten, goldenen Ring und rote Unterwäsche. Mehr Utensilien für ein weiteres glückliches Leben fordert die letzte Stunde des Jahres in Spanien nicht. Nachdem wir alle geforderten Voraussetzungen erfüllen, kann das Glück im Neuen Jahr nicht an uns vorbei huschen! lach einmal :o) Daran glauben wir ganz fest! Also dann
Prosit Neujahr!
¡Próspero  Año Nuevo!
 
30 de diciembre 2014 martes
ARTlandya
Icod de los Vinos
grau in grau   
bewölkt
18 ° C temperatura mínima
22 ° C temperatura máximo
  Die Zeit ist kein Geld.
  Aber den einen nimmt das Geld die Zeit
  und den anderen die Zeit das Geld. 
  Ron Kritzfeld
 
Was gehört zu einer typisch spanischen Silvesternacht? Natürlich, die unvermeidlichen zwölf Weintrauben, die wir uns allerdings schenken. An Tagen wie diesen kann man sie in allen Variationen, fein säuberlich abgezählt, zu erhöhten Preisen ersten. In Pappschachteln, Dosen oder Gläsern - wie es jedem gefällt. Bei den tagesaktuellen Preisen wünscht sich wahrscheinlich so mancher Weinbauer, dass er ein paar seiner Trauben als Reserve zurück behalten hätte.
 
 
In den letzten Sekunden vor Mitternacht wandert eine Traube pro Glockenschlag in den Mund. Das soll Glück fürs nächste Jahr bringen. Probiert das einmal aus. Die Spanier bekommen die Gabe, Trauben im Sekundentakt zu schlucken, vielleicht schon in die Wiege gelegt, für unsereinen ist es mehr oder weniger unmöglich. Wir haben diesen Brauch einmal ausprobiert und beschlossen, dass er sich nicht mit dem Walzer tanzen zu den Glockenschlägen der Pummerin, der Glocke vom Stephansdom, vereinbaren lässt. Die Erstickungsgefahr beim rekordverdächtig schnellen Schlucken der Trauben ist einfach zu hoch!
Durch die Zeitverschiebung von einer Stunde können wir uns zwar noch eine Stunde länger im alten Jahr aufhalten. Auf die kräftigen Glockentöne aus Wien müssen wir um Mitternacht zwar verzichten, doch der schönen, grauen, blauen Donau bleiben wir treu!
Ach ja, der goldene Ring soll, so habe ich gehört, vor dem ersten Schluck Sekt im Neuen Jahr ins Sektglas geworfen werden. Na dann Prosit Neujahr - wenn man es ohne husten und prusten erlebt und nicht aus Versehen auch noch den Ring verschluckt! Im traditionellen, spanischen Leben sind also nicht nur die letzten Sekunden im Jahr lebensgefährlich - die ersten Minuten sollte man, wenn möglich auch ohne Ring im Hals überleben. Und dann behaupten einige besonders Schlaue, ein Feuerwerk sei gesundheitsschädlich! Wir werden es gefahrlos eine Stunde nach euch genießen!
 
 
 
In einigen Gegenden Österreichs und Deutschlands wird Silvester auch Altjahr, Altjahrsabend oder das Alte Jahr genannt. Damit kann man sich auch ganz leicht die spanische Bezeichnung alte Nacht, la nochevieja, merken. Eigentlich gar keine schlechte Bezeichnung, denn mit der heutigen Nacht ist das vergangene Jahr ja wirklich alt geworden. Es dauert nur mehr einen langen Tag lang, dann wird es vorbei und Vergangenheit sein.
Um Mitternacht wird das alte Jahr ziemlich unsentimental verabschiedet und sein Nachfolger euphorisch begrüßt werden. Wer redet morgen noch vom vergangenen Jahr? Das ist innerhalb von Minuten vergessen - und abgelaufen! Die Zukunft zählt, oder? Zumindest für uns in Europa.
Silvester oder Neujahr, gestern oder morgen? An der Internationalen Datumsgrenze im Pazifik wird die Sache mit dem Jahreswechsel allerdings schnell ganz schön kompliziert. Wenn in der Südsee auf der Insel Samoa die Sektkorken knallen, ist das neue Jahr auf Tonga, ein paar Inseln weiter, schon einen Tag alt. Zwischen den Inseln im Pazifik liegen aber nur ungefähr neunhundert Kilometer. Sie haben zwar die gleiche Uhrzeit, aber andere Wochentage. Das heißt, wenn es auf Tonga Donnerstag im Kalender steht, gehen die Bewohner auf Samoa noch am Tag davor schlafen.
Schuld daran ist der Nullmeridian in Greenwich. Bezogen auf diesen Ort wird die Uhrzeit rund um die Weltkugel berechnet. Richtung Westen wird es immer früher, nach Osten hin später. Wenn auf Tonga Silvester gefeiert wird, schlagen die Uhren in London elf Uhr, in Deutschland zwölf Uhr und in Singapur sieben Uhr am Abend. Westlich von London, zum Beispiel auf den Azoren ist es dann erst zehn Uhr, in New York sechs Uhr Früh und an der amerikanischen Westküste mitten in der Nacht. Auf Samoa beginnt zur gleichen Stunde, pünktlich um Mitternacht, ein neuer Tag!
Anfang und Ende - der Unterschied ist minimal. Vergangenheit und Zukunft liegen also lediglich einen kleinen Augenblick und einige Kilometer auseinander. Genau genommen irgendwo im unendlich Meer zwischen den beiden Inseln Tonga und Samoa, in deren Nähe die internationale Datumsgrenze gezogen worden ist.
gefeiert wird aber erst  morgen ...
 
29 de diciembre 2014 lunes
ARTlandya
Icod de los Vinos
   
sonnig
16 ° C temperatura mínima
22 ° C temperatura máximo
  Ein neues Buch,
  ein neues Jahr was werden die Tage bringen?
  Wirds werden, wie es immer war,
  halb scheitern, halb gelingen?
  Theodor Fontane 1819-1898
 
Wunderschönes Wetter! Die Sonne strahlt vom blauen Himmel und es ist wunderbar warm. Ich glaube, wir werden den Tag einfach zu Hause genießen. Warum denn immer in die Ferne schweifen? Ab und zu tut es richtig gut, so dahin trödeln zu können.
 
ARTlandya - Teneriffa
 
Genau so haben wir es gemacht, auch wenn wir von ein paar Besuchern unterbrochen worden sind. Da wir aber sowieso hier gewesen sind, durften sie trotzdem unsere Puppen und Teddies besuchen. Sie haben einfach übersehen, dass Montag Ruhetag ist und da alle vier Urlauber heute schon wieder auf dem Heimweg sind, hätten sie keine Möglichkeit mehr gehabt, sich ARTlandya anzusehen. Da kann man nicht nein sagen, oder?
kein  Wecker ...
 
28 de diciembre 2014 domingo
ARTlandya
Icod de los Vinos
   
sonnig
16 ° C temperatura mínima
22 ° C temperatura máximo
  Wer einen Engel sucht
  und nur auf die Flügel schaut,
  könnte eine Gans nach Hause bringen.
  Georg Christoph Lichtenberg
 
Drei Minuten vor zehn Uhr hat Georg das Eingangstor geöffnet und schon sind die ersten Besucher herein spaziert. Um diese Uhrzeit eine Seltenheit, denn wer steht denn im Urlaub schon so früh auf? Die meisten Besucher haben ja auch noch eine mehr oder längere Anfahrtszeit hinter sich. Aber anscheinend gibt es doch einige Frühaufsteher unter den Urlaubern.
Unseren ersten Besuchern hat das frühe Aufstehen aber anscheinend auf das Gemüt geschlagen. Die ersten Sätze  waren "wie kann man nur so hoch heroben etwas finden?", "nicht einmal der Taxifahrer hat ARTlandya gekannt" und "der Eintritt ist viel zu teuer!" Der Tag fängt ja schon gut an!
Darauf hat ihnen Georg den Rat gegeben, doch einfach wieder nach Hause zu fahren. Diese Option wollten sie aber auch nicht annehmen. Also dann, zuerst nach oben, ins alte Fincahaus, in dem die Teddyausstellung untergebracht ist. "So viele Stufen, das ist doch unmöglich." Nachdem den beiden Besuchern dann nochmals angeboten wurde, einfach ihr sauer verdientes Geld wieder zu nehmen und zu gehen, hat sich das Blatt gewendet und die Beiden wurden zu richtig liebenswerten Gästen. Geht doch - aber warum erst diese Meckerei?
Und das auf fast nüchternen Magen? Ich habe keine Ahnung, was in diesen Menschen vorgeht. Ich kann es mir einfach nicht erklären. Warum vermießen sich Menschen selbst das Leben? Frust? Enttäuschung? Oder nur ist es nur Gedankenlosigkeit? Wie kann man urteilen, ohne überhaupt irgendetwas gesehen zu haben? Zum Glück erleben wir solche Situationen nur selten und gerade heute haben alle anderen Besucher das Gegenteil bewießen. Es war ein perfekter Tag!
Wir sind heute den ganzen Tag über nicht zum Luft holen gekommen, aber jetzt ist es halb sechs und ich habe eine Zwiebelsuppe auf den Herd gestellt. Sobald die letzten Besucher gegangen sind, werden wir es uns richtig gemütlich machen.
P.S.: die letzten Besucher haben uns erst um sieben Uhr abends verlassen, glücklich und zurfrieden.
Ach ja, der Taxifahrer aus Icod, der uns gar nicht gekannt hat, kennt uns jetzt mit Sicherheit. Er hat nämlich am Parkplatz fast zwei Stunden auf seine Fahrgäste warten müssen und hat in seiner Unwissenheit das Taxometer ausgestellt. Wahrscheinlich in der Annahme, dass er in einer Viertelstunde eine garantierte Rückfahrt nach Icod hat. Ich bin mir sicher, dass ihm das nicht noch einmal passieren wird.
ein schöner  Tag
 
27 de diciembre 2014 sábado
ARTlandya
Icod de los Vinos
sonnig   
sonnig
16 ° C temperatura mínima
22 ° C temperatura máximo
  Das Leben wäre unendlich glücklicher,
  könnte man mit achtzig zur Welt kommen und sich dann langsam achtzehn nähern. 
  Mark Twain
 
Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, ein paar winzige Wolken ziehen am Abend vom Meer Richtung Teide. Es ist angenehm warm, bei Tag hat es so um die 22 Grad, in der Nacht fällt das Thermometer allerdings auf 16 Grad herunter.    Im Gegensatz zu euch sind wir absolut gut dran, denn wir haben sommerliches Weihnachtswetter!
 
 
Ein Neurotiker ist ein Mensch, der ein Luftschloss baut.
Ein Psychotiker ist der Mensch, der darin lebt.
Und ein Psychiater ist der, der die Miete kassiert.  
Jerome Lawrence, U.S.-Schriftsteller  
 
 
 
Was ist eigentlich ein Luftschloss? So viel ich weiß, gibt es dafür weder eine Bauvorschrift noch eine mögliche Genehmigung. Es kann also jeder frisch und fröhlich drauf los bauen und sein individuelles Traumhaus errichten. Jenseits von Gut und Böse.
Welches Baumaterial man dazu verwenden sollte? Luft, Liebe und viel Fantasie - würde ich einmal annehmen. Seine Wunschgedanken eben. Vielleicht unterstützt eine Bestellung ans Universum diese Träume noch zusätzlich und erleichtert am Ende die Bezahlung der Rechnung? Der Gedanke wäre durchaus eine Überlegung wert! Ob das zutrifft oder nicht kann ich allerdings nicht bestätigen, in diesen Kreisen bewege ich mich nicht. Ich gehe eher davon aus, dass man mit Arbeit Geld verdienen kann - nicht mit Spekulation.
Daran haben wahrscheinlich viele Menschen, vor allem Amerikaner nicht gedacht. Man darf es diesem Volk auch gar nicht verübeln, denn auf jedem Ein-Dollarschein wird ihnen immer wieder ein Satz vor Augen gehalten. "In God We Trust" steht drauf gedruckt. Um die amerikanische Wirtschaft kann es sich dabei ja wohl kaum handeln, oder? "God bless America", diesen Wunsch hat das Land dringender nötig.
Immer öfter hat sich in den vergangnen Jahren der so genannte amerikanische Traum in einen faulen Kredit verwandelt. Und im Endeffekt konnte und kann es die ganze Welt ausbaden. Etwas ist an dem ganzen weltweiten, wirtschaftlichen Desaster allerdings sehr eigenartig. Über Spielernaturen in Casinos wird gelästert, Spielautomaten in anderen Lokalen werden wegen Volksgefährdung aus dem Verkehr gezogen, aber Spekulanten an der Börse sind angesehene Wirtschafter. Dabei besteht bei jedem Glücksspiel die Chance auf einen Gewinn. Mit einer gehörigen Portion Glück für die Investoren - oder Spieler. Kommt natürlich auf den Blickwinkel an, das ist schon klar, aber weit klaffen diese beiden Welten nicht auseinander.
Ja ja, wenn die liebe Geldgier nicht wäre und die Menschen wenigstens irgendwann einmal den Hals voll bekommen würden. Ob die Bewohner dieses Planeten einmal etwas bescheidener und zufriedener werden? Auf diese Kehrtwendung der Gesellschaft warten wir vermutlich umsonst - auch wenn schon Mahatma Gandhi gesagt hat: "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier."
Noch eine kleine Bemerkung zum Schluss. Ein Luftschloss bauen kostet nichts und die Bautätigkeit ist in wahrscheinlich weniger als fünf Minuten erledigt. Eines sollte aber niemand vergessen - der Zusammenbruch des traumhaften Gebäudes kann teuer werden!
 
26 de diciembre 2014 viernes
Stefanietag in Österreich
ARTlandya
Icod de los Vinos
sonnig   
sonnig - Calima
24 ° C temperatura mínima
27 ° C temperatura máximo
  Allein sein zu müssen ist das Schwerste,
  allein sein zu können das Schönste.
  Hans Krailsheimer
 
Kein Feiertag auf den Kanarischen Inseln. Der Alltag hat uns wieder im Griff. Heute können sich auch die Besucher freuen, wir haben blauen Himmel, warmen Sonnenschein und dazu blühen immer mehr Pflanzen. Die dunkelroten Blüten der Weihnachtssterne wetteifern mit den orangen Blütendolden des Feuerstrauches, gelbe Trompeten baumeln von den Büschen und dazwischen reifen Orangen und Zitronen. Nur die Fernsicht lässt zu wünschen übrig - der Teide und das Meer verstecken sich noch immer hinter einem Vorhang, gewebt aus feinen Sandkörnchen.
Auf Teneriffa ist heute also ein normaler Arbeitstag. Zumindest laut Kalender. In der Realität sieht es ein bisschen anders aus. Neunzig Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung ist einfach nicht da - oder hat sich ein paar Tage Urlaub genommen. Morgen beginnt ja schon wieder das Wochenende.
 
In Österreich gehört der Kranz mit vier Kerzen, ein Adventkalender und als Höhepunkt der Christbaum zum Weihnachtsfest. In Spanien werden diese Dinge durch die Krippe ersetzt. Überall werden kunstvolle Landschaften mit vielen, verschiedenen Szenen aufgebaut. Nicht selten, hat bereits die Generation davor mit dem Bau der Krippenlandschaft begonnen, die Jahr für Jahr erweitert und neu aufgebaut wird.
Der Stall von Bethlehem steht natürlich im Mittelpunkt, doch rund herum wird meistens ein ganzes Dorf aufgebaut. Der Fantasie sind bei der Gestaltung der Weihnachtskrippen keine Grenzen gesetzt, einige dieser Krippenlandschaften sind wirklich sehenswert. Das Cabildo und die Caja Canarias lassen jedes Jahr eine Krippe von verschiedenen Künstlern gestalten. Beide Krippen sollen über hundert Quadratmeter groß sein. Vielleicht kommen wir bis zum sechsten Jänner ja noch einmal in unsere Inselhauptstadt.
 
La Orotava - Belen
 
Etwas Besonderes ist auch die Krippe vor dem Rathaus von La Orotava. Die haben wir uns im Vorjahr angesehen. Über 300 wunderschön gestaltete, lebensgroße Figuren und liebevoll aufgebaute Szenen aus dem Leben zur Zeit der Geburt in Bethlehem, wie ein Marktstand mit Keramik, ein Gemüsehändler, Korbflechter und Hirten, Weinhändler und andere verschiedene SzenenGeschichten aus dem täglichen Leben im Dorf ergänzen das Bild um das Heilige Paar. Das Jesuskind wird immer am 24. Dezember in der Krippe gelegt. Bis zu diesem Tag bleibt Platz zwischen Maria und Josef leer.
 
 
Es sind Märchenlandschaften, liebevolle und verspielte Darstellungen der Heiligen Nacht, die man hier in Kirchen, Klöstern, Rathäusern und an vielen öffentlichen Plätzen zu sehen bekommt. Diese dreidimensionalen Bilder nennt man Belén, Bethlehem. Eine Mischung aus Weihnachtsmärchen und einer Landschaft für Modelleisenbahnen - natürlich ohne Lokomotive und Wagons. Züge gibt es auf der Insel nicht, auf Schienen fährt hier nur die Strassenbahn in Santa Cruz.
 
 
Da stehen nicht nur Ochs und Esel um die Krippe, sondern da gibt spielt sich das Dorfleben ab. Marktstände, ein Schloss auf dem Berg, ein gluckerndes Bächlein mit Goldfischen, irgendwo wird ein Schwein geschlachtet oder ein Baum gefällt, ein Haus gebaut oder Käse hergestellt. Liebevolle, fast kindliche Darstellungen  der Zeit des Lebens in Bethlehem vor zweitausend Jahren, so wie es sich die Menschen hier vorstellen.
 
 
Da hockt sich doch wahrhaftig jemand ins Gebüsch und düngt die heilige Landschaft. Was im ersten Moment ein bisschen respektlos und doch komisch wirkt, gehört zu jeder spanischen Krippenlandschaft. Den Ursprung dieser nur allzu menschlichen Figuren findet man in Katalonien und hat dort eine Jahrhunderte alte Tradition. Bereits im 18. Jahrhundert wurde der so genannte Caganer oder El Cagón  in die Krippenandschaften gestellt. Cagar kann man laut Wörterbuch mit versauen, scheißen übersetzen, für el cagón habe ich das Wort Schisser gefunden. Ich nehme an, dass wir Österreicher liebevoll das Scheißerchen sagen würden.
 
 
Er stand und steht, vornehm gesagt, mit seiner Verrichtung als Symbol für die Fruchtbarkeit des Bodens. Zusätzlich sollen diese Figuren Gesundheit, Gelassenheit, Glück und Zufriedenheit bringen. Mit dieser Erklärung hat auch die Kirche kein Problem mit dieser Figur. Auch heute noch verspricht das Aufstellen des Caganers Glück und Freude im neuen Jahr, seine Abwesenheit soll sogar Unglück bringen. Falls ihr also jemals vor einer spanischen Krippe stehen solltet - macht euch auf die Suche, irgendwo in der Landschaft sind sie versteckt!
Traditionell kamen die Figuren, die den Boden der Krippen düngten, aus dem ländlichen Leben. Doch wie vieles im Leben hat sich auch die Darstellung dieser Männchen verändert. Mittlerweile müssen auch bekannte Persönlichkeiten als Vorbild herhalten. Sogar der Präsident von Amerika, Barack Obama, soll bereits ein Abbild bekommen haben. Aber auch andere Berufszweige kommen nicht so ohne weiteres davon. Freunde des Hochadels können sich die spanische Königsfamilie nach Hause holen, Sportbegeisterte greifen zu Ronaldinho oder Fernando Alonso, und auch für Katholiken ist das Richtige dabei. Wer schon immer dem Papst beim Heiligen Stuhlgang zuschauen wollte, ist in dieser katalanischen Tradition bestens aufgehoben - so heißt es.
 
 
Wir beenden unseren Rundgang stilvoll mit den Heiligen Drei Königen, die sich bereits auf den Weg zur Krippe gemacht haben. Ihre Kamele sind mit vielen Geschenken beladen und sie haben noch ein langes Stück ihrer Reise vor sich. Am sechsten Jänner werden sie aber auf alle Fälle den Kindern die ersehnten Geschenke bringen - und das ist in der Gegenwart wohl das Wichtigste, oder?
 
 
 
25 de diciembre 2014 jueves
Christtag - Navidad
ARTlandya
Icod de los Vinos
sonnig   
sonnig - Calima
19 ° C temperatura mínima
25 ° C temperatura máximo
  Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen.
  Benjamin Franklin
 
Ein Tag ohne Plan jedoch mit viel Sonne! Der Tag beginnt wunderschön - blauer, wenn auch dunstiger Himmel, Sonnenschein und sommerliche Temperaturen. Der Calima ist noch immer hier und sorgt für stabiles Wetter. Wir werden heute nicht viel unternehmen, denn am Christtag ist auf Teneriffa so gut wie alles geschlossen. Abgesehen davon, dass es daheim auf der Terrasse am gemütlichsten ist.
 
Icod de los Vinos 
 
Es ist also alles eitel, Wonne Sonnenschein, aber ein kleiner Wermutstropfen hat sich in die heile Welt eingeschlichen. Mein Fotoapparat hat seinen Geist ausgehaucht. Genau gesagt, das digitale Gehäuse macht keinen Mucks mehr. Ein Bild konnte ich noch knipsen und dann war Schluss mit lustig. Aus und vorbei! Jetzt ist guter Rat teuer, einstweilen werden wohl Bilder aus den vergangenen Jahren her halten müssen ...
 
Das Weihnachtsfest der Spanier besteht hauptsächlich aus einem guten Festessen am Abend des 24. Dezembers und um Mitternacht findet in den Kirchen die so genannte Misa del Gallo, die Mitternachtsmette statt.
Am 25. Dezember geht es dann - eigentlich wie bei uns zu Hause - mit dem Essen weiter. Alle werfen sich in Schale, das beste Geschirr wird aufgedeckt und das Haus festlich geschmückt. Traditionellerweise wird gefüllter Truthahn serviert, es kommen aber auch Fleischeintöpfe und frische Meeresfrüchte auf den Tisch. Ein festliches Weihnachtsessen mit vielen Verwandten und Freunden. Zum Abschluss gibt es viele Süßigkeiten, wie Turrón, das aus Nugat, gerösteten Mandeln, Zucker, Honig und Eiern gemacht wird, Marzipan, Polvorones oder Schokolade. Weihnachtskekse sind hier nicht bekannt, aber ihr könnt es mir glauben - die weihnachtlichen Leckereien haben es auch hier in sich und werden in Massen verschlungen! Vanillekipferl würden hier wahrscheinlich nicht auftrumpfen können.
 
 
Sagt die Gans zum Pfarrer: "Herr Pfarrer, bitte sagen Sie mir die Wahrheit. Gibt es ein Leben nach Weihnachten?" Wir haben einer Gans das Leben geschenkt und statt dessen einen Fisch auf den Grillrost gelegt. Es muss ja nicht immer ein Federvieh sein Leben lassen, oder? Außerdem ist es sommerlich warm, da passt ein Grill viel besser ins Bild. Manfred - der Weihnachtsfisch, mit Rosmarin als Begleiter gegrillt, könnte ein Konkurrenzessen zu deinem ausgezeichneten Truthahn werden!
wir  grillen Fisch ...
 
24 de diciembre 2014miércoles
Heiliger Abend - Nochebuena
ARTlandya
Icod de los Vinos
sonnig   
sonnig - Calima
16 ° C temperatura mínima
25 ° C temperatura máximo
  Weihnachten - ein Stern leuchtet am Himmel,
  führt uns nach Hause.
  Zu uns.
  Helga Schäferling
 
Wir haben heute alle Zeit der Welt, denn heute und morgen bleiben die Tore von ARTlandya geschlossen. Es ist Weihnachten, Zeit für Ruhe und Kraft schöpfen. Genau das wünschen wir euch auch - einen Tag lang ernste Gedanken auf die Seite schieben, am Abend im Licht der Kerzen sitzen und einfach nur die Ruhe genießen. Ein gemütliches Essen, ein gutes Glas Wein und ein paar süße Kekse. Lachen, reden und leuchtende Augen unter dem Weihnachtsbaum – dieses Gefühl wünschen wir euch für das weihnachtliche Fest heute Nacht!
 
 
Am späten Nachmittag haben wir einen Bummel durch Puerto de la Cruz gemacht. Weihnachten ohne "Kripperl schau'n" geht überhaupt nicht. Schon gar nicht hier auf Teneriffa, der Insel der unzähligen, traditionellen Weihnachtskrippen. Die Krippe in der Kirche von Puerto de la Cruz ist dieses Mal ein bisschen kleiner ausgefallen, aber trotzdem ist sie wunderschön. Ach ja, ein paar Freunde aus Villach haben wir auch in der Kirche getroffen. Die Welt ist klein geworden. "Die Lampel sind eben überall!" hat Teda lachend dazu bemerkt. Wie recht sie hat - und in der Weihnachtskrippe dürfen sie auf keinen Fall fehlen.
 
Nun leuchten wieder die Weihnachtskerzen
und wecken Freude in allen Herzen.
Ihr lieben Eltern, in diesen Tagen,
was sollen wir singen, was sollen wir sagen?
Wir wollen euch wünschen zum heiligen Feste
vom Schönen das Schönste,
vom Guten das Beste!
Wir wollen Euch danken für alle Gaben
und wollen euch immer noch lieber haben.
Mit den Worten von Gustav Falke wünschen wir euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest!

¡¡Feliz Navidad!!

Fröhliche Weihnachten!

Merry Christmas!

Joyeux Noël!

C Поздравляю с Новым годом и Рождеством!

 auch hier sieht man  überall Santa Cläuse
 
23 de diciembre 2014 martes
ARTlandya
Icod de los Vinos
sonnig   
sonnig
16 ° C temperatura mínima
22 ° C temperatura máximo
  Manche Leute drücken nur ein Auge zu,
  damit sie besser zielen können.
  Billy Wilder
 
Die Weihnachtsansprache des Papstes hat in diesem Jahr wohl einige Menschen aus ihren bequemen Sitzen gehoben. Er sprach von "sich unsterblich fühlen", über "mentale Erstarrung", "spirituellen Alzheimer" und dem "Terrorismus des Geschwätzes". Diejenigen, die Titel und Auszeichnungen suchen und dabei nur an sich selbst glauben, leiden seiner Meinung nach unter der "Krankheit der Rivalität und Eitelkeit". Auch die Schizophrenie derjenigen, die ein Doppelleben führten, prangerte Franziskus in seiner Ansprache an. Ob diese Strafpredigt zu Weihnachten etwas nützt?
 
Ein Artikel von Alan Posener, Korrespondent für Politik und Gesellschaft in "Die Welt Online"
Der Papst als Arzt.
Diagnose richtig, Therapie unklar Papst Franziskus geht mit der Kirche hart ins Gericht. Das ist schön und gut. Doch auch in kirchlichen Dingen gilt: Das Neue muss von oben kommen. Nicht nur die Diagnose, sondern auch die Heilung
Die Leviten lesen, so nennt man das wohl, was der Papst der Römischen Kurie zu Weihnachten beschert hat. 15 Krankheiten diagnostiziert Franziskus beim Management der Kirche.
Teilweise sind es Fehler, die man bei vielen Firmenleitungen feststellen kann, wenn sie auch selten auf der Weihnachtsfeier und schon gar nicht vom CEO selbst so scharf diagnostiziert werden: sich für unersetzbar halten; hektische Betriebsamkeit entfalten; nach oben buckeln und nach unten treten; Selbstbeweihräucherung und Rivalitäten; Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal anderer, während man selbst Reichtum akkumuliert.
Freilich ist die Diagnose nicht neu. Die vom Jesuiten Franziskus beschriebenen Krankheiten prangerte schon der Augustinermönch Martin Luther an. Es sind die typischen Symptome jeder hierarchischen Organisation, ob in der Politik, der Wirtschaft, der Erziehung oder der Religion. Sie zu heilen, ohne die Hierarchie infrage zu stellen, dürfte – nun, es ist Weihnachten, seien wir nachsichtig – schwierig werden.
Die Hierarchie andererseits ist es, die der katholischen Kirche ermöglicht hat, 2000 Jahre zu überleben, während um sie herum politische und wirtschaftliche Imperien entstanden und wieder vergingen. Diesen Widerspruch kann kein Papst auflösen, und sei er noch so charismatisch.
Diktatur des Relativismus?
Unternehmen können das Management austauschen, Hierarchien zerschlagen, notfalls auch die Produktpalette ändern: heute Gummistiefel, morgen Handys, übermorgen wieder Regenzeug und irgendwann pleite. Die Kirche kann das alles nicht. Das "Bodenpersonal Gottes", wie sich manche Priester in vorgeblicher Bescheidenheit, tatsächlich maßloser Selbstüberschätzung gern nennen, ist weitgehend unkündbar; das Produkt wird allenfalls behutsam modernisiert.
Die Botschaft des jüdischen Revolutionärs ist zum Inbegriff des Konservativen umfunktioniert worden, während der Kapitalismus die Gesellschaft revolutioniert. Franziskus ist zugleich Kapitalismuskritiker und Kirchenmodernisierer. Kann er ein "Aggiornamento" der Kirche erreichen, wie es das Zweite Vatikanische Konzil forderte, ohne ihre Fundamente zu zerschlagen? Seit langer Zeit war das Nachdenken hierüber nicht mehr Sache des Vatikans. Unter Benedikt XVI. erschien die Moderne als das Böse, der Pluralismus innerhalb der Kirche als "Diktatur des Relativismus", das Konservative als Wert an sich. Dies meint wohl Franziskus, wenn er der Kurie "mentale und spirituelle Versteinerung" und "spiritueller Alzheimer" vorwirft.
Freilich gilt für den Vatikan wie für jede Institution: Wie der Herr, so's Gescherr. Das Neue muss von oben kommen. Nicht nur die Diagnose, sondern auch die Heilung.
© Axel Springer SE 2014. Alle Rechte vorbehalten
Und hier noch ein Artikel aus der Zeit Online - vielleicht ändert sich ja wirklich irgendwann etwas im Vatikan ...
Papst diagnostiziert der Kurie "spirituelles Alzheimer"
Geschwätzig, eitel, schizophren: Das Oberhaupt der Katholiken hat die kirchliche Verwaltungsspitze in beispielloser Weise kritisiert. Die Kardinäle reagierten verstört.
Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtsansprache vor der römischen Kurie die Verwaltungsspitze des Heiligen Stuhls deutlich kritisiert und Missstände angeprangert. Insgesamt listete der 78-Jährige statt freundlicher Grüße zum Weihnachtsfest "15 Krankheiten der Kurie" auf, die – so hoffe er – im kommenden Jahr beseitigt würden. Als Beispiele nannte er unter anderem "sich unsterblich fühlen", "mentale Erstarrung", "spirituelles Alzheimer" und den "Terrorismus des Geschwätzes". 
Er appellierte an die Kurie, "sich zu verbessern und in Gemeinschaft, Heiligkeit und Weisheit zu wachsen". Er rief die Geistlichen auf, zu beten, damit die "Wunden der Sünden, die alle von uns tragen, geheilt werden". Viele der Kardinäle nahmen die Rede mit versteinerten Mienen auf. Am Ende applaudierten sie nur zögerlich.
Franziskus kritisierte, viele Kirchenführer verlören die notwendige menschliche Empathie und würden anderen Menschen gegenüber gleichgültig. All jene, die Titel und Auszeichnung suchten und nur an sich selbst glaubten, litten an der "Krankheit der Rivalität und Eitelkeit". Auch die "Schizophrenie" derjenigen seiner Untergebenen, die ein Doppelleben führten, prangerte der Pontifex in seiner Ansprache an.
Verkrustete Strukturen in der Kirche aufbrechen
 Über die Geschwätzigkeit der Kirchenführung "habe ich schon oft gesprochen, aber noch nicht genug", sagte der Papst. Die Krankheiten seien eine Gefahr für jeden Christen, aber sie zu benennen und sich dessen bewusst zu sein, sei bereits der erste Schritt zur Besserung, sagte Franziskus.   
Der Papst hatte zu Beginn seiner Amtszeit angekündigt, sich verstärkt gegen Armut zu wenden. Damit verbunden war Kritik am Wachstumsstreben der Weltwirtschaft und das Bestreben, verkrustete Strukturen in der Kirche aufzubrechen.   
der Baum  ist geschmückt ...
 
22 de diciembre 2014 lunes
ARTlandya
Icod de los Vinos
sonnig   
sonnig
16 ° C temperatura mínima
22 ° C temperatura máximo
  Erwachsen werden heißt,
  eines Tages über sich selbst lachen zu können.
  Ethel Barrymore
 
Hat schon jemand das Christkind, el niño Jesús, gesehen? Bei mir hat es sich heuer leider noch nicht gemeldet und so werde ich mich wohl selbst einmal an die Arbeit machen müssen. Schade, ich hätte Unterstützung ganz gut gebrauchen können, aber was nicht ist kann ja noch werden, oder?
Sicherheitshalber werde ich jetzt trotzdem den Baumschmuck hervor kramen, sonst stehen wir im schlimmsten Fall gar ohne Christbaum da und Weihnachten ohne Baum geht gar nicht!
 
 
Das Christkind ist ursprünglich eigentlich nur eine trotzige eine Erfindung von Martin Luther(1483-1546). Im Mittelalter wurden die Kinder am Nikolaustag oder am Tag der unschuldigen Kinder beschenkt - wenn sie beschenkt wurden.
Die Protestanten lehnten die katholischen Heiligen ab. Ein Problem war aber der Brauch des Schenkens am Nikolaustag. Disen Tag abschaffen? Davon wollten auch die Protestanten nichts wissen. Luther verlegte also kurzerhand die Bescherung vom Nikolaustag auf Weihnachten. Plötzlich war der heilige Christ dafür verantwortlich. Für Kinder und die einfachen Leute war diese Figur allerdings viel zu anonym und gestaltlos. Wo ist der alte, gütige Mann mit seinem Sack voller Geschenke geblieben? Ein heiliges Nichts? Ein heiliger Geist? Unvorstellbar für das einfache Volk. Also wurde daraus ein kleines Mädchen mit goldenem, lockigem Haar und zwei kleinen Flügerln.
Es dauerte nicht lange, dann setzte sich das evangelische Christkind zusammen mit dem Adventkranz und dem geschmückten Weihnachtsbaum auch bei Katholiken durch.
Die Herkunft des Wortes Christkind ist nicht eindeutig belegt. Es ist fraglich ob das Christkind mit dem neugeborenen Christus identisch ist, oder die Bezeichnung auf Weihnachtsspiele zurück geht, in denen die Christkinder zur Krippe zogen und dem Jesuskind Geschenke gebracht haben sollen. Und noch eine Frage, die sich ergibt. Warum wird das Christkind traditionell als Mädchen oder als Engel dargestellt? Jesus war doch ein Mann - oder habe ich da irgendwo etwas verschlafen? Ich glaube nicht.
Egal, im 19. Jahrhundert haben die Katholiken das Christkind von der Konkurenz geklaut und während es im protestantischen Weihnachtsbrauch eine immer geringere Rolle spielte und langsam vom guten, alten Weihnachtsmann verdrängt wurde, ist es heute noch immer in der sogenannten katholischen Kirche zu Weihnachten für die Kinder in guter Mission unterwegs.
Ich finde diese Vorstellung vom engelhaften Christkind einfach schön und märchenhaft. Es gehört einfach zu meiner Vorstellung von Weihnachten, trotzdem ist es ganz lustig, in der Geschichte der Weihnacht ein bisschen zu stöbern. Vielleicht sollte man gerade in diesen Tagen darüber nachdenken, wie unkompliziert in früheren Zeiten Menschen, Ideale oder sogar erfundene Figuren in die Gesellschaft eingegliedert worden sind. Das beste Beispiel ist das Christkind - ursprünglich ein Vorzeigebild für die Protestanten, geistert das Christkind heutzutage vor allem in katholischen Haushalten durch die Träume der Kinder.
 
 
Wer sollte denn sonst  die vielen Briefe und Wunschzettel der Kinder ans Christkind einsammeln? Damüssen ja himmlische Helfer am Werk sein. Oder wer sollten denn den Christbaum am Heiligen Abend in die Wohnzimmer stellen? Oder den Christbaum schmücken? Und wer sollte denn sonst die vielen Geschenke verteilen und die kleine, silberne Glocke vor der Bescherung läuten, bevor es wieder lautlos verschwindet?
Das Christkind ist übrigens schnell wie der Wind – deshalb sieht man es auch nicht sehr oft. Eigentlich so gut wie gar nicht. Niemand weiß ganz genau, was das Christkind alles tut oder kann. Wo es das ganze Jahr über ist oder wo es wohnt. Es ist eben ein geheimnisvolles Wesen, dem man seine Mystik lassen sollte. Man muss nur daran glauben! Glaubt mir!
Das Christkind bringt außer im deutschsprachigen Raum auch in Italien, Gesû Bambino, und in Kolumbien, El niño Jesus, zu Weihnachten die Geschenke für Groß und Klein. Auch wenn der Weihnachtsmann immer öfter auch in diesen Ländern auftaucht. Überall auf der Welt trifft man mittlerweile den bärtigen Gesellen im roten Mantel, während das Christkind langsam in der Versenkung zu verschwinden droht. Dabei ist er nur eine geniale Werbefigur von Coca Cola. So was Blödes!
Und wie ist das in anderen Ländern? Wie kommen die Kinder da zu ihren Geschenken? Rund um Weihnachten gibt es ja noch viele geheimnisvolle Figuren. Manche haben je nach Region unterschiedliche Namen, manche sind überall dieselben, einige teilen sich dieselben Funktionen, andere gibt es nur in ganz bestimmten Gegenden und nirgends sonst. Ich bin mir sicher, dass sich Kinder auf der Welt über ihre Geschenke freuen, egal, wer sie ins Haus gezaubert hat.
der Countdown    läuft ...
 
21 de diciembre 2014 domingo
ARTlandya
Icod de los Vinos
   
leicht bewölkt
16 ° C temperatura mínima
22 ° C temperatura máximo
  Ein Gentleman ist ein Mann,
  der wenigstens von Zeit zu Zeit so ist,
  wie er immer sein sollte. 
  Vivien Leigh
 
Dreaming of a white Christmas? Nicht wirklich. Wir freuen uns auf sonnige, warme Weihnachten. Obwohl - wenn sich der Teide mit einem weißen Häubchen schmückt, spricht man auch auf der Insel von weißen Weihnachten.
Weiße Weihnacht ist in den meisten Teilen der Welt sowieso mehr Mythos als Realität. Auf der Südhalbkugel fällt Weihnachten sogar in den Hochsommer!
Wo haben weiße Weihnachten wohl ihren Ursprung? Sind es die vielen Weihnachtslieder wie "Winter - Wonderland", "White Christmas" oder "Last Christmas" die diese Stimmung aus einem Gemisch von Schnee und prasselndem Feuer verbreiten? Bei uns scheint die Sonne und ein prasselndes Feuer wäre nur um Zweck eines Grills angebracht. Vielleicht machen wir das sogar noch. Wäre keine schlechte Idee.
 
 
Also dann, noch einen schönen Adventsonntag - egal ob mit oder ohne Schnee. Diejenigen, denen ich in letzter Zeit eine Antwort fürs elektronische Postfach schuldig geblieben bin, bitte ich hiermit offiziell um Verzeihung. Ich werde alle fälligen Schreiben nachholen - nur im Moment läuft mir die Zeit ein wenig davon. Man könnte es ja als Weihnachtsamnestie betrachten. Ich gelobe Besserung!
 
Nun hat er den Konzertsaal des Lebens verlassen, eigentlich viel zu früh. Merci dem Mann am Klavier. Für die Stunden mit dir - adieu, adieu, adieu. Merci dem Seelentröster und Geschichtenerzähler, Charmeur und Charismatiker. Der große österreichische Musiker und Entertainer Udo Jürgens ist tot. 
 
 
Vor zwei Wochen hat Udo Jürgens seine Tournee 2014 beendet, sechs Wochen lang hat er Konzerte in Deutschland, Österreich und in der Schweiz gegeben. Er wurde umjubelt, die Häuser natürlich immer voll. Jubel, Blumensträuße, der gläserne Flügel, der weiße Bademantel. "Mitten im Leben" war der Titel der Tournee und seines Albums aus dem Frühjahr. Heute, am Sonntagnachmittag ging Udo Jürgens in Gottlieben in der Schweiz spazieren, als er einen Herzanfall erlitt und bald darauf im Krankenhaus starb, keine zwei Monate nach seinem 80. Geburtstag. 
 
 
Geboren 1934 in Klagenfurt, wuchs Udo Jürgen Bockelmann mit seiner großbürgerlichen Familie in einem Schloss in Kärnten auf. Das Klavier spielen lernte er alleine, bei der Hitlerjugend erlitt er durch eine heftige Ohrfeige einen Hörschaden auf einem Ohr. 
Mitten im Leben" hieß die Tournee. Genau so hat ihn nun der Tod erwischt, bei einem Spaziergang am Sonntag.
 
Zur Erinnerung an ihn, hier noch ein Auszug aus einem Interview, dass Udo Jürgens vor einigen Jahren gegeben hat ...
ZEITmagazin: Haben Sie lange um die Anerkennung Ihrer erfolgsverwöhnten Familie ringen müssen?
Jürgens: Ja, sehr. Mein Großvater hat fünf Söhne bekommen, in denen er die halbe Zukunft Deutschlands gesehen hat. Er war Großbankier in Moskau und in die Staatsgeschäfte des Zaren involviert. Das private Geld der Romanows, aber auch das Staatsgeld, lag auf der Bank Junker in Moskau – und das war die Bank, die zu 50 Prozent meinem Großvater Heinrich Bockelmann gehörte. Er ist damals nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges mit einem Viehwagen aus Russland nach Schweden geflüchtet, und er ist da sofort wieder auf die Beine gekommen ...
ZEITmagazin: ... diese Eigenschaft haben sich die Banker bis heute bewahrt ...
Jürgens: ... ja, aber die hießen damals nicht Banker, sondern Bankiers. Mit einem leicht französischen Akzent. Mein Großvater hat von Schweden aus versucht, sich wieder in die Geschicke Deutschlands einzumischen. Sein Hauptanliegen war, wie man diesen Krieg beenden kann. Er hat zum deutschen Reichskanzler und zum Kaiser Verbindung aufgenommen. Es gibt noch Briefe, die sie sich gegenseitig geschrieben haben. Mein Großvater hat auch initiiert, dass 1917 dieser Sonderzug mit Lenin und diesen "kommunistischen Rabauken", wie er sie nannte, nach St. Petersburg fuhr. Er sagte, wir haben nur eine Chance, wir müssen Russland innenpolitisch schwächen, indem wir ein paar Terroristen ins Land schicken.
ZEITmagazin: Da hat er sich leider vertan.
Jürgens: Das kann man wohl sagen. Es wurde eine Weltrevolution daraus.
ZEITmagazin: Was ist das Schlimmste, was Ihnen aus der Zeit des Krieges in Erinnerung geblieben ist?
Jürgens: Das Schlimmste passierte ausgerechnet nach dem Krieg. Das war in der Lüneburger Heide, auf dem Landgut meines Großvaters. Mein älterer Bruder und ich haben gesehen, wie die belgischen Soldaten, teilweise besoffen, mit den Nazi-Kollaborateuren umgegangen sind. Die haben ihre eigenen Landsleute, die zu den Nazis übergelaufen waren, gegen das Scheunentor bei uns auf dem Hof genagelt und mit Stacheldraht ausgepeitscht. Der letzte Akt war, dass die Soldaten durchgeladen haben, als die Kollaborateure schon bewusstlos am Scheunentor hingen, und sie erschossen haben. Darüber spricht heute kein Mensch mehr.
ZEITmagazin: Wurden Sie zufällig Zeuge dieses Martyriums?
Jürgens: Wir hatten das Geschrei auf dem Hof gehört, als wir in den Büschen spielten. Und dann sind wir da hin und sehen diese blutenden ... Man kann das fast nicht erzählen, es ist zu schlimm. Ich weiß noch, dass ich mir die Hände vors Gesicht gehalten und dann die Finger gespreizt habe. Ich habe nicht begriffen, wer da wen schlägt. Ich habe überhaupt nichts begriffen, weil der Krieg ja zu Ende war. Als die Schüsse fielen, sind wir aufgesprungen und weggelaufen ...
ZEITmagazin: Wie kriegt man diese Bilder wieder aus dem Kopf?
Jürgens: Ich weiß es nicht. Wenn du keinen eingebauten Mechanismus hast, damit diese Bilder verdrängt werden, dann kommst du mit deinem Leben eigentlich nicht mehr klar. Wenige Jahre später begann ja schon das deutsche Wirtschaftswunder. In den Mauern und Fenstern waren überall noch Löcher drin, aber die Straßen waren aufgeräumt. Langsam begann man zu begreifen, was die Nazis gemacht hatten. In unserer Familie war mein Onkel Werner Soldat gewesen, Offizier der Deutschen Wehrmacht und gleichzeitig Mitglied der Kommunistischen Partei. Der war ein geistiger Linker. Weil er ein hochintelligenter Typ war, wurde er dann für die SPD Oberbürgermeister von Frankfurt am Main.
ZEITmagazin: Haben Sie denn endlich eine Antwort auf die Frage gefunden: "Wo bleibt die Liebe, wenn sie geht?"
Jürgens: Ach, das Lied ist der Versuch, eine Antwort zu finden. Und die Antwort ist eben poetisch. Wenn ich mir im Lied vorstelle, dass die Liebe an den Bäumen zu Blüten wird, dann kann ich damit nichts anfangen. Aber schöne Bilder beruhigen die Gedanken. Denn die Antwort kennen wir ja alle nicht. Der Schlusssatz des Liedes, um den ich mit der Autorin lange gerungen habe, der allerdings stimmt.
ZEITmagazin: Nämlich?
Jürgens: "Langsam heilt die Zeit die Wunden, denn du hast herausgefunden, dass für dich die Liebe – neu entsteht ..."
ZEITmagazin: Und, haben Sie genug geliebt?
Jürgens: Im oberflächlichen Sinne, ja. Im Sinne von wirklich Liebe weitergeben und anderen helfen, da muss ich zugeben: Wahrscheinlich habe ich nicht genug geliebt.
Advent, Advent  vier Kerzen brennen ...
 
20 de diciembre 2014 sábado
ARTlandya
Icod de los Vinos
sonnig   
sonnig
17 ° C temperatura mínima
22 ° C temperatura máximo
  Freude ist eine Liebeserklärung an das Leben.
  A. L. Balling
 
Schon wieder ist eine Woche vorbei und Weihnachten rückt immer näher. Es dauert nicht mehr lange, dann verabschiedet sich jeder von jedem mit der Beifügung Feliz Navidad, fröhliche Weihnachten!
 
19 de diciembre 2014 viernes
ARTlandya
Icod de los Vinos
sonnig   
sonnig
18 ° C temperatura mínima
22 ° C temperatura máximo
  Ein Gentleman ist ein Mann,
  der wenigstens von Zeit zu Zeit so ist,
  wie er immer sein sollte. 
  Vivien Leigh
 
Herrlichstes Urlaubswetter! Im Ernst, heute haben wir Wetter vom aller Feinsten. Absolute Windstille und ein wolkenloser, blauer Himmel von dem die Sonne lacht. Petrus hat uns also doch noch nicht ganz vergessen.
Mehr gibt es heute nicht zu berichten, es war einfach ein ganz normaler Tag. Gute Nacht! ¡Buenas noches!
 
18 de diciembre 2014 jueves
ARTlandya
Icod de los Vinos
grau in grau   
grau in grau
18 ° C temperatura mínima
22 ° C temperatura máximo
  Bereits die Einstellung,
  sich weniger Sorgen zu machen, 
  kann für mehr Freude im Leben sorgen.
  Ernst Ferstl
 
Heute spielen die Temperaturen verrückt. Am frühen Vormittag zeigte das Thermometer 24 Grad an und innerhalb von ein paar Stunden hat uns Petrus wieder einmal kalte Luft geschickt. Gerade einmal 18 Grad im Wolkenschatten, mehr ist am Nachmittag nicht mehr drinnen. Schade ...
 
Grüne oder weiße Weihnachten, Weihnachten oder keine Weihnachten? Ich habe das Gefühl, dass über kein Fest des Jahres soviel gemosert, gejammert, gemeckert und kritisiert wird, wie über dieses. Warum eigentlich, por qué?
Plötzlich dreht sich die Welt um Einkaufstress und Zwang, um Geschenke, Warenumtausch und Familienunglück. Frohe Weihnachten, glückliche Festtage und der Einfachheit halber auch gleich um einen guten Rutsch ins Neue Jahr.
Du lieber Himmel, da werden Unmengen von Keksen gebacken und schon vor ihrer Vernichtung wird über die Diät danach laut nachgedacht. Es wird von Vanillekipferln geschwärmt gleichzeitig und auf den Weihnachtsbraten geschimpft. Zu Weihnachten müssen auch noch alle Verwandten, Bekannten, Eltern und Geschwister besucht werden, obwohl der eine oder andere lieber seine Ruhe haben würde. Warum eigentlich ausgerechnet zu Weihnachten?
Glaubt denn niemand mehr ans Christkind? Das muss wohl so sein, denn sonst würde sich dieser unnatürliche Stress von selbst erledigen. Die Eltern sind doch nur in Ausnahmesituationen die weltlichen Helfer der himmlischen Heerscharen. Die eigentliche Logistikzentrale befindet sich auf einer ganz anderen Ebene unseres Weltbildes.
 
ARTlandya - Teneriffa
 
In den himmlischen Werkstätten wird das ganze Jahr über hart gearbeitet, aber jetzt haben die Engel in den Backstuben Hochsaison und der Verteilungslan für jegliche Art von Geschenken steht schon seit vielen Wochen fest. Abgesehen davon, dass in keinem Weihnachtsbuch eine einzige Zeile über Hausputz zu lesen ist. Warum machen sich Menschen dann gerade zu diesem Fest das Leben so schwer?
Man schlendert ganz harmlos durch die Stadt und trifft plötzlich auf Mitmenschen, die mit gehetztem Ausdruck im Gesicht hektisch von Geschäft zu Geschäft eilen und noch irgendwelche Geschenke finden kaufen müssen.  Von Herzen können diese Gaben ja wohl nicht kommen. Wenn es gut geht, hat dieser arme Mensch gerade noch Zeit "Frohe Weihnachten" zu wünschen, die Antwort von seinem überraschten Gegenüber kann er nur sehr nervös abwarten - die Zeit rennt ihm davon.
Dabei wäre es so schön, gemeinsam einen Kaffee oder einen Glühwein zu trinken, gemütlich zu tratschen und die letzten Tage des Jahres zufrieden ausklingen zu lassen. Doch dafür ist für viele Menschen zur Zeit keine Zeit übrig. ¡Qué lástima! Schade eigentlich! Zeit und menschliche Wärme ikann sich niemand kaufen, man kann sie nur verschenken oder geschenkt bekommen. Ohne Geld, Geschenkspapier und ohne Schleife!
 
ARTlandya - Teneriffa
 
Weihnachtsstress? Das ist für mich noch nie ein Thema gewesen. Auf gut Deutsch - es war nie ein Thema für uns beide! Und das wird es auch nie werden, denn das Schönste an diesen Tagen ist die Ruhe und Entspannung. Wir können zwar nicht vom Fußboden essen, aber wer muss das schon? Jeder von uns hat einen Esstisch in seiner Wohnung stehen, oder nicht? Ich freue mich auf Weihnachten! Den Christbaum aufputzen, den Tisch stimmungsvoll und ein bisschen kitschig decken und dekorieren, Jingle Bells als musikalische Kulisse, einen Heringssalat begleitet von gefüllten Eiern, Lachs und Kaviar auf den Tellern und später ein lustiger Weihnachtsfilm zur Unterhaltung. Wir haben in den vergangenen fünfunddreißig Jahren unsere eigene Weihnachtstradition entwickelt.
noch allerhand zu erledigen ...
 
17 de diciembre 2014 miércoles
ARTlandya
Icod de los Vinos
bewölkt   
von allem etwas
19 ° C temperatura mínima
24 ° C temperatura máximo
  Belohnt und bestraft werden wir für alles schon auf Erden.
  Paula Modersohn-Becker
 
Heute Abend werden wir endlich wieder einmal ein Feuer machen und einen köstlichen Fisch grillen. Darf ich vorstellen - fangfrisch aus dem Atlantik, ein ungefähr sechs Kilo schwerer Bonito. Ihr kennt keinen Bonito? Für mich steht er ganz oben auf der Liste der ausgezeichneten Meeresbewohner.
 
 
Die meisten Fischesser lieben ja Lachs und Thunfisch in allem Variationen. Der Bonito ist keines von beiden, er ist eine Mischung aus Makrelen und Thunfischen und gehört zur Familie der Scombridae. Der Fisch kann bis zu einem Meter lang und zwanzig Kilo schwer werden. Ein echtes Schwergewicht also.
Typisch für den Bonito sind die sieben dunklen Längsstreifen auf der silbrigen Bauchseite. Er lebt in tropischen und subtropischen Meeren und im Sommer geht er hie und da auch Fischern der Nordsee ins Netz. Er hat noch einen großen Vorteil - er kommt aus keiner Zucht sondern lebt in den Tiefen des Atlantiks rund um die Kanarischen Inseln.
 
 
Georg und ich haben also um sechs Uhr die Tore geschlossen und Feuer gemacht. Als unsere beiden Wanderer dann eine halbe Stunde später gekommen sind, haben wir noch ein gemütliches Gläschen im Freien getrunken und dann hat es nicht mehr lange gedauert, bis wir den köstlichen Braten genießen konnten. Eines kann ich euch noch sagen - der schöne Fisch ist nicht umsonst gestorben!
als Nachtisch   gibt's Maulbeereis ...
 
16 de diciembre 2014 martes
ARTlandya
Icod de los Vinos
bewölkt   
von allem etwas
18 ° C temperatura mínima
24 ° C temperatura máximo
  Weihnachtseinkäufe sind ein  hervorragendes Training für den Winterschlussverkauf
  Autor unbekannt
 
Es ist einfach wäre wie im Paradies - wenn das ungeliebte Unkraut nicht wäre! Diese wuchernden Gewächse sind das berühmte Haar in einer köstlichen Suppe. Aber wie sagt man so schön? Es gibt wahrlich Schlimmeres.
 
ARTlandya - Teneriffa
 
Unsere grüne Vorzeigewiese wartet auch schon dringend auf einen Rasenmäher und deshalb hat Georg am späten Nachmittag den Rasenmäher angeworfen. Ein Teil der Kleewiese fällt damit den scharfen Messern zum Opfer. Den Rest der grünen Pracht werden wir einstweilen am Leben lassen, denn vielleicht können wir auf diese Weise anderes Unkraut loswerden. Der buschige Sauerklee hat nämlich die Eigenschaft jedes Pflänzchen unter seinen üppigen Blättern förmlich zu ersticken.
 
 
Wir haben wieder einmal besonders liebe Besucher näher kennen lernen dürfen. Ganz herzliche Grüße in den Süden der Insel! Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.
 
15 de diciembre 2014 lunes
ARTlandya
Icod de los Vinos
wechselhaft   
wechselhaft
18 ° C temperatura mínima
20 ° C temperatura máximo
  Stolze Menschen verirren sich lieber als nach dem Weg zu fragen.
  Winston Churchill
 
Wir leben im Land der Regenbögen und Sternschnuppen. So viele Regenbögen wie in diesen Tagen habe ich auf der Insel überhaupt noch nicht gesehen. Das zauberhafte Bild hat allerdings einen kleinen, wenn auch feinen Beigeschmack. Warum? Ganz einfach, ohne Regentropfen kann man auch keinen bunten Regenbogen sehen.
 
 
Wenn sich über dem Atlantik plötzlich dort und da ein bunter Bogen aus den Wellen erhebt, dauert es oft nicht lange und ein feiner Nieselregen trifft auch uns. Das ist aber nicht immer der Fall, oft können wir das schöne Naturschauspiel einfach nur genießen - und der Regen trifft Garachico oder Los Silos.
 
 
Ein Regenbogen hat sieben Farben und jede einzelne hat eine besondere Bedeutung. Rot ist die Farbe der Liebe. Gelb steht für Gott und alles Himmlische. Orange ist ein bisschen kompliziert, denn es besteht aus Rot, für menschliche Herzen und Gelb, dem Himmlischen. Blau ist die Farbe der Treue und Violett bedeutet Leben. Der grüne Bogen soll uns daran erinnern, daß es immer einen Anfang und ein Ende gibt.
Ich selbst habe mir über die verschiedenen Farben noch nie Gedanken gemacht. Wenn ich einen Regenbogen sehe, fällt mir eher die Geschichte mit dem versteckten Schatz am Ende des Bogens ein. Aber ob es den wirklich gibt? Wahrscheinlich ist es einfach nur eine fantastische Geschichte, ein Märchen eben.
alles in bester Ordnung ...
 
14 de diciembre 2014 domingo
ARTlandya
Icod de los Vinos
bewölkt   
meistens sonnig
17 ° C temperatura mínima
19 ° C temperatura máximo
  Wer keine Ziele hat,
  ist ein Leben lang dazu verurteilt,
  für Leute mit Zielen zu arbeiten.
  Brian Tracy
 
Es brennt nicht nur ein Lichtlein am Adventkranz, inzwischen sind es schon drei Kerzen, die wir beim Frühstück angezunden haben. Weihnachten rückt immer näher und viele Menschen sagen, dass sie noch immer keine weihnachtliche Stimmung haben. Eigenartig, ich bemerke schon, dass Weihnachten zum Greifen nahe ist - und ich freue mich darauf. Für eine stimmungsvolle Adventzeit muss wohl jeder selbst sorgen, oder? Woher soll sie denn sonst kommen?
Muss Frau Holle erst ein paar weiße Flocken auf die Erde segeln lassen? Muss hart gefrorener Schnee unter unseren Schuhsohlen knirschen? Eiszapfen an der Regenrinne hängen? Welcher Engel ist denn zuständig für innerlichen Frieden? Welcher Heilige soll denn den Alltagsmist wegschaufeln?
Ich weiß es nicht. Aber eines weiß ich mit Sicherheit - Weihnachten spielt sich im Kopf - aber vor allem im Herzen - ab. Und eines könnt ihr mir glauben - mit Schneeflocken hat Weihnachtsstimmung wirklich gar nichts gemeinsam!
P. S.: ich will ja nicht jammern, aber am Abend ist es wirklich richtig kalt geworden. Zumindest für unsere Verhältnisse.
die dritte Kerze    brennt ...
 
13 de diciembre 2014 sábado
ARTlandya
Icod de los Vinos
wechselhaft   
wechselhaft
17 ° C temperatura mínima
20 ° C temperatura máximo
  Kein Problem wird gelöst,
  wenn wir träge darauf warten,
  dass Gott sich darum kümmert.
  Martin Luther King
 
Am Vormittag hat uns Petrus ja noch vorgegaukelt, dass wir einen angenehmen Tag vor uns haben könnten. Falsch gedacht - zu Mittag hat es zu regnen begonnen. Na ja, kein Wunder, am Abend kommen Jenny und Sebastian und sie werden den Teide wieder nicht zu Gesicht bekommen! Vielleicht klappt es ja ein andermal.
So irgendwann nach Mitternacht habe ich mich vom Tag verabschiedet und habe den sternenklaren Himmel betrachtet. Plötzlich ist quer über den Nachthimmel eine helle Sternschnuppe gezischt. Schön! Gleichzeitig habe ich mir gedacht, dass es eigentlich keinen Sinn macht, die funkelnden Sterne zu bewundern und zu erwarten, dass einer von den vielen leuchtenden Punkten plötzlich mit einem Schweif auf Erde blumst. Ich weiß ja, dass Sternschnuppen nur Weltraummüll sind - trotzdem verbinde ich Sterne mit Sternschnuppen. NIcht besonders schlau, oder?
 
12 de diciembre 2014 viernes
ARTlandya
Icod de los Vinos
bewölkt   
ein paar Sonnenstrahlen ...
17 ° C temperatura mínima
19 ° C temperatura máximo
  Zeit haben nur diejenigen,
  die es zu nichts gebracht haben.
  Doch damit haben sie es weitergebracht als alle anderen.  
  Giovanni Guareschi
 
Die Sorge, sich falsch zu ernähren, greift rasant um sich. Viele Menschen glauben, Gluten, Laktose oder Fruktose machen sie krank. Tatsächlich leiden, soviel ich gelesen habe, nur wenige Menschen wirklich an einer Lebensmittelunverträglichkeit. Dabei handelt es sich dabei um eine Handvoll Menschen, sprich ungefähr 1 Prozent. Eine Glutenunverträglichkeit haben sogar nur 0,01 bis ein Prozent der Bevölkerung. Allergien und Unverträglichkeiten gehören mittlerweile zum guten Ton. 
Die Schuldigen findet man ganz schnell unter den Inhaltsttoffen der Lebensmittel. Heute sind nicht mehr Zucker und Fett die Bösen in der Speisekammer,  die neuen Bösewichte sind Gluten in Brot, Kuchen und Nudeln und Laktose in Milch, Joghurt und Käse. Die Lebensmittelindustrie hat eine neue Goldgrube entdeckt und bietet gleichzeitig ganze Produktlinien an, die frei von Laktose oder Gluten sind. Für Menschen, die wirklich davon betroffen sind, ist das mit Sicherheit eine echte Hilfe, aber warum greifen  immer öfter auch Menschen ohne Intoleranzen zu diesen Lebensmitteln? 
Dabei sind Laktose und Gluten für Gesunde völlig ungefährlich. "Es ist eine Modeerscheinung," sagt Prof. Dieter Häussinger, Darmspezialist an der Uniklinik Düsseldorf. "Laktosefreie Nahrungsmittel sind in der Regel nicht notwendig:" Trotzdem gehen viele Kunden lieber auf Nummer sicher, auch wenn es niemanden gesundheitlich etwas bringt. Ganz anders sieht die Seite für die Konzerne aus, denn die Alternativen sind natürlich viel teurer als normale Produkte. Glutenfreies Schwarzbrot kann viermal so teuer sein als normales Brot, bei laktosefreiem Käse zahlt man doppelt so viel und bei anderen Produkten sieht es auch nicht viel anders aus. Die Geldbörse leer - aber das Gewissen ist beruhigt.
Eines sollte aber niemand vergessen - zu viel gesundes Essen schadet auch! Ihr glaubt das ist ein Witz? Ist es nicht, auf die Menge kommt es an. "Allein die Menge macht das Gift" hat uns ja schon Paracelsus ungefähr um 1500 ins Stammbuch geschrieben. Obst ist zwar gesund, wer aber zu viel davon isst, bekommt schnell Probleme mit der Verdauung. Der Körper kann die Unmenge an Fruktose nicht mehr verwerten und wehrt sich. Wie das Resulat dann aussieht? Ganz einfach, man bekommt einen aufgeblähten Bauch!
 
 
Andreas Müller schrieb zu diesem Thema im Feuerbringer Magazin - Zitat: "Ich fühle mich selbst schon krank wegen all dieser Befindlichkeits-Produkte überall. Es hat einst nett und kreativ angefangen mit Karamell-Cappuccinos und Zimt-Espressos zur Weihnachtszeit. Man kam sich schon ein wenig gepudert und mit Goldlöffel im Mund geboren vor dabei, das Zeug zu trinken, aber es war zumindest nicht irrational, sondern erfüllte einen gewissen, geschmacklichen Zweck.
Jetzt, mit diesen Sonderprodukten für Veganer, Vegetarier, Pseudo-Allergiker, Pseudo-Laktose-Intolerante und andere Phobie-Patienten und Selbst-Stilisierer trinke ich nichts anderes mehr als einen verdammten Pott Kaffee, wenn ich überhaupt noch in einem Café aufkreuze. Inzwischen kommt man sich darin vor wie in einer Klinik für Sterbenskranke, wie in einer Kommune für politische Ideologen oder wie in einem Edelbordell und nicht mehr wie an einem Ort zum Abschalten und Wohlfühlen für zurechnungsfähige, normale Menschen. Selbst, wer bereits Veganer ist, kann mit der Selbstgeißelung nicht bedenkenlos aufhören, siehe: Verbraucherschützer: Zu viel Salz und Fett in veganem Essen."
Dem kann ich nix mehr hinzu fügen. Bis demnächst!
 
11 de diciembre 2014 jueves
ARTlandya
Icod de los Vinos
bewölkt   
meistens bewölkt
18 ° C temperatura mínima
21 ° C temperatura máximo
  Sobald ein Optimist ein Licht erblickt,
  das es gar nicht gibt,
  findet sich ein Pessimist, 
  der es wieder ausbläst.
  Giovanni Guareschi
 
Bei uns war heute ein ganz normaler Freitag. Teilweise hat die Sonne vom Himmel gelacht, ab und zu sind Wolken aufgezogen. Die Sicht aufs Meer ist relativ trübe und verschwommen, denn seit gestern spüren auch wir leichte Nebenwirkungen des Calimas. Afrika hat wieder einmal feine Sandkörnchen aus der Sahara auf die Reise geschickt.
Vor allem in den USA wird am 12. Dezember der Tag des Weihnachtssterns gefeiert, der dort auch Poinsettia Day heißt. Von Amerika aus begann dann auch der weltweite Siegeszug der Weihnachtssterne und wenn man den Angaben der Floristen glaubt, werden jedes Jahr ungefähr 100 Millionen dieser roten Sterne allein in Europa verkauft. Gefühle werden eben oft über die Blume verkauft, aber eines könnt ihr mir glauben - die Topfpflanzen sind nicht dafür gedacht zu überleben.
 
ARTlandya - Icod de los Vinos, Teneriffa
 
Wenn ihr es schafft, dass dieses Pflänzchen wenigstens bis Weihnachten überlebt seid ihr sowieso schon mit dem grünen Daumen unterwegs. Ich kaufe mir kein Exemplar mehr, denn spätestens nach zwei Wochen verabschieden sich diese Topfpflanzen aus unserem Wohnzimmer. Doch wir haben das Glück, dass hier auf der Insel Weihnachtssterne buchstäblich wie Unkraut neben der Strasse wachsen. Nicht nur in Mini sondern meterhoch als Sträucher. Und wenn wir Glück haben und kein Sturm Anfang Dezember die Blüten mit nimmt, verschönern sie bis Ende Jänner die Landschaft auf Teneriffa. Zumindest im Norden der Insel.
 
Weihnachtsstress
Als im August in den Geschäften
die Pfefferkuchenzeit begann,
da fragten viele mit Entsetzen:
Kommt denn schon jetzt der Weihnachtsmann?
Seitdem sind Monate vergangen,
nun ist es wirklich fast soweit.
Es öffneten die Weihnachtsmärkte
und in der Luft liegt Heimlichkeit.
Längst sind die Wunschzettel geschrieben,
der Stollenduft zieht durch das Land
und auf der Suche nach Geschenken,
wird selbst am Sonntag rumgerannt.
Es gibt so vieles zu bedenken,
damit man wirklich nichts vergisst.
Und mancher wünscht sich schon seit Wochen,
dass alles bald vorüber ist.
Dann ist er da, der Heiligabend,
der Weihnachtsbaum ist bunt geschmückt.
Jetzt gibt es nur noch den Gedanken,
dass auch der Weihnachtsbraten glückt.
 
Die Feiertage gehn vorüber,
man übt sich in Besinnlichkeit.
Doch um sich wirklich zu besinnen,
bleibt einem viel zu wenig Zeit.
 
Gestresst von all dem Weihnachtstrubel
schwört sich dann wieder jedermann:
Im nächsten Jahr wird alles anders!
Na, hoffentlich denkt ihr auch dran.
von Monika Peschel
 
10 de diciembre 2014 miércoles
ARTlandya
Icod de los Vinos
bewölkt   
teilweise sonnig
17 ° C temperatura mínima
20 ° C temperatura máximo
  Wer sich zum Wurm macht,
  soll nicht klagen, 
  wenn er getreten wird.
  Immanuel Kant
 
Alle Jahre wieder dasselbe Spiel, pünktlich im Advent beginnt die Hochsaison für die Spendensammler aller Art. Fernsehshows, Krampuskränzchen und unzählige Charity-Aktionen vom Punschtrinken bis zum Keksebacken geben sich die Klinken in die Hand. Her mit der Kohle - natürlich alles für einen guten Zweck! Und jeder Cent kommt angeblich bei all den Bedürftigen direkt an. So erzählen die Organisatoren es der ganzen Welt und weil das Geld gerade in dieser Zeit wahrscheinlich besonders locker in den Geldbörsen steckt, kommen plötzlich alle möglichen hilfsbereiten Menschen aus dem Gebüsch gekrochen und wollen Spenden.
 
 
Nun, Spenden sind ja an und für sich eine feine und wichtige Sache, aber immer wieder versuchen auch dubiose Geldsammler von der Spendenfreudigkeit der Menschen mit zu naschen. Ist ja auch kein Wunder, denn zu holen gibt es einiges. Doch wem soll man sein Geld anvertrauen? Woran erkennt man, ob die betreffende Organisation nicht nur in die eigene Tasche wirtschaftet?
In den Menschrechten findet man in einem Artikel die Aussage von Hans Küng. Er sagt: "Alle Menschen, denen die notwendigen Mittel gegeben sind, haben die Pflicht, ernsthafte Anstrengungen zu unternehmen, um Armut, Unterernährung, Unwissenheit und Ungleichheit zu überwinden."
Wie sinnvoll ist spenden also? Gutes tun wollen, heißt nicht automatisch sinnvolles zu tun. Charity als Geschenkidee für die, die schon alles haben ist eine nette Idee. Es ist doch ziemlich verlockend, wenn man Genuß, Spass und Unterhaltung dazu verwenden kann, armen Mitmenschen zu helfen und sein Gewissen zu beruhigen. Doch nicht immer ist Selbstlosigkeit der Antrieb für diese Aktionen.
Wer sind denn die wahren Spender? Habt ihr darüber schon einmal nachgedacht? Spendengalas und Promidinners haben mit Wohltätigkeit wohl ungefähr so viel zu tun wie ein Showroom von Prada mit dem Wartesaal eines Sozialamtes. Trotzdem haben sich Spendensammelpartys mit Prominenten zu einer richtigen Wohltätigkeitsindustrie gemausert.
Aber wer bezahlt den teueren Champagner und das Dinner, gekocht von einem Sternekoch? In welchen Kanäle das Geld aus solchen Benefizveranstaltungen versickert ist nur eine Frage. Wo es herkommt, dass ist eine ganz andere. Charity ist ein lukratives Geschäft, von dem jeder einzelne Mitspieler seinen Nutzen haben will. "Charity dient der Sinnstiftung des Lebens von Unternehmergattinnen ebenso wie der Rückführung halb vergessener Prominenter ins Rampenlicht," schrieb das SZ-Magazin einmal spöttisch. So unrecht hat das Magazin wahrscheinlich nicht gehabt.
Egal, ich werde sowieso zu keiner Gala eingeladen und an irgendwelche Organisationen spende ich selten. Dafür habe ich immer ein paar Euro in meiner Hosentasche und die landen dann in den Dosen von Strassenmusikanten oder anderen Strassenkünstlern. Bettler gehen leider auch leer aus. Nicht weil ich nicht helfen will, sondern weil ich nicht weiß, ob diese Menschen nicht nur von Organisationen als Aushängeschilder benutzt werden.
Aber jetzt genug von diesen Überlegungen, Weihnachten ist in Sicht. Verbringt noch einen schönen Abend, wir werden heute noch einmal ein paar Kastanien braten ...
 
9 de diciembre 2014 martes
ARTlandya
Icod de los Vinos
bewölkt   
ein paar Sonnenstrahlen ...
17 ° C temperatura mínima
19 ° C temperatura máximo
  Auch wenn man kein heller Kopf ist -
  in der Adventzeit geht einem ein Licht nach dem anderen auf.  
  Autor unbekannt
 
Es weihnachtet sehr - auch auf Teneriffa. Keine Ahnung wie viele Weihnachtssterne dieses Jahr in allen Städten verteilt und gepflanzt worden sind. Es müssen Unmengen sein.
 
Weihnachtsschmuck in Puerto de la Cruz
 
Eine alte, fast vergessene Weihnachtsgeschichte erzählt von einem kleinen, mexikanischen Mädchen. Es war so arm, daß es kein Geschenk kaufen konnte, um es am Heiligen Abend in die Kirche zur Krippe zu bringen. Trotzdem ging das Mädchen zur Kirche und blieb traurig vor der Kirchentür stehen. Es konnte nur zusehen, wie die anderen Dorfbewohner ihre Geschenke in die Kirche hineintrugen.
In der Nähe befand sich eine steinerne Engelsfigur, die fast ganz von Unkraut überwuchert war. Das kleine Mädchen begann das Unkraut auszuzupfen und plötzlich sprach eine leise Stimme aus der Dunkelheit. "Bringe dieses Unkraut in die Kirche, und das Christkind wird dich und die Pflanzen segnen."
Das Mädchen sammelte einen Strauß der unscheinbaren Pflanzen und ging damit zur Krippe. Plötzlich wurden die Blätter an der Spitze jedes Stengels leuchtend rot, als würden sie brennen. Seitdem ist diese Blume für viele Menschen ein Weihnachtssymbol. Sie heißt botanisch zwar Poinsettia, aber wir nennen sie meistnes liebevoll Weihnachtsstern.
 
8 de diciembre 2014 lunes
Día de la Inmaculada Maria Empfängnis
ARTlandya
Icod de los Vinos
bewölkt   
ein paar Sonnenstrahlen ...
17 ° C temperatura mínima
19 ° C temperatura máximo
  Vertrauen ist das Gefühl,
  einem Menschen sogar dann glauben zu können,
  wenn man weiß, dass man an seiner Stelle lügen würde.  
  Henry Louis Mencken
 
Heute wird Maria Empfängnis, Día de la Inmaculada, gefeiert und im Gegensatz zu Österreich ist dieser Tag in Spanien noch ein richtiger Feiertag. Die Geschäfte halten ihre Geschäftstüren also geschlossen. Na ja, bis auf einige Läden in den richtigen Tourismushochburgen, aber der Rest der Inselbewohner genießt einen arbeitsfreien Tag.
 
 
Als Kind ist mir dieser Tag immer äußerst suspekt vorgekommen. Wie kann jemand nach zwei Wochen Schwangeschaft ein Kind bekommen? Für ein Kind doch logisch gedacht, oder nicht? Doch die Bezeichnung der unbefleckten Empfängnis hat ja sowieso eine komplett andere Bedeutung. Nach den Erzählungen der Bibel wurde Maria selbst von jedem Makel der Erbsünde unversehrt  - aber immerhin auf natürliche Weise - von ihrer Mutter empfangen und geboren. Damit errettete Gott Maria vom allerersten Augenblick ihres Lebens an vor der Sünde.
Doch wie kommt ein einziger Mensch auf dieser schönen Erde zu diesem Sonderstatus? Wir normalen Kinder Gottes - oder auch nicht - kommen schon mit einem anständigen Packerl Sünden im Gepäck auf diese schöne Welt. Die Erbsünde verfolgt uns normale Menschen vom Anfang bis zum Ende. Von Staub bis Staub sozusagen.
Dann kommen auch noch die vielen kleinen und großen Sünden und Verfehlungen dazu. Mal ganz ehrlich - wie soll der Mensch da glücklich leben können? Für mich war schon meine erst Beichte ein großes Problem. Woher die Sünden nehmen? Keine Sünde? Geht auch nicht, dann ist man ja selbstgefällig und hochmütig. Was mach man also? Man erzählt dm Priester halt das was er hören möchte. "Ich habe meinen Eltern nicht gefolgt. Ich habe meine Schwester geärgert. Ich habe meine Mutti angelogen." Das ich ein paar Schillinge aus der Geldtasche meiner Mutti genommen habe, habe ich dem Herrn im Beichtstuhl nicht erzählt. Das geht ihn ja auch nichts an, oder doch? Nein, ich glaube nicht. Es war sicher wichtiger, dass mich das schlechte Gewissen dazu gebracht hat, es meiner Mutter zu beichten.
Sei es wie es sei, jeder Mensch kann da seine eigene Entscheidung für sein Leben treffen. Der eine so, der eine anders. Heute ist das für die meisten Menschen, glaube ich, relativ uninteressant, welchen Hintergrund irgendeiner der vielen Fest- und Feiertage hat. Hauptsache es ist ein freier Tag, ein Feiertag eben. Man könnte ja einmal eine Umfrage starten, wer überhaupt weiß, welcher Feiertag heute ist. Den einzigen Feiertag den mit Sicherheit jeder Mensch mit dem richtigen Namen bezeichnen könnte ist sicher der Heilige Abend - das ist aber leider kein Feiertag. Und den Grund, warum und was da genau gefeiert wird können wahrscheinlich die wenigsten exakt nennen. Wetten das?
Für mich werden die ganzen biblischen Geschichten, je älter und weiser ich werde, nur immer märchenhafter. Schön sind sie trotzdem. Aber wenn ich die Märchen lese, die Scheherazade in 1001 Nacht dem König Schahryâr erzählt hat bin ich auch fasziniert. Vielleicht weil sie eine andere, für uns sehr schillernde Welt beschreiben?
Die Gewürze aus dem Orient waren in Europa immer begehrt. Aber erst als Napoleon vor 200 Jahren aus Ägypten zurückkehrte und außer Obelisken auch das Manuskript von 1001 Nacht im Gepäck hatte, begann in Europa eine regelrechte Orientmanie. Ein Mythos entstand, der sich bis heute ganz gut gehalten hat. Deshalb freue ich mich jetzt schon auf die Heiligen Drei Könige, die in Spanien die Geschenke der Kinder in die Häuser bringen.
 
7 de diciembre 2014 domingo
ARTlandya
Icod de los Vinos
bewölkt   
ein paar Sonnenstrahlen ...
17 ° C temperatura mínima
19 ° C temperatura máximo
  Alles was du dir vorstellen kannst, ist real.
  Pablo Picasso
 
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt ...
Heute brennen bereits zwei Kerzen am Adventkranz. Die ersten Vanillekipferln sind schon aus der Keksdose verschwunden. So gut wie diese werden keine Kipferln in diesem Advent mehr schmecken! Das Verbotene hat seinen Reiz nie verloren. Die Kekse, die am Heiligen Abend auf dem Tisch stehen, können da nicht mehr mithalten. Sie sind bereits abgelaufen, sie sind überholt. Einen schönen Adventsonntag euch allen! Bald kommt das Christkind.
 
ARTlandya - Vanillekipferln im Advent
 
Heute schon gelacht? Fragt die eine Gans eine andere: "Glaubst du an ein Leben nach Weihnachten?"
zweiter    Adventsonntag ...
 
6 de diciembre 2014 sábado
ARTlandya
Icod de los Vinos
bewölkt   
ein paar Sonnenstrahlen ...
17 ° C temperatura mínima
19 ° C temperatura máximo
  Zur Weihnachtszeit spielen die Käufer den Nikolaus für die Kaufleute.
  John Andrew Holmes
 
Halleluja, halleluja! So schallt es lautstark durch die Nacht! Immerhin ist es zwei Uhr in der Früh! Eine heilige Messe mitten in der Nacht? Keine Ahnung, auf alle Fälle erklingen die musikalischen Weisen vom Platz bei der Kirche von Santa Barbara her - sinnigerweise durch Lautsprecher verstärkt. Wie lange die Feier danach noch weiter gegangen ist, kann ich leider nicht sagen - irgendwann bin ich eingeschlafen.
 
Gestern Nachmittag haben wir noch mit guten Bekannten über Eintragungen in Reiseführer gesprochen. Und wisst ihr was heute passiert ist? Am Vormittag besucht ein Pärchen unser Puppenmuseum und outet sich als Mitarbeiter des DuMonts Verlages, die unter anderem auch für die Reiseführer der Kanarischen Inseln zuständig sind. Ob wir sie hierher geredet haben? Wahrscheinlich nicht, es war einfach ein Zufall, denn der Anlass ihres Aufenthaltes auf Teneriffa war unter anderem die Cueva del Viento.
Bis jetzt musste man eine Führung durch die Lavahöhle auch vorher anmelden, aber das konnte man auch telefonisch machen. Seit einigen Wochen ist das nur mehr per email möglich - und niemand weiß das. Im Flyer findet man lediglich einen Hinweis auf die Voranmeldung und eine Telefonnummer. Aus diesem Grund bekommt jetzt der Verleger des Reisführers - in diesem Fall DuMont - ständig Beschwerden von enttäuschten Touristen. Tolles Geschäftsmodell, oder? Dieter und Izabella haben also zusätzlich noch etwas Neues in Icod kennenlernen können und sie waren von ARTlandya auf jeden Fall begeistert.
 
 
Damit ihr wißt, welche Menschen für Reiseführer überall Informationen zusammen tragen, habe ich euch von diesen Beiden ein kleines Profil zusammen gesucht. Vielleicht interessiert ihr euch ja für die Menschen, die hinter den Buchstaben und Empfehlungen für die schönste Zeit des Jahres stehen.
Dieter Schulze promovierte über modernes Theater, doch dann hat er seine Wanderlust zum Beruf gemacht und viele Reisebücher geschrieben. Die Kanarischen Inseln liegen ihm besonders am Herzen und hier verbringt er auch die Wintermonate. "Er kommt im Herbst mit den Wandervögeln und zieht im Frühjahr mit ihnen von dannen", spötteln seine kanarischen Freunde. Durch die langen Aufenthalte auf den Inseln sind bis jetzt über zehn Bücher über die Kanaren, unter anderem bei DuMont, Reise Know-How, und Merian erschienen.
Im Sommer ist er lieber in Osteuropa unterwegs. Er hat nämlich auch Slawistik studiert, um Dostojewski im Original lesen zu können. Doch auf dem Weg nach Moskau blieb er in Krakau hängen und begann sich mehr und mehr für Polen zu interessieren. Inzwischen hat er über fünfzehn Reise- und Kulturbücher zum Nachbarland verfasst.
Izabella Gawin schrieb ihre Doktorarbeit über die Kolonialgeschichte der Kanaren. Doch statt eine akademische Laufbahn einzuschlagen, zog sie es vor, unterwegs zu sein. Sie hat das Reisen zum Beruf gemacht und zahlreiche Bücher zu europäischen Zielen verfasst. Auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin wurde sie unter anderem mit dem ITB BuchAward ausgezeichnet. Zu den Kanarischen Inseln, wo sie im Winter unterwegs ist, hat sie mehr als zehn Reisebücher publiziert. Und da sie aus Polen stammt, hat sie ihr Heimatland Lesern in vielen Büchern näher gebracht, z.B. im "Kulturschock Polen".
 
 
In Österreich ist Nikolaustag, auf Teneriffa kennt man keinen Nikolaus, der gute Mann ist hier vollkommen unbekannt. Doch er ist ein viel beschäftigter Mann! Er reist nämlich im November mit dem Schiff von Spanien in Richtung Niederlande ab. Schließlich ist er der Schutzpatron der Seefahrer. Eine lustige Seefahrt ist also durchaus angebracht! In den Niederlanden besucht der Nikolaus ab dem letzten Samstag im November mit seinem Schiff die verschiedenen Hafenstädte. Sobald er seine Pflicht erledigt hat, kehrt er nach Spanien zurück. Wo er sich dann aufhält und was er das ganze Jahr über so treibt? Keine Ahnung, darüber habe ich keine Informationen gefunden.
In Spanien wird heute auch ein anderer Feiertag, el Día de la Constitución, der Tag der Verfassung gefeiert. Gemäß der Verfassung vom 6. Dezember 1978 ist Spanien ein sozialer und demokratischer Rechtsstaat mit der Staatsform einer parlamentarischen Monarchie.
 
5 de diciembre 2014 viernes
ARTlandya
Icod de los Vinos
bewölkt   
ein paar Sonnenstrahlen ...
17 ° C temperatura mínima
20 ° C temperatura máximo
  Ich möchte gern sehr alt werden,
  und das so langsam wie möglich.
  Irene Mayer Selznick
 
"Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischt, Wind kräftigt, Schnee erheitert. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur verschiedene Arten von gutem." schrieb John Ruskin irgendwann um 1900.
 
4 de diciembre 2014 jueves
Dia de Santa Bárbara   Barbaratag
ARTlandya
Icod de los Vinos
bewölkt   
teilweise sonnig
16 ° C temperatura mínima
19 ° C temperatura máximo
  Geschichte schreiben ist eine Art,
  sich das Vergangene vom Halse zu schaffen.
  Johann Wolfgang von Goethe
 
Wird da irgendwo gekämpft? Haben wir Krieg? Weder noch, vor der Kirche wurde heute nur die Heilige Barbara, Santa Bárbara, aus dem Schlaf geböllert - mit zwölf ehrenvollen und ziemlich lauten Böllerschüssen! Der Feiertagsmarathon in Icod de los Vinos wurde damit auf jeden Fall stilvoll gestartet!  
Warum ein Feiertagsmarathon? Das ist gar nicht schwer zu verstehen, wenn man weiß, dass heute ganz Santa Bárbara die Fiesta Santa Bárbara feiert, morgen ist zwar ein normaler Tag, aber am 6. Dezember steht der Tag der Verfassung, Día de la constitución, im Kalender. Am 8. Dezember wird weiter gefeiert, denn Maria Empfängnis, Inmaculada Concepción, ist natürlich in Spanien, wie in Österreich, ebenfalls ein Feiertag.
 
Santa Barbara, Icod de los Vinos, Tenerife
 
Doch heute ist erst einmal der Ehrentag der heiligen Barbara - el Dia de Santa Bárbara. Wir leben ja unter ihrem ganz persönlichen Schutz, im Ortsteil Santa Bárbara in Icod de los Vinos. Es ist ein besonderer Teil des Städtchens, denn er liegt geschützt zwischen bewaldeten Hügeln mit freiem Blick auf den endlosen Ozean. Bei guter Sicht können wir am Abend sogar die Lichter der Küste von La Palma beobachten. Der Leuchtturm von Buenavista del Norte blinkt in regelmäßigen Abständen und hoch oben auf dem Hügel bei La Vega leuchtet das rote Licht einer Sendeantenne.
 
Wer war die heilige Barbara eigentlich? Der Legende nach wurde sie von ihrem eigenen Vater geköpft, denn das Töchterlein wollte nicht so leben, wie es sich ihr Erzeuger vorgestellt hatte. Das soll zwar öfter vorkommen, doch zum Glück löscht nicht jeder Vater deshalb das Leben seiner Tochter aus. Kennt ihr die Geschichte des Mädchens mit dem schönen Namen Barbara? Wenn ihr wollt, erzähle ich sie euch. Also, es war einmal ein schönes, junges Mädchen ...
Die heilige Barbara lebte im dritten Jahrhundert nach Christus als Tochter eines reichen Kaufmanns in der heutigen Türkei. Die Legende erzählt, dass sie ein wunderschönes Mädchen war, vom Vater behütet und beschützt wie einen Edelstein. Immer wenn der Händler verreisen musste, schloss er seine Tochter Barbara in einen Turm ein, um sie vor jeder Gefahr zu schützen.
 
ARTlandya, Icod de los Vinos
 
Als er einmal von einer langen Reise heimkehrte, entdeckte er an den Wänden des Turms das Zeichen der Christen, das Kreuz. Barbara war also, trotz Turm, während der Abwesenheit des Vaters Christin geworden und hatte sich taufen lassen. Die Liebe zu seinem Kind schlug beim Vater in Hass um. Barbara sollte sterben.
Barbara konnte vor ihrem Vater in einen Felsspalt fliehen, der sich wie durch ein Wunder vor ihr öffnete. Sie wurde jedoch von einem Hirten verraten und als ihr Vater sie fand schleppte er seine eigene Tocher vor den Richter, dem römischen Statthalter Marcianus.
Sie wurde furchtbar gefoltert, aber ihren Glauben gab so trotzdem nicht auf. Da zog der Vater selbst sein Schwert und tötete seine Tochter. Gott strafte ihn auf der Stelle mit einem Blitzschlag, tötete den Vater und sorgte dafür, dass der ungläubige Mann bald in Vergessenheit geriet.
Seine Tochter aber wurde zur Schutzherrin der Dachdecker, Glockengießer, Bauarbeiter, Kanoniere und Bergleute. In Spanien wird Barbara vor allem als Schutzpatronin der Artillerie verehrt. Die Heilige gilt zwar als Symbol der Wehr- und Standhaftigkeit, warum sie jedoch wirklich als Beschützerin der Artillerie ausgewählt wurde, ist nicht bekannt. Die Verehrung der Heiligen Barbara als Schutzherrin des Militärs ging ursprünglich also von Spanien aus und stammt aus der Zeit der Verdrängung der maurischen Besatzer Südeuropas gegen Mitte des 2. Jahrtausends. Warum die Wahl auf die Heilige Barbara gefallen ist, kann jedoch nicht mehr nachvollzogen werden, es ist einfach so.
Einer Legende nach hat sich, als Barbara auf dem Weg ins Gefängnis war, ein Kirschzweig in ihrem Kleid verfangen. Den nahm sie mit, stellte ihn in einen Becher und gab ihm von dem Wasser, das sie im Gefängnis zu trinken bekam. Genau am Tag ihrer Verurteilung zum Tode begann der Zweig zu Blühen und wurde damit für Barbara ein Zeichen der Hoffnung.
Eine andere Version der Geschichte erzählt, dass die im kalten Winter verdorrten Blüten auf dem Grab der heiligen Barbara genau am Abend des 24. Dezember wieder aufblühten. Dieses Phänomen soll sich alljährlich wiederholt haben.  Seitdem werden am 4. Dezember so genannte Barbarazweige eingefrischt.
 
 
Dass Gehölze durch einen frostigen Reiz von Kälte zum vorzeitigen Blühen gebracht werden können, wurde bereits vor langer Zeit entdeckt. Deshalb kann man die Zweige auch vorsichtshalber kurz in den Tiefkühlschrank legen, dann blühen die Zweige fast mit Sicherheit um die Weihnachtszeit.
In der guten alten Zeit gaben die Mädchen jedem Zweig den Namen eines Verehrers. Je nachdem, welcher Zweig zuerst erblühte, wurde einer von ihnen zum zukünftigen Bräutigam - oder auch nicht! Auch heute glaubt man noch an gewisse Zeichen. Je schöner die Zweige blühen, umso mehr Glück und Segen kann man für das kommende Jahr erwarten. Die Barbarazweige können noch viel mehr!  Wenn man sie ohne Worte abschneidet und dabei an etwas ganz bestimmtes denkt, dann geht dieser Wunsch in Erfüllung. Aber nur, wenn man niemandem davon erzählt!
Um noch einmal auf die Kirschen zurück zu kommen. Auch wenn es überhaupt nichts mit der Heiligen Barbara zu tun hat.
In den guten, alten Zeiten wurden Kirschkerne gerne und oft als eine Art Wärmeflasche verwendet. Zur Zeit der Kirschernte wurden in fast jedem Haus Spucknäpfe für die Kerne der süßen, roten Früchte aufgestellt. Darin wurden die Kirschkerne gesammelt, anschließend ausgekocht, getrocknet und dann in kleine oder große Säckchen aus Leinen eingenäht. Wenn im Winter die Nächte kalt und kälter wurden, erwärmte man sie vorsichtig auf der heißen Ofenplatte und legte sie als Wärmequelle in die frostigen Betten. Die kalten Zehen waren mit Sicherheit sehr dankbar für die angenehme Wärme!
 
3 de diciembre 2014 miércoles
ARTlandya
Icod de los Vinos
bewölkt   
ein paar Sonnenstrahlen ...
17 ° C temperatura mínima
20 ° C temperatura máximo
  Jung ist, 
  wer mehr Träume als Erinnerungen hat.
  von einem unbekannten Autor
 
Blauer Himmel, Sonnenschein - aber unzählige Regenbögen draußen über dem Atlantik. Das klingt zwar wunderschön, aber die Szene hat einen klitzekleinen Haken. Regenbögen sind nämlich eine perfekte Mischung aus Regentropfen und Sonnenstrahlen. Also lautet die einfache Formel "Sonne + Regen = Regenbogen." Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
 
ARTlandya - Puppenmuseum in Icod de los Vinos
 
Was die beiden vor der Linse haben? Soll ich euch zeigen warum Wolfgang so freudig lächelt? Er hat  nämlich gar nicht damit gerechnet, den Teide heute Nachmittag noch zu Gesicht zu bekommen - aber der höchste Berg Spaniens hat den Wolkenschleier beiseite geschoben und hat sich von seiner schönsten Seite gezeigt. Sozusagen als Abschiedsgeschenk für Wolfgang und Marie Laura. Guten Heimflug!
 
Teide von ARTlandya aus gesehen
 
2 de diciembre 2014 martes
ARTlandya
Icod de los Vinos
   
Aprilwetter
17 ° C temperatura mínima
20 ° C temperatura máximo
  Jeder Mensch trägt einen Zauber im Gesicht -
  irgendeinem gefällt er.
  Friedrich Hebbel
 
So wie es im Moment aussieht, wird das Wetter heute nicht besonders spektakulär. Der Himmel ist noch ziemlich dunkelgrau und Wolken verhangen. Das kann sich zwar relativ rasch ändern, aber ich werde die Zeit nutzen und zur Abwechslung einige Stunden am Schreibtisch verbringen. Ehrlich gesagt, meine unbeantworteten Mails beginnen sich seit einiger Zeit zu einem bemerkenswerten Stapel aufzutürmen. Bevor mir die wackelige Konstruktion nun zusammenfällt ist es wohl besser ihn Stück für Stück abzutragen. Also dann - frisch ans Werk!
 
 
Wenn in Österreich das Matschwetter auf der Tagesordnung steht, wenn Väterchen Frost regiert und der Nebel seine grauen Schleier über die braunen Felder legt und die Sicht auf die Sonne verhindert, wenn die Bäume kahl und die Blätter welk werden, beginnt auf den Kanarischen Inseln die schönste Jahreszeit! Mit den ersten, warmen Regentropfen erwachen sogar im Sommer vertrocknete Wiesen zum Leben.
 
ARTlandya, Icod de los Vinos, Teneriffa
 
Überall sprießt frisches Unkraut und die Landschaft beginnt sich in ihrer vollen Schönheit zu präsentieren. Sie schmückt sich zusätzlich mit einer farbenfrohen Blütenpracht, die vom knalligen Pink, Orange oder Violett der Bougainvillea, über leuchtende Hibiskusblüten. Glanzlichter, die in allen Farben bis zu den vielen exotischen Blüten in unzähligen Farbvarianten leuchten. Die Natur zeigt sich von ihrer besten Seite und das ist traumhaft schön!
 
1 de diciembre 2014 lunes
ARTlandya
Icod de los Vinos
bewölkt   
ein paar Sonnenstrahlen ...
17 ° C temperatura mínima
20 ° C temperatura máximo
  Der Mensch - ein Wesen,
  das am Ende einer Woche Arbeit entstand,
  als Gott bereits sehr müde war.  
  Mark Twain
 
Grauer Himmel, Nieselregen - eine trübe Aussicht für unseren freien Tag. Aber die ganze Zeit einfach so verinnen lassen ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Irgendwo müssen wir ja ein paar Sonnenstrahlen einfangen können. Wäre doch gelacht, wenn uns das nicht gelingen würde.
 
Garachico, Teneriffa
 
Wir haben es auch geschafft! Der feine Nieselregen hat am Nachmittag aufgehört und in unserem Nachbarstädtchen haben wir sogar einen Spaziergang bei Sonnenschein machen können.
 
Das Jahr geht zu Ende, der zwölfte Geselle mit dem Namen Dezember übernimmt heute die Regentschaft. Habt ihr schon einen Adventkalender? Nur damit ihr nicht glaubt, bei mir schleicht sich das Rechtschreibteufelchen ein, ganz kurz eine Erklärung für alle "Nichtösterreicher" In Österreich nennen wir ihn Adventkalender oder Weihnachtskalender. Ohne "s" Wir sagen auch nicht Adventszeit, Adventskranz oder Adventsmarkt. Aber das ist ja eigentlich nicht wichtig, oder?
In Österreich und Deutschland findet man diesen vorweihnachtlichen Kalender angeblich in fast jedem Haushalt. Heißt es. Das hängt aber sicher auch damit zusammen, ob es im sogenannten Haushalt Kinder findet oder nicht. Mit Hilfe des Türchenkalenders kann man die Tage bis Weihnachten leichter zählen.
 Wer zählt die Tage bis zum Vierundzwanzigsten? Erwachsene? Oder sind es eher die Kinder, die aufs Christkind oder den Weihnachtsmann warten? Ob das heute noch so viele sind? Bei den Wünschen, die Kinder angeblich haben? Egal, lassen wir diese Frage einfach im Raum stehen. Vielleicht vergeht die Wartezeit bis zur Paketschlacht dadurch doch noch ein klein bisschen schneller? Wenn man es ganz genau nimmt, müsste der Adventskalender ja sowieso Dezemberkalender heißen. Das erste Fensterchen darf man ja nicht am ersten Adventssonntag, sondern erst am 1. Dezember öffnen. Das stört aber sicher niemanden wirklich - heute ist das erste Türchen auf jeden Fall geöffnet.
 
 
Die Ursprünge des Adventkalenders können wir bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen. Die ersten Formen kamen aus dem protestantischen Umfeld. In religiösen Familien wurden nach und nach 24 Bilder  an die Wand gehängt. Bei anderen Varianten wurden 24 Kreidestriche an die Wand oder Türe gemalt. Die Kinder durften dann täglich einen Strich wegwischen. Oder es wurden Strohhalme in eine Krippe gelegt, für jeden Tag einen bis zum Heiligen Abend.
Bekannt sind auch noch die Weihnachtsuhr oder eine Adventskerze, die jeden Tag bis zur nächsten Markierung abgebrannt wurde. Der erste gedruckte Adventskalender wurde aber schon im Jahr 1904 vom Münchner Verleger Gerhard Lang aus Maulbronn produziert. Es bestand aus einem Bogen mit 24 Bildern zum Ausschneiden und einem Bogen mit 24 Feldern zum Aufkleben. Jeden Tag in der Adventszeit konnten die Kinder ein Bild ausschneiden und in ein Feld kleben.
Bis in die 1930er Jahre hatte die lithografische Anstalt von Reichold & Lang in München den Ruf, die kunstreichsten und fantasievollsten Werke auf diesem Spezialgebiet herauszugeben. Ende der 30er Jahre musste Gerhard Lang seinen Betrieb aufgeben. Bis dahin hatte er Adventkalender mit über dreißig verschiedenen Motiven herausgegeben.
Der Zweite Weltkrieg setzte dem Höhenflug des Adventkalenders ein jähes Ende. Grund dafür war die Knappheit des Papiers und das Verbot, Bildkalender herzustellen. Im Dritten Reich wurde der Adventkalender vom Vorweihnachtskalender der Nationalsozialisten unterm Hakenkreuz  und die Christnacht von der Wintersonnenwende abgelöst. Das heutige Aussehen des Adventkalenders geht wahrscheinlich auf einen evangelischen Pfarrer zurück. Er hat die Idee von Lang abgewandelt hat und hinter 24 Türchen Bilder mit Gestalten aus biblischen Geschichten versteckt.
 
 
Ab 1950 wurde er zum Massenartikel. Zu dieser Zeit konnte man die Kalender relativ preisgünstig kaufen. Als Motiv wurden hauptsächlich Szenen aus romantisch verschneiten Städtchen verwendet. Hinter dem größer gestalteten Fenster des 24. Dezember verbarg sich meist eine Krippenszene. Die ersten mit Schokolade gefüllten Kalender gab es dann im Jahr 1958. 
Heute versteckt sich hinter den 24 Türchen neben den Bildchen Schokolade in weihnachtlichen Formen, aber auch Spielzeug oder anderer Krims Krams. Immer öfter werden Adventkalender selbst gebastelt. Wir haben für unsere Kinder jahrelang kleine Päkchen eingepackt. Am Abend vor dem 1. Dezember sind Georg und ich meistens zu zweit im Wohnzimmer gesessen und haben die Minipakerl verschnürt und am Kalender aufgeknüpft. Kleine Schokoladestückchen, Kaubonbons, ab und zu eine kleine Legofigur, etwas Besonderes zum Nikolo oder für einen Adventsonntag. Ist doch schön, wenn man jeden Tag eine andere, kleine Aufmerksamkeit auspacken kann, oder nicht? Irgendwie gehört das zur geheimnisvollen Adventzeit dazu.
Da Adventskalender mittlerweile weltweit vermarktet werden, müssen die Motive auch weltweit verstanden werden. Statt Maria und Josef findet man so inzwischen auch Bären, Puppen, Weihnachtselven und sogar Schneemänner und Bambis. In vielen Städten werden auch regelmäßig die Fassaden bestimmter Gebäude, oft von Rathäusern zu großen Adventskalendern umfunktioniert. Das ist zwar kitschig - aber gerade jetzt in der dunklen Zeit wunderschön.
Fortsetzung folgt - für heute sage ich gute Nacht! ¡Buenas noches, que duermas bien!
Montag  im Advent ...
 
hier geht's zu den vergangenen Einträgen 1. bis 30. November 2014
 
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