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Das Christbäumchen |
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Die Bäume stritten einmal miteinander, wer von ihnen
der vornehmste wäre. |
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Da trat die Eiche vor und sagte: "Seht mich an! Ich
bin hoch und dick und habe viele Äste, und meine
Zweige sind reich an Blättern und Früchten." |
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"Früchte hast Du wohl", sagte der Pfirsichbaum;
"allein es sind nur Früchte für die Schweine; die
Menschen mögen nichts davon wissen. |
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Aber ich, ich liefere die rotbackigen Pfirsiche auf
die Tafel des Königs". |
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"Das hilft nicht viel", sagte der Apfelbaum, "von
deinen Pfirsichen werden nur wenige Leute satt. Auch
dauern sie nur wenige Wochen; dann werden sie faul,
und niemand kann sie mehr brauchen. Da bin ich ein
anderer Baum. Ich trage alle Jahre Körbe voll Äpfel,
die brauchen sich nicht zu schämen, wenn sie auf
eine vornehme Tafel gesetzt werden. Sie machen auch
die Armen satt. Man kann sie den ganzen Winter im
Keller aufbewahren oder im Ofen dörren oder Most
daraus keltern. |
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Ich bin der nützlichste Baum!" |
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"Das bildest du dir nur ein" sagte die Fichte, "aber
du irrst dich. Mit meinem Holz baut man die Häuser
und heizt man die Öfen. Mich schneidet man zu
Brettern und macht Tische, Stühle, Schränke, ja
sogar Schiffe daraus. Dazu bin ich im Winter nicht
so kahl wie ihr: Ich bin das ganze Jahr hindurch
schön grün.
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Auch habe ich noch einen Vorzug. Wenn es Weihnachten
wird, dann kommt das Christkindchen, setzt mich in
ein schönes Gärtchen und hängt goldene Nüsse und
Äpfel an meine Zweige. über mich freuen sich die
Kinder am allermeisten. Ist das nicht wahr"? |
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Dem konnten die anderen Bäume nicht widersprechen. |
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Wilhelm Curtman (1802-1871) |