Adventkalender 2007

 

 

20. Dezember 2007

 

 

Gibt es den Weihnachtsmann wirklich?

Keine bekannte Spezies der Gattung Rentier kann fliegen. Aber es gibt dreihunderttausend Arten von lebenden Organismen, die noch klassifiziert werden müssen. Obwohl es sich dabei hauptsächlich um Insekten und Bakterien handelt, schließt dies nicht mit letzter Sicherheit fliegende Rentiere aus. Doch die hat bis jetzt nur der Weihnachtsmann gesehen.

Es gibt zwei Milliarden Kinder, also Menschen unter achtzehn Jahren auf der Welt.
Aber da der Weihnachtsmann scheinbar keine Moslems, Hindus, Juden oder Buddhisten beliefert, reduziert sich seine Arbeit auf etwa fünfzehn Prozent der Gesamtzahl der 378 Millionen Kinder der Welt.
Bei einer durchschnittlichen Kinderzahl von 3,5 pro Haushalt ergibt das 91,8 Millionen Häuser. Man kann also annehmen, dass in jedem Haus mindestens ein braves Kind lebt.

Der Weihnachtsmann hat einen langen Arbeitstag. Das ergibt sich durch die verschiedenen Zeitzonen. Wenn er von Osten nach Westen reist kommt man auf ungefähr 31 Stunden.
Damit hat der Weihnachtsmann für jeden christlichen Haushalt mit braven Kindern 1/1000 Sekunde Zeit für seine Arbeit.
Parken, aus dem Schlitten springen, den Schornstein hinunterklettern, die Socken füllen, die übrigen Geschenke unter dem Weihnachtsbaum verteilen, alle übrig gebliebenen Reste des Weihnachtsessens vertilgen, den Schornstein wieder hinaufklettern und zum nächsten Haus fliegen.

Angenommen, dass jeder dieser 91,8 Millionen Zielpunkte gleichmäßig auf die ganze Erde verteilt sind - was natürlich, wie wir wissen, nicht stimmt -  erhalten wir auf 1,3 km Entfernung von Haushalt zu Haushalt, eine Gesamtentfernung von 120,8 Millionen Kilometer.
Nicht mitgerechnet sind dabei die Unterbrechungen für das, was jeder von uns mindestens einmal in 31 Stunden tun muss, plus Essen und so einige Dinge.
Das bedeutet, dass der Schlitten des Weihnachtsmannes mit 1.040 km pro Sekunde fliegt. Das ist die 3.000-fache Schallgeschwindigkeit!
Zum Vergleich, das schnellste von Menschen gebaute Fahrzeug auf der Erde fährt mit lächerlichen 43,8 km pro Sekunde. Ein gewöhnliches Rentier schafft höchstens 24 km pro Stunde

Die Ladung des Schlittens führt zu einem weiteren interessanten Effekt.
Angenommen, jedes Kind bekommt nicht mehr als ein mittelgroßes Lego-Sets, so ungefähr ein Kilo schwer, dann hat der Schlitten ein Gewicht von 378.000 Tonnen geladen. Nicht mitgerechnet ist dabei der Weihnachtsmann, der allgemein als übergewichtig beschrieben wird.
Ein gewöhnliches Rentier kann aber nicht mehr als 175 kg ziehen. Selbst bei der Annahme, dass ein fliegendes Rentier das zehnfache Gewicht ziehen kann, braucht man für den Schlitten nicht acht oder vielleicht neun Rentiere.
Man würde 216.000 Rentiere benötigen. Das erhöht das Gewicht - den Schlitten selbst noch nicht einmal eingerechnet - auf 410.400 Tonnen.

410.400 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von 1040 km/s erzeugt einen ungeheuren Luftwiderstand - dadurch werden die Rentiere aufgeheizt, genauso wie ein Raumschiff, das wieder in die Erdatmosphäre eintritt.
Das vorderste Paar Rentiere muss dadurch 16,6 Trillionen Joule Energie absorbieren. Pro Sekunde. Jedes einzelne Tier. Anders ausgedrückt - sie würden praktisch augenblicklich in Flammen aufgehen, das nächste Paar Rentiere wird dem Luftwiderstand preisgegeben, und es würde einen ohrenbetäubender Knall ergeben.
Das gesamte Team von Rentieren würde innerhalb von 5 Tausendstel Sekunden vaporisiert werden.
Der Weihnachtsmann wird währenddessen einer Beschleunigung von der Größe der 17.500-fachen Erdbeschleunigung ausgesetzt. Ein 120 kg schwerer Weihnachtsmann - was laut Beschreibung lächerlich wenig ist - würde an das Ende seines Schlittens genagelt werden. Mit einer Kraft von 20,6 Millionen Newton.

Damit kommt man zu dem Schluss - wenn der Weihnachtsmann irgendwann einmal die Geschenke gebracht haben sollte, müsste er heute tot sein.

Doch ersten kann ein kleines Kind so eine wissenschaftliche Abhandlung noch gar nicht verstehen und zweites ist sie ja auch falsch!

Wo wären wir denn, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe? Wo wären Liebe, Mitgefühl und Nächstenliebe?
Älteste Quellen-Angabe: Carsten Raabe, SPY magazine, Jänner 1990
 

 

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