| |
hier
geht's zu den nächsten Einträgen
16 de enero 2009 |
| |
|
15 de enero 2009 |
|
Donnerstag
-
jueves |
| |
 |
|
Icod de los Vinos |
| heiter bis
wolkig |
|
13 ° temperatura
mínima |
|
17 ° temperatura
máximo |
|
|
wir fahren nach
Santa Cruz |
| |
|
|
|
Leben ist das, was passiert, |
|
während du eifrig dabei bist, |
|
andere Pläne zu machen. |
|
John Lennon |
| |
|
|
| |
|
|
|
|
Das Wetter eines gesamten Jahres in einem Tag! Genauso ist der fünfzehnte Jänner
wettermäßig für uns verlaufen. Um neun Uhr Früh sind wir bei Nebel, la niebla,
und leichtem Regen von zu Hause weg gefahren. Bis Puerto de la Cruz hat es
geschüttet. Zur großen Überraschung hat bei Los Rodeos plötzlich die Sonne über
die Wolken gesiegt. Dabei ist diese Gegend knapp vor La Laguna als
Schlechtwetterzone und Kälteloch bekannt. |
|
Das viel versprechende Sonnenfenster ist allerdings ziemlich schnell wieder von
der Himmelsbühne verschwunden. Über Santa Cruz hängt eine dicke, graue
Wolkendecke und der Wind pfeift anständig durch die Straßen. |
 |
Nach einer Stunde und nach getaner Arbeit verwandelt
sich der trübe Regentag in einen warmen Frühlingstag. Die Sonnenstrahlen kitzeln
uns im Gesicht und wir finden in einem Park ein sonniges Plätzchen unter einem
Sonnenschirm.
Na ja, wenn Engel unterwegs sind
reisen, muss es ja so sein - sagt man zumindest im Volksmund. |
 |
Den kleinen Hund hat es nicht gestört, aber er war auch warm eingepackt und kam
anscheinend frisch vom Haardesigner. Von da an hat sich Petrus für Aprilwetter
im Jänner entschieden.
Ein Regenschauer hat lauen Nieselregen und
strahlenden Sonnenschein abgelöst. Wer der heutige Tagesieger geworden ist?
Keine Ahnung - die Abwechslung hat bis zu unserer Abfahrt angehalten. |
 |
|
Immerhin, haben wir es geschafft trocken zum Auto zu kommen - den Regenschirm
haben wir nämlich dort zurück gelassen. Als wir vom Parkplatz Richtung
Innenstadt gegangen sind hat die Sonne vom Himmel gescheint. Verabschiedet hat
sich der Wetterzuständige von Santa Cruz dafür mit einem wunderschönen, doppelt
angelegten Regenbogen. |
Die Heimfahrt war aus heutiger Sicht sehr spannend.
Es hat sich vor jeder Kurve eine interessante Frage gestellt. Wie sieht es
hinter der nächsten Küsteneinkerbung aus?
Das Orotavatal, Valle de Orotava, Humboldts
Lieblingsplatz der Insel, ist wie so oft unter grauen Wolken versteckt gewesen -
aber zu Hause sind wir mit sommerlichen Wetter begrüßt worden.
So ein Inseltag kann ganz schön spannend sein, oder? |
|
Ein Inselleben der anderen Art könnte angeblich
jedermann in Australien kennen lernen. Sogar noch mit fürstlicher Bezahlung fürs
fast nix tun!
|
Eigentlich ist es ja nur eine ziemlich witzige Werbeaktion. Es ist Winter und
die Wirtschaftskrise geistert durch alle Köpfe Medien. Deshalb trifft das Angebot für den
angeblich besten Job der Welt wohl genau den Nerv vieler Menschen. Das Angebot
klingt ja nicht schlecht -
sechs Monate auf einer Trauminsel inklusive allem Komfort und für zwölf Arbeitsstunden
im Monat über 13.000 Euro Gehalt als Draufgabe.
|
| Inselwart im Great Barrier Reef. |
|
Im australische Bundesstaat Queensland - gibt es den
zur Zeit angeblich besten Job der Welt.
|
|
Sie wohnen auf der "Island Caretaker" in einer Villa
- am Rande einer Schlucht mit phantastischen Ausblick. (drei Zimmer
und eingener Pool) Eine Jacht, Jet-Ski und ein Golfbuggy stehen
ebenfalls zur Verfügung.
|
Was müssen Sie dafür tun:
- ein Insel-Tagebuch führen und im Internet berichten
- durch das Great Barrier Reef reisen
- jedes mögliche Abenteuer auszuprobieren
- Fragen von Journalisten beantworten |
Wie kommen Sie an den Job:
- bis spätestens 22. Februar mit einem Video auf der Homepage
www.islandreefjob.com bewerben.
(Hinweis: öfter probieren - hoher Andrang)
|
|
Die elf interessantesten Kandidaten werden im Mai
auf Hamilton-Island geflogen, wo sie sich dem letzten Auswahltest
unterziehen. Gehalt für 6 Monate = 150 000 Dollar (ca. 72 000 Euro)
|
|
Quelle: GoMoPa |
|
|
Das beste Geschäft macht allerdings der australische
Fremdenverkehrsverband.
|
Die Anzahl der Arbeitsstunden soll sich auf
etwa zwölf Stunden pro Monat belaufen - nicht pro
Tag wohl gemerkt - zumindest laut Schätzung des
australischen Fremdenverkehrsverbandes. Dazu gehört das Füttern von Schildkröten und
das Beobachten von Walen zum Beispiel. Na mehr wird sich in zwölf Stunden ja
auch nicht ausgehen. Dafür gibt umgerechnet 80.000 Euro
Pauschallohn. Das sind monatlich 13.333 Euro.
Anreise und Spesen werden selbstverständlich
ebenfalls bezahlt. |
Für die Touristiker der ehemaligen Strafkolonie Englands lohnt es sich jedoch allemal, einer Person einen
sechsmonatigen Urlaub und Bargeld noch dazu zu schenken. Bereits jetzt ist die
Werbewirkung unbezahlbar, dabei kommt die Kampagne in achtzehn Ländern gerade erst in
Schwung.
Das Auswahlverfahren für den Job findet Schritt für
Schritt, poco a poco, unter den Augen der Öffentlichkeit statt. Die elf
letzten Bewerber müssen Anfang Mai zu einer Art Realityshow auf die Insel. Einer
von ihnen tritt am 1. Juli den Job an. Ob diese Reise der Fremdenverkehrsverband
von Australien auch bezahlt? Das steht in den Sternen. |
Ab dann trägt das Projekt für die australischen
Touristiker noch mehr Früchte, denn der Auserwählte
muss über das Inselleben in einem Blog mit
Unterstützung von Videos sowie Fotos berichten und Journalisten Rede und Antwort stehen - kurz
gesagt:
er soll allen Daheimgebliebenen sechs Monate lang den Mund wässrig machen. Dabei wünsche
ich dem Gewinner viel Vergnügen! Hoffentlich ereignen sich auf diesem kleinen
Eiland genügend Abenteuer - auf historische oder gar
kulturelle Ereignisse wird der Inselträumer wohl
nicht urück greifen können. |
Schüchterne Leute sind - so nebenbei bemerkt -
nicht erwünscht, ebenso keine Nichtschwimmer. Die Bewerber sollten zusätzlich
Qualitäten im Umgang mit dem Internet und ein Faible für die freie Natur haben.
Eine Vorliebe für Schnorcheln und Tauchen sowie exzellente
Kommunikationsfähigkeiten wären ebenfalls von Nutzen Vorteil.
"Der Gewinner muss das Meer lieben, die Sonne und die Natur", sagte auch Anthony
Hayes vom Tourismusbüro der australischen Region Queensland. "Und er muss von
Zeit zu Zeit auch mit Journalisten sprechen, deshalb darf er nicht schüchtern
sein." |
Na, wäre das nichts für euch?
Für mich nicht.
Ich schreibe mein Tagebuch lieber auf
unserer selbst ausgewählten, kleinen Insel im Atlantik. Hier gibt es weder Haie noch irgendwelche
giftigen Schlangen oder Spinnen - keine Krokodile und tödlichen Qualen.
Die
Bezahlung wäre allerdings nicht schlecht - aber man kann leider nicht alles auf
einmal haben. Ich habe lieber den Spatz in der Hand, als für sechs Monate die
Taube auf dem Dach. |
|
Falls sich jemand genauer informieren möchte - hier sind noch einige treffende
Internetadressen. |
|
|
|
|
| |
|
14 de enero 2009 |
|
Mittwoch
-
miércoles |
| |
 |
|
Icod de los Vinos |
| heiter bis
wolkig |
|
13 ° temperatura
mínima |
|
17 ° temperatura
máximo |
|
|
für heute alles
geschafft |
| |
|
|
| |
|
Eine Übung, |
|
die von Kopf bis Fuß erfrischt, |
|
ist das Anheben der Mundwinkel. |
|
Else Pannek |
| |
|
|
| |
|
|
|
|
Ein heller Sternenhimmel, un cielo estrellado, beim Schlafen gehen,
wolkenloser Himmel in der Früh und jetzt scheint die Sonne vom blauen Himmel.
Die Gartenarbeit, el trabajo en el jardín, kann also zügig weitergehen. |
Jetzt zahlt es sich aus, dass wir einige Pflanzen
einfach irgendwo dazwischen gepflanzt haben. Im Freiland wachsen gleich um
einiges schneller als im Blumentopf. Heute haben wir den Vorteil wahre
Prachtexemplare umsetzen zu können.
Georg muss zwar die Schaufel und ab und zu auch den
Pickel schwingen aber dafür sieht es danach aus, als ob die Sträucher immer dort
gestanden wären. |
|
|
| |
|
13 de enero 2009 |
|
Dienstag
-
martes |
| |
 |
|
Icod de los Vinos |
| heiter bis
wolkig |
|
13 ° temperatura
mínima |
|
19 ° temperatura
máximo |
|
|
Gartenarbeit
die zweite Vorstellung |
| |
|
Was du bist, hängt von drei Faktoren ab: |
| Was du geerbt hast, |
|
was deine Umgebung aus dir machte |
|
und was du in freier Entscheidung
|
|
aus deiner Umgebung und deinem Erbe gemacht
hast. |
|
Aldous Huxley |
| |
|
|
| |
|
|
|
Das Wetter ist so so lala. Vereinzelt sind Wolken am Himmel, die Sonne hat Kraft
- aber die Luft ist noch kühl. Perfektes Wetter für unsere Gartenarbeit.
Wir kommen nicht ins Schwitzen und unsere
umgesiedelten Pflanzenkinder lieben solche Wetterverhältnisse so wieso. |
 |
|
Diesen Hügel werden wir heute verschönern. Wir bepflanzen eine Art Steingarten
mit Aloen, Kakteen, verschiedenen Arten von Hauswurz. |
 |
Diese Riesenhauswurz, Aeonium, links stammt aus der Gegend von La Guancha,
die vielen Aloen haben wir selbst vermehrt.
Von zwei unserer Mutterpflanzen haben wir
fast zwanzig Jungpflanzen abtrennen können. Eine schöne Ausbeute, oder? Eine
Anzahl von Pflanzen, die für heute genau richtig bemessen war. In einigen Wochen
ist die Bepflanzung perfekt angewachsen und wird eine Augenweide sein! |
|
Morgen wird weiter begrünt. Lasst euch überraschen. |
 |
|
Ach ja, die Mandelbäume, los almendros, beginnen zu blühen. Heute habe
ich die ersten geöffneten, zartrosa Blüten entdeckt. Unzählige Knospen, los
capullos incontable, sind knapp vor dem Aufplatzen. In einigen Tagen werden
sich die Mandelbäume in einen weißen Blütentraum verwandeln. |
Der scheidende Präsident Bush hat sein Resümee gezogen. Er war aus
seiner Einschätzung n den acht Jahren seiner Amtszeit sehr erfolgreich
- leider habe er im Iran keine Massenvernichtungswaffen gefunden. Kein Wunder,
G. W. Bush hat auch keinerlei Kriegserfahrung, er hat sich erfolgreich vor dem
Vietnamkrieg drücken können - übrigens
mit Hilfe des Vaters. |
Der Rest der Welt sieht die Erkenntnis von Mister
President zwar wahrscheinlich ein
bisschen anders, aber wen stört das schon? Die Geschichte hat schon andere
selbstgefällige Typen verkraftet verkraften müssen. Mit dem
Sturz irgendwelcher Statuen hat sich in der Vergangenheit Geschichte der Welt
noch nie etwas verändert.
|
Im Grunde genommen wurde dieser arme Mensch doch nur dafür missbraucht,
das Werk seines gescheiterten Vaters zu Ende zu führen. Ohne wenn und aber.
Vater Bush hat den ersten Golfkrieg vermasselt und nur deshalb war der Sohn gut
genug dafür, diesen Makel auszulöschen.
Und so nebenbei, konnte der Familienclan einen
guten Patzen Dollars in die Privatschatulle schaufeln.
|
Nur aus diesem Grund wurde der Junior, höchst peinlich, mit
wenigen möglicher Weise
gefälschten Stimmen Vorsprung nach endlosem Auszählen von maximal
fünfundzwanzig Prozent der wahlberechtigten US-Bürger zum Präsidenten gewählt.
Wir haben dieses Märchen vor vielen, vielen Jahren auf Bali miterlebt.
Wenn es den
Film oder das Buch "die unendliche Geschichte" noch nicht gegeben hätte - damals
wäre ihre Geburtstunde gewesen.
|
Die Katastrophe als Chance! Vor Jahren wurde der elfte September dafür benutzt -
die heutige Krise ist ja lediglich das relativ unspektakuläre Rest
Ende der Aktion!
Eine Finanzkrise, die eigentlich nur Spekulanten und Finanzverbrecher betrifft.
Zahlen soll dafür aber Otto Normalverbraucher! Alle anderen sanieren sich
erhobenen Hauptes. Sie fühlen sich keiner Schuld bewusst, ihre goldenen Schäfchen
haben sie
schon längst in Sicherheit gebracht.
|
Bush Senior, der Übervater der amerikanischen Nation hätte ja noch ein weiteres
Blatt im Ärmel. Einen Erfolg versprechenden Sohn hat er für die nächste
amerikanische Wahl noch anzubieten.
Sein Name? Fällt mir im Moment nicht ein. |
Ich glaube nicht, dass die Welt noch eine Art Ritter von der traurigen Gestalt
verkraften könnte. Dieser Part wird bereits Don Quixote de la Mancha seit
1605 besetzt beansprucht. |
Zwischen G. W. Bush und Don Quijote gibt es allerdings sowieso einen
gravierenden Unterschied. Der sagenhafte Spanier hat zwar als Narr gelebt, doch
stirbt er am Ende als Weiser. Er sieht seine Dummheit und Verblendung ein und
schlummert als guter Christ und kluger Mensch sanft hinüber.
Diese Erkenntnis können wir vom jetzigen
Staatsoberhaupt der USA nicht erwarten. |
|
|
| |
|
12 de enero 2009 |
|
Montag
-
lunes |
| |
 |
|
Icod de los Vinos |
| heiter bis
wolkig |
|
10 ° temperatura
mínima |
|
15 ° temperatura
máximo |
|
|
Gartenarbeit
den ganzen Tag lang |
| |
| |
| Ich bin wie alle Menschen: |
|
Ich sehe die Welt so,
|
|
wie ich sie gerne hätte, u |
|
und nicht so, wie sie tatsächlich ist. |
|
Paulo Coelho |
| |
|
|
| |
|
|
|
Wochenbeginn - der Alltagstrott, el dia normal, hat uns wieder fest im
Griff, es muy mañosa. Es geht weiter - wie immer. Auf der
einen Seite zum Glück, auf der anderen Seite muss ich sagen, dass es einmal sehr
erholsam wäre, wenn es wenigstens im Geiste ein paar Austage gäbe. Gibt es aber
leider nicht. Es muss wohl so sein und soo übel ist der Zustand ja auch nicht.
Aber ab und zu wünsche ich mir eine ganz normale Wohnung mit Zimmer, Küche
Kabinett und als Draufgabe vielleicht noch ein Badezimmer mit Wanne. Klingt das
unbescheiden? |
Nein, so wie die Situation zur Zeit ist, wendet sich alles zum Besseren.
¿De qué se trata? Es
handelt sich nur mehr um Monate.
Dann wird von heute auf morgen alles so
funktionieren, wie wir es uns vorstellen. Diese Behauptung mag zwar im
Moment ein bisschen naiv klingen - ist es aber nicht! Ihr werdet es sehen! |
|
Deshalb nichts wie ab in die Botanik, die Palmen wollen geschnitten werden und
sonst sind auch noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen. |
|
|
| |
|
11 de enero 2009 |
|
Sonntag
-
domingo |
| |
 |
|
Icod de los Vinos |
| sonnig aber
kühl |
|
10 ° temperatura
mínima |
|
15 ° temperatura
máximo |
|
|
wir haben heute
viel vor ... |
| |
| |
| |
|
Hunde blicken zu uns auf,
|
|
Katzen schauen auf uns herab
|
|
und Schweine behandeln uns als
Gleichgesinnte. |
|
Winston Churchill
|
| |
|
|
| |
|
|
|
Der Sonntag beginnt mit relativ grauem Himmel, aber schon während unseres
gemütlichen Frühstücks wird es immer schöner. Die Luft ist zwar noch kühl, aber
das Wetter verlockt zu einem Ausflug.
Also machen wir uns auf den Weg zu neuen
Abenteuern! |
 |
|
Wir entscheiden uns für eine Fahrt in die Hügel oberhalb von La Guancha. In
dieser Gegend sind wir vor einem Jahr bereits einmal kreuz und quer durch die
Landschaft gefahren, heute suchen wir uns eine neue Straße. Es gibt einige,
kleine Wege in dieser Gegend - zumindest laut Straßenkarte. |
|
Wir wählen die Abzweigung nach der Kirche von La Guancha und fahren auf
einer relativ breiten, asphaltierten Straße eine Etage höher im Straßennetz der
Insel. Rund um uns sehen wir Terrassen ohne Ende. Auf den meisten Äckern ist die
Erde bereits umgepflügt und vermutlich sind der Großteil davon mit Kartoffeln
bepflanzt worden. |
 |
|
Nach kurzer Zeit gelangen wir auf die Hauptstraße TF 344, die durch das Gebiet
von La Guancha über San Juan de la Rambla nach Icod Alto und weiter nach
Los Realejos führt. Eine wunderschöne, ländliche Gegend. An vielen Stellen
treffen wir auf ganze Arbeitstrupps. |
Genau genommen handelt es sich dabei meistens um
Familien, in denen alle Mitlieder zusammen helfen, um die kleinen und großen
Äcker zu bearbeiten und zu bepflanzen. Den selben Zusammenhalt gibt es dann
natürlich auch beim Unkraut jäten und bei der Ernte.
So eine Großfamilie könnten wir auch ab und zu
gebrauchen. |
 |
|
In Icod Alto machen wir noch einen kleinen Abstecher auf einem steilen
Weg Richtung Meer. Zuerst fahren wir am obligaten Fußballplatz vorbei und
anschließend sehen wir einen kleinen Dorffriedhof, el cementerio. Ich
kann natürlich nicht widerstehen, die Eingangstüre steht offen und in den
Nachmittagsstunden herrscht ein reges Kommen und Gehen. |
 |
|
Auf diesem Gottesacker ist zwischen den typischen Gräberzeilen auch Platz für
einige Holzkreuze in der Erde. Ob das wohl eher Armengräber sind? Auf den
meisten Holzkreuzen ist lediglich mit Lack ein Name drauf geschrieben. Kein
Geburtsdatum, kein Sterbedatum - und doch - bei den meisten, schon ziemlich
verwitterten Kreuzen, la cruz, stehen frische Blumen davor. |
Aber jetzt nichts wie ab nach Hause.
Wir haben beide Hunger bekommen und freuen
uns aufeinen gemütlichen Sonntagabend. |
|
In der vergangenen Nacht stand der volle Mond am Himmel. Draußen war es auch ohne
Straßenbeleuchtung taghell - und ich habe wunderbar geschlafen. In den
Morgenstunden wollte ich den Vollmond fotografieren, es ist mir leider nicht
gelungen. Innerhalb einiger Minuten hat er sich hinter irgendwelchen diffusen
Wolken versteckt. |
Okay, kein Bild vom vollen Mond - dafür hat mich der vermeintliche
Weihnachtsbraten, sprich Gockelhahn, unseres Nachbarn geschlagene zwei Stunden
so halbwegs wach gehalten. Der Typ glaubt wirklich, das irgendjemand auf sein
Kikerikie steht. Ich nicht - und seinen weiblichen Untertanen
Hennen ist er auch relativ egal. Er kommuniziert anscheinend mit irgendwelchen
Artgenossen in der näheren Umgebung.
Daheim ist er logischer Weise sowieso der
Hahn im Korb, sprich ein Macho. |
|
Irgendwann werde ich ihm den Hals umdrehen - es ist nur mehr eine Frage der
Zeit. Entweder sein Besitzer, oder die Gerechtigkeit schlägt zu. Wir schlafen ja
bei offenem Fenster und sind somit die ersten Zuhörer seiner musikalisch
Darbietungen. Sein Besitzer verbringt die Stunden der Träume bei geschlossenen
Fensterflügeln und kommt so überhaupt nicht in den Genuss der Arien seines Stars
im Hühnerstall. Leider. Ich bin mir sicher, dass dieser impertinente Gockel
seine letzte Stunde schon vor vielen, vielen Tagen erlebt hätte. |
|
Das ist aber nur meine persönliche Einstellung, ein Bewohner von Ghana würde mir
mit erhobenen Ziegefinger seine traditionelle Volksweisheit vermitteln - wenn du den Hahn
einsperrst, geht die Sonne doch auf - und damit hätte er wahrscheinlich den
Nagel auf dem Kopf getroffen. Ein intelligenter Mensch lässt sich nicht von so
einem stolzen, wenn auch aus vollem Hals krächzendem Vogel aus dem Hühnerhof stören
lassen. Über
diesen Einflüssen oder akustischen Störungen steht man - oder doch nicht? |
Passend dazu ist hier noch eine kleine Gute Nachtgeschichte
mir hat sie gefallen. |
|
Es war einmal ein alter Mann, der hieß Pettersson. Der war oft so allein, dass
er sich am Morgen am liebsten die Decke über den Kopf gezogen hätte und
verschwunden wäre. |
|
Bis seine Nachbarin ihm einen Pappkarton bracht, auf
dem "Findus
grüne Erbsen" stand. Drinnen waren aber keine grünen Erbsen. Drinnen war ein
Kater, der noch so klein war, dass er Platz in Petterssons Hand hatte. Jeden
Abend las er ihm Geschichten vor. Und eines Tages war es so weit: Der Kater
sprach seine ersten Worte. "So eine Hose möchte ich auch haben", sagte Findus.
Was für einen wunderbaren Kater er doch hatte!
|
Seit der Hahn Caruso auf dem Hühnerhof Einzug
gehalten hat, war bei Pettersson und Findus nichts mehr so wie früher.
Alle Hühner hatten nur noch Augen für den
eingebildeten Hahn. Genau so einer hat ihnen noch
gefehlt.
|
Findus verstand die Welt nicht mehr. Hat er die
Hühner nicht immer gut unterhalten und ihnen immer so schön
die Zeit vertrieben? Wozu brauchten die dummen Hühner auf einmal einen Hahn?
Und
dann erst diese ständige Kräherei. Das fing schon in aller Früh an, und dann
hörte das den ganzen Tag nicht mehr auf. Wieder und wieder und immer
noch einmal! Gab es denn wirklich nichts, womit man dem Hahn das Krähen abgewöhnen
könnte?
Ob Petterson das Problem lösen konnte?
|
|
|
| |
|
10 de enero 2009 |
|
Samstag -
sábado |
| |
 |
|
Icod de los Vinos |
| heiter bis
wolkig |
|
10 ° temperatura
mínima |
|
15 ° temperatura
máximo |
|
|
| |
wird Zeit, dass es
wärmer wird |
| |
|
Nichts auf der Welt |
|
ist so gerecht verteilt wie der Verstand. |
|
Denn jedermann ist überzeugt,
|
|
dass er genug davon habe. |
|
René Descartes |
| |
|
|
| |
|
|
|
In der Nacht hat es ordentlich geregnet und der Teide ist tief verschneit. Es
scheint zwar die Sonne, die Luft ist aber trotzdem ziemlich frisch und wenn der
Wind weht wird es ungewöhnlich kalt.
Brrr... es war schon wärmer um diese Zeit!
Immerhin - Schnee schaufeln müssen wir nicht, da sind wir eindeutig besser dran
als die Bewohner von Madrid. |
|
Der Winter, el invierno, verschont auch sonnenverwöhnten Kanarischen
Inseln nicht. Väterchen Frost macht zur Abwechslung heuer Urlaub auf den Inseln
nahe der afrikanischen Küste. Laut Meteorologen, los meteorólogos, soll
es sogar der kälteste Winter seit fünfunddreißig Jahren sein. |
 |
Der Anblick ist jedoch wunderschön.
Vor allem, wenn es vor der eigenen Haustüre
grünt und blüht, die Tomaten und die Erdbeeren täglich reif werden und der grüne
Salat und Paprika von Tag zu Tag größer werden. Heute sogar ohne Gießwasser,
Petrus hat die Arbeit in der Nacht für mich erledigt. |
|
|
| |
|
9 de enero 2009 |
|
Freitag -
viernes |
| |
 |
|
Icod de los Vinos |
| wolkig und
regnerisch |
|
12 ° temperatura
mínima |
|
18 ° temperatura
máximo |
|
|
hab ich alles
erledigt? |
| |
| |
|
|
|
Talente finden Lösungen,
|
|
Genies entdecken Probleme. |
|
Hans Krailsheimer |
| |
|
|
| |
|
|
|
Grau in grau präsentiert sich der Himmel heute Früh.
Es kann also im Laufe des Tages nur noch
besser werden! |
|
So wie es aussieht, wird sich am Wetter heute nicht viel ändern. Es ist warm,
windstill aber der Himmel ist Wolken verhangen. Die Wolke von gestern hat schon
die richtigen Signale gesendet - schlechtes Wetter! Doch uns geht es gut, ich
habe soeben eine Meldung gelesen, dass der Flughafen in Madrid auf Grund von
Schneestürmen geschlossen worden ist. Aber das ist nichts außergewöhnliches im
Jänner. Zu dieser Zeit ist es in dem Gebiet von Spanien einfach kalt, stürmisch
und meistens ziemlich verschneit. ¡Qué frío en Madrid! |
Zwei Uhr Mittag - es hat zu regnen begonnen und
daran wird sich nicht mehr viel ändern. Es regnet sich ein, es erinnert mich
fast ein wenig an den berühmten Salzburger Schnürlregen.
Sanft und windstill - das Unkraut
die Wildkräuter werden jubeln! |
Zur Zeit arbeite ich an einem Artikel, warum und
wieso wir unser Projekt gerade hier auf diese kleinen Vulkaninsel verwirklichen
wollen. Wenn man dann so vor sich hinschreibt und Für und Wider näher
beleuchtet, begibt man sich schon auf ein sehr emotionales Terrain. Aber so
spielt das Leben, es gibt immer ein Auf und ein Ab.
Was dazwischen liegt ist eine lange Geschichte, die
noch immer nicht zu Ende gelebt ist, doch diese Geschichte möchte ich ein paar
Seiten später erzählen.
|
|
Die Heiligen Drei Könige haben uns gestern verspätet mit einem Paket beglückt.
|
 |
Nein im Ernst, es war
der Paketzusteller von Icod, der uns einen großen Karton mit vielen, vielen
Päckchen gebracht hat.
Am Abend haben wir eines nach dem anderen ausgepackt
und eine Delikatesse nach der anderen entdeckt.
|
|
Nachdem wir beide sehr patriotisch sind - zumindest
im Bezug auf unsere Bräuche und Gewohnheiten - bedanken wir uns bei
unserem Christkind!
|
|
Eine kleine Bemerkung noch so nebenbei - der künstlerisch, gestaltete Weihnachtsmann
stammt aus der Feder
unseres Töchterleins - und ist einsame Spitze!
|
Deshalb habe ich die Zeichnung auch eingescannt und
möchte sie euch zeigen.
Ich bin mir hundert Prozent sicher, dass niemand
sonst eine so schöne Weihnachtskarte bekommen hat. Man muss einfach
schmunzeln wenn man dieses Gesicht sieht. Christina, damit ist dir
ein Volltreffer gelungen.
Danke! |
|
Die asiatischen Gewürzmischungen werde ich in nächster Zeit austesten und dir
die Erkenntnisse darüber mitteilen. Aber einen frischen, warmen Brownie würden wir mit dir und Michael gerne teilen.
Vielleicht habt ihr ja
einmal Zeit? Meldet euch einfach :o) |
|
|
| |
|
8 de enero 2009 |
|
Donnerstag -
jueves |
| |
 |
|
Icod de los Vinos |
| die Sonne
lacht vom Himmel |
|
12 ° temperatura
mínima |
|
18 ° temperatura
máximo |
|
|
Gartenarbeit ist
heute angesagt |
| |
| Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine, |
|
kürzt die öde Zeit,
|
|
und er schützt uns durch Vereine
|
|
vor der Einsamkeit. |
|
Joachim Ringelnatz |
| |
|
|
| |
|
|
|
 |
|
Ein wunderschöner, sommerlicher Tag. Blauer Himmel
und Sonnenschein von morgens bis abends. |
Das Einzige, was mich ein bisschen irritiert ist diese besondere Wolke, die sich
über den Teide schmiegt. Im Normalfall ist diese Form der Wolkengebilde ein
Zeichen für kommendes schlechtes Wetter.
Na ja, das muss ja nicht immer so sein.
Ausnahmen bestätigen schließlich die Regel, la excepción confirma la regla. |
 |
|
Gartenarbeit bei dieser Aussicht - na, wäre das nichts für euch? |
Dunkelblaues Meer so weit das Auge reicht, hasta
donde alcanza la vista. Dazu laue Luft, das Glockenspiel, el carillón,
der Kirchenglocken von Santa Bárbara, Kinderlachen aus dem Schulhof unter uns
und als kleines Härchen in der Suppe Unmengen von Unkraut. Hoppla, wie schreibt
man das jetzt wirklich richtig? Häärchen, Härchen oder gar Häarchen?
Laut Duden ist Härchen korrekt, also bleibe ich
auch dabei! |
|
Apropos Unkraut vergeht nicht, bicho malo nunca
muere. Unkraut ist alles, was nach dem Jäten wieder wächst. Da stellt sich
des öfteren eine komplett unsinnige, aber doch logische Frage - soll ich dieses
Grünzeug gießen oder roden?
|
Zu meinem eigenen Schutz werde ich diese wild wachsenden Kräutlein jetzt einfach
in Wildkräuter umbenennen. Positive Einstellung nennt man so eine Aktion.
Jäten werde ich wohl trotzdem müssen -
leider! |
Die teuersten Pflanzen kann man ganz locker
vernichten. Entweder sie bekommen zu viel Wasser - oder zu wenig. Sie sind für
den vorbestimmten Standort, den man aus Dekorationszwecken ausgewählt hat,
einfach nicht geeignet. Entweder vertragen sie keine Morgensonne oder sie sind
allergisch gegen die heiße Mittagssonne. Sie sollen müssen
sonnig stehen - aber sie vertragen keine direkte Sonne.
Den Platz muss man in seiner Wohnung oder dem Garten
erst einmal finden. Bei dieser Schnitzeljagd sind nicht einmal die Erkenntnisse
von Feng Shui hilfreich!
|
Das Unkraut, Verzeihung, die Wildkräuter verhalten
sich in diesen geforderten Situationen komplett kontraproduktiv. Sie gedeihen
und wuchern an jeder nur erdenklichen Stelle. Eines ist allerdings sicher. Ohne
Regen gibt es keine grüne Landschaft und ohne wild wachsenden Pflanzen keine
blühende Vielfalt. Was wir selbst für uns haben wollen, können wir ja selbst
entscheiden. Ich bin mir allerdings sicher, dass ich selbst
lieber Sauerklee ins Jenseits befördere, bevor ich in einer Stein-, Sand- oder
Kakteenwüste leben möchte!
|
Man könnte dieses Thema sogar auf die politische Spielwiese verlagern.
Oskar Kokoschka hat einmal gesagt: "Unkraut ist die
Opposition der Natur gegen die Diktatur der Gärtner." Doch ich glaube, es wäre
sinnlose Liebesmühe, dieses Unterfangen in Angriff zu nehmen. Unsere
zeitgenössischen Lebenskünstler Politiker könnten mit dieser
sinnigen Aussage rein gar nichts mehr anfangen.
Der Bildungsgrad der handelnden Darsteller der
politischen Szene liegt dafür einfach zu tief. |
|
Themenwechsel - der Fasching, el carnaval, hat begonnen. Laut Kalender
zwar bereits am 11. 11. des vergangenen Jahres, aber nun beginnen die Blüten zu
blühen. |
|
Villach und im Besonderen die Villacher Narren haben ein neues Faschingsthema!
Rauchen ja oder nein? |
| "Närrischer Streit um blauen Dunst. Lei losn heißt es in Villach
auch beim Rauchverbot. Magistrat will Rauchen bei Faschingssitzungen
durch Gesetzesübertretung erlauben. |
| Wahrscheinlich den besten Faschingsscherz liefert Villach
bereits vor der ersten Lei-lei-Sitzung: Der Magistrat will den
Veranstaltungssaal im Congress Center Villach mit tausend
Sitzplätzen kurzerhand zum Nebenraum erklären, um mit dieser
absurden Finte das Rauchen bei den Faschingssitzungen zu erlauben." |
| © Zitat
Kleine Zeitung
vom 7.1.2009 |
|
Eines wird mir mit jedem Tag und jeder Nachrichtensendung klarer - auch falls irgendwo Rauch die Luft trüben sollte -
ausbaufähige Themen werden in diesem Jahr sowohl die Medien als auch diverse
Spezialisten und selbst ernannte Fachleute am endlosen Band zur Auswahl haben.
Tut's der Rauch nicht, sucht und findet
Fachmann man die Krise. Falls sich diese
verflüchtigen sollte, hätten wir noch den Klimawandel und das Wetter im Angebot! Also - nur zugreifen -
wir befinden uns im globalen Selbstbedienungsladen. Am Ende des Jahres werden wir dann
feststellen können, welches neue Unwort wir uns merken sollten. |
|
|
| |
|
7 de enero 2009 |
|
Mittwoch -
miéroles |
| |
 |
|
Icod de los Vinos |
| heiter bis
wolkig |
|
12 ° temperatura
mínima |
|
18 ° temperatura
máximo |
|
|
der Alltag
hat uns wieder |
| |
| Das Glück ist süß wie Kuchen, |
|
und
schön wie ein Gedicht. |
|
Du musst es aber suchen. |
|
Sonst findet es Dich nicht. |
|
© Frantz Wittkamp
|
| |
|
|
| |
|
|
|
Der normale Alltag greift langsam aber sicher nach uns. Die Zeiten der Feiertage sind
noch nicht endgültig vorbei - aber fast. Egal, bei uns läuft wieder
fast alles
seinen geregelten Weg. Am Vormittag haben wir einen Termin um unsere
Steuerunterlagen abzugeben und danach werden wir die Gelegenheit beim Schopf
packen, aprovechar la ocasión, um vielleicht zum halben Preis zu Arbeitsschuhen zu kommen. Ab heute
beginnt auf der Insel der Winterschlussverkauf, las Rebajas de
Invierno, und das heißt, dass man so
ziemlich alle Artikel die man so brauchen kann zum halben Preis erstehen kann. |
Also dann - drückt uns halt einmal die Daumen. Ich bin zwar kein Abverkaufsfan,
genau gesagt bin
ich weder ein Einkaufsfanatiker noch ein Schnäppchenjäger,
aber wenn sich schon la ocasión, die Gelegenheit, bietet, sollte man auch nicht wegschauen! |
|
Georg hat in Puerto de la Cruz neue Arbeitsschuhe bekommen und ich bin auch
fündig geworden. Zwei T-Shirts waren meine Beute! Genau die Farben, die ich
gesucht habe und beide zusammen zum heißen Preis von neun Euro! |
|
Die Sonne hat ihre wärmenden Strahlen vom Himmel
geschickt und wir haben eine kleine Pause an der Promenade eingelegt. Den Rest
des Einkaufes wollten wir sowieso ein paar Kilometer weiter erledigen. Auf dem
Weg zum Meer habe ich heute einmal Eindrücke der anderen Art eingefangen.
|
 |
Puerto de la Cruz hat nicht nur ein Gesicht -
hier ein paar Beispiele davon. Wie sieht es denn da aus? Eine ziemlich skurrile
Penthauswohnung - oder ist es nur eine Mülldeponie über den Dächern der Stadt?
Die Wohnung scheint für seine Besitztümer eindeutig
zu klein zu sein. Oder ob es ein Messie ist, der von einem sauberen,
aufgeräumten Heim nur träumen kann, aber nicht fähig ist, sich von seinen
Besitztümern zu trennen? |
 |
La
ventana, das Fenster, daneben ist allerdings liebevoll
geschmückt. Zwar ein bisschen abenteuerlich und mit einem eigenwilligen
Geschmack, aber immerhin. Rechts und links zwei afrikanischen Köpfe, eine
Schachtel von einem Puzzle von Schloss Neuschwanstein und vielen bunten Blumen.
Über Geschmack lässt sich allerdings nicht streiten, para
gustos se hicieron los colores. |
Den geplanten Einkauf haben wir später kurzerhand gezwungener
Maßen auf einen anderen Tag verschoben. Beim Einkaufszentrum La Villa in La
Orotava war so ein starker Andrang, dass der Verkehr von vier Polizisten in den
zwei Kreisverkehren geregelt wurde. Ins Parkhaus beim Einkaufstempel wurde so
gut wie kein Auto mehr gelassen, es war voll. ¡El sitio ya está ocupado!
Stau ohne Ende und das in doppelter Reihe - also sind wir geradeaus wieder auf
die Autobahn zurück gefahren und haben uns auf den Heimweg gemacht. |
Ob die Leute wohl alle etwas geschenkt bekommen oder
ob sie gar die Krise, la crisis, suchen? Nur ums Einkaufen kann es ja
nicht wirklich gehen - die Geschenke sind schon gestern in der Früh verteilt
worden.
Was immer der Grund gewesen sein sollte, bei
diesen Menschmassen bekomme ich die Krise! ¡Me va a dar un ataque! |
Von jetzt ab geht's bergab! Aber was bringt uns diese Einstellung? Rein gar
nichts - außer eine selbst gebastelte Depression. Doch wer wünscht sich das
schon? Die Spekulanten haben, wie immer, sowieso schon abgesahnt. Für alle
anderen ist es eine gute Ausrede. Egal worum es sich im Moment handelt, die
sonst so beliebten Sündenböcke wie schlechtes Wetter, die Olympiade oder
irgendeine Weltmeisterschaft haben ausgedient. Es ist auch viel einfacher, das
allgemeine Versagen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.
Die Krise ist tot gibt es nicht,
es lebe die weltweite Krise! |
|
"Ich kam im tiefsten Winter zur Welt, hab' dreimal
geniest, mich müde gestellt, der Vater war wütend, er wollt' einen Sohn, ich sah
mich so um und wusste auch schon:
von nun an geht's bergab."
Wer kennt das Lied von Hildegard Knef nicht? Eines ist allerdings ganz sicher -
nach dem Regen kommt Sonnenschein und oft wird das schlechte Wetter zusätzlich
mit einem farbenprächtigen Regenbogen verschönt. An diese Erkenntnis sollten wir
uns eigentlich halten! |
|
Martin Luther sagte vor ewigen Zeiten: „Auch wenn ich wüsste, dass morgen die
Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“ Schlechten
Zeiten muss man die Stirn bieten – jammern und klagen nutzt da gar nichts. Auch
wenn uns viele selbsternannt Spezialisten etwas anderes weiß machen wollen. |
|
Halten wir uns lieber am Wahlslogan von Barack Obama fest - yes, we can, wir
schaffen es! |
|
|
| |
|
6
de enero 2009 |
|
Dienstag -
martes |
| Drei
Königstag |
|
Dia de los Reyes
- Epifanía del Señor |
 |
|
Icod de los Vinos |
| sonnig und
nachmittags regnerisch |
|
12 ° temperatura mínima |
|
18 ° temperatura máximo |
|
|
SS MM
Reyes Magos |
| |
| Aus fernen Landen kommen wir gezogen, |
|
nach Weisheit strebten wir seit langen
Jahren, |
|
doch wandern wir in unsern Silberhaaren, |
|
ein schöner Stern ist vor uns her geflogen. |
|
Autor unbekannt |
| |
|
|
| |
|
|
|
|
Am heutigen Tag wird in unserer Umgebung noch einmal
mit der ganzen Familie oder mit Freunden gefeiert. Es gibt ein großes Festessen und traditionell gibt es als krönenden
Abschluss einen Dreikönigskuchen, el Roscón de Reyes. |
Überall in den Geschäften sieht man
dieses Gebäck seit Tagen. Es ist eigentlich nur ein gebackener Kranz aus
Germteig mit kandierten Früchten. Darin wird allerdings als Draufgabe eine
kleine Überraschung in Form eines Minikönigs eingebacken. Wer diese Figur in seinem
Stück findet, ist für dieses Jahr der Glückspilz der Familie. Wobei es offiziell
noch eine andere Geschichte gibt. Derjenige, der den kleinen König findet, muss
auch den Kuchen bezahlen. Ob man damit Glück im Unglück definieren kann?
Auf alle Fälle ist eine sicher - mit dem heutigen Tag ist auch in Spanien die
Weihnachtszeit zu Ende - jetzt kann der Fasching beginnen! |
In Österreich sind genau genommen ja die Sternsinger unterwegs. Falls sie auch
bei euch "C + M + B" mit weißer Kreide auf die Tür schreiben sollten, ist
dies als Segen für das Haus gedacht.
Aber wer von euch weiß, was diese Buchstaben
bedeuten? Die drei Buchstaben sind nämlich kein Abkürzung für Caspar, Melchior
und Balthasar. Sie bedeuten auf gut alt Latein Christus Mansionem
Benedicat - Christus segne das Haus, und haben das ursprünglich
aufgemalte Kreuz abgelöst. |
|
Ob der Segenspruch wirklich hilft? Keine Ahnung,
denn eines muss uns schon klar sein. Die angeblichen heiligen drei Könige sind
reine Märchengestalten, die die heutige Kirche für ihre Zwecke benutzt.
Laut alten Schriften waren diese Männer entweder Magier, Sterndeuter oder
irgendwelche reiche Reisende. Sie wurden weder heilig gesprochen, noch waren es
Könige, geschweige, dass ein schwarzer Mann je dabei gewesen ist. |
|
Wahrscheinlich hat es sich um persische Gelehrte gehandelt und die Zahl drei hat
sich aus ihren angeblichen Mitbringseln, Gold, Myrrhe und Weihrauch, ergeben.
Wohin und warum sie in der Wüste unterwegs waren, wird wohl für immer ein Rätsel
bleiben, denn erst ungefähr fünfhundert Jahre nach Christus tauchen die Namen
Melkon von Persien, Gaspar von Indien und Baltassar von Arabien auf.
Wahrscheinlich sind damit die "Heiligen Drei Könige" erfunden worden. |
Das macht aber nichts - wir glauben ja auch ans Christkind der an Santa Claus.
Wenn die anderen beiden Figuren mit ihren Helferlein in der Weihnachtszeit ihre
Berechtigung haben, dann soll diese Chance auch den drei Weisen aus dem
Morgenland zustehen! Wintermonate brauchen ihre Märchen, ihren Zauber.
Wer ist schon an der Realität interessiert?
Die kommt noch früh genug auf uns zu! |
|
Deshalb haben wir den letzten Tag der Weihnachtsfeiertage gaanz gemütlich
verbracht und uns den Nachmittag mit Reisen nach Australien verschönt - und wenn
es nur mit Filmen im Fernsehen war. |
|
|
| |
|
5
de enero 2009 |
|
Montag -
lunes |
| |
 |
|
Icod de los Vinos |
| sonnig und
nachmittags bewölkt |
|
14 ° temperatura mínima |
|
19 ° temperatura máximo |
|
|
| |
heute kommen die
Tres Reyes |
| |
| Man sieht es deutlich, unbestritten, |
|
mein Mantel hat ein Loch, |
|
ich habe es herausgeschnitten, |
|
man sieht es aber doch. |
|
©
Frantz Wittkamp |
| |
|
|
| |
|
|
|
Heute Abend haben die Heiligen Drei Könige mit ihren Pagen und dem ganzen,
farbenprächtigen Hofstaat ihren großen Auftritt.
Sowohl in Icod als vielleicht auch bei euch.
Mit einem großen Unterschied. Auf Teneriffa sind sie mit Geschenken, los
regalos, beladen und in Österreich wollen sie Spenden von euch haben.
Die
einen geben - die anderen nehmen, wie so oft im Leben. |
|
Tausende Kinder in ganz Spanien warten auf die
Könige aus dem Morgenland. Miles de niños de toda España esperan ansiosos la
llegada mañana de las cabalgatas de Reyes Melchor, Gaspar y Baltasar. |
|
Noch einmal zur Erinnerung, das ist als erster Melchior, ein alter Mann mit
einem langen, weißen Bart. Seine Gabe ist das Gold. Caspar bringt duftenden
Weihrauch als Geschenk und Balthasar ist mit den Jahren zum schwarzen König
mutiert und hat Myrrhe im Gepäck. |
|
Das Gold ist das Symbol für die Weisheit eines Königs, der Weihrauch steht für
das Gebet, die Myrrhe symbolisiert die rein haltende Kraft der
Selbstbeherrschung. |
|
In Icod ist heute Abend großes Programm. Die Könige kommen gegen acht Uhr am
Abend mit ihren Kamelen in der Stadt an, ziehen dann mit ihrem ganzen Hofstaat
zum Palast von Herodes, der vor dem Rathhaus zu finden ist, und gehen erst dann
weiter zu Maria, Josef und dem Jesuskind um dort ihre Geschenke abzugeben.
Danach sind die Kinder dran! Endlich. |
Kinder, die heute Abend zu Hause geblieben sind, legen ein Büschel Heu und
Wasser für die Kamele vors Fenster - und können ihre Päckchen dann morgen Früh
auspacken. Aber natürlich nur die braven Kinder, böse Kinder bekommen schwarze
Kohle. Es handelt sich dabei zwar um gefärbte Zuckerstücke, aber es lohnt sich
nicht, diese Süßigkeit zu kosten.
Es schmeckt schauderbar! |
|
Wir wollten uns dieses Weihnachtsmärchen eigentlich selbst ansehen, aber dann
ist uns ein leichter Nieselregel in die Quere gekommen. Nachdem bei uns sowieso
das Christkind zuständig gewesen ist, ist das auch nicht so schlimm. Das
orientalische Märchen sehen wir uns eben im nächsten Jahr an. |
|
Auf den spanischen König wird an diesem Tag - wie jedes Jahr - fast vergessen.
Unsere Majestät Juan Carlos I. feiert heute seinen einundsiebzigsten Geburtstag.
Aber es liegt halt in der Natur der Dinge, dass der heutige Tag den Kindern
gehört und damit die Könige aus dem Morgenland an erster Stelle stehen. Der
wirkliche König wird es verstehen. |
|
|
| |
|
4
de enero 2009 |
|
Sonntag -
domingo |
| |
 |
|
Icod de los Vinos |
| bewölkt und
windig |
|
14 ° temperatura mínima |
|
19 ° temperatura máximo |
|
|
| |
wir genießen
den Sonntag |
| |
| Die Menschen, |
|
die die Härte des Lebens erfahren haben, |
|
reifen zum Charakter und lernen sich zu
beugen, |
|
ohne ihren Stolz zu verlieren.
|
| aus Indien |
| |
|
|
| |
|
|
|
|
Buenavista del Norte - ein kleiner Ort auf der Westküste. Er wird zur
Isla Baja gezählt. Baja bedeutet auf deutsch soviel wie Rückgang, Kündigung oder
Kursverfall. Ein relativ negativer Ausdruck. In diesem Fall darf man die
Übersetzung allerdings nicht so Wort wörtlich nehmen. Auf Teneriffa wird die
Region von Garachico bis Los Silos, El Tanque und Buenavista del Norte so
bezeichnet und als Geheimnis der Insel gehandelt, el secreto de Tenerife.
Zumindest laut Tourismusamt der Kanaren. Vergleichen könnte man es eher mit den
Bezeichnung Oberkärnten und Unterkärnten, oder Norddeutschland und Rheinland. |
Egal, wir machen uns heute auf den Weg dorthin. Wir wollen ein paar kleine
Straßen erkunden. Vielleicht entdecken wir etwas besonderes.
Nichts ist unmöglich. |
Buenavista sollte man heute eigentlich in Buenoviento
umbenennen.
Die Sicht war
zwar gut, aber der Wind hat den Tag regiert. Er war ganz einfach unangenehm.
Trotzdem war der Ausflug interessant und schön. Eine Abwechslung, die man ab und
zu braucht. |
 |
|
Auf der Heimfahrt haben wir den Weg durch die
Bananenpantagen eingeschlagen. Bananen, Bananen und noch einmal Bananen.
Irgendwo in diesem Plantagenlabyrinth stand dann plötzlich ein Schild - Faro
de Buenavista. Das konnte nur der Leuchtturm sein, den wir von unserem
Fenster aus blinken sehen. Also nichts wie hin.
|
 |
|
Links abbiegen und nach kurzer Zeit parken wir unser
Auto vor dem weißen Turm. Schade, es ist einer der modernen Leuchttürme, aber
das haben wir schon aus weiter Entfernung vermutet. Er wurde 1991 erbaut und
schraubt sich schneeweiß in den Himmel. Der war heute leider ziemlich bewölkt
und da uns der Wind auch noch ziemlich unfreundlich um die Nase gepfiffen hat,
haben wir uns auf den Heimweg gemacht. |
Es ist schon spät und ich werde mich jetzt in das Land der Träume, los sueños,
begeben. Träume - wer hat heute noch Träume? Habt ihr noch Träume?
Ich schon! Und der kleine Bär und der kleine
Tiger von Janosch hatten auch noch solche Hirngespinste. Sie
wollten unbedingt nach Panama - obwohl sie keine Ahnung hatten, wie sie dorthin
kommen sollten. Sie lebten selig und zufrieden in einem kleinen, gemütlichen
Häuschen und wollten trotzdem an einen anderen Ort. Sie waren einfach überzeugt
davon, dass es in Panama, egal wo das sein sollte, besser, größer und schöner
als zu Hause sein würde. Panama wurde zum Land ihrer unerfüllten Träume. |
Aber wie dahin kommen? Wenn man nicht einmal weiß, wo dieses paradiesische Land
liegt? Die Lösung war im Leben der beiden abenteuerlichen Gesellen kein GPS
System sondern die Straßenkarte und ein Wegweiser. Ein
Wegweiser ist immer gut, denn er weist, wie der Name schon sagt, den Weg.
Verlaufen kann man sich aus diesem Grund schon einmal nicht. |
|
Die beiden haben also ganz nach ihren Vorstellungen einen Wegweiser aufgestellt
und sind los gezogen. Immer dem Pfeil nach. |
Auf ihrem Weg, en el camino, sind sie vielen Tieren Menschen
begegnet, alle haben ihnen eine Sicht aus ihrer Sicht erklärt. Das klingt jetzt
zwar ein bisschen komisch - ist es aber nicht, denn der eigene Horizont
verändert sich nur dadurch, indem man andere Sichtweisen wenigstens
anstandshalber betrachtet. Im Normalfall bekommt man durch andere
Betrachtungswinkel einen komplett anderen Sichtwinkel. Plötzlich erkennt man,
wie wertvoll die eigene Perspektive der Dinge sein kann, oder auch
nicht. |
|
Aber wieder zurück zu unseren beiden Freunden, dem kleinen Bären und dem
tapferen Tiger. Ein kleiner, nein ein großer Vogel nämlich eine schwarze Krähe
hat den beiden ihr eigenes Zuhause aus der Vogelperspektive gezeigt - und beide
waren von der Schönheit ihres Heimes begeistert. So etwas Schönes hatten sie
vorher noch nie gesehen! Sie sind in ihrem Traumland angekommen. |
Die Moral aus der Geschichte? Für mich? Ich wir haben habe
unser mein Traumland gefunden. Es ist nie hundert Prozent
perfekt - aber fast! Und wenn man diesen Punkt auf der Erde einmal gefunden hat
- dann halte ihn fest! Du wirst keinen besseren mehr finden. Es lohnt sich
allemal alte Gewohnheiten aufzugeben - man hat die Chance, eine neue Freiheit zu
finden. Nicht geschenkt - aber sehr wertvoll.
Das ist nur meine persönliche, bescheidene
Meinung, ich erhebe damit keinen Anspruch auf Wertigkeit! |
|
Wie sagt Janosch in seinem Buch? "Du meinst, dann hätten sie doch gleich zu
Hause bleiben können? Du meinst, dann hätten sie sich doch den weiten Weg sparen
können? O nein, denn dann hätten sie ja nicht den Fuchs und die Krähe, den Hasen
und den Igel getroffen – und: Sie hätten nie erfahren, wie gemütlich so ein
schönes, weiches Sofa aus Plüsch ist.“ |
|
Allein deshalb sollte man Träume haben - und versuchen, sie irgendwie
umzusetzen. Mit viel Glück kann es gelingen! Und dann waren alle Strapazen und
Entbehrungen es wert! |
|
|
| |
| 3
de enero 2009 |
|
Samstag -
sábado |
| |
 |
|
Icod de los Vinos |
| ein
wunderschöner Tag |
|
13 ° temperatura mínima |
|
21 ° temperatura máximo |
|
|
| |
alles Gute
zum Geburtstag! |
| |
| So wie die Biene den Duft und die Farbe
der Blume |
|
nicht im Geringsten schädigt |
|
und nur ein wenig vom Honig nippt, |
|
so wandle der Weise in der Welt |
| Gautama Buddha |
| |
|
|
| |
|
|
|
|
Ein strahlend schöner Sommertag. Wir haben unseren Rasen gemäht, Orangen,
Zitronen, Chilis und Tomaten geerntet - und ich habe morgen bestimmt Spatzen,
auf gut deutsch gesagt einen Muskelkater. Nebenbei habe ich Unkraut, sprich
Sauerklee entfernt und bei dieser Tätigkeit sind Kniebeugen angesagt. Meine
Abendgymnastik kann ich mir damit ersparen. Außerdem bin ich musikalisch
geschädigt. Warum? Das ist ganz einfach zu erklären. |
|
Die Kirche von Santa Bárbara ist von uns ungefähr vierhundert Meter Luftlinie
entfernt. Alle vier Stunden erklingt ein Glockenspiel. Das ganze Jahr über
spielt der Pfarrer oder wer immer, seine Melodie. Ihr werdet es wahrscheinlich
nicht glauben, aber es handelt sich um das Weihnachtslied "Stille Nacht, Heilige
Nacht" |
 |
|
Seit einer Woche hat der Verantwortliche für das
Glockenspiel allerdings umdisponiert. Seitdem erklingt die Melodie von Jingle
Bells. Perfekt inszeniert, aber wenn man sie alle paar Stunden ins Ohr gedrückt
bekommt - kann man sie nicht mehr hören! Trotzdem muss ich sagen, dass es
wunderschön ist, wenn man vor die Tür geht und das Glockenspiel hört. Wer und wo
hat schon die Gelegenheit, so etwas zu hören? An diesem Beispiel kann man wieder
einmal erkennen, wie undankbar der Mensch werden kann! Ich nehme mich selbst
davon gar nicht aus. |
|
Sommer im Winter - ich würde nie mehr im Leben tauschen. Hier ist unser
Lebensmittelpunkt - und dabei wird es auch bleiben. |
Ich habe doch noch ein Motto, un lema, für das Neue Jahr gefunden!
Sinnigerweise in einem alten Poesiealbum.
Keine Ahnung ob dieser Bücher heute noch modern sind, wir hatten als Kinder alle
ein Stammbuch und alle Mitschüler, Onkel, Tanten und andere Verwandten mussten
sich - ob sie wollten oder nicht - darin mit sinnigen Sprüchen verewigen. Am
begehrtesten waren natürlich Mitmenschen die besonders gut zeichnen konnten.
Alle anderen haben leider nur irgendwelche Klebebildchen dekorativ auf den
Seiten verteilt. Bildchen, die mittlerweile schon ziemlich vergilbt sind. |
|
Aber jetzt zu meinem ausgewählten Jahresspruch.
"Jeder Tag bringt etwas Freude, jeder Tag bringt etwas Glück. Lache in den Tag
hinein - tausendfach lacht er zurück! " Klingt doch viel versprechend, oder? Es
wäre wohl gelacht, wenn wir diese Einstellung nicht umsetzen könnten! ¡Sería
ridículo si no pudiéramos hacerlo! |
|
Das Jahr hat für uns gut begonnen - genau so wie Christina es uns prophezeit
hat. Ihre Aussage war: "Im Jahr 2009 könnt ihr ernten, was ihr in den Jahren
vorher gesät habt!" Woher sie diese Weisheit hat, oder ob sie sie für uns
erdacht hat, das ist überhaupt nicht das Thema für mich. Das Resultat zählt! In
diesem Fall betrifft es zwar unser altes und noch immer jetziges Leben in
Vassach, aber auch diese Entscheidung ist ein Erfolg. Vielleicht sogar deshalb,
weil unser altes Leben mit jedem Tag mehr entschwindet. |
|
Der Spruch, dass man nicht auf zwei Kirchtagen tanzen kann - stimmt. Man setzt
sich sonst wirklich zwischen zwei Stühle. Es ist zwar schwer, aber im Grunde
genommen bleibt einem nichts anderes übrig, als los zu lassen. Auch wenn es schwer
ist. Wahrscheinlich liegt es daran, dass der Mensch im allgemeinen glaubt,
die ganze Welt gehört ihm. Ohne Verluste, ohne etwas hinter sich lassen zu
müssen. |
Das ist aber höchstwahrscheinlich ein fataler Irrglaube - man kann eben nicht
alles zur gleichen Zeit haben. Besitz bedeutet auch Verantwortung. Und
wenn niemand die Verantwortung übernehmen will?
Dann muss man die Konsequenzen
ziehen und sich entscheiden, auf welchem Sessel man sitzen will. |
Wir wissen es jetzt wirklich! Ich wir möchten die von uns
eingepflanzten Palmen wachsen sehen, wir fühlen uns wohl und haben eigentlich
keine Lust mehr, Schnee zu schaufeln. Die Menschen, die mit und um uns leben
sind mehr oder weniger liebenswert und bodenständig. |
Okay, der spanische Papierkram übersteigt alle
Vorstellungen eines österreichischen Staatbürgers der den Umgang mit Behörden
gewohnt ist. In Spanien lautet die Devise papeles!
Aber Papier ist geduldig, del dicho al
hecho hay mucho trecho, und im Endeffekt ist so viel Papier vorhanden, dass
sich niemand mehr darum schert, was auf dem einzelnen Blatt geschrieben steht.
Das hat irgendwie auch seinen Vorteil.
Man muss die Gedankengänge nur erst
ergründen und begreifen. |
|
Im Grunde genommen muss man sich nur das Beispiel eines Menschen nehmen, der
einen Schlaganfall erlitten hat. Gewisse Hirnzellen fallen aus, aber in der
Rehabilitation kann man erlernen, dass andere Zellen die alt vertrauten
Tätigkeiten übernehmen können. |
|
In der heutigen Zeit wird ja nicht mehr ausgewandert. Warum auch? Ganz Europa
ist ein Land, eine familiäre Einheit - so wird es uns zumindest erzählt oder
weis gemacht. Man verlegt eigentlich nur mehr seinen Hauptwohnsitz - oder auch
nicht. Seinen Beruf oder seiner Berufung kann man überall im europäischen Raum
nachgehen. |
Die einzelnen Staaten interessieren sich im Grunde
genommen, en el fondo, lediglich darum, wo und wie der europäische Bürger sein Geld
verdient. Denn in diesem Land ist er dann steuerpflichtig. Wobei dieses Thema
eigentlich kein Thema sein dürfte - immerhin befinden wir uns in einer
riesengroßen Wirtschaftskrise!
Eine Krise, die Otto Normalverbraucher, el consumidor,
zwar noch nicht gefunden hat, aber wenn es noch weiterhin in den Medien
gepredigt wird wie sonst nur die Sonntagsmesse verbreitet wird, kann es schon
dazu kommen. |
|
Journalisten oder Reporter sind aber ein anderes Thema - und dabei möchte ich es
heute auch belassen. Abschreiben wurde bei uns bereits in der Volksschule
bestraft. Etwas anderes betreibt die Liga der Zeitungsmenschen allerdings nicht.
Nicht nur auf den Kanarischen Inseln, wo Städte von einer Insel ganz
selbstverständlich auf eine andere verlagert werden, nur weil irgendwelche
Schreiberlinge nicht fähig sind sich auf der Landkarte auszukennen.
Von Sprachkenntnissen gar nicht zu reden.
|
|
Esto no cambia nada. Es gibt ja keinen
Unterschied zwischen La Palma und Teneriffa? Oder doch? Eine Insel - oder doch
zwei verschiedene Eilande? Na ja, immerhin betrifft
es die Provinz Teneriffa. Was macht das schon, ob das Trinkwasser von einem Ort
auf der Insel La Palma von irgendeiner Meldung betroffen ist, oder ob man diesen
Ort kurzerhand nach Teneriffa verlegt? Auch wenn dieser ominöse Ort dann nicht
einmal mit GPS auf Teneriffa gefunden werden kann - weil es ihn einfach nicht
gibt?
|
Ist doch kein Drama - aber es steht gedruckt in
irgendeiner blöden Zeitung. Und die Meldung setzt sich in irgendwelchen Köpfen
fest.
Macht aber nix - Zeitung von heute ist
Einwickelpapier von morgen. Falls noch irgendjemand eine Zeitung zum Einwickeln
für irgendwas verwenden sollte. Ich persönlich bin mir allerdings ziemlich
sicher, dass diese Zeiten ebenfalls vorbei sind!
Schade, denn dann wären manche Zeitungsenten wenigsten für etwas gut. Aber das ist
längst Vergangenheit und nicht mehr
aktuell, die Eu-Richtlinien verhindern sogar dieses sinnvolle Recycling. |
Auf den Inseln scheitert zwar manche Reportage an den Sprachkenntnissen, aber
wenn ich mir die Zeitungen, los periódicos, in Europa durchblättere, wird
mir auch ein wenig übel. Recherchiert wird so gut wie gar nicht mehr - doch alle
Schreiberlinge sind Götter hinter der nicht mehr vorhandenen Druckerpresse.
Soviel zum Thema Pressefreiheit, la
libertad de prensa! |
Last - but not least. ¡Feliz cumpleaños! Alles Gute zum Geburtstag! Heute
feiert mein Herr Papa Geburtstag - er hat ein dreiviertel Jahrhundert geschafft!
Schade, dass wir nicht mit ihm feiern können,
schon wieder ein Geburtstag, den wir nachholen, recuperar, müssen! Und
ich hab schon wieder kein Stückchen der Geburtstagstort bekommen. |
|
|
| |
|
2
de enero 2009 |
|
Freitag -
viernes |
| |
 |
|
Icod de los Vinos |
| wechselhaft |
|
13 ° temperatura mínima |
|
19 ° temperatura máximo |
|
|
| |
für uns
ein schöner Tag |
| |
|
Zwei Dinge sind für den Erfolg nötig: |
|
unermüdliche Ausdauer und die Bereitschaft, |
|
etwas, in das man viel Zeit und Arbeit
gesteckt hat, |
|
wieder wegzuwerfen. |
|
Albert Einstein |
| |
|
|
| |
|
|
|
Am Silvestertag sind wir am Nachmittag über La
Guancha nach Hause gefahren.
Viele, verschiedene Wege führen nach Icod de los
Vinos - nicht nur nach Rom. |
 |
|
In dem kleinen Städtchen haben wir diesen geschmückten Balkon entdeckt! Ich habe
auf der Insel schon viele fantasievolle Dekorationen gesehen, aber
weihnachtliche Szenen, die so aufwendig gestaltet wurden bis jetzt noch nicht. |
 |
Dieses Haus können die Heiligen Drei Könige auf keinen Fall übersehen - ihre
Ebenbilder warten fast in Lebensgröße seit Wochen bei Wind und Wetter vor der
Türe dieser Familie.
Jetzt dauert es ja nicht mehr lange und auch die
kanarischen Kinder bekommen ihre Geschenke. Der Einkaufsmarathon in den
Geschäften hat bereits begonnen. Wenn es nicht unbedingt nötig ist, sollte man
Einkaufstempel bis zum fünften Jänner tunlichst meiden.
Es ist die Hölle los - und das sozusagen für
himmlische Zwecke, die Hölle auf Erden, la miseria absoluta. In Icod hat
ein Großteil der Geschäfte sogar am Sonntag geöffnet. |
|
Wir haben heute fleißig gearbeitet und werden uns
später einen gemütlichen Fernsehabend machen. Um sieben Uhr am Abend wird unser
Wassertank aufgefüllt. Georg muss sich deshalb bald auf den Weg über die Hügel
machen, der Hüter des Wassers, el canlero wie er hier genannt wird, ist
meistens auf die Minute pünktlich. Dann rinnt das Wasser zwölf Stunden lang über
teilweise offene Gerinne in unseren Wassertank und wir haben wieder genug Wasser
für einige Zeit. |
|
|
| |
| 1
de enero 2009 |
|
Dia de Año Nuevo Neujahr
|
|
Donnerstag -
jueves |
 |
|
Icod de los Vinos |
|
sonnig mit Wolkenbegleitung |
|
13 ° temperatura mínima |
|
19 ° temperatura máximo |
|
|
Viel Glück im
Neuen Jahr! Ich hoffe, ihr seid weich gelandet ... |
| |
|
"Wird's besser? Wird's schlimmer?" |
|
fragt man alljährlich.
|
|
Seien wir ehrlich:
|
|
das Leben ist immer lebensgefährlich. |
|
Erich Kästner |
| |
|
|
| |
|
|
|
Das wichtigsten zwölf Glockenschläge des Jahres, die
in der Silvesternacht, haben wir im Fernsehen gehört
und gesehen. Sie werden wurden von
der Kirche Nuestra Señora de la Concepción in
Santa Cruz übertragen. Zu unserer Überraschung
werden parallel zu den Glockenschlägen grüne
Weintrauben eingeblendet. Wir haben trotzdem keine
einzige Traube geschluckt! |
Neujahrskonzert der Wiener Philharmonika und ein
gutes Frühstück - so muss das neue Jahr beginnen!
Die Sonne scheint, die Luft ist mild und wir sind
einfach nur faul und bequem. Der erste Tag des
Jahres muss für uns so sein. Am Abend gehen wir mit
dem Traumschiff auf große Fahrt und vernichten die
Reste vom Silvestermenü. Und dann? Nach diesem
aufregend erholsamen Tag gehen wir schlafen und
träumen von einem neuen Jahr, in dem wir alle unsere
Ziele erreichen werden. Klingt vielleicht komisch -
ist aber so!
|
Träumen wird man ja wohl noch dürfen, oder? Nein, im
Klartext heißt das, dass wir spätestens im September
unseren Traum der Öffentlichkeit zugänglich machen
können werden.
Die Sterne stehen sehr gut dafür und wer
interessiert sich schon für den Rest? |
|
Aber darüber ein andermal mehr. Der erste Jänner ist
für solche Überlegungen wohl nicht der geeignete Tag
- außerdem befinden wir uns noch voll in der
Weihnachtszeit! Vielleicht bringen die Heiligen Drei
Könige auch für uns ein Überraschungspaket. Wer weiß
das schon so genau ... |
La Nochevieja, Sylvester ist Vergangenheit.
Seit einigen, wenigen Stunden schreiben wir also das
Jahr 2009.
Das neue Jahr liegt noch ganz unschuldig und klein in der Wiege und fast alle
Menschen haben um Mitternacht unzählige gute
Vorsätze gefasst - die mittlerweile wohl schon
einige Male gebrochen worden sind. Für so Manchen
sind die gefassten, guten Vorsätze die ersten
Enttäuschungen im Neuen Jahr. Macht aber nix, der
nächste Silvester kommt bestimmt! |
Mein guter Vorsatz wie jedes Jahr um diese Zeit -
keine Vorsätze fürs neue Jahr!!! Ich habe mir nichts
vorgenommen, ich will mich nicht bessern, wozu auch?
Das macht nur Stress und diesen Zustand kann
ich gar nicht leiden. Nein im Ernst, gute Vorsätze
hat wohl jeder von uns und auch ich möchte einige
Dinge ändern. Ich werde es versuchen, aber wenn es
nicht sofort klappt ist es auch nicht schlimm. |
|
 |
|
| |
|
Es gibt bereits alle guten Vorsätze,
|
|
wir brauchen sie nur noch anzuwenden.
|
|
Diesem Satz ist nun wirklich nichts mehr
hinzuzufügen.
|
|
Gehen wir an die Arbeit!
|
|
Packen wir's an! |
| |
| Blaise Pascal
(1623-62) |
|
Ein Wimpernschlag, ein kleines Lächeln, ein Wunsch,
ein Traum mehr.
Heute ist der Tag um eine
Sekunde eine
Schaltsekunde länger. Damit die Statistik der
Zeitrechnung wieder
funktioniert. Uns normale Bürger betrifft es nicht
und damit sollte das Thema eigentlich sowieso vom
Tisch sein. Was macht schon eine Sekunde aus? Gar
nix! Außer irgendjemand ist im Spitzensport zu Hause
und verdient sich dort sein Geld. Da kann ein
Augenzwinkern oft zwischen Gold oder Silber
entscheiden. |
|
|
|
16. bis
31. Dezember 2008 |
|
Unser Postkasten freut sich auf
jede
kleine Nachricht |