| |
hier
geht's zu den nächsten Einträgen
1. Jänner
2010 |
| |
|
31 de diciembre 2009 |
|
Donnerstag
- jueves - Vollmond
20:12:36 Uhr |
|
Silvester - Nochevieja |
|
|
Icod de los Vinos |
| sonnig und leicht bewölkt |
|
19 ° temperatura
mínima |
|
22 ° temperatura
máximo |
|
|
|
Die
Zeit verrinnt, |
|
die Spinne spinnt in
heimlichen Geweben. |
|
Wenn heute Nacht das Jahr
beginnt, |
|
beginnt ein neues Leben. |
|
|
|
Joachim Ringelnatz |
|
|
| |
|
|
Wir feiern heute ganz gemütlich zu
viert den letzten Abend des alten Jahres. Robert und
Gitti kommen zu uns und gemeinsam werden wir mit
gegrilltem Fisch und guter Unterhaltung das Jahr
2009 verabschieden. Ein schöner Abend ist mit dem
Donauwalzer zu Ende gegangen und ich freue mich auf
das neue Jahrzehnt. Vor allem auf das nächste Jahr!
Deshalb wünsche ich euch allen einen guten Rutsch
und ein besonders schönes Neues Jahr. |
|
Mögen alle Wünsche in Erfüllung
gehen! |
|
 |
|
Prosit
Neujahr! |
Laut
gregorianischem Kalender erleben wir den
letzten Tag des Jahres mit einem vollen Mond in der
allerletzten Nacht des ersten Jahrzehnts im neuen
Jahrtausend.
Wenn das kein Glück bedeutet! |
|
In einigen Gegenden Österreichs und
Deutschlands wird dieser Tag auch Altjahr,
Altjahrsabend oder das Alte Jahr genannt. Damit kann
man sich auch ganz leicht die spanische Bezeichnung
alte Nacht, la nochevieja,
merken. Eigentlich gar keine schlechte Bezeichnung,
denn mit der heutigen Nacht ist das vergangene Jahr
ja wirklich alt geworden. Es dauert nicht mehr
lange, dann wird es vorbei und fast vergessen sein.
Um Mitternacht wird es ziemlich unsentimental
verabschiedet und ein Nachfolger euphorisch begrüßt
werden. Wer redet morgen noch vom vergangenen Jahr?
Das ist innerhalb von Minuten vergessen - und
abgelaufen! Die Zukunft zählt, oder? Zumindest für
uns in Europa. |
|
Silvester oder Neujahr, gestern oder
morgen? An der Internationalen Datumsgrenze im
Pazifik wird die Sache mit dem Jahreswechsel
allerdings schnell ganz schön kompliziert. Wenn in
der Südsee auf der Insel Samoa die Sektkorken
knallen, ist das neue Jahr auf Tonga, ein paar
Inseln weiter, schon einen Tag alt. Zwischen den
Inseln im Pazifik liegen aber nur ungefähr
neunhundert Kilometer. Sie haben zwar die gleiche
Uhrzeit, aber andere Wochentage. Das heißt, wenn es
auf Tonga Freitag im Kalender steht, gehen die
Bewohner auf Samoa noch gestern, also am
Donnerstagabend schlafen. |
Schuld daran ist der Nullmeridian in
Greenwich. Bezogen auf diesen Ort wird die Uhrzeit
rund um die Weltkugel berechnet. Richtung Westen
wird es immer früher, nach Osten hin später. Wenn
auf Tonga Silvester gefeiert wird, schlagen die
Uhren in London elf Uhr, in Deutschland zwölf
Uhr und in Singapur sieben Uhr am Abend.
Westlich von London, zum Beispiel auf den Azoren ist
es dann erst zehn Uhr, in New York sechs Uhr Früh
und an der amerikanischen Westküste mitten in der
Nacht. Auf Samoa beginnt zur gleichen Stunde,
pünktlich um Mitternacht, ein neuer Tag! |
|
Anfang und Ende - der Unterschied ist
minimal. Vergangenheit und Zukunft liegen also
lediglich einen kleinen Augenblick und einige
Kilometer auseinander. Genau genommen irgendwo im
unendlich Meer zwischen den beiden Inseln Tonga und
Samoa, in deren Nähe die internationale Datumsgrenze
gezogen worden ist. |
| |
|
30
de diciembre 2009 |
|
Mittwoch
- miércoles |
|
|
Icod de los Vinos |
| sonnig und nachmittags bewölkt |
|
13 ° temperatura
mínima |
|
19 ° temperatura
máximo |
|
|
|
Die
Zeit ist kein Geld. |
|
Aber den einen nimmt das Geld
die Zeit und den anderen die Zeit das Geld |
|
|
|
Ron Kritzfeld |
|
|
| |
|
In der vergangenen Nacht hat es
leicht geregnet und in der Früh ist es gleich um ein
paar Grad kühler gewesen.
Mittlerweile kitzeln mich allerdings
schon wieder einige warme Sonnenstrahlen und die
Welt ist vollkommen in Ordnung.
|
|
Es
wird noch fleißig gearbeitet, doch ab morgen nehmen wir uns ein paar Tage frei!
Jonay hat mit seiner Freizeit schon heute begonnen. Zur gewohnten Zeit, um acht
Uhr, war weit und breit nichts von ihm zu sehen. Dafür war Domingo umso
fleißiger und hat Georg den versprochenen Apfelkuchen mitgebracht. Nicht
schlecht - allerdings ganz schön süß! |
Irgendwann gegen Mittag ist unser Guanche dann
aufgetaucht. Angeblich hat ihn seine kleine Prinzessin die ganze Nacht wach
gehalten, aber wahrscheinlich hat er gestern einfach ein bisschen viel
vorgefeiert! Als Ersatz wollte er morgen arbeiten kommen, aber daraus wird nix!
Morgen ist unsere Baustelle absolut arbeiterfreie Zone!
|
 |
Ich habe mich durch den Sauerklee auf der obersten
Terrasse gekämpft und dabei viele weiße Schwammerln gefunden. Schade dass ich
diese Art nicht kenne, sonst hätte ich daraus ein schmackhaftes Abendessen
zaubern können. Deshalb habe ich sie stehen gelassen, denn wer weiß wie giftig
die niedlichen, weißen Erdfrüchte sind.
Nur kein Risiko eingehen, ich halte mich lieber an Eierschwammerln und
Steinpilze. |
| |
|
29
de diciembre 2009 |
|
Dienstag
- martes |
|
|
Icod de los Vinos |
| sonnig und warm |
|
18 ° temperatura
mínima |
|
22 ° temperatura
máximo |
|
|
|
Die
Zeiten ändern sich - |
|
und wir mit mit ihnen. |
|
|
|
Ovid |
|
|
| |
|
Hellblauer Himmel mit zartrosa
Wolkenschlieren haben in den Morgenstunden den silbernen Mond abgelöst.
So wie es aussieht, steht uns
ein sonniger und warmer Tag bevor.
|
|
Gestern war hier auf der Insel so etwas ähnliches
wie der erste April bei uns zu Hause. Der 28.
Dezember ist in Spanien - und auch in Lateinamerika
- zwar
ebenfalls der Tag der unschuldigen Kinder, el Dia
de los Santos Inocentes, doch die
Kinder ziehen nicht wie gewohnt von Haus zu Haus um irgendwelche Süßigkeiten
einzusammeln. |
Auf Teneriffa, oder besser gesagt auf
den Kanarischen Inseln, machen sich an diesem
Tag angeblich die Erwachsenen
gegenseitig zum Narren und denken sich die blödesten
Aktionen aus, um irgendjemanden zu blamieren oder -
symbolisch gesehen - aufs Glatteis zu führen.
Unter dem uns bekannten Motto - April, April, da schickt
man den Esel wohin man will!
Nachdem einer unserer Nachbarn aber sowieso einen
lebendigen Esel hat, sind wir von diesem Brauch
verschont geblieben. |
| |
|
28
de diciembre 2009 |
|
Montag
- lunes |
|
|
Icod de los Vinos |
| sonnig und leicht bewölkt |
|
19 ° temperatura
mínima |
|
22 ° temperatura
máximo |
|
|
|
Es
ist keine Kunst, |
|
ein ehrlicher Mann zu sein, |
|
wenn man täglich Suppe zu
löffeln hat. |
|
|
|
Heinrich Böll |
|
|
| |
|
Die letzte Arbeitswoche im Jahr hat -
wenn auch ein wenig verspätet - ganz normal
begonnen. Jonay hat ein bisschen verschlafen, aber
wir waren uns nicht einmal sicher, ob er heute
überhaupt auftauchen würden. Es ist schließlich
Weihnachtszeit!
Eine halbe Stunde später ist
Domingo, unser Haus- und Hoftischler aufgetaucht -
er kann nicht mehr zu Hause herum sitzen - sagt er.
Das Kreuz tut ihm weh und zuviel gegessen hat er
auch. Die weihnachtliche Realität hat also voll
zugeschlagen. |
|
Mir tun nach stundenlanger Betätigung
mit diversen Gartenscheren die Hände weh. Kratzer und Risse auf den Armen und
lädierte Fingerkuppen sind die Ausbeute meiner derzeitigen Arbeit. Immerhin habe
ich fünf Monsterexemplare von an und für sich wunderschönen, aber im Moment
leider ziemlich zerlegten, Bougainvilleas in Form geschnitten und gemeinsam mit
Georg die letzten Hibiskenopfer des Sturmes versorgt. Nächstenliebe kann
ziemlich anstrengend sein! |
Nun knurrt uns der Magen.
Es ist schon lange Arbeitsschluss und in keinem unserer Töpfe schmurgelt
irgendetwas Essbares vor sich hin.
Kein Wunder, die kleinen hilfreichen Weihnachtswichtel sind noch nicht bis auf
die Kanaren vorgedrungen. Das hat bis dato lediglich der Weihnachtsmann, hier
liebevoll Papa Noel genannt, geschafft. Das soll allerdings keine
Katastrophenmeldung sein, denn wir haben es gemeinsam innerhalb einer halben
Stunde geschafft, ein ordentliches Essen auf den Tisch zu bringen. Georg war für
den Salat zuständig und ich habe ein schmackhaftes Risotto kreiert. |
|
Nach getaner Arbeit
werden wir nun ganz gemütlich und entspannt essen und uns einen humorvollen Film
ansehen. Nicht mehr und nicht weniger. Gute Nacht allerseits! |
| |
|
27
de diciembre 2009 |
|
Sonntag - domingo |
|
|
Icod de los Vinos |
| sonnig und leicht bewölkt |
|
19 ° temperatura
mínima |
|
22 ° temperatura
máximo |
|
|
|
Die
Talente sind oft gar nicht so ungleich, |
|
im Fleiß und im Charakter
liegen die Unterschiede. |
|
|
|
Theodor Fontane |
|
|
| |
|
Ein Tag ohne Plan jedoch mit viel
Sonne! Am Nachmittag haben wir eine kleine Rundfahrt
Richtung Icod el Alto gemacht.
Eigentlich wollten wir ja nur
frisches Quellwasser holen, doch das schöne Wetter
hat uns dazu verführt, einen kleinen Umweg über La
Guancha zu machen. |
Sonst gibt es für heute keine besonderen
Vorkommnisse zu melden.
Weihnachtliche Ruhe herrscht
auch bei uns noch vor. |
| |
|
26
de diciembre 2009 |
|
Samstag - sábado |
|
Stephanietag in Österreich |
|
|
Icod de los Vinos |
| sonnig und leicht bewölkt |
|
19 ° temperatura
mínima |
|
23 ° temperatura
máximo |
|
|
|
Wir
leben alle unter dem gleichen Himmel, |
|
aber wir haben nicht alle den
gleichen Horizont. |
|
|
|
Konrad Adenauer |
|
|
| |
|
|
Es ist direkt ungewohnt leise. Ich habe es mir schon
fast nicht mehr vorstellen können, wie es ohne
Windgeräusche sein wird. Doch es ist wirklich war -
wir haben wieder ganz normales Wetter! Ohne Wind und
ohne Regen! Da werden wir unser Weihnachtsessen ja
auf der Terrasse genießen können! |
 |
Gitti und Robert helfen uns heute, unseren
gebratenen Weihnachtsvogel zu vertilgen! Wenn wir beide alleine gewesen wären, hätten
wir uns wahrscheinlich
mit zwei handlichen Entenbrüsten zufrieden gegeben. Doch so war die Verführung
natürlich groß, denn zu viert sehen die
Voraussetzungen natürlich gleich ganz anders aus.
Für uns zwei wäre so ein ganzes Federvieh einfach zu
groß gewesen. |
 |
Sagt die Gans zum Pfarrer: "Herr Pfarrer, bitte
sagen Sie mir die Wahrheit. Gibt es ein Leben nach Weihnachten?"
Wir haben zwar einer Gans das Leben
geschenkt doch statt dessen einer Ente das Leben geraubt. Ich hoffe, sie hat es
nicht umsonst verloren, denn ich habe noch nie eine Ente gebraten. |
Heute wird
das ehemals gefiederte Flugobjekt gefüllt - wohlgemerkt nicht gestopft - und dann
zwei Stunden lang schonend im Backrohr
knusprig gebraten. Dazu gibt es fruchtiges Apfelrotkraut und keine Knödel -
nicht ganz so, wie es sich
gehört! Als Beilage habe ich den Rest der Fülle knusprig gebraten. Ihr könnt es
mir glauben, gemeinsam mit dem schmackhaften Bratensaft der zarten Ente hat
unser weihnachtlicher Braten hervorragend geschmeckt!
Manfred - die Weihnachtsente könnte ein Konkurrenzessen zu deinem
ausgezeichneten Truthahn werden! |
|
P.S.: als Nachspeise gab es frisches,
fruchtiges Bananeneis! *g* |
| |
|
25
de diciembre 2009 |
|
Freitag -
viernes |
|
Navidad - Christtag |
|
|
Icod de los Vinos |
| bewölkt aber warm |
|
19 ° temperatura
mínima |
|
22 ° temperatura
máximo |
|
|
|
Weihnachten
- ein Stern leuchtet am Himmel, |
|
führt uns nach Hause. |
|
Zu uns. |
 |
|
Helga Schäferling |
|
|
| |
|
|
Heute hat uns kein Wecker mit seiner blöden
Melodie aus den Federn geholt. Wir sind ganz
freiwillig aufgestanden und werden jetzt gemütlich
frühstücken. Himmlisch! Für uns zwar ungewohnt
- doch daran könnte ich mich gewöhnen. |
|
Der Wind hat sich, so wie es
aussieht, endgültig verabschiedet und damit steht einer sicheren Landung der
Flugzeuge nichts mehr im Wege. Um halb sechs Uhr werden Gitti und Robert in Los
Rodeos ankommen. Nachdem sie mit einer halben Stunde Verspätung in Madrid
abgeflogen sind, werden wir uns jetzt auf den Weg zum Flughafen machen und die
beiden in Empfang nehmen. |
 |
In der Halle für die Abflüge werden
wir von ganz eigenartigen Gebilden begrüßt. Überall sind künstlerisch gestaltete
Fische verteilt. Gesponsert hat diese bunten Kunstwerke anscheinend der Loro
Parque und dem Namen der Ausstellung nach zu schließen soll es sich um
stilisierte Orcas handeln.
Ich kann darin zwar keine Wale erkennen, aber interessant sind diese Stücke auf
alle Fälle! |
 |
|
Nach kurzer Fahrt nach Puerto de la
Cruz sind die Koffer im Zimmer verstaut und zu viert beenden wir in einem netten
Lokal im weihnachtlich geschmückten La Paz den ersten, gemeinsamen Abend. Salud
auf die nächsten zwölf Tage! |
| |
|
24 de diciembre 2009 |
|
Donnerstag
- jueves |
|
Heiliger Abend - Nochebuena |
 |
|
Icod de los Vinos |
| bewölkt, windig, trocken und warm |
|
19 ° temperatura
mínima |
|
22 ° temperatura
máximo |
|
|
|
Weihnachten
- |
|
es war immer mein schönstes
Fest! |
|
|
|
Theodor Storm |
|
|
| |
|
Bis zwei Uhr nachmittags wurde
fleißig gearbeitet, doch ab dann hat Weihnachten
auch bei uns Einzug gehalten. Ein ganz gemütlicher
Heiliger Abend. Sogar der Wind hält sich heute in
gewissem Sinne an die Feiertagsregeln. Ab und zu
zeigt er uns zwar noch, was er mit seinem Gebläse
zustande bringen könnte - doch im großen und ganzen
gibt er sich friedlich.
Weihnachtsfriede ist eingekehrt.
|
 |
Die Kerzen brennen, Weihnachtsmusik
trällert aus den Lautsprechern, der Christbaum ist
aufgeputzt, bei unseren Kindern ist das Christkind
schon fleißig gewesen und wir selbst haben ebenfalls
einen wunderschönen Abend fast hinter uns.
Die Luft war und ist noch immer verführerisch lau
und deshalb sind wir lange Zeit mit einem Glas Wein
vor der Türe gestanden und haben die warme Umgebung
genossen. Rund um uns werden sporadisch Raketen in
den Winterhimmel geschossen und aus der Richtung
eines Nachbarn weht der Wind den Geruch von
gegrilltem Fleisch um unsere Nasen.
|
Aus unserem Weihnachtszimmer klingen
Weihnachtslieder lautstark ins Freie und die
Päckchen vom Christkind warten noch immer darauf,
endlich ausgepackt zu werden.
Doch nur keine Hektik - wir haben heute alle Zeit
der Welt. |
|
Und genau das wünschen wir euch auch - einen Abend
lang ernste Gedanken auf die Seite schieben, im
Licht der Kerzen sitzen und einfach nur die Ruhe
genießen. Ein gemütliches Essen, ein gutes Glas Wein
und ein paar süße Kekse. Lachen, reden und
leuchtende Augen unter dem Weihnachtsbaum – dieses
Gefühl wünschen wir euch für das weihnachtliche Fest
heute Nacht! |
|
 |
|
iFeliz Navidad! |
| |
|
23 de diciembre 2009 |
|
Mittwoch
- miércoles |
 |
|
Icod de los Vinos |
| bewölkt, regnerisch und warm |
|
18 ° temperatura
mínima |
|
22 ° temperatura
máximo |
|
|
|
Morgen
Kinder wird's was geben, |
|
morgen werden wir uns freuen
... |
|
|
|
Martin Friedrich Philipp Bartsch |
|
|
| |
|
Wasser und Wind haben sich in der Nacht
ausgetobt.
Wir sind gestern eigentlich ganz gut davon
gekommen, in anderen Zonen von Icod hat es bei
weitem mehr geregnet als hier in Santa Bárbara. Zwei
umgeworfene Blumentöpfe, das ist bis jetzt das
Ergebnis. Draußen ist
zwar alles triefend nass, aber die Luft ist
ungewöhnlich lau, es ist fast tropisch feucht und
warm zugleich. Die Unwetterwarnung ist für den
Norden Teneriffas von der Stufe orange auf gelb
zurück genommen worden, also dürfte sich das
schlechte Winterwetter wohl langsam zurückziehen. |
|
Heute Vormittag war für uns - als gelernte Insulaner
- der letzte Abdruck, um noch irgendetwas
einzukaufen. Aus diesem Grund haben wir uns relativ
früh auf den Weg ins Einkaufszentrum bei la Orotava
gemacht. Nicht das jetzt jemand glaubt, wir leben
hier im Hinterland einer Bananenrepublik im
Atlantik, doch spezielle Dinge bekommt man eben nur
in bestimmten Geschäften. Die sind weder
lebensnotwenig noch braucht man sie jeden Tag, doch
heute sind wir auf der Jagd nach geräucherten
Hering. Nachdem wir diesen Fisch in den letzten
Tagen in Icod nicht auftreiben konnten, bleibt uns
heute nichts anderes übrig, als in die nächste
"Großstadt" zu pilgern. |
Wie soll ich die aktuelle Stimmung an
einem dreiundzwanzigsten Dezember in einem Geschäft
beschreiben? Hektik, Stress und Gedränge pur. Wir
selbst haben die Dinge, die wir wollten relativ
schnell in unserem Einkaufswagen verstaut gehabt.
Es sind keine sonderlichen Vorkommnisse zu melden -
außer, dass Georg beim Telefonieren mit einem alten
Bekannten die Security auf den Plan gerufen hat. |
Wie es dazu kommen kann? Wenn man
schon in diesem Trubel telefoniert, sucht man sich
ein ruhiges Plätzchen, um wenigstens halbwegs
verstehen zu können, was der andere Teilnehmer ein
paar tausend Kilometer entfernt ins Telefon
hineinspricht. So eine Stelle hat Georg bei einem
Noteingang gefunden, sich dann ganz bequem gegen
einen Türflügel gelehnt - und ein Signal ausgelöst.
Keine zwei Minuten später ist der Sicherheitsmann
vor ihm gestanden. Aber keine Bange, auf der Insel
ticken die Uhren und auch die Menschen anders als
bei uns zu Hause. Es menschelt noch immer, trotz der
Hektik des Weihnachtsgeschäfts.
Mit einem Lächeln und einem entschuldigenden
Schulterzucken war die Sache erledigt. |
|
Als wir nach unserem Einkaufsausflug in der
mittlerweile überfüllten Tiefgarage angekommen sind,
hat es uns fast aufs Hinterteil gesetzt. Stau in
alle Richtungen! Im ersten Moment hat es gewirkt,
als ob rein gar nix mehr geht. Der erste Eindruck
hat sich zum Glück nicht bestätigt, denn mit der
fairen Reißverschlusstechnik im stockenden
Zufahrtsverkehr haben wir es innerhalb einer
Viertelstunde geschafft, bis zum Kreisverkehr
Richtung Heimat zu kommen. In den nächsten zehn
Tagen sieht uns kein Geschäft mehr von der Nähe -
wir haben vorgesorgt. |
|
Wehe dem, der zwischen den Feiertagen einkaufen gehen
muss! Man hat das eigenartige Gefühl, dass irgendwo Notrationen für ein
verhungerndes Volk gratis verteilt werden. Dem ist aber nicht so - im Gegenteil,
jetzt wird für die Familienfeiern eingekauft. Weihnachten, Silvester und als
Abschluss für die Feiern zu Ehren der Heiligen Drei Könige. Alles klar? |
Im Orotavatal war es heute ziemlich grau und
Wolkenverhangen. Auf der Heimfahrt ist es Richtung Icod immer sonniger,
stürmischer und zu guter Letzt auch sehr nass geworden. Dafür hat uns zu Hause
ein wunderschöner Regenbogen über dem Atlantik begrüßt. der schillernde
Lichtbogen ist aus den Meereswellen aufgestiegen, hat seinen bunten Streifen
weit gespannt und hat sein Ende wieder im Atlantik eintauchen lassen.
Schade, dass ich nicht weiß, an welchem Ende der sagenhafte Goldschatz versteckt
ist. Ich könnte ihn wirklich gebrauchen! Es wäre ein schöne Alternative zu
unserem Nichtgewinn bei der Weihnachtslotterie. Wir haben dieses Jahr ja das
erste Mal so ein Los gezwungener Massen erstanden.
Doch das Leben ist ungerecht - unsere Losnummer 60053 hat nicht einmal einen
Cent gewonnen! |
|
El Gordo ist allerdings eine eigene, spanische
Geschichte. Am 22. Dezember hört ganz Spanien singenden Kindern zu.
Sechsunddreißig Buben und Mädchen der Klosterschule San Ildefonso sind seit 1771
die Glücksbringer der Nation und sie singen keine Weihnachtslieder sondern
verkünden in einem komischen Singsang die Prämien und Losnummern der
Weihnachtslotterie. Ich habe diese Aktion noch nie vorher beobachtet, doch
gestern wollte ich die Wetternachrichten sehen und habe am Bildschirm statt dem
Satellitenbild zwei Mädchen in Schuluniform präsentiert bekommen. Das System
dieser Weihnachtslotterie habe ich lediglich theoretisch durchblickt. Wie die
Ziehung aufgebaut ist, ist für mich ein - noch - ungelöstes Rätsel. |
Das System dieses nationalen Glückspiels besteht aus
vielen Zehntellosen und verschiedenen Serien. Den Hauptgewinn gibt es 1.800 Mal
und damit ist er eigentlich großzügig aufgeteilt, denn es gewinnen viele Leute
ziemlich viel Geld. Es werden einhundertachtzig Serien verkauft mit
fünfundachtzigtausend verschiedenen, fünfstelligen Nummern ergibt sich daraus
eine Vielzahl an Losnummern. Grundsätzlich besteht ein Los aus zehn Einzellosen,
las décimas. Diese Anzahl pro Serie multipliziert mit zehn ergibt die
stolze Summe von 1.800 Gordos à 300.000 Euro. Damit haben wir einen Hauptgewinn
mit der gigantischen Summe von 540 Millionen Euro. Dieses Geld wird mit dem
System allerdings gut verteilt - und wir haben keinen einzigen Euro davon
bekommen!
Unser fleißiger Maurer allerdings auch nicht! |
|
Mittlerweile ist es wieder einmal
Mitternacht geworden und sogar der Sturm ist für kurze Zeit schlafen gegangen.
Jetzt wütet er wieder kraftvoll und stürmisch - er rüttelt an meinen Nerven.
Wenn so ein blöder Wind stundenlang durch die Gegend pfeift, ist es irgendwann
einfach einmal genug. Unsere Botanik schaut zum Teil schon wie nach einem
Giftgasanschlag aus. Blattlos und kahl. Es kann wirklich nur besser werden, aber
ich habe das ungute Gefühl, dass wir dieses Jahr relativ stürmische Weihnachten
erleben werden. |
|
Liebes Christkind, bitte nimm den
windigen Gesellen mit nach Hause und gönne unseren Blumenkindern eine
Erholungspause. Ist das zuviel verlangt? Immerhin ist morgen dein großer Abend
und ich habe mich das ganze Jahr über vorbildlich um die Pflanzen gekümmert ... |
|
So wie es aussieht hat das Christkind
zwei taube Ohren - die Sturmböen werden immer stärker und irgendwann werden uns
die Blechtafeln der Baustelle unter uns um die Ohren fliegen. Ich geh jetzt
lieber schlafen, morgen früh schaut die Welt vielleicht schon wieder ganz
friedlich - und vor allem windstill - aus! |
| |
|
22 de diciembre 2009 |
|
Dienstag
- martes |
 |
|
Icod de los Vinos |
| bewölkt, regnerisch und sehr warm |
|
19 ° temperatura
mínima |
|
24 ° temperatura
máximo |
|
|
|
Die
meisten Leute feiern Weihnachten, |
|
weil die meisten Leute
Weihnachten feiern. |
|
|
|
Kurt Tucholsky |
|
|
| |
|
Peitschender Regen mit Sturmböen
gestern Abend und eine ruhige, sternenklare Nacht
liegt hinter uns.
Laut den Erzählungen sollen
gestern aber einige Keller, oder besser gesagt
ebenerdige Räume, in Icod von den "wilden"
Wassermassen heimgesucht worden sein. Die Baubehörde
soll angeblich mit einem halben Meter Wasser
geflutet worden sein. Auch wenn es vielleicht nicht
ganz so drastisch abgelaufen sein sollte - Ausreden
für verschleppte Verfahren liegen damit natürlich
verlockend auf dem Tablett. Immerhin ist es laut
sogenannten Augenzeugen erwiesen, dass "Unmengen"
Papiere entsorgt worden sind. Was wirklich stimmt,
steht allerdings in den Sternen - ich bin leider
nicht selbst dabei gewesen. |
Zahnarzttermin für Georg in Los Silos. Es ist warm,
wie im Sommer und ich bin total falsch angezogen.
Das Thermometer hat in der Früh
unglaubliche 19° Celsius - nicht Fahrenheit -
angezeigt, aber irgendwie habe ich diese Tatsache
nicht registriert. Na ja, mir war halt ziemlich warm
- aber es gibt wirklich Schlimmeres!
|
Am Nachmittag war Christkindls Backstube auf dem
Programm, denn mein Göttergatte hat festgestellt, dass bei ihm ohne
Vanillekipferl und Pariserstangerl keine Weihnachtsstimmung aufkommt.
Das möchte ich natürlich auf gar keinen Fall riskieren, denn was wäre
Weihnachten ohne Weihnachtsstimmung? Also, nichts wie ab in die Welt der Kekse
und Backöfen!
|
|
Dafür hat es als Mittag- oder besser gesagt
Abendessen lediglich Rucolasalat und einen simplen Schinken-Käse-Toast auf dem
Teller gegeben. Die Kekse sind allerdings bestens gelungen! Das hat mir mein
Keksspezialist gesagt und damit ist diese Tatsache ganz klar und deutlich
amtlich festgestellt. |
|
Jetzt ist es fast Mitternacht und anständige Windböen
pfeifen um unser Häuschen. Der Himmel ist fast sternenklar, kein Tröpfchen
Wasser fällt vom Himmel und die schmale Mondsichel blinzelt hinter einer
Wolkenbank hervor. Ich habe unsere Weihnachtspost verschickt und werde mich
jetzt auch verabschieden, morgen ist auch noch ein Tag.
|
Ach ja - der Teide hat über Nacht eine weiße
Schneehaube verpasst bekommen!
Wir können also ebenfalls von weißen Weihnachten reden - mit einem kleinen
Unterschied zu euch. Wir müssen keinen Schnee schaufeln und bei diesen
sommerlichen Temperaturen auch nicht frieren. Nur der Wind geht mir zur
Zeit auf die Nerven!
|
| |
|
21 de diciembre 2009 |
|
Montag
- lunes |
 |
|
Icod de los Vinos |
| bewölkt, regnerisch und warm |
|
15 ° temperatura
mínima |
|
19 ° temperatura
máximo |
|
|
|
Zuerst
ignorieren sie dich, |
|
dann lachen sie über dich, |
|
dann bekämpfen sie dich - und
dann gewinnst du. |
|
|
|
Mahatma Gandhi |
|
|
| |
|
|
Die Woche beginnt grau und bewölkt, für alle Inseln
ist wechselhaftes Wetter mit Regenschauern
vorhergesagt - und das trifft auch zu! Der Wind
pfeift und von Zeit zu Zeit prasselt der Regen aufs
Dach.
|
Im großen und ganzen gesehen nichts
besonderes, aber Regenwetter ist halt immer ein dankbares Thema auf der Insel.
Von sibirischer Kälte oder Schnee bekommen wir jedoch gar nichts mit. Damit
müssen sich nur die Festlandspanier ebenso beschäftigen wie der Großteil der
Europäer.
Nicht einmal der Teide hat bis jetzt ein weißes Käppchen abbekommen. |
|
Ab morgen geht es sowieso wieder aufwärts - mit der Länge der
Tageszeit! Heute ist allerdings der kürzeste Tag und die längste Nacht des
Jahres. Der Winter beginnt hochoffiziell, denn wir haben Wintersonnenwende, auch
Wendekreis des Steinbocks genannt. |
Doch nun
geht es wieder bergauf, die Tage werden jeden Tag um einen Augenblick länger -
das neue Jahr kann kommen.
Es ist jetzt fast Mitternacht, am Himmelszelt sind alle Sterne zu sehen, doch
der Wind hat seine Arbeit noch nicht aufgegeben und pfeift ordentlich um unsere
Hausecken. Ich schon neugierig, auf welche Art und Weise mich das Wetter morgen
früh begrüßen wird. Mit - oder ohne Regentropfen? |
| |
|
20 de diciembre 2009 |
|
Sonntag
-
domingo |
 |
|
Icod de los Vinos |
| bewölkt |
|
15 ° temperatura
mínima |
|
23 ° temperatura
máximo |
|
|
|
Der Pessimist klagt über den Wind, |
|
der Optimist hofft, dass er dreht, |
|
der Realist richtet das Segel
aus. |
|
|
|
Sir William Ward |
|
|
| |
|
Schon wieder ist eine Woche vorbei
und Weihnachten rückt immer näher.
Es dauert nicht mehr lange, dann
verabschiedet sich jeder von jedem mit der Beifügung Feliz Navidad, fröhliche
Weihnachten! |
vier Kerzen brennen
noch viermal schlafen ... |
| |
|
19 de
diciembre 2009 |
|
Samstag
- sábado |
 |
|
Icod de los Vinos |
| sonnig und warm |
|
15 ° temperatura
mínima |
|
19 ° temperatura
máximo |
|
|
|
Der
Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem
beinahe richtigen ist derselbe Unterschied wie
zwischen dem Blitz und einem Glühwürmchen. |
|
|
|
Mark Twain |
|
|
| |
|
|
Heute steht Gartenarbeit mal zwei,
sprich für uns beide, auf
dem Stundenplan. Ihr müsst Schnee schaufeln und wir
endlich unseren Rasen mähen. Wir haben ihn sträflich
vernachlässigt und durch das fruchtbare Regenwetter
der letzten Tage sind die grünen Halme Knietief in
die Höhe geschossen! Georg hat es trotzdem mit dem
Rasenmäher geschafft, denn er hat die Messer so
scharf geschliffen, dass ihm wahrscheinlich jeder
Barbier drum neidig gewesen wäre. Man hätte sich
damit wirklich rasieren können. Leider haben wir bei
unserer Gartenarbeit heute noch einige versteckte
Sturmleichen entdeckt. |
|
Einige Hibisken sind ziemlich durch
die Windmaschine gedreht worden und haben ihre
Bruchstellen bis jetzt relativ gut verborgen gehabt.
Drei, nein vier, Bananenstauden wurden ebenfalls ins
Jenseits befördert, aber das ist halb so schlimm,
denn sie sind dafür bekannt, dass sie schnell und
zuverlässig für genügend Nachwuchs sorgen. |
 |
Über eine Altersversorgung für
Bananen muss sich sowieso niemand den Kopf
zerbrechen, denn nachdem sie einmal Früchte getragen
haben, verabschiedet sich die Pflanze von ganz
alleine.
So etwas wie eine ehemalige,
typische Großfamilie, die aus mehreren Generationen
besteht ist aus diesem Grund gar nicht möglich. |
|
Auch wenn sie in Familienähnlichen Gruppen in der
Landschaft stehen, entscheidet in diesem Fall der
Wind, wer sein Leben aushaucht. Das Schicksal
schlägt ganz unkontrolliert und unerbittlich zu. Die
Banane ist der höheren Gewalt hilflos ausgeliefert,
vielleicht auch deshalb, weil für sie von Beginn an
kein langes Leben vorgesehen ist.
Familienzusammenhalt ist damit von vornherein
ausgeschlossen. |
Die Kinder bleiben sich selbst überlassen und Eltern
sind ebenfalls für sich alleine verantwortlich. In der Realität sind die
verbrauchten, alten Bananenstauden natürlich auch auf fremde Hilfe angewiesen,
denn würde sie niemand abschneiden und entsorgen, würden sie wohl irgendwann
einmal ihre eigenen Kinder erdrücken oder abbrechen. Wildwuchs ist also
auch in diesem Fall nicht angesagt, deshalb werden Bananen wohl
in akkurat angepflanzten Plantagen gehalten und
gehätschelt und gepflegt, damit der Mensch die
Chance bekommt, die aromatischen und gesunden
Früchte überhaupt genießen zu können. |
Da fallen mir unweigerlich die
Geschichten über uralte, weise, knorrige Bäume in
meinen Märchen der Jugend ein. Egal, ob es sich
dabei um eine mit Flechten überzogene alte Tanne
oder einen ächzenden Apfelbaum gehandelt hat. Alte
Bäume haben in dieses Erzählungen immer ihre
Weisheiten an den Nachwuchs weiter gegeben und ihnen
damit das Leben erklärt.
Der hölzerne Nachwuchs hat
durch die Weisheit der Alten begriffen, warum der
eine sein junges Leben als kostbarer Schrank, als
Weinfass oder als scheinbar nutzloses
Weihnachtsbäumchen beenden wird - und war zufrieden
und stolz. |
|
Bananenkinder können davon nur
träumen! |
| |
|
18 de diciembre 2009 |
|
Freitag
- viernes |
 |
|
Icod de los Vinos |
| sonnig und warm |
|
15 ° temperatura
mínima |
|
21 ° temperatura
máximo |
|
|
|
Wie
geht's, sagte ein Blinder zu einem Lahmen. |
|
Wie Sie sehen, antwortete der
Lahme. |
|
|
|
Georg Christoph Lichtenberg |
|
|
| |
|
|
Der Tag danach, el dia después,
beginnt mit strahlendem Sonnenschein und blauen
Himmel. Es ist fast ein Hohn, un sarcasmo,
denn der Sturm hat ganz schön heftig und tatkräftig
zugeschlagen. Nun habe ich die traurige Pflicht,
un triste deber, das Chaos aufzuräumen und die
Wunden der Opfer zu pflegen und die Leichen zu
beseitigen. |
|
Auf den ersten Blick, a primera
vista, sieht es in unserer Botanik ein bisschen
chaotisch aus und bei meinem ersten Rundgang habe
ich auch die ersten Schäden entdeckt - leider.
Gestern haben die afrikanischen Tulpenbäume
wunderschön geblüht, heute sind weder Blüten noch
Blätter zu sehen. Traurig und kahl, triste y
pelado, verteidigen sie mit nackten Ästen ihren
Platz an der Sonne. |
 |
|
Der alte Weihnachtsstern, der als
prächtiger Baum vor unserer Einfahrt geblüht hat -
den gibt es nicht mehr. Eine Windböe hat ihn mit
einem glatten Bruch seines Stammes ins Jenseits
befördert. Kurz und
schmerzlos. Aber wer weiß, ob er den geplanten
Abbruch der windschiefen Ziegelmauer, die direkt vor
ihm steht, überlebt hätte.
Schade drum, aber vielleicht sollte
es einfach so sein. |
 |
Die Tonscherben sind eingesammelt und
die meisten Pflanzen habe ich mit der schneidenden
Hilfe von Gartenscheren entflochten und entwirrt,
geschnitten und aufgebunden. Meine Finger, los
dedos, sind zerstochen, die Hände wirkungsvoll
zerkratzt doch die Schäden an den Pflanzen halten
sich zum Glück in Grenzen.
Der stürmische Besucher in der Nacht hat doch eine
gewisse Milde walten lassen. Es hat im ersten Moment
schlimmer ausgesehen, als es im Endeffekt dann
wirklich war. Da haben wir noch einmal Glück gehabt!
¡Ahora sí que hemos tenido suerte! |
| |
|
17 de diciembre 2009 |
|
Donnerstag
- jueves |
 |
|
Icod de los Vinos |
| sonnig und warm - Sturm am
Abend |
|
17 ° temperatura
mínima |
|
23 ° temperatura
máximo |
|
|
|
Erwartungsloses
Geben ist genauso schwierig wie vorbehaltloses
Nehmen. |
|
|
|
Robert Kroiß |
|
|
| |
|
Ayer por la noche, gestern Nacht hat es pünktlich um
Mitternacht, a la medianoche, zu regnen begonnen. Nachdem es auch noch
hell und beeindruckend über dem Tenogebirge
geblitzt
hat, habe ich mich entschieden,
früher ins Bett zu gehen.
Solange der Regen immer in der
Nacht vom Himmel fällt, kann es von mir aus jeden
Tag regnen. Den Pflanzen tut es gut - und mir auch,
denn ich erspare mir die Bewässerung. |
Der heutige Tag hat mit einem
zauberhaften Morgenrot, una aurora encantador, begonnen, hat uns stundenlang mit viel Sonnenschein und
blauen Himmel beglückt und uns am Abend einen ordentlichen Sturm vorbei
geschickt. Der Winter lässt grüßen!
Die ersten beiden Todesopfer unter den Tontöpfen können wir bereits nach der
ersten Viertelstunde melden. Vorsichtshalber haben wir nun alle Pflanzbehälter
mit höheren Pflanzen selbst flach gelegt - da kann der stürmische Bursche nicht
mehr viel anrichten.
|
Doch warum der stürmische Geselle überhaupt bei uns seine Arbeit aufgenommen hat
ist mir ein Rätsel. Er dürfte eigentlich nur auf Lanzarote, Fuerteventura und im
Ausnahmefall auf Gran Canaria sein stürmisches Unwesen treiben.
Der himmlische Bursche dürfte im Geografieunterricht geschlafen haben und die
Inseln ein bisschen verwechseln. Es sei ihm fast verziehen - falls er in
nächster Zeit nicht wieder eine Hauptrolle im Wettergeschehen im Auge haben
sollte. Wenn es bei der heutigen Situation bleiben sollte, haben wir, den für
Dezember üblichen Sturm, ganz gut überstanden - glaube ich jedenfalls. Pero
si no me equivoco, aber ich kann mich auch
täuschen, bei Tageslicht sieht die Welt oft ganz
anders aus.
|
Wir haben schon eindrucksvollere Windböen auf dieser Insel erlebt.
Aber ich will den Morgen nicht vor Mitternacht loben. Wer weiß was sonst noch
nach kommt. ¿Quién sabe? Jetzt im Moment beruhigt sich die stürmische Außenwelt
ein klein wenig. Es regnet kaum noch und die Windböen kommen in immer größeren Abständen.
|
Wenn es in den frühen Abendstunden auch so gewesen
wäre, hätten wir unseren Hauptabendfilm mit
vollständigen Dialogen genießen können. Das war
allerdings leider nicht der Fall, denn immer wenn es
spannend wurde, hat die Satellitenschüssel einen
Windstoss abbekommen, der den Schauspielern förmlich
das Wort aus dem Mund gerissen hat.
Kabelfernsehen wäre bei dieser Wetterlage eindeutig von Vorteil.
|
|
Aber was soll's? ¿Qué más da? Wir sind immer noch besser dran als viele andere Europäer -
Spanien wird vom Schneefall in Schach gehalten, auf Mallorca bibbern
Einheimische und Touristen und in Österreich hat ebenfalls Väterchen Frost die
Regentschaft übers Winterwetter übernommen. Wir leben deshalb, also trotz Sturm
und ein paar Regentropfen, trotzdem auf einer liebens- und lebenswerten Insel im
Atlantik. |
| |
|
16 de
diciembre 2009 |
|
Mittwoch
- miércoles |
 |
|
Icod de los Vinos |
| bewölkt und
regnerisch |
|
17 ° temperatura
mínima |
|
22 ° temperatura
máximo |
|
|
|
Als
ich klein war, glaubte ich, Geld sei das
Wichtigste im Leben. |
|
Heute, da ich alt bin, weiß ich:
es stimmt. |
|
|
|
hat Oscar Wilde festgestellt
|
|
|
| |
|
Schade, für heute und morgen wird uns
schlechtes Wetter prophezeit.
Der Tag ist auch wirklich ziemlich grau und wolkig, aber bis jetzt ist es
trocken und warm geblieben. |
 |
So, die Fotos der letzten beiden Wochen habe ich erfolgreich
verstaut und dabei sind mir diese paar bunten Bilder untergekommen.
Es handelt sich dabei nicht um übergroße Christbaumkugeln
sondern um Öltanks. Die bunten Kreationen gehören zur Raffinerie in Santa Cruz
und stehen das ganze Jahr mit dieser fantasievollen Bemalung in der Gegend
herum. |
 |
|
Die spanische Raffinerie Cepsa, Compañía Española de Petróleos,
wurde schon im Jahr 1929 als erster privat Ölproduktionsbetrieb in Madrid
gegründet und ist heute ein wichtiger Teil der Industrie von Teneriffa. Bereits
ein Jahr nach der Gründung wurde 1930 erstmals von Teneriffa aus Kraftstoffe für
Schiffe verkauft. Heute werden von der Insel aus Propan- und Treibgas sowie
verschiedene Arten von Schmierstoffen exportiert. |
|
Aber warum wurde dieser Betrieb auf
den Kanarischen Inseln angesiedelt - weit weg vom spanischen Mutterland? Ganz
einfach, man umschiffte mit der Wahl dieses Standortes ganz elegant ein Gesetz,
la Ley del Monopolio de Petróleos de 1927, dass die Gründung und den
Betrieb von privaten Raffinerien auf der spanischen Halbinsel verbot. |
|
Über diese Raffinerie gibt es noch
viel mehr zu erzählen, aber für heute verabschiede ich mich - Fortsetzung folgt
bestimmt. |
| |
hier geht's zu den vergangenen Einträgen
1. bis 15. Dezember
2009 |
| |
|
|
|
Unser Postkasten freut sich auf
jede
kleine Nachricht |