16 de agosto 2008 - Samstag - sábado
15 de agosto 2008 - Freitag - viernes
Maria Himmelfahrt in Österreich Dia de La Candelaria auf Teneriffa
Wie war das Wetter heute?
bewölkt aber warm
Icod de los Vinos
18 ° centígrados temperatura mínima
24 ° centígrados temperatura máximo
 
Ein Mensch erlebt den krassen Fall ...
es menschelt deutlich, überall -
und trotzdem merkt man, weit und breit
oft nicht die Spur von Menschlichkeit.
Eugen Roth
 
Über Nacht ist die Temperatur in den Keller gefallen. Der Regen hat die Luft ziemlich abgekühlt. Jetzt ist die Luft allerdings richtig angenehm. Warm und ein bisschen feucht.
Heute wird auf Teneriffa zwar der wichtigsten Feiertag der Insel, Dia de La Candelaria, gefeiert, doch wir haben den freien Tag in diesem Jahr für uns gestrichen. :o) lach ein wenig ... Bis Mittwoch muss im Haus alles neu verkabelt sein und die Beleuchtung sollte wenigstens so aussehen, als ob sie fertig wäre.
Der Großteil der Inselbevölkerung verehrt heute die Schutzpatronin  la Virgen de la Candelaria. Die schwarze Madonna stammt aus der Zeit, als die Guanchen die Insel bevölkert und auch beherrscht haben. Rund um die geheimnisvolle Holzfigur ranken sich viele Mythen und Legenden - oder sind es doch nur einfach nette Geschichten? Im Grunde genommen ist es auch ganz egal ob es sich um überlieferte Geschichte oder ein nettes Märchen handelt.
In Candelaria wird jedes Jahr, en la Plaza de la Patrona de Canarias, auf dem Platz vor der Kirche, la Basilica de la Virgen de la Candelaria, unter den kritischen Blicken der versteinerten Guanchenfürsten mit Hilfe von vielen verkleideten Laienschauspielern die Geschichte der Guanchen erzählt.
Das Original der Madonna soll im Jahr 1826 bei einer Sturmflut in den Atlantik gespült worden sein. "Back to the roots" könnte man dazu sagen, denn es gibt die Vermutung, dass die Frauenstatue, die die Guanchen am Strand gefunden haben, ursprünglich von einem Schiff stammte.
Der Gegenstand der heutigen Verehrung soll ist eine originalgetreue Kopie der ursprünglichen Heiligen sein. Die Fähigkeit Wunder zu wirken und helfend in das Leben der Menschen einzugreifen muss sie jedoch vom Original übernommen haben. Das muss Fakt sein. Warum sollten sonst jedes Jahr wahre Pilgerströme aus allen Himmelrichtungen der Insel nach Candelaria ziehen? Oder versetzt wie so oft der Glaube den Berg?
Am Nachmittag haben uns Kirsten und Olaf überrascht. Schade, das wir nicht mehr Zeit gehabt haben. Für einen gemütlichen Tratsch hat es gereicht, aber das nächste Mal wird es besser. :o) lach ein wenig ... Der Mittwoch ist im Moment das magische Wort - nach diesem Tag wird das Leben wieder normal.
am Abend    gemütlich vor dem Fernseher
 
14 de agosto 2008 - Donnerstag - jueves
Wie war das Wetter heute?
ein Regentag
Icod de los Vinos
20 ° centígrados temperatura mínima
26 ° centígrados temperatura máximo
 
Ein Mensch erblickt das Licht der Welt ...
doch oft hat sich herausgestellt
nach manchem trüb verbrachten Jahr,
dass dies der einzige Lichtblick war.
Eugen Roth
 
Noch immer grau in grau. :o) lach ein wenig ... Este tiempo es malo por el vino, das Wetter ist schlecht für den Wein - das ist die Floskel wie in unserer Nachbarschaft über das Wetter geredet wird. Wobei Miguel gleich noch eine Steigerung drauf gelegt hat. Eindeutig Winter, invierno, hat er gemeint - und das bei fünfundzwanzig Grad bedingt durch die grauen Wolken im Schatten.
Zu Mittag hat es sogar ganze fünf Minuten geregnet. Richtig gelesen, es hat nicht genieselt, es sind dicke Regentropfen vom Himmel gefallen. Aber leider nur ein paar Minuten lang. Es hätte ruhig ein bisschen länger anhalten können, dann hätten sich unsere Pflanzen sicher sehr gefreut. Aber Wetter gibt es leider oder Gott sei Dank noch nicht auf Bestellung. Der Mensch muss in diesem Fall die Natur noch so nehmen, wie sie ist.
Draußen fallen gerade die nächsten paar Regentropfen vom Himmel, in unserer guten Stube ist es still, leise und finster geworden.
Als Draufgabe zum trüben Wetter ist also auch noch der Strom ausgefallen - aber wir sind nicht daran schuld. Ob die paar Regentropfen den Strom verführt haben? :o) lach ein wenig ... In Santa Bárbara haben wir damit im Normalfall kein Problem. Lange wird es wohl nicht dauern, dann wird sich die Energie erfolgreich zurück melden - hoffe ich zumindest.
Der Strom ist bald wieder da gewesen - aber nach kurzer Zeit hat sich die Licht bringende Energie abermals für eine Stunde verabschiedet. Die kurzen Regenschauer sind uns allerdings erhalten geblieben. Den heutigen Tag kann ich mit guten Gewissen als sommerlichen Regentag einstufen.

Regentropfen, die an dein Fenster klopfen
das merke dir - die sind ein Gruß von mir.
Sonnenstrahlen, die an dein Fenster fallen
das merke dir - die sind ein Kuss von mir
Abends aber dann im hellen Mondschein
komm ich selbst zu dir und will belohnt sein.
Wie selten dieses Phänomen in dieser Jahreszeit vorkommt wird alleine durch die Länge dieses Wetter Berichts bewiesen. :o) lach ein wenig ... Wasser, das vom Himmel tropft ist in den Sommermonaten die absolute Ausnahme auf unserer kleinen Insel im Atlantik.
es war keine kaputte Glühbirne sondern Stromausfall ...
 
13 de agosto 2008 - Mittwoch - miércoles
Wie war das Wetter heute?
bewölkt
Icod de los Vinos
20 ° centígrados temperatura mínima
26 ° centígrados temperatura máximo
 
Die Menschen sind glücklich ...
wenn man über ihre Scherze lacht -
aber nicht über ihre Dummheiten.
Jonathan Swift
 
Ein durch und durch grauer bewölkter Tag. :o) lach ein wenig ... Die Sonne streikt. Am Vormittag, por la mañana, habe ich sogar ein paar Regentropfen, las gotas de lluvia, gespürt. Oder war es doch nur ein bisschen Feuchtigkeit die sich aus den Wolken verirrt hat?
 
Wer hat mein Lied meine schöne Wand so zerstört? Kabeleinziehen die Zweite! Um eine der vielen Kurven in den Rohren für die Elektrizität wollten die neuen toxinfreien Kabel nicht durch. Da ist zu meinem Bedauern nix anderes übrig geblieben, als die Kurve zu entschärfen.
Ohne einem großen Loch in meiner ehemals perfekt gestrichenen Wand hat das leider nicht funktioniert. Na ja, schließlich wollen wir in Zukunft unsere Ausstellungsstücke mit elektrischen Lichtquellen in Szene setzen. Kerzenlicht eignet sich nicht gar so gut dafür.
Ein Loch ist im Grunde genommen ja ein Nichts, nada. In einem Loch ist im Normalfall auch nichts - es sei denn, es ist doch etwas drin. :o) lach ein wenig ... Für ein Nichts stört mich unser hässliches Loch allerdings sehr! Es muss also doch was da sein, denn über Nichts könnte ich mich auf keinen Fall ärgern.
Also - was ist ein Loch? Betrachten wir es einmal von der wissenschaftlichen Seite.
Angeblich gibt es keine schwarzen Löcher. Löcher existieren nicht für sich allein, nur ein Raum kann Löcher haben. Anders ausgedrückt - wo nichts ist, kann es auch keine Löcher geben. Ist doch logisch, oder? Wie könnte man sich sonst die Löcher in der Brieftasche oder im Emmentalerkäse oder in unserer schön gefärbten Wand erklären?
Nichts ist also nicht Nichts sondern einfach ein Loch in der Materie - und das kann sehr wohl sehr groß sein! Vor allem ist eines mit logischer Konsequenz sicher. :o) lach ein wenig ... Um ein Nichts Loch herzustellen, muss etwas geschehen. Man verwandelt ein Etwas in ein Nichts - und muss dafür etwas tun, denn von nichts kommt schließlich Nichts. Alles klar? ¡Eso está claro!
Ende der Geschichte, el final de la historia. Ich hoffe, ihr plumpst nach dieser tief schürfenden und äußerst sinnvollen Überlegung nicht gleich in ein schwarzes Loch, un agujero negro :o)
Aber - was passiert eigentlich, wenn man in ein schwarzes Loch fällt? Das weiß wohl keiner so genau - es ist noch niemand wieder heraus geklettert.
mit Kerzenlicht  ist es zwar romantisch ...
 
12 de agosto 2008 - Dienstag - martes
Wie war das Wetter heute?
ein angenehmer Sommertag
Icod de los Vinos
20 ° centígrados temperatura mínima
26 ° centígrados temperatura máximo
 
Wer glücklich ist ...
sollte nicht noch glücklicher sein wollen.
Theodor Fontane
 
Unser Helferlein hat heute Frühschicht, der Chef gezwungener Maßen natürlich auch :o) Die Rohre für die neue Stromleitung wird verlegt und Georg muss erst das alte Stromkabel finden. :o) lach ein wenig ... Wie die Vorbesitzer das Kabel verlegt haben wissen wir leider nicht. Gerade, schräg über den Weg, in welcher Tiefe oder Untiefe? Keine Ahnung. ¡Ni idea!
 
¡Qué suerte! Glück gehabt! Nach kurzer Zeit taucht das Kabel auf - acht Zentimeter unter der Erde. Ein Wunder, dass es sich während der ganzen Zeit unter der Erdoberfläche verstecken könnte. Verlegt hat es einer der Vorbesitzer logischer Weise auf dem kürzesten Weg - quer drüber.
 
Zu Mittag sind die neuen Rohre für die Stromkabel in der Erde und es dauert nicht lange, dann sind sie in der Erde verborgen. :o) lach ein wenig ... Ganz so, als ob niemand gearbeitet hätte.
Georg ist noch immer beim Kabeleinziehen. Seit einem Jahr gibt es ein neues Gesetz, in dem steht, dass Kabel in öffentlich zugänglichen Gebäuden im Falle eines Brandes keine toxischen Gase verdampfen dürfen. Deshalb müssen sämtliche Kabel im renovierten, gelben Haus ausgetauscht werden.
Idiotisch, aber man kann es leider nicht ändern. So ein Mist! ¡Qué mierda! Zum Glück können wir sie für die Installation in unserem Privathaus verwenden. :o) lach ein wenig ... Das ist ja nicht öffentlich zugänglich und als Privatperson kann man ruhig an giftigen Dämpfen sterben.
ohne Kabel kein Strom,  ohne Strom kein Licht ...
 
11 de agosto 2008 - Montag - lunes
Wie war das Wetter heute?
morgendliche Bewölkung und dann auch nicht besser
Icod de los Vinos
20 ° centígrados temperatura mínima
26 ° centígrados temperatura máximo
Sonnenaufgang: 7:34 Uhr   Sonnenuntergang: 20:49 Uhr Ortszeit
 
Denke genau darüber nach was du willst ...
es könnte in Erfüllung gehen.
Autor unbekant
 
Die Waschmaschine arbeitet schön brav vor sich hin, Georg ist auf dem Weg in sein zweites Wohnzimmer, der Gemeinde. :o) lach ein wenig ... Die Sonne wird gleich auftauchen, sie blinzelt ab und zu vorsichtig zwischen den morgendlichen Wolken heraus. Es ist halb neun Uhr und der Montag hat begonnen. Guten Morgen! ¡Buenos días!
 
Die ersten Äpfel, las manzanas, werden reif. Welche Sorten das sind, weiß ich leider nicht. :o) lach ein wenig ... In den Gärtnereien der Insel werden Äpfel einfach Äpfel genannt. Für einen Apfelkuchen, un pastel de manzana, reichen die beiden wohl noch nicht aus aber unsere Apfelbäume, los manzanos, stecken leider noch in den Kinderschuhen.
Gartenarbeit ist an der Reihe 
 
10 de agosto 2008 - Sonntag - domingo
Wie war das Wetter heute?
Sommer
Icod de los Vinos
20 ° centígrados temperatura mínima
26 ° centígrados temperatura máximo
 
Das schönste aller Geheimnisse ...
ein Genie zu sein und es als einziger zu wissen.
Mark Twain
 
Ich liebe Sonnentage Sonntage! :o) lach ein wenig ... Ein Tag, der einfach so vergeht.
ich fühle mich wie ein 
 
9 de agosto 2008 - Samstag - sábado
Wie war das Wetter heute?
herrlich warm
Icod de los Vinos
21 ° centígrados temperatura mínima
27 ° centígrados temperatura máximo
 
Ein entscheidender Unterschied ...
zwischen einer Katze und einer Lüge ist,
dass eine Katze nur neun Leben hat.
Mark Twain
Hubschraubergeknatter. Die gelben Flugobjekte der Brifor überfliegen eigentlich fast regelmäßig das Gebiet über Icod. Die Piloten sind auf Kontrollflügen für den Brandschutz unterwegs. Regelmäßig überfliegen sie auch unsere Finca. So war es auch heute Vormittag. Das ist nichts Besonderes - aber diesmal haben sie Wasser im Gepäck gehabt. Irgendwo in der Nähe muss es gebrannt haben.
Ab Mittag war allerdings in der Luft wieder alles ruhig. Gott sei Dank. Vor einem Jahr hat es um diese Zeit auf Teneriffa anständig gebrannt, ich hoffe nicht, dass die sommerlichen Brände zur Normalität mutieren.
Gestern Mittag hat das Telefon geklingelt. An und für sich ist das nichts Aufregendes aber diesmal hat sich jemand gemeldet, mit dem wir überhaupt nicht gerechnet haben. :o) lach ein wenig ... Helmut hat angerufen! Er ist noch bis Samstag oder Sonntag in Südafrika. Er sitzt bei 22° C in Johannisburg und hat an uns gedacht! Lang, lang ist's her, dass wir in diesem Land gelebt haben ...
telefonieren  verbindet
 
8 de agosto 2008 - Freitag - viernes
Wie war das Wetter heute?
sommerlich warm
Icod de los Vinos
20 ° centígrados temperatura mínima
24 ° centígrados temperatura máximo
 
Die letzte Woche ...
war nur für mich bestimmt,
Zeit für Besinnung, Alltägliches und Nichtstun.
Die Welt konnte sich mal eine Runde ohne mich drehen.
Ein schönes Gefühl!
Carl Spitteler
 
Meinen Bericht über die Begegnung mit der Vergangenheit bin ich euch noch immer schuldig. :o) lach ein wenig ... Heute löse ich mein Versprechen ein. Dieses Erlebnis darf ich nicht unterschlagen, denn das Engagement der Stadt Los Realejos und seiner Bewohner findet man wahrscheinlich nicht so schnell wieder. Realexo - eine Stadt spielt Geschichte - Jung und Alt engagieren sich für die Vergangenheit.
Es war einmal, érase una vez...
ein Wochenende im August, als in einem Ortsteil der Stadt, in Realejo Bajo das 18. Jahrhundert lebendig wurde. Wir machen ein Ausflug und wandern zweihundert Jahre in der Zeitgeschichte zurück.
 
Auf dem Platz vor der Kirche begegnen uns als Begrüßung bewaffnete Soldaten in weißen Uniformen und braunen Ledermanschetten. Rhythmisch von kräftigem Trommeln unterstützt marschieren sie zackig durch die engen Gassen. Reiter mit herrschaftlich gekleideten Frauen und Männern traben langsam am Straßenrand dahin und strahlen eine fast hochmütige Unnahbarkeit aus.
Wir machen uns auf einen Rundgang durch das alte Viertel und treffen überall auf lebendige Bilder der Geschichte. Dort und da werden kurze Szenen, die mit viel Humor gewürzt werden, gespielt. Darsteller sind Marktfrauen, Weberinnen, Silberschmiede, Weinhändler und noch viele Vertreter andere Berufsgruppen.
   
In einem Bürgerhaus werkelt in einer einfachen Werkstatt ein Geigenbauer vor sich hin. :o) lach ein wenig ... In diesem Fall ist es sogar der heutige Hausbesitzer der wirklich diesen Beruf ausübt. Ich vermute nur, dass er an anderen Tagen eine moderne Kleidung trägt.
 
Vorbei am Lagerplatz der Armee, an Marketenderinnen, Handwerkern und Marktständen. Auf dem Vorplatz einer Weinhandlung wird heftig und Wortreich verhandelt. Kann der Weinhändler seinen Malvasier doch noch verkaufen?
 
Die Kostüme und das Ambiente wurden perfekt der damaligen Zeit angepasst. Kein Unterricht mit erhobenem Zeigefinger sondern Geschichtsunterricht zum Anfassen. Schade, dass Geschichtsunterricht in der Schule meistens stinklangweilig ist. Aber das ist nun einmal so ¡Qué se le va a hacer!
 
Ab ein Uhr ist es ruhig in der Stadt geworden. Mittagsruhe, la siesta, ist angesagt.
 
Nur vor der Kirche herrscht reges Treiben, el movimiento intenso. :o) lach ein wenig ... Kulinarische Punkte ziehen die Menschen immer an und verführerische Düfte tragen zusätzlich erfolgreich dazu bei.
Der schlanke Grillmeister ist uns irgendwie bekannt vorgekommen. Aber wir kennen niemanden aus Los Realejos, oder doch? :o) lach ein wenig ... Doch wir haben uns nicht getäuscht. Es ist der Bankbeamte der Santander Bank in Icod de los Vinos - und er wohnt mit seiner Familie hier.
 
Wir haben auch Appetit bekommen und haben uns mit den typischen, gegrillten Fleischspießen, Weißbrot und einem kühlen Bier, los pinchos, pan blanco y una cerveza fresco, gestärkt. :o) lach ein wenig ... Einfach aber köstlich! ¡Que aproveche! Guten Appetit!
Es wurden auch Führungen in verschiedenen Sprachen durch die wichtigsten Strassen organisiert. Die Dialoge der Darsteller waren jedoch alle auf spanisch. Ich bin mir aber sicher, dass die Führer die Geschichten für alle nicht spanisch sprechenden Besucher übersetzt haben.
 
Der Ausgangspunkt für die historischen Spaziergänge war der Platz vor der Kirche, la Plaza de la Concepción.
 
Unter den vielen Stationen war auch die Hacienda der Prinzen, la hacienda de Los Príncipes, La Parra Baja y La Parra Alta, die Kapelle von San Sebastian, das Rosa Haus, das Haus der Familie Barroso, die Kapellen des grünen Kreuzes, die Kapelle Márquez, das Pfarrhaus und vieles mehr.
Die Organisation der Veranstaltung war einfach genial. Wir haben nicht nur einen Einblick in das Leben der damaligen Zeit, bekommen - wir haben uns auch köstlich amüsiert!
Realexo 2008. Una cita con el pasado. :o) lach ein wenig ... Dieser Ausflug in die Vergangenheit war ein Erlebnis der besonderen Art!
Um acht Uhr acht, am achten August 2008 chinesischer Zeit wurden heute die Olympischen Sommerspiele in China mit einer monströsen Zeremonie im neuen Pekinger Nationalstadion eröffnet. 
Eine farbenprächtige Farce an der über fünfzehntausend Akrobaten und Tänzer mit gewirkt haben.  Bewundert von vielen Staatsoberhäuptern, Fürsten, Königen und Prinzessinnen im Vogelnest, wie das Stadion genannt wird - und die restliche westliche wirtschaftliche Welt hält ebenfalls den Mund und akzeptiert die Menschen verachtende Regierung dieser Weltmacht.
Schlimm, wenn man sich an den Grundgedanken der Olympischen Spiele erinnert. Wie kann so etwas passieren? Zählt heute wirklich ausschließlich der wirtschaftliche Gewinn? Anzunehmen! Fragt sich nur wer im Endeffekt der Gewinner sein wird?
Gegenwart trifft heute auf vergangene Zukunft von China
 
7 de agosto 2008 - Donnerstag - jueves
Wie war das Wetter heute?
sommerlich warm
Icod de los Vinos
20 ° centígrados temperatura mínima
24 ° centígrados temperatura máximo
 
Was keine Pause kennt ...
ist nicht dauerhaft.
Ovid
 
So schnell kann die Gegenwart zur Vergangenheit werden. :o) lach ein wenig ... Unser kleiner Ausreißer gehört bereits wieder in die Mottenkiste. Aber auch wenn die Abwechslung nur kurz war - sie beiden Tage waren es wert. Der Kopf ist frei und wir sind gerüstet für die nächsten Abenteuer :o)
Georg ist wieder im Rathaus unterwegs - wir kommen unserem Ziel immer näher. Auch wenn sich ein Boxenstopp an den anderen reiht - am Ende eines Rennens hat noch fast jeder Formal Eins Fahrer das Ziel erreicht!
 
der Alltag  hat uns wieder
 
6 de agosto 2008 - Mittwoch - miércoles
Wie war das Wetter heute?
sommerlich warm
Icod de los Vinos
20 ° centígrados temperatura mínima
27 ° centígrados temperatura máximo
 
Enttäuschungen ...
sollte man verbrennen und nicht einbalsamieren.
Mark Twain
 
Der Alltag hat uns wieder. :o) lach ein wenig ... Ja ja, schon gut, ich bin ein wenig hinten nach mit meinen Tagesberichten. Aber eine kleine Verschnaufpause sei mir gegönnt, oder? Jetzt habe ich es geschafft und ich glaube, ihr könnt euch die zwei Tage auf La Palma ein wenig vorstellen.
Eine Reise auf die kleine grüne Nachbarinsel hat fast etwas mit der Reise in einer Zeitmaschine zu tun.
Man steigt aus einem modernen Flugzeug, un avión, und befindet sich nach einer halben Stunde Flugzeit, la duración del vuelo, in einer anderen Welt. Plötzlich ist alles ist ein wenig ruhiger, langsamer und grüner. Keine Hektik, keine Staus auf den Hauptstraßen - :o) lach ein wenig ...  das Leben nimmt sich Zeit. Man kann diese Stimmung fast greifen!
Es wäre für mich keine Insel zum Leben, dafür ist es mir zuu beschaulich, aber es ist ein wunderbarer Ort um Kraft zu tanken, abzuschalten. Man hat die Möglichkeit in der Gegenwart durch alte Zeiten zu spazieren.
 
Wenn man will, kann man auf dieser Insel nicht nur Natur genießen, man kann Geschichte oder romantische, vergangene Zeiten bei einem Spaziergang erleben. Einfach nur schön!
wir haben in den letzten Tagen  neue Energiegetankt
 
5 de agosto 2008 - Dienstag - martes
Wie war das Wetter heute?
sommerlich warm
Santa Cruz de la Palma
20 ° centígrados temperatura mínima
25 ° centígrados temperatura máximo
 
Was du heute kannst besorgen,  ...
das verschiebe nicht auf morgen
Mark Twain
Am Abend ist es vor unserem Fenster noch ziemlich laut geworden. Aber wir wurden ja vorgewarnt und wirklich gestört hat uns der menschliche Großstadtlärm auch nicht.
La Fiesta de Nuestras Señora de las Nieves. Heute wird der Ehrentag der Schutzpatronin der Insel, :o) lach ein wenig ... der Schneejungfrau und zugleich reichsten Frau der Insel, gefeiert. Ihr rubinroter Mantel ist mit unzähligen Edelsteinen besetzt und jedes Kind kennt die Geschichte der Jungfrau, die auf der Insel für Schnee und Regen sorgt. Persönlich erscheint sie in diesem Jahr nicht - sie wandert nur alle fünf Jahre von ihrem Stammsitz nach Santa Cruz. Das nächste Mal im Jahr 2010. :o) lach ein wenig ... Dann wird wirklich gefeiert und die berühmten Zwerge werden wieder in den Gassen und auf den Plätzen der Stadt tanzen.
Zukunft ist schön und interessant, aber wir leben jetzt und heute ist Feiertag auf La Palma auch wenn es in keinem Kalender steht und am Vorabend wurde kräftig gefeiert. Wir selbst zwar nicht, aber lange geschlafen haben wir heute trotzdem. Uns läuft ja nichts davon. Wir wollen im Laufe des Tages eine Glasbläserei in Los Llanos und das Seidenmuseum in El Paso besuchen. Nicht mehr und nicht weniger.
Die Glasbläserei zu finden war gar nicht so leicht. Niemand hatte eine Ahnung, wo sie sein könnte. :o) lach ein wenig ... Aber so schnell geben wir nicht auf. Wir haben uns durchgefragt und im Endeffekt haben wir sie gefunden.
Ein bisschen außerhalb von Los Llanos de Aridane liegt der Ortsteil Argual, einer der ältesten Teile der Stadt. Hier liegt la Plaza Sotomayor, eine alte Plaza - wenn man es heute noch so nennen möchte. Dort stehen die vier ältesten Herrenhäuser des Ortes, doch der Platz im Mittelpunkt ist vergammelt und verkommen. Von der alten Pracht ist keine Spur mehr zu finden. - bis auf das Haus eines ehemaligen Zuckerbarons.
 
Traurig - vor allem, wenn die Aussage stimmen sollte, dass sich auf diesem Platz in früheren Zeiten ein künstlich angelegter See befunden haben soll.
Damit würde sich auch dieser heute ausgetrocknete Brunnen erklären. Mich erinnern die Figuren auf der einfachen Steinkonstruktion  eher an Afrika, an Kunstwerke im Benin, einem kleinen Staat an der Elfenbeinküste. Wir sind mit dieser Materie der Naturreligionen auf Grund einer Vodoo Ausstellung, die wir in Österreich organisiert haben, in Kontakt gekommen - aber das ist wirklich eine ganz andere Geschichte ...
Das Areal besteht aus einem großen, staubigen Platz mit einigen stattlichen Bäumen, um den einige Herrenhäuser stehen, einer kleinen Straße mit ein paar Wohnhäusern und einer Bananenabpackerei.
 
Hier sind zwei der ehemaligen Herrenhäuser, die rund um den Platz angeordnet sind. Auf dem linken Foto seht ihr la Casa Sotomayor. In diesem Haus ist heute die Verwaltung einer Bananengesellschaft untergebracht.
La Casa Massieu-Van Dalle auf dem rechten Foto, war in alten Zeiten, genauer gesagt im 17. Jahrhundert, der Wohnsitz eines Zuckerbarones. Das herrschaftliche Gebäude wurde mit viel Aufwand und EU-Geldern restauriert und zu neuem Leben erweckt. Leider ist darin heute eine amtliche Institution das Tourismusamt ansässig und damit am Feiertag nicht geöffnet. Wir stehen also vor verschlossenen Türen.
Der erste Besitzer von Argual war Alonso Fernández de Lugo. Als er 1496 mit dem Vertag von Burgos von seinem Onkel, dem Eroberer der Insel, das Recht für die großzügige Wassernutzung aus der Caldera erhielt, kanalisierte er das Wasser des Rio Tazacorte und leitete es nach Argual.
Hier baute er sein Imperium auf und errichtete das Herrenhaus für sich und seine Familie. Wie imposant und herrschaftlich die Gebäude einmal waren, kann man sogar heute noch erkennen. Die großzügige Bauart der Herrenhäuser mit den vielen Nebengebäuden, die für das Dienstpersonal gebaut wurden spiegeln den Reichtum der ehemaligen Besitzer wieder.
   
Das ist das ehemalige Haus der Familie Monteverde, la Casa Monteverde. Ob das Restaurant noch geöffnet ist oder nicht kann ich nicht sagen, es macht allerdings einen sehr verlassenen Eindruck.
In Argual wurden die ersten Zuckersiedereien der Insel errichtet. Die Zuckerfabriken der Familien Monteverde, Vandale und Sotomayor, denen das gesamte Land und vor allem das wertvolle Wasser gehörten, wurden zum wirtschaftlichen Motor der Insel. Ihre Spuren ziehen sich über die ganze Insel.
 
In der rechten, hinteren Ecke des Platzes entdecken wir endlich das Glasstudio, das wir gesucht haben. Artefuego - eine kleine Glashütte, in der man den Glasbläsern bei der Arbeit zusehen kann.
 
Dominic Kessler und Wladek Gozdz gestalten hier ihre gläsernen Kunstwerke. Das besondere an ihrer Technik ist die Verschmelzung kleiner Lavasteinchen mit dem heißen, flüssigen Glas, el volcán en el vidrio.
 
Farbenprächtige Vasen, Schalen und Kugeln sind im kleinen Verkaufsraum ausgestellt und verführen zum Kauf. Ich konnte nicht widerstehen - eine Vase musste einfach mit.
 
Nach dem interessanten Besuch in der Glashütte fahren wir weiter an die Küste des Südwestens der Insel, unser Ziel ist Tazacorte. Vorbei an großen, Bananenplantagen und alten Häusern. Bananen soweit das Auge reicht.
 
Die bunten Häuser an der Durchzugsstraße von Tazacorte bringen eine angenehme Abwechslung ins Geschehen. Eines muss man den Palmeros lassen - sie haben wirklich Mut zur Farbe.
 
Dieser abenteuerliche Farbenmix ist vor lauter Kitsch schon wieder schön! Mich erinnert dieses Haus an die Villa Kunterbunt. Das schaut aber nur so aus, der Schein trügt - wie so oft im Leben. :o) lach ein wenig ... Hier spielt nicht Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz alias Pippi Langstrumpf die Hauptrolle, in diesem Gebäude sind die Polizei und die Post untergebracht.
 
Der Hafen, el Puerto de Tazacorte und der Strand von Tazacorte - die Riviera der Insel La Palma. Hier spielt sich das Strandleben ab. Ein Lokal reiht sich ans andere, Sonnenschirme im Sand, Kinder mit Schwimmreifen, Stimmengewirr und Sommerstimmung. Blauer Himmel und Sonnenschein - Urlaubsstimmung pur.
 
Trotzdem ist alles ein bisschen gedämpfter, ein wenig kleiner, um eine Spur leiser und weniger hektisch als in den allgemeinen Touristenzentren am Meer. :o) lach ein wenig ... La Palma strahlt eben eine gewisse Ruhe, Gelassenheit und damit aber auch eine gewisse Unbekümmertheit, la tranquilidad de conciencia, aus.
Nach einem guten Mittagessen in einem Strandlokal an der Promenade brechen wir zu unserem letzten Programmpunkt auf. In El Paso gibt es ein Seidenmuseum, el Museo de la Seda, das wir uns ansehen wollen. Etwas versteckt, in einer kleinen Gasse hinter dem auffällig rotem Rathaus des Ortes haben wir das Museum gefunden. Es ist ein kleines Museum, das als Fertigungsbetrieb geführt wird. Man hat also die Gelegenheit, bei der Produktion ein bisschen hinter die Kulissen zu schauen.
Heute leider nicht - auch hier sind die Türen verschlossen. Die Feiertagsruhe schlägt ihre Wellen. Schade, da werden wir wohl ein anderes Mal wieder kommen müssen.
Seit dem war Die Produktion und Verarbeitung der Seide war im  17. Jahrhundert auf La Palma ein wichtiger Teil der Wirtschaft. Über dreitausend Wegstühle konnte man zu dieser Zeit auf der Insel finden. Die palmerische Seide war ein wichtiger Exportartikel, der hauptsächlich nach Europa verkauft wurde.
Heute stehen die Webstühle in den Häusern von El Paso still, die billige Seide aus China und die Industrialisierung im Allgemeinen hat die Seidenprodukte von der kleinen Kanareninsel verdrängt.
 
Spaziert man die steile, gepflasterte Gasse la Calle Manuel Taño, neben dem Museum bergauf, steht man bald auf einem Plätzchen, das von schönen, renovierten Häusern umgeben ist. Im Vordergrund steht die alte Kirche la Iglesia Nuestra Señora de Bonanza.
Was machen wir jetzt mit der übrig gebliebenen Zeit? :o) lach ein wenig ... Wir sind leicht aus dem Konzept gebracht und die Zeit einfach nur noch tot schlagen wollen wir auch nicht.
Wir fahren zum Flughafen und können unseren Flug problemlos zwei Stunden vor verlegen. Wir heben also um sechs Uhr ab und fahren bei Sonnenschein nach Hause. Um halb acht sind wir daheim und trinken ganz gemütlich ein Gläschen auf unseren wunderschönen Kurzurlaub. :o) lach ein wenig ... Nach La Palma fliegen wir sicher bald wieder!
Urlaub ist  schön ...
 
4 de agosto 2008 - Montag - lunes
Wie war das Wetter heute?
sommerlich warm
Santa Cruz de la Palma
20 ° centígrados temperatura mínima
24 ° centígrados temperatura máximo
 
Nichts auf der Welt ...
ist so gerecht verteilt wie der Verstand.
Denn jedermann ist überzeugt,
dass er genug davon habe.
René Descartes
 
Tagwache sechs Uhr. Es ist noch ganz dunkel wenn ich aus dem Fenster schaue. :o) lach ein wenig ... Ein ungewohnter Ausblick - so früh klettere ich sonst nicht aus meinem Bettchen - das war der Vorsatz! Ganz so früh haben wir es dann doch nicht geschafft. Aber was soll's? Heute beginnt schließlich unser Kurzurlaub und den mit Stress zu beginnen ist auch nicht das Gelbe vom Ei, oder?
Ein kurzes Frühstück, noch einige kleine Blumentöpfchen mit Wasser versorgen, dann geht es ab Richtung La Laguna. :o) lach ein wenig ... Am Armaturenbrett blinkt eine Zapfsäule auf. Das heißt wohl soviel wie Benzinmangel im Tank. Laut Anzeige können wir noch fünfzig Kilometer mit dem Inhalt durch die Gegend kutschieren - aber ob das stimmt?
Sollen wir doch noch tanken? Georg entscheidet sich für einen Energienachschub im Wert von drei Euro. Das sind immerhin etwas über drei Liter Super :o) Der Tankwart wird sich seinen Teil gedacht haben, als Krönung hätten wir nur mehr eine Rechnung verlangen sollen!
Knapp vorm Flughafen hat die Warnung für den Reservetank auch noch zu blinken begonnen. Hätten es vielleicht doch fünf Euro sein sollen? Nur die Nerven bewahren, es wird schon gut gehen. Und es hat geklappt, das Auto hat uns brav zum Flughafen gebracht.
Schlüssel, Auto inklusive unserem Schwarzfahrer abgeben und nichts wie rein zum Schalter von Binter Canarias. :o) lach ein wenig ... Das kleine Mäuschen aus Santa Bárbara muss sich wohl eine neue Unterkunft suchen.
Um elf Uhr fliegen wir vom Nordflughafen, von Los Rodeos weg - ab nach La Palma! Dreißig Minuten in der Luft und wir befinden uns in einer anderen Welt. Wir landen am Flughafen Santa Cruz de La Palma.
Blauer  Himmel und laue Luft begrüßen uns auf der Nachbarinsel. Das Mietauto ist reserviert und auf dem Parkplatz von Cicar wartet ein fabrikneuer Opel Corsa auf uns. Der Kilometerstand beträgt heiße zehn Kilometer und der Tank ist leer. Also schnell noch einen Einkehrschwung bei der Tankstelle am Flughafen und dann nichts wie nach Santa Cruz.
Unser Gepäck liefern wir schnell im vorher schon gebuchtem Appartement La Fuente ab - jetzt beginnt unser Urlaub!
 
Nach einer kleinen Stärkung im Placetta brechen wir zu einem kleinen Ausflug.
 
Die Nachspeise, ein Pflaumenkuchen, hat eindeutig ein Österreicher hergestellt. Er schmeckt wie Haus gemacht! Und der Hersteller  dieser Köstlichkeit ist wirklich ein Österreicher - das ist aktenkundig - wir haben nach gefragt. Mittlerweile wird das Lokal zwar von einem Inselbewohner geführt - die Strategie stammt aber noch immer von einem Österreicher! Qualität in der Gastronomie hat auf der ganzen Welt nur wenige Wurzeln. Egal ob in der Karibik oder auf Bali. Nur Vollwertgastronomen erkennen, was der Gast will.
 
Nach unserer Stärkung haben wir für den Abend noch Wein, Käse und gesalzene Mandeln eingekauft. Der beste Ort, um diese Köstlichkeiten einzukaufen ist der Markt von Santa Cruz.
 
Ein ganz besonderer Ort. Gemüse, Fisch und Fleisch sind hier im Angebot. Die Standbesitzer gehören der Kategorie unschlagbare Marktverkäufer an. Zum Teil skurril anzusehen aber menschlich so normal wie ein Kleinkind.
Wir fahren einige Kilometer Richtung Norden und biegen dann Richtung Küste ab. Unser Ziel ist San Andrés.
 
In früheren Zeiten war dieser Ort eine Ansammlung von herrschaftlichen Häusern, ein Machtzentrum der Insel. Hier stand auch die erste öffentliche Schule außerhalb der Hauptstadt Santa Cruz. Das Zuckerrohr hat das möglich gemacht. Irgendwann hat die Verwaltung den Anschluss an die Gegenwart verschlafen und seitdem schläft das kleine Städtchen einen Dornröschenschlaf. Auf eine gewisse Art wirkt es fast wie eine verlassene Stadt.
Die Gemeindeväter haben es versäumt, für diesen Ort die Wasserrechte zu sichern. Ohne Wasser kein wirtschaftliches Überleben. Ob das ein Vorteil oder ein Versäumnis war, darüber könnte man heute streiten. Durch dieses Versäumnis der Vergangenheit ist die kleine Ortschaft in ihrer Ursprünglichkeit aber erhalten geblieben.
Die Nachbarsiedlung Los Sauces, die damals "schlauer" gewesen ist, ist heute nicht sehr sehenswert. Die Art dieser Orte findet man heute an jeder Ecke in jedem Land der Welt. Neue, fortschrittliche Architektur, Reihenhaussiedlungen und Supermärkte die überall gleich aussehen. Nix besonderes - und deshalb für uns auch nicht unter "sehenswert" zu verbuchen.
 
Wir sind in San Andrés. Der Ort besteht eigentlich nur aus gepflasterten Gässchen, einer Kirche inklusive Kirchenwirt, dem Pfarrhaus und einigen Häusern, die sich darum gruppieren. Fährt man eine holprige Straße Richtung Meer - bremst man, wenn man Glück hat - rechtzeitig  vor dem Abhang in den Atlantik. Die Straßen enden abrupt im Wasser, ganz ohne Vorwarnung und Schildern. Am Ende des Weges gibt es nicht einmal eine Umkehrmöglichkeit. Entweder rückwärts die steile Straße zurück, oder ...?
An der Küste von San Andrés steht ein gemauerter Kegel. Was das ist? Das ist - oder war - der einzige Kalkbrennofen von La Palma. Hier wurde der Kalk gebrannt, der auf der ganzen Insel für die Bauwirtschaft gebraucht worden ist. In den vergangenen Jahren wurde er von Jugendlichen restauriert und steht heute wieder in voller Pracht an der unzugänglichen Küste.
Den obligatorischen Rundgang durch den kleinen Ort haben wir hinter uns gebracht und nach einer kleinen Pause auf dem Kirchplatz haben wir uns die Kirche, la Iglesia de San Andrés Apóstol, angesehen.
Ach ja, noch eine kleine Bemerkung zum so genannten Kirchenwirt. Laut Reiseführer soll der Gastgarten, sofern man ihn so bezeichnen kann, neben einem duftenden Rosengarten liegen. Dem ist aber nicht so, außer man bezeichnet die ausgewachsenen Pflanzen, die zwar Rosenblüten tragen, als Rosenstauden. Als schön empfinde ich etwas anderes. Die Gastwirtschaft dürfte ein Deutscher führen, aber rühmen darf sich für die Führungsqualität niemand. Schade, dieser Wirt hätte wirklich einen Vorteil - er ist fast der einzige im ganzen Ort mit Tischen unter schattigen Palmen.
Die Kirche ist eine der ältesten der Insel. Sie ist nicht sonderlich spektakulär aber sie strahlt eine ruhige, fast mystische Stimmung aus. Kirche und ich? Wer mich kennt, weiß, dass ich daran einfach nicht vorbei gehen kann. Egal, was man vom kirchlichen Verein hält - in alten Kirchen entdeckt man Geschichte. Auf den Kanarischen Inseln hat auch vor allem die ortsansässige Bevölkerung die Gotteshäuser gebaut. Kirchensteuer kennt die südliche Halbkugel der Erde nicht. Soweit in den Süden ist Hitler nicht gekommen und Franco ist dieser Schachzug nicht eingefallen.
 
An einer Seitenwand deser Kirche hängt eine Tafel, an der lauter Wachsteile befestigt sind. Arme, Beine, Lungenflügel und kleine Wachspuppen. Was das zu bedeuten hat kann ich nur vermuten. Es erinnert mich an eine Wahlfahrtskirche in Kärnten. Menschen bitten Gott um Hilfe und bedanken sich dann für die Heilung. Ob diese These für die Ansammlung der vielen Wachsteile zutrifft weiß ich nicht - aber ich bin mir irgendwie ziemlich sicher. Eine andere Erklärung fällt mir dazu nicht ein.
Wenn man auf La Palma unterwegs ist, wird man immer und überall von Bananenstauden begleitet. Es gibt fast kein Plätzchen, auf dem keine Bananen wachsen. Ob ebene Fläche, steil abfallende Felsen oder tiefe Schluchten - die gelben Früchte wachsen überall.
Wenn wir auf Entdeckungstour unterwegs sind, fahren wir eigentlich nicht mit der Straßenkarte vor Augen sondern eher der Nase nach. Das haben wir auch diesmal gemacht. Einfach der Fahrspur nach - hinein den Früchedschungel, mitten durch Bananenstauden.
 
Auf Bananenplantagen fühlen sich nur Bananen wohl. Als Wohnort sind diese Plätze für Menschen nicht sonderlich geeignet und für die Arbeiter bedeuten die Örtlichkeiten zwar ein Arbeitsplatz und Lebensunterhalt aber auch harte Knochenarbeit. Mit Romantik haben die krummen Früchtchen relativ wenig zu tun.
Uns betrifft das alles nicht, wir haben Urlaub. Für uns ist die Umgebung nur schön. La Palma ist eben anders - grün und ruhig, sehr ruhig.
 
Für die verstorbenen Bewohner von San Andrés noch einmal ruhiger - sie werden sogar inmitten von Bananenstauden begraben. Weit weg vom Ortskern der kleinen Ortschaft.
 
Na ja, begraben ist wahrscheinlich der falsche Ausdruck. Sie werden ja nicht eingegraben sondern finden ihre letzte Ruhestätte in luftiger Höhe - aber mit exklusivem Meerblick!
Auf Friedhöfen interessieren mich immer die Namen und Daten der Verstorbenen. Wie alt sind die Menschen geworden? Woher sind sie gekommen? Wohin sie gegangen sind kann ich ja nicht wissen. Ein Friedhof ist und bleibt eben eine Endstation des Lebens. Interessant sind diese Orte trotzdem - oder vor allem deshalb.
 
Unsere "Kariere" auf Teneriffa hat mit dem Namen Lorenzo de Cáceres begonnen - und genau diesen Namen habe ich auf diesem kleinen Friedhof an der Küste, am Rande einer Bananenplantage irgendwo im Nirgendwo entdeckt. Warum ist mein Blick genau auf diese Inschrift gefallen?
wir lassen die Seele baumeln 
 
3 de agosto 2008 - Sonntag - domingo
Wie war das Wetter heute?
sommerlich warm
Icod de los Vinos
20 ° centígrados temperatura mínima
27 ° centígrados temperatura máximo
 
Es gibt zwei Arten ...
sein Leben zu leben:
entweder so, als wäre nichts ein Wunder,
oder so, als wäre alles eines.
Ich glaube an Letzteres.
Albert Einstein
 
Die letzten Vorbereitungen laufen. :o) lach ein wenig ... Ich hoffe, ich vergesse keines meiner Blumenkinder. Tiere haben wir zum Glück ja nicht zu versorgen. Die, die sich auf der Finca tummeln sind reine Selbstversorger!
Morgen Früh geht es los. :o) lach ein wenig ... Zwei Tag auf unser Nachbarinsel La Palma liegen vor uns.
Die reifen Tomaten trocknen auch ohne uns vor sich hin und der Rest an Früchten ist in Marmeladegläsern verschwunden. Alles andere kann warten - zwei Tage sind ja keine Ewigkeit.
ich verabschiede mich für zwei Tage ...
 
2 de agosto 2008 - Samstag - sábado
Wie war das Wetter heute?
sommerlich warm
Icod de los Vinos
20 ° centígrados temperatura mínima
27 ° centígrados temperatura máximo
 
Ein Mensch wird müde seiner Fragen ...
nie kann ein Mensch ihm Antwort sagen.
Doch gern gibt er Auskunft alle Welt
auf Fragen, die er nie gestellt.
Eugen Roth
 
Man begegnet sich zweimal im Leben - einmal auf dem Weg nach oben und manchmal einmal auf dem Weg nach unten. :o) lach ein wenig ... Wer damit gemeint ist? Ich weiß ich allerdings nicht.
Unsere Mitmenschen dieser Tage unterscheiden sich von den Mitbewohnern vergangener Tage. Das ist allein schon geografisch bedingt. :o) lach ein wenig ... Unsere ehemaligen Nachbarn aus Vassach haben keine Ähnlichkeit mit unseren Nachbarn auf der kleinen Insel im Atlantik. Vielleicht komme ich aber noch hinter dieses Geheimnis. Gar so scharf bin ich auf die Lösung des Rätsels allerdings nicht. Gleichgesinnte Wegbegleiter sind mir lieber! Und die gibt es hüben wie drüben.
Wir wollen aber entspannen und aus diesem Grund tauchen wir heute in die Vergangenheit ein.
Eine Stadt hat ein besonderes Rendezvous, eine Verabredung mit dem 18. Jahrhundert. Los Realejos trifft die Vergangenheit - Realexo 2008 heißt die zauberhafte Veranstaltung.
Am 25. Juli 1496 ergab sich hier der Inselfürst von Orotava, Mencey Bencomo dem spanischen Eroberern Alonso Fernández de Lugo. Daher stammt auch der Name der Stadt - el real bedeutet soviel wie Heereslager. Und damit beginnt die ganze Geschichte. Una cita con el pasado, eine Stadt und ihre Vergangenheit.
 
Es war einmal ...
Fortsetzung folgt hier  :o)
Geschichte kann spannend sein ...
 
1 de agosto 2008 - Freitag - viernes
Wie war das Wetter heute?
sommerlich warm
Icod de los Vinos
20 ° centígrados temperatura mínima
27 ° centígrados temperatura máximo
 
Man liest zwar deutlich überall ...
was tun bei einem Unglücksfall?
Doch ahnungslos ist meist die Welt,
wie sie beim Glücksfall sich verhält.
Eugen Roth
 
Wir haben einen blinden Passagier in unserem Auto. :o) lach ein wenig ... Dafür gibt es eindeutige Beweise. Gehört der ungebetene Mitfahrer zur Gattung der Nagetiere oder ist es eine harmlose Eidechse? Das können wir zur Zeit noch nicht sagen. Die Tendenz neigt sich allerdings eher zu den Nagetieren.
Wie und wann dieses nette Tierchen seinen Platz im Auto eingenommen hat weiß ich nicht. Vorgestellt hat es sich auch noch nicht. Leider - oder Gott sei Dank, je nachdem wie man es nimmt. :o) lach ein wenig ... Mit einem kanarischen Nagetier durch die Gegend zu fahren ist auch nicht sonderlich lustig. Wer weiß schon, wann und wo man in den Zehen gezwickt wird?
Die Fahrt nach La Guancha war heute aus diesem Grund recht abenteuerlich. Georg hat ständig auf einen Angriff von unten erwartet, er hat das Ungetier förmlich gespürt. Wahrscheinlich hat das liebe Tier aber mehr Sorgen als wir gehabt. Wir wussten schließlich wohin wir fahren, unser Mitfahrer nicht. :o) lach ein wenig ... Falls es das Familienoberhaupt eines großen Clans sein sollte, bekommt die Nachkommenschaft vielleicht ein Problem. Oder auch nicht.
Falls wir den ungebetenen Schwarzfahrer bis Montag nicht erwischen, hat er Pech gehabt. Wir verabschieden uns am Montag in der Früh von unserem fahrbaren Untersatz und fliegen für zwei Tage nach La Palma. Das Auto geben wir am Flughafen zurück und damit können dann andere nach dem ungebeten Fahrgast suchen.
Risiko ist das Salz im Leben. :o) lach ein wenig ... Man sollte nur aufpassen, dass man nix versalzt - das könnte sehr ungut schmecken. Diese Weisheit gilt auch für Schwarzfahrer!
ist ausschlafen schön kein Wecker in den nächsten Tagen ...
 
16. bis 31. Juli 2008
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Artlandya - Tenerife
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last update 09.09.08

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