1 de mayo 2008
30 de abril 2008
Dienstag - martes
Icod de los Vinos
Es ist deine Entscheidung,
in deinem Traum die Hauptrolle
oder in dem Traum eines anderen die Nebenrolle zu spielen.
 
Auf der grünen Wiese hab' ich sie gefragt: "Liebst du mich, Luise?" "Ja!" hat sie gesagt!
Der Eindruck täuscht allerdings gewaltig. :o) lach ein wenig ... Die Sonnenanbeter sitzen auf keinem weichen Rasen - sie haben die Badesaison in Puerto de la Cruz eröffnet und lassen die wärmenden Sonnenstrahlen auf sich scheinen. Ort des Geschehens - ein grünes Plätzchen auf den Lavasteinen in der Bucht bei San Telmo.
 
Keine Ahnung, um welches Gewächs es sich dabei handelt. Auf alle Fälle ergeben sich dadurch wunderschöne Farbspiele zwischen Meereswellen, Schaumkronen, schwarzen Felsen und grünem Teppich.
 
Lust auf ein Eis? Schade, wir haben es bereits heute Nachmittag weggeschleckt aus der frisch gemachten Waffel gelöffelt. Es hat wunderbar geschmeckt! :o) lach ein wenig ... Ihr solltet es wirklich auch einmal kosten. Man bekommt es in einem kleinen Eisgeschäft vor der Kapelle von San Telmo.
sonniges Sommerwetter ...
Wie war das Wetter heute?
der Calima ist verschwunden

 
18 ° centígrados temperatura mínima
20 ° centígrados temperatura máximo
 
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29 de abril 2008
Dienstag - martes
Icod de los Vinos
Wer die Zeit totschlägt ...
begeht Selbstmord.
Alexander Eilers
Und was macht man, wenn einem die Zeit davon läuft, wenn der Tag zu kurz wird?
Vielleicht finde ich es heute im Laufe des Tages noch heraus. :o) lach ein wenig ... Am Abend bin ich mit Sicherheit gescheiter.
 
Der Wind hat uns zwei Tomatenstauden gnädiger Weise übrig gelassen. Wie man sehen kann, schmecken die reifen Früchte auch anderen Zeitgenossen. Eidechsen waren wieder einmal am Werk :o) Na ja, es sei ihnen gegönnt - aber auch nur deshalb, weil es zur Zeit außergewöhnlich heiß ist und die eigentlich netten Echsen irgendwo her Flüssigkeit bekommen müssen.
Dafür lassen sie unseren Salat in Ruhe. Das sind wahre Prachtexemplare geworden. Morgen werden wir den ersten Salatkopf ernten köpfen.
 
So sieht unsere Nachzucht der Tomaten aus. Innerhalb von ein paar Tagen sind die Pflänzchen richtig stämmig geworden. Für das Wachstum ist die Wärme Goldes wert! Auch wenn es seinen Preis hat - der Wasserspiegel im Wassertank sinkt in Rekordzeit. Kein Wunder - wir müssen im Moment Stundenlang bewässern. :o) lach ein wenig ... Und die kultivierten Flächen werden wie von Zauberhand immer größer.
Aber wir haben alles im Griff, beziehungsweise den Wasserschlauch in der Hand. Zum Glück sind auch bereits auf den meisten Terrassen Bewässerungsschläuche verlegt. :o) lach ein wenig ... Damit gießt sich wenigsten ein Teil der Pflanzen fast wie von selbst.
Der Waldbrand, el incendio, auf La Gomera war ist in diesem Jahr das erste große Feuer auf den Kanarischen Inseln. Mehr als 800 Hektar Land wurden durch die Brände zerstört. Die Brandbekämpfung war durch große Hitze und den stürmischen Wind sehr schwer. Als zusätzliche Hilfe wurden auch spanische Soldaten nach Gomera abkommandiert. Nur wenn alle Kräfte zusammenarbeiten können auf den Inseln im Notfall größere Katastrophen verhindert werden.
Der Nationalpark Garajonay auf La Gomera steht wegen seinem einmaligen Ökosystem seit 1986 als Weltnaturerbe unter dem Schutz der UNESCO. Mit seinen fast vier Hektar nimmt der 1978 gegründete Nationalpark fast zehn Prozent der Insel ein.
Das Herzstück des Nationalparks besteht aus immergrünem Nebelwald mit bis zu zwei Meter hohen Farnen. Von den Bäumen hängen lange Bartflechten und in den Wäldern findet man mit Moos bewachsene, knorrige Äste und Bäche mit Wasserfällen. Eine Perle der Natur, ein Überbleibsel der überlebenden Pflanzen der letzten Eiszeit.
Im el Cedro stehen baumhohe Erikagewächse, der bis zu fünfundzwanzig Meter hohe Zedernwachholder und andere Baumarten des Lorbeerwaldes bilden den botanischen Kern des Nationalparks. Dieser Urwald soll wie eine Mischung aus Märchen- und Regenwald wirken - majestätisch, ruhig und geheimnisvoll.
Wir haben ihn leider noch nicht selbst gesehen, aber das werden wir mit Sicherheit noch in diesem Jahr machen. Gomera liegt so nahe bei Teneriffa, dass sich ein Wochenendausflug auszahlt.
angenehm warm ... das sommerliche Wetter pendelt sich ein
Wie war das Wetter heute?
Hochsommer - der Calima ist im abklingen

 
23 ° centígrados temperatura mínima
30 ° centígrados temperatura máximo
 
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28 de abril 2008
Montag - lunes
Icod de los Vinos
Operation heiße Luft ...
Früh aus den Federn und dann nichts wie den Gartenschlauch in die Hand nehmen und gießen, gießen, gießen ...
Viel heiße Luft um nichts? Uns bringt die für uns persönlich durchaus willkommene heiße warme Luft den ganzen Tagesablauf durcheinander. Wenn wir uns nicht sputen, lassen unsere Pflanze die Köpfchen hängen. Vor allem unsere Blumen, die wir vor kurzem ins Freie gesetzt haben, Pflänzchen in der Kinderstube und in den Blumentöpfen.
Sie schlucken das Wasser im vorbeigehen. Die Töpfe, die ich in der Früh förmlich unter Wasser setze, sind in den Abendstunden erschreckend trocken. Also muss das ganze Programm wieder von vorne gestartet werden.
 
Georg hat am späten Nachmittag einige schmierige Stunden seinem Liebling widmen müssen. Der Schalthebel für die Hydraulik wollte nicht mehr so wie er es wollte. Er hat nur mehr ins Leere gegriffen.
Ein Öl verschmierter Mann, ein pechschwarz verziertes Arbeitshemd und eine wieder erschwarzte Haarpracht war das Ergebnis der Aktion. Und nicht zu vergessen - ein wieder funktionstüchtiger Hebel, der die Hydraulik im Griff hat! Gekonnt ist eben gekonnt. :o) lach ein wenig ... Georg kennt sein Helferlein schon sehr gut!
Heute habe ich einmal ein Rätsel, una adivinanza, für euch :o) Zu welchem Grünzeug gehört diese Blüte? Ihr alle kennt dieses Gewächs. Daheim ist es als Zimmerpflanze bekannt und hatte in den Sechziger Jahren einen ziemlich modernen Status.
 
Man konnte sie in fast jeder Wohnung finden. :o) lach ein wenig ... Sie gehörte als Statussymbol mehr oder weniger zum guten Ton der bürgerlichen Gesellschaft dazu. Ein kleiner Tipp von mir - der Gummibaum ist es nicht!
ich hätte gerne Hitzeferien ... aber unsere Pflanzen spielen nicht mit
Wie war das Wetter heute?
Hochsommer - der Calima ist im abklingen

 
25 ° centígrados temperatura mínima
30 ° centígrados temperatura máximo
 
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27 de abril 2008
Sonntag - domingo
Icod de los Vinos
warm, wärmer, hochsommerlich warm ...
Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist,
um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war.
Mark Twain
¡Hay que calor! Der Calima vernebelt versandet die Sicht. Von Fernblick kann man im Moment nicht reden. Sogar den Teide sehe ich nur, weil ich weiß, dass er da ist :o) Man weiß nicht, soll man sich die Augen reiben, ist es nebelig oder ist die Brille beschlagen.
 
Die runde Scheibe auf dem rechten Foto ist kein Vollmond - es ist die Sonne! Gestern Abend hat sie ihre Leuchtkraft in der Sandschicht der Luft verloren.
Dabei geht es uns auf dieser Seite der Insel bei Calima meistens gut und wir werden vom Sand ziemlich verschont. In Santa Cruz oder im Süden der Insel sieht es da schon anders aus. Wir bekommen hauptsächlich den Vorteil der afrikanischen Heißluft zu spüren. Den Sand dürfen andere Inselbewohner zusammen kehren, bei uns ist die dünne Schicht aus Saharasand zu verkraften.
Santa Cruz war bereits vorgestern von einer riesigen Sandwolke bedeckt. In La Laguna soll der Sand sogar die Sicht auf die Nachbarhäuser verwehrt haben - aber das hat nur jemand erzählt. Die örtlichen Erholungsbereiche wurden allerdings  geschlossen. und die Raffinerie in Santa Cruz hat ihre Tätigkeit eingeschränkt.
Prohibido hacer fuego en las áreas recreativas de la zona forestal por la ola de calor y calima. Auf Teneriffa wurden vorsichtshalber die öffentlichen Grillplätze gesperrt, ebenso die Forstwege. Das sind Vorsichtsmaßnahmen, die niemanden weh tun, aber wahrscheinlich viel zur Vermeidung von Waldbränden beitragen. Und davon haben wir im Vorjahr wohl genug bekommen. Teilweise erinnern die schwarzen Baumleichen noch immer daran.
La Gomera ist nicht so gut davon gekommen. Seit gestern brennt es auf dem nördlichen Teil der kleinen Insel. Der heiße Calima ist die perfekte Unterstützung zur Ausbreitung der Flammen. Hoffentlich wird das Feuer bald gelöscht, bis jetzt wurden schon über tausend Menschen evakuiert. Auch Feuerwehren aus Teneriffa sind bereits zu den Bränden unterwegs.

 
 
 
Viele Menschen sind zu gut erzogen,
um mit vollem Mund zu sprechen;
aber sie haben keine Bedenken,
dies mit leerem Kopf zu tun.
 
Orson Welles
 
 
 
Deshalb bin ich jetzt ruhig und gehen essen. Abendessen bei sommerlichen Mittagstemperaturen am Abend sind auch hier um diese Zeit die Ausnahme von der Regel. :o) lach ein wenig ... Als Nachspeise gönne ich mir heute eine Riesenportion Eis mit einem Schuss Cointreau - oder wird doch ein Eiskaffee daraus? Im Moment habe ich große Lust auf beides.
wir haben Hitzeferien ... denn heute ist Sonntag!
Wie war das Wetter heute?
Hochsommer - wir haben noch immer Calima

 
25 ° centígrados temperatura mínima
33 ° centígrados temperatura máximo
 
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26 de abril 2008
Samstag - sábado
Icod de los Vinos
Als Hundstage ...
werden die heißen Tage im Hochsommer bezeichnet
Wir haben weder Hochsommer noch Hundstage, obwohl das Thermometer genau das feststellt :o) Die sommerliche Jahreszeit hat begonnen, wenn auch ein bisschen plötzlich. Zu meckern gibt es allerdings nichts daran. Wir genießen ganz einfach die ungewohnte Hitze!
Blumengießen bis Mittag und dann ist Schluss mit Arbeit. Es ist zu heiß für irgendeine Tätigkeit im Freien, denn hier scheint die afrikanische Sonne vom Himmel. Sogar die Vögel haben sich zur Siesta zurück gezogen. Es ist mucksmäuschenstill. Ab und zu flitzt noch eine hitzebeständige Eidechse über die heißen Steine.
Am Abend sind wir nach Icod gefahren und haben uns das angekündigte Konzert mit Piano zu Gemüte geführt. Gerald hat uns dazu verführt, Treffpunkt zehn Uhr beim Pavillon.
Um neun Uhr haben wir uns auf den Weg gemacht. :o) lach ein wenig ... Für uns eine total unübliche Zeit, um noch irgendwohin zu fahren. Aber Ausnahmen bestätigen ja die Regel.
 
In einer der steilen Gassen am Rand der Innenstadt haben wir sogar einen Parkplatz bekommen und sind dann gemütlich Richtung Zentrum spaziert. Die Straßen von Icod sind stimmungsvoll geschmückt. Blumenampeln schaukeln von den Laternen und zwischen den Häusern baumeln traditionelle Symbole der verschiedenen Ortsteile von Icod.
 
Die Plaza war traumhaft geschmückt - es wäre einem Starangebot gerecht geworden. Weiß gedeckte Tische mit stilvoll umhüllten Sessel - wie für ein Galadiner der oberen Zehntausend. Stimmungsvoll beleuchtet unter einem bunten Himmel von unzähligen farbenfrohen Bändern.
Wir haben noch einen Tisch, der zur Bar der Plaza gehört, ergattert. Domingo, der Kellner hatte heute eine besonders gute Laune, eigentlich war er schon fast übermütig. :o) lach ein wenig ... Er hat Georg zu seiner schönen Begleitung gratuliert, una guapa. Damit war wohl ich gemeint :o) neben oder hinter mir saß niemand.  Ein guter Beginn für einen schönen Abend, oder? Wann bekommt man schon so ein nettes Kompliment, wenn auch indirekt.
Laue Luft, Stimmengewirr und Kinderlachen, ein Gläschen kühler Wein - irgendwie eine Stimmung wie bei einem Fünfuhrtee, nur eben mitten in der Nacht.
Der Klavierspieler gehörte nicht zur Spitzenklasse, ein Hobbymusiker, der zu seinem Vergnügen im Wohnzimmer daheim spielt, kann die Leistung auch bringen. Aber das tut in dem Fall überhaupt nichts zur Sache.
Die Menschen genießen die Stimmung. Grüppchen auf Parkbänken unterhalten sich, andere sitzen an den gestylten Tischen direkt bei der Bühne und wieder andere, so wie wir, unterhalten sich im Stadtcafé in der Bar. Die Musik ist eine nette Untermalung für einen angenehmen, lauen Sommerabend.
 
Zum Glück haben die Darsteller im Laufe des Abends gewechselt. Nach der Darbietung am Piano, das in Wahrheit ein Flügel war, ist eine Dixielandband aufgetreten. Die Burschen haben ein bisschen mehr musikalische Stimmung bieten können. Angenehm und schön.
Verabredet haben wir uns eigentlich mit Gerald, aber im Laufe des Abends hat sich eine spanisch, deutsch, österreichische Familierunde ergeben. Es war ein schöner Abend und wir haben eine Stimmung kennen gelernt, die wir so noch nicht kannten.
Ach ja, apropos Gerald und spanische Familie - über seinen Schwager haben wir uns kennen gelernt. :o) lach ein wenig ... Indirekt.
Wir kennen seinen Schwager nicht und der kennt uns auch nicht. Aber er wohnt irgendwo in Sichtweite von uns und als Gerald sich irgendwann einmal für unsere Mauern interessiert hat, weil sie ihm gefalle haben hat uns sein Schwager als Australier verkauft :o)
Den Rest der Kuppelarbeit hat dann unser Briefträger geleistet. Als Gerald nämlich das erste Mal vor unserer Türe gestanden ist, waren wir nicht da. Aber der Mann von der Post stand vor dem Briefkasten an unserer Einfahrt - mit Briefen für uns. Davon hat sich unser Freund den Namen abgeschrieben, die Nummer im Telefonbuh gesucht und auch gefunden ...
So, es ist jetzt wirklich schon spät, das war die Gute Nacht Geschichte für den Samstag Abend. Ich werde mich jetzt auch flach legen, mein Schatz schläft schon tief und fest. Bis bald!
Urlaub habe ich leider keinen ... aber ein Sonnenbad gönne ich mir trotzdem!
Wie war das Wetter heute?
Hochsommer - wir haben noch immer Calima

 
26 ° centígrados temperatura mínima
33 ° centígrados temperatura máximo
 
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25 de abril 2008
Freitag - viernes
Icod de los Vinos
Das Gesunde an einem Garten ist ...
dass er sich hauptsächlich unten befindet.
Damit wird man automatisch zu höchst gesunden Kniebeugen gezwungen
... und erspart sich damit das teure Fitnessstudio :o)
Heute früh hab ich meine Äuglein geöffnet, die Sonne hat gescheint, der Ausblick vom Bett auf den Himmel war eigentlich genau so, wie die Tage davor. Blauer Himmel. Und doch, irgendetwas stimmt nicht. Aber was?
Es ist sieben Uhr und bei unserem Nachbarn brennt noch kein Licht. Haben sie etwa verschlafen? Kein Geräusch kommt von der illegalen Baustelle unter uns. Haben wir irgendwas übersehen? ¿Hacer caso omiso de algo? Im Kalender scheint kein Feiertag auf. Trotzdem - ein freier Tag liegt in der Luft.
Ich habe in meinem eigenen Tagebuch nachlesen müssen :o)
In Icod ist heute ein regionaler Feiertag! Festividad de San Marcos Evangelista. Auf fast der ganzen Insel nimmt das Leben seinen gewohnten Lauf, aber in unserem Weinstädtchen ruht die Arbeit. :o) lach ein wenig ... San Marcos ist der Schutzheilige für den Wein und damit logischer Weise für Icod de los Vinos - die schöne Stadt des Weines! Die Fiesta San Marcos zieht sich in unserem Städtchen bereits seit einem Monat hin, beendet ist sie mit dem heutigen Tag allerdings noch immer nicht.
Jeden Tag, todos los días, gibt es irgendwo eine andere Veranstaltung.
Egal, sea lo que sea, ob es sich dabei um einen Schönheitswettbewerb unter Trachtenträgerinnen, ein Tennisturnier oder einen Klavierabend auf der Plaza handelt. :o) lach ein wenig ... Das Festtagsprogramm kann sich sehen lassen.
Okay, verspätet aber doch haben wir begriffen, dass in Icod heute nicht gearbeitet wird.
Georg hat sogar den Bagger, den er in der Früh gestartet hat, wieder abgestellt. Irgendwie kommt man sich komisch vor, wenn man diese unheimliche Ruhe mit Motorenlärm stört. Abgesehen davon, dass einem diese Stille selbst ganz gut tut. Wenn es hier einmal im Jahr totenstill ist, ist es wirklich ruhig. So ruhig, dass man jedes Wort von einem Nachbarn verstehen kann, der gut hundert Meter entfernt den ganzen Tag mit Familie feiert! Man könnte sich fast ins Gespräch einklinken :o)
Wir haben uns also dafür entschieden leise Arbeiten zu erledigen. Dabei ist uns heute aber salziges Wasser von der Stirne gelaufen. :o) lach ein wenig ... Wir haben Calima, das heißt die warme heiße Luft von Afrika strömt auf die Insel. Heute Nachmittag um drei Uhr wurden bei der Wetterstation in Icod satte 33 ° C gemessen!
Am Abend hat diese Hitze natürlich einen großen Vorteil - der Abend ist angenehm lau wie sonst nur im Sommer.
Georg hat zwar nur kurze Zeit mit dem Bagger gearbeitet, doch dabei gab es zwei bedauerliche Todesopfer, las víctimas mortal.
Beim Abtragen des Geröllhügels dürfte er eine illegale Wohnung zerstört haben. Tief im Inneren haben sich Kaninchen angesiedelt. Statik hin oder her, ihr Heim ist anscheinend über ihnen zusammen gebrochen und sie wurden wie bei einem Erdbeben von den Steinmassen erschlagen. Man könnte dazu weinen, aber ändern kann man die Situation leider auch nicht.
Wir haben sie standesgemäß begraben und hoffen, dass es nicht noch mehr Todesopfer gegen wird. Vielleicht hätten sie sich doch bei uns melden sollen? Man sieht also wieder einmal, dass sich Schwarzbauten nicht auszahlen, denn wenn wir gewusst hätten, dass sie zwischen den vielen Steinen ihren Wohnsitz haben, hätten wir sie bei Zeiten evakuieren können.
 
Am Nachmittag haben wir erst einmal Palmen beschnitten und Callas ausgegraben. Diese Pflanzen lieben uns und wir sie! Es sind die elitärsten Schnittblumen die man sich vorstellen kann. In der Vase halten die Blüten fast eine ganze Woche. Davon kann man also nie genug haben. Bei uns vermehren sie sich von selbst, wir müssen sie nur von Zeit zu Zeit auslichten und die so gewonnen Knollen neu aussetzen.
 
Und genau das haben wir heute im Schweiße unseres Angesichts,  con el sudor de nos frente, getan. Gemeinsam haben wir wahre Monsterpflanzen ausgegraben, geerntet und an neuen Plätzchen einzeln wieder eingegraben.
 
Des Gärtners Freud und Leid ist und bleibt die Gartenarbeit! Pflanzen, jäten, hacken, schneiden, düngen ...
Wir sind zur Zeit mitten im Geschehen und arbeiten uns von Terrasse zu Terrasse vor. Die Vegetation für den Park wird von Monat zu Monat umfangreicher und im Grunde genommen wissen wir nicht mehr, wo uns der Kopf steht. Wo anfangen und wo aufhören?
Wir schaffen das schon, aber es wäre angenehmer, wenn wir endlich wieder normal arbeiten könnten. Solange die gesetzlichen Voraussetzungen nicht geschaffen sind, bleibt uns aber nichts anderes übrig. Zu zweit ist es äußerst mühsam, denn eigentlich sollte so ein blöder Tag nicht achtundvierzig Stunden sondern gleich noch einmal eine Draufgabe von vierundzwanzig Stunden mehr haben.
Wo die Arbeit in der Früh anfängt und wo sie am Abend aufhört steht schon lange auf keinem Terminkalender mehr. :o) lach ein wenig ... Es wäre recht, alles gleichzeitig zu machen - doch das funktioniert leider auch nicht.
Lange kann es ja nicht mehr dauern, auch die Inselregierung hat Termine, die sie einhalten muss. Aber welche Konsequenzen entstehen, wenn sie es nicht tut? Der gesetzlich vorgeschriebene Zeitpunkt für die Bestätigung des Widmungsplanes der Gemeinde ist bereits überschritten.
Heute nehmen wir uns die neu gebauten und bereits bepflanzten Terrassen vor. Einige Pflänzchen werden wir noch in die Erde verfrachten, alles sauber machen, mit kleinen Kieselsteinchen aus Lavagestein abdecken - und wieder ist einer der Punkte im Pflichtenheft abgehakt.
Julian ist ab Mai stolzer Autobesitzer! Gestern hat er dafür alles geregelt. Er übernimmt unser Auto daheim und kann dann auch in unsere Versicherungsstufe einsteigen. :o) lach ein wenig ... Er kann sein Leben als Autobesitzer mit der niedrigsten Stufe, mit der Stufe null, beginnen und muss sich nicht Jahre lang hoch herunter arbeiten. Das ist doch was!

 
Der Hamster rennt ein Leben lang
und kommt nicht von der Stelle.
Er müht sich ab,
voll Freiheitsdrang -
und schwitzt doch nur in seinem Felle.
 
Ich hatte einmal einen Hamster. Ich wollte unbedingt einen haben, deshalb bin ich heimlich und ganz allein in die Tierhandlung gestiefelt und habe mir einen kleinen, braunen Hamster und einen Käfig mit einem Laufrad gekauft. :o) lach ein wenig ... Dann habe ich meine Eltern einfach vor die Tatsache gestellt, dass es ab nun einen Bewohner mehr geben wird.
Eine gute Wahl habe ich leider nicht getroffen - mein Hamster war einer der bissigen Sorte. Also konnte ich nix mit ihm anfangen. Er war absolut kein Kuscheltier, dass ich aus dem Käfig nehmen konnte um damit zu spielen. Kunststücke lernen wollte er auch nicht, aber dafür durfte ich regelmäßig seinen Dreck wegräumen.
Ein richtiger Glücksgriff!  Fragt sich nur für wen? Blödsinn, die Frage muss man sich gar nicht stellen, es hat nur einen Nutznießer gegeben.
Wenn ich heute darüber nachdenke, kommen mir ganz andere Gedanken.
Dieser kleine, braune, bissige Hamster hat eigentlich dasselbe getan, was heute viele Menschen machen. Er hat sein Futter bekommen, sein Vorratslager angelegt, seinen Mist hinterlassen und ist Nacht für Nacht in seinem Rad gelaufen. Nacht für Nacht. Was ich von ihm wollte hat ihn nicht interessiert. Warum auch? An seiner Situation hätte sich nichts geändert. Ich hätte ihn schon nicht erschlagen. So war es möglich, dass ein kleines Tierchen die Regeln bestimmt hat.
Heute ist das eine Geschichte von gestern, eine Kindheitserinnerung. Der Kleine Hamster - Mucki habe ich ihn damals genannt - lebt schon lange nicht mehr, aber ab und zu taucht er noch in meinem Leben auf.
Heute umgeben mich Menschen, die sich wie mein Hamster verhalten. Menschen, die mit einer Selbstverständlichkeit einfach nur das machen, was sie wollen. Obwohl sie dazu nicht das Recht haben. Aber was soll's? Man kann sie ja nicht erschlagen, oder? Selbstjustiz ist ja auch nicht das Gelbe vom Ei!
Wie heißt es so schön? Recht haben, heißt nicht Recht bekommen! Es nützt nicht einmal, wenn man Recht bekommt - wenn sich der andere nicht an Vereinbarungen halten will. Aber so spielt das Leben.
Gartenarbeit die zweite ... und sicher nicht die Letzte!
Wie war das Wetter heute?
Hochsommer - um drei Uhr Nachmittag 33° C auf der Richterskala - wir haben Calima

 
21 ° centígrados 
33 ° centígrados     
 
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24 de abril 2008
Donnerstag - jueves
Icod de los Vinos
Alles für den Garten ...
deshalb pflanzen wir heute Tomaten
Der Wind, el vento, ist daran schuld - wir müssen einige Tage gemeinsame Gartenarbeit einlegen. Der Sturm, der uns drei Tage lang treu geblieben ist, hat unschuldige Opfer hinterlassen. Von unseren Tomatenstauden haben nur zwei Stück überlebt.
Meine liebevoll gezüchteten Chilitomaten liegen ebenfalls am Boden zerstört danieder. Ich werde nie erfahren, wie sie geschmeckt hätten, denn bis vor einer Woche war noch keine einzige von den violetten Früchten reif.
Zum Glück, por suerte, existiert von unseren normalen Tomaten, los tomates, bereits eine Nachzucht. Deshalb beginnen wir heute mit den Renovierungsarbeiten im Gemüsegarten. Die vom Wind gebeutelten Pflanzen werden entsorgt und die neuen Pflänzchen, neun Stück an der Zahl, eingepflanzt.
Georg muss auch seinen Teil dazu beitragen, denn er muss die neuen Stangen für die Rankhilfe der Tomaten wieder einmal tief in die Erde schlagen. Das schaffe ich alleine nicht. :o) lach ein wenig ... Es gibt eben immer wieder Arbeiten, bei denen man auf die starken Männer nicht verzichten kann.
 
Im Jahr 1544 wurde die Frucht von einem italienischen Botaniker als Goldapfel, als pomi d'oro, beschrieben. Damals galt das Gewächs allerdings noch als Zierpflanze.  :o) lach ein wenig ... Warum ist mir zwar ein Rätsel, denn soo toll sieht die Pflanze auch wieder nicht aus.
Wenn uns die Früchte nicht so gut schmecken würden, würde ich mir nicht die Mühe machen, ständig irgendwelche Ranken in die Höhe zu binden. Die Blüten können es ja wohl nicht sein? :o) lach ein wenig ... Dann kann ich mir ja auch Gurken auf die Fensterbank stellen!
Um 1720 wurde bekannt, dass die Italiener diese roten Früchte, die Tomaten, sogar essen sollten. Bis diese Erkenntnis in die Alpenländer vorgedrungen ist, hat es aber noch lange zweihundert Jahre gedauert. Kochen ohne Tomaten kann ich mir heute gar nicht vorstellen. Was wären Spaghetti oder eine Pizza ohne Tomaten? Bei Tomatensalat oder Tomatensuppe gehen die Geschmäcker ja bereits wieder auseinander.
Egal ob roh oder gekocht, mir schmecken sie immer! :o) lach ein wenig ... ¡Gracias a Dios! Gott sei Dank, hat Christoph Kolumbus 1498 einige Exemplare von dieser Pflanzenart nach Spanien und Portugal gebracht.
unsere Welt bewegt sich momentan im grünen Bereich ...
Wie war das Wetter heute?
wie jeden Tag - bis elf Uhr wolkenloser Himmel, dann übernehmen die Wolken die Vorherrschaft

 
17 ° centígrados 
20 ° centígrados     
 
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23 de abril 2008
Mittwoch - miércoles
Icod de los Vinos
Die Katze auf dem heißen Blechdach ...
eine kanarische Version.
die Geschichte gibt's am Ende des Tages ...
Gestern Nachmittag haben wir es wahr gemacht - wir haben uns Pueblo Chico, das kleine Dorf, noch einmal angesehen. Pueblo chico heißt zwar übersetzt kleines Dorf doch es ist ein Ausflugsziel in der Nähe von Puerto de a Cruz. Der Park wirbt mit dem Versprechen, dass man die Kanaren im Kleinformat, Canarias en miniatura, erleben könnte kann.
 
Diese Aussage ist zwar ein bisschen großspurig, aber der Park, el parque, ist recht nett. Mit Minimundus in Kärnten kann man diese Modellbauten aber überhaupt nicht vergleichen. :o) lach ein wenig ... Dafür sind die Modelle, los modellos, zu einfach und zu ungenau gearbeitet. In der kleinen Welt am Wörthersee werden alle Gebäude mit den originalen Werkstoffen nach den realen Plänen nachgebaut. Die Miniatur ist also wirklich eine Verkleinerung der Originals.
 
Hier zählt nur die Wirkung, el efecto - und die lässt bei vielen Gebäuden zu wünschen übrig - schade. Trotzdem ist es ein netter Ausflug und ein kurzweiliger Rundgang durch eine Miniaturwelt zwischen Puerto de la Cruz und Orotava.
Pueblo Chico hat auch eine eigene Homepage - allerdings in spanischer Sprache.
 
Wer kann bei so einem Angebot schon widerstehen? Bei dieser charmanten Aufforderung muss man ein Foto machen. Wie ein Zwerg oder ein kleines Kind, como el enano o un niño pequeño, habe ich mich trotz des Riesenstuhls, la silla gigante, nicht gefühlt.
 
Der Ausflug war gestern und heute war Arbeit angesagt. Georg hat sich ein neues Sieb gebaut. Für den Sandkasten ist es nicht gedacht, dafür ist es zu groß und zu schwer. Damit will er in Zukunft die vielen Steine leichter sortierten.
Unter dem Motto, die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. Oder war das umgekehrt?
Egal, es geht sowieso nicht um Erbsen oder Bohnen sondern um Steine :o)
Miguel, unser Nachbar hat seit einigen Jahren eine schwarze Katze eigentlich einen Kater mit vier weißen Pfoten. Seit einer Woche ist der Stubentiger, der sich im Alltag eher wie ein Hündchen verhält, verschwunden. :o) lach ein wenig ... Georg hat die schwarze Katze vorgestern Abend aufgrund ihres Gemaunzes orten können. Er hat sich darüber gefreut und das Töchterlein sofort von seiner Entdeckung informiert. Aber es kam keine Reaktion aus dem Nachbarhaus.
Die Katze hat sich nicht auf unserer Finca verlaufen! Sie hat sich ihre weißen Pfote auch nicht auf einem heißen Blechdach verbrannt. Sie ist irgendwie auf das Flachdach der Schule in Santa Bárbara gelangt. Von einem Teil unserer Finca können wir die Schule sehen und wie es der Zufall wollte, war das Kätzchen eben genau auf diesem Dach.
Vielleicht war sie als Romeo unterwegs und Julia ist ihr entwischt? In ihrer Enttäuschung hat sie dann die Orientierung verloren und ist in den Hungerstreik getreten? Oder sie einfach nicht mehr nach Hause gefunden.
Dort saß sie allerdings einen Tag später, also bis gestern Abend ach noch immer. Miguel wollte oder konnte nicht glauben, dass es seine Katze sein sollte könnte. Aus diesem Grund hat er den ganzen Tag lang keine Anstalten gemacht, überhaupt nach zu sehen, ob es seine schwarze Katze sein könnte.
Hätten wir sie aus ihrem Gefängnis befreien sollen und ihm auf einem Silbertablett servieren sollen? Das wäre wohl ein bisschen zuviel des Guten gewesen, oder?
Gestern Abend, natürlich zu der Zeit, als wir unser Festmahl genossen haben, tanzt der gute Mann an und fragt uns, ob wir eine lange Leiter hätten. :o) lach ein wenig ... Erstens haben wir keine lange Leiter und zweitens wohnt seine ganze Verwandtschaft in der Umgebung der Schule.
Ob er seinen Liebling im Endeffekt gerettet hat werde ich ja heute im Laufe des Tages bemerken. Eigentlich müsste er mit einem Finderlohn kommen - oder doch besser nicht, das Leben ist zu kurz um schlechten Wein zu trinken :o)
Um Katzen rankt sich ja so mancher Aberglaube, vor allem um schwarze Katzen. Eine Katze auf dem Dach bedeutet Glück und Reichtum für die Bewohner. Läuft sie einem über den Weg, ich weiß jetzt nicht ob von links oder rechts, soll sie Unglück bringen.
Wahrscheinlich ist das so wieso Unsinn, denn wie uns allen bekannt ist, gehen Katzen immer ihren eigenen Weg.

Die Maus
Es wollte eine kleine Maus – im Keller wohnhaft – hoch hinaus;
und eines nachts, auf leisen Hufen,
erklomm sie achtundneunzig Stufen
und landete mit Weh und Ach ganz oben,
dicht unter dem Dach.
Dort wartete bereits auf sie, die Katze, namens Doremi.
weiterlesen ...
Die Katze ist wieder Zu Hause! Ein Freund von Miguel ist aufs Schuldach gestiegen und hat den Vierbeiner gerettet. Ende gut - alles gut!
Pueblo Chicho heißt übersetzt kleines Dorf ...  
Wie war das Wetter heute?
blauer Himmel in der Früh, dann wieder wolkig aber warm

 
17 ° centígrados 
21 ° centígrados     
 
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22 de abril 2008
Dienstag - martes
Icod de los Vinos
Wer aufhört, besser werden zu wollen ...
hört auf, gut zu sein.
Marie von Ebner-Eschenbach
Ein wahrer Spruch, oder? :o) lach ein wenig ... Nachdem ich meine Kenntnisse als Gärtnerin gezwungenermaßen ständig verbessere, muss ich bereits ein sehr guter Mensch sein :o) Eigenlob stinkt, sagt man zumindest. Auf der anderen Seite heißt es auch, dass man sein Licht nicht unter den Scheffel stellen soll?!
Was bedeutet diese Aussage überhaupt? Der Scheffel war in alten Zeiten ein Gefäß für ein Getreidemaß. Wenn also jemand seine Kerze oder auch sein Petroleumlicht statt daneben darunter gestellt hat, konnte man die Mengeneinteilung auf dem Gefäß nicht erkennen. Diese Aktion ist also kontraproduktiv gewesen - vor allem für den Verkäufer des Korns.
Bis ins 19. Jahrhundert wurde Getreide nicht nach Gewicht, sondern nach Volumen gemessen, ebenso wie Salz, Beeren, Nüsse oder Hülsenfrüchte.
Bis 1872 war der Scheffel ein deutsches Hohlmaß für schüttbare, feste Dinge. Die Mengenangabe wurde aber von Gebiet zu Gebiet variabel gehandhabt :o) Das hölzerne Hohlmaß hatte eine Genauigkeit, die sich zwischen 30 und 300 Liter bewegte. Praktisch, oder?
Natürlich immer nur für einen der Geschäftspartner. :o) lach ein wenig ... Daher kommt wohl auch der Ausdruck vom Geld scheffeln. Heute würde das nicht mehr so einfach funktionieren, aus diesem Grund hat sich ein neuer Berufszweig gebildet - die Geldfälscher. Aber das ist nur so eine Annahme von mir.
Streitigkeiten waren also an der Tagesordnung, denn der Müller bestimmte dadurch den Gewinn des Bauern - je nachdem, in welchem Landstrich sich die Mühle befand und wie der Müller die gelieferte Getreidemenge gemessen hat.
Der Scheffel war aber auch ein Feldmaß. Es bezeichnete die Feldgröße, die benötigt wurde, um einen Scheffel Saat zu säen. :o) lach ein wenig ... Alte Sprüche haben also meistens sehr wohl einen Sinn - man muss nur ein wenig nach den ehemaligen Lebensumständen graben.
Ach ja, in Amerika ist der Scheffel noch immer eine offizielle Maßeinheit. An der Börse wird Getreide in Scheffeln gehandelt - oder wie man das nennt. Welche Menge heute dafür angenommen wird? Angepasst an den Käufer oder an den Verkäufer? Nein, im Ernst - ein US bushel entspricht heute 35.259 Litern, ein britisches bushel entspricht allerdings 36.37 Litern. :o) lach ein wenig ... Ob da Mister Bush die Finger im Spiel hat?
Aber jetzt zu einer ganz anderen Geschichte ...
 
Da staunt ihr, oder? Das ist der Echter Pfifferling, cantharellus cibarius, oder Eierschwammerln - wie wir dazu sagen :o) Und das ist kein geklautes Bild aus dem Internet. :o) lach ein wenig ... Ersten mache ich so etwas nicht und zweitens hätten wir die köstlichen Waldbewohner heute Abend sonst nicht  verspeisen können.
Wir waren in Puerto de la Cruz und in La Orotava unterwegs. Auf der Ausfahrtsstrasse von Puerto stand ein Mann am Straßenrand. Das ist an und für sich nichts Besonderes. Auf Teneriffa wird oft neben der Strasse irgendetwas verkauft, meistens Obst und Gemüse. Das Angebot ändert sich von Monat zu Monat. Von Orangensäcken, ganzen Bananenschöpfen, Zwiebelzöpfen und Säcken mit Kartoffeln. Im Herbst ergänzen die Maroniöfen das Bild und zur Weihnachtszeit wird allerorts die Yamswurz  als Spezialität angeboten ...
Also, da stand ein Mann am Straßenrand, neben sich zwei kleine Steigen mit etwas Gelben als Inhalt. Waren das gerade Eierschwammerln? Das kann doch gar nicht sein - oder doch?
Na ja, wir waren so wieso schon vorbei und das Auto kann man an dieser Stelle nicht wenden. Wir sind also weiter zum Steuerberater nach La Orotava gefahren. Rauf auf die Autobahn, zwei Abfahrten wieder runter, hinauf zum Büro unserer Buchhaltung, zurück auf die Autobahn und nach Hause wieder Richtung Puerto.
Der Mann stand immer noch an der selben Stelle :o) lach ein wenig ... und er hat tatsächlich Eierschwammerln in seinen beiden, kleinen Holzkistchen. Frisch gesammelt im Gebiet oberhalb von Orotava. Dem Regen der letzten Tage sein Dank :o)
Wir haben uns ein Kilo der gelben Schwammerln gekauft. Verlangt hat er fünfzehn Euro für ein Kilo, aber das sind sie auch wert gewesen. Sie waren hervorragend geputzt und ganz frisch. Und wie oft leistet man sich schon so eine Delikatesse?
La cantarela, das Eierschwammerl oder der Pfifferling ist eine der wenigen Spezialitäten, das bis heute noch nicht gezüchtet werden kann. Das Schwammerl wächst auf der Insel in Laub- und Nadelwäldern hauptsächlich in den Wintermonaten. :o) lach ein wenig ... Nicht zu verwechseln mit dem Winter, wie er im Kalender steht. Wintermonate bedeutet auf Teneriffa die Zeit zwischen Februar und April. Soviel zur Insel des ewigen Frühlings :o)
Auf Teneriffa bekommt man auch herrliche Herren- oder Steinpilze. Die tauchen allerdings bereits im Dezember auf den verschiedenen Märkten auf. Ein besonderes Paradies für Pilzsammler und -gourmets soll allerdings unsere kleine Nachbarinsel La Palma sein. Dort sollen über tausend verschiedene Pilzarten vorkommen - obwohl, bis auf den Kastanienbaum, fast alle europäischen Laubbäume als Begleiter der Schwammerln und Pilzein den Wäldern fehlen.
 
Etwas Olivenöl in die Pfanne, ein halbe, gehackte Zwiebel, eine getrocknete Chilischote zerbröseln, Eierschwammerln kurz anrösten, salzen und ein paar Löffel Crème Fraiche in die Pfanne geben.
Ein paar Minuten leicht köcheln lassen, mit dem frisch gehackten Petersil vermischen - fertig ist die Delikatesse!
Geschmeckt hat es hervorragend! Schade, dass keiner von euch mit uns essen konnte. Vielleicht ein anderes Mal?
ich scheffle Unkraut ... und warum kein Gold?
Wie war das Wetter heute?
blauer Himmel in der Früh, dann leider wolkig aber warm

 
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21 de abril 2008
Montag - lunes
Icod de los Vinos
Vollmondnacht die zweite ...
keine Sterne am Himmel und der Mond versteckt sich hinter Wolken ...
aber ich bin das erste Mal um drei Uhr aufgewacht. :o) lach ein wenig ... Ich werde ja nicht mondsüchtig werden? Geschlafen habe ich nicht sehr viel. Dabei hat mich der Vollmond eigentlich noch nie gestört.
Heute ist Gartenarbeit angesagt. Es ist bewölkt aber angenehm warm, das perfekte Wetter für diese Arbeit.
 
Begleitet hat mit ziemlich zutraulich und mit viel frechem Gezwitscher ein kleines Vögelchen. Verstanden habe ich leider kein Wort. So wichtig wird es nicht gewesen - vielleicht war ihm überhaupt nur langweilig :o)
 
Der nächste Hügel wird beseitigt. Georg wühlt sich mit der Baggerschaufel durch den Geröllhaufen. Was würden wir nur ohne unserem Helferlein machen? Aufgeschichtet ist dieser Seinhaufen sicher im Laufe vieler Jahre worden. Stein für Stein. Ein Lagerplatz für unnütze Steine, die Jahr für Jahr beharrlich an die Erdoberfläche wandern.
Mit der Zeit ist daraus ein Hügel entstanden, den wir jetzt mit viel Zeitaufwand abtragen werden.
Ich bin schon gespannt, wie tief der nächste Maulbeerbaum in den Steinen versteckt worden ist. Bis heute Abend sind noch keine Wurzeln zwischen den Steinen sichtbar geworden.

Erfahrungen sammelt man wie Pilze -
einzeln und mit dem Gefühl,
dass die Sache nicht ganz geheuer ist.
 
Erskine Caldwell
 
Wir leben nicht im Wald - aber wir haben Pilze, las setas. Sie wachsen direkt unter einem kleinen Orangenbäumchen. :o) lach ein wenig ... Schwammerlgulasch werde ich zur Vorsicht aber keines kochen, keine Angst!
 
Ich weiß zwar nicht, welche Exemplare das sind, Fliegenpilze sind es auf alle Fälle nicht. Der wäre mit seiner roten Kappe und den weißen Tupfen viel fotogener :o) Die dekorativen Kappenträger, also ich meine den Fliegenpilz, la amanita muscaria, wächst übrigens auf Teneriffa. :o) lach ein wenig ... Ein Glücksbringer, den man im Wald finden kann - wenn man Glück hat.
Der Alltag hat uns wieder ...
Wie war das Wetter heute?
blauer Himmel in der Früh, dann leider wolkig aber warm

 
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20 de abril 2008
Sonntag - domingo
Icod de los Vinos
Vollmondnacht ...
und die Sterne leuchten ...
Jetzt scheint die Sonne! :o) lach ein wenig ... Einem schönen Sonntag steht nichts im Weg. "Früh sprang ich heut aus warmer Daune ins Bad und dann zum Frühstückstisch..."
Das war nur ein kopierter Scherz :o) Er könnte aber fast von mir sein! Wir haben uns heute einfach einen gemütlichen Tag gegönnt. Nicht mehr und nicht weniger. Das Wetter passt auch dazu.
Begonnen hat der Tag mit Sonnenschein und blauen Himmel und hat dann unbemerkt zu Wolken vom Meer bis zum Berg gewechselt.
Alles in allem - eine Tag ohne besondere Vorkommnisse!
Ich geh jetzt Knoblauch schälen, heute gibt es spaghetti carbonara :o) Wir leben heute italienisch und genießen das dolce vita.
Gestern habe ich noch einen Zungenbrecher entdeckt - Christina, der ist für dich!

Drei Hexen schauen sich drei Swatch Uhren an.
Welche Hexe schaut welche Swatch Uhr an?
 
Und nun das Ganze in englischer Sprache!
 
Three witches watch three swatch watches.
Which witch watch which swatch watch??
Bis morgen, hasta  mañana! Morgen ist auch noch ein Tag, mañana es otro día.
Immer wieder Sonntag ...
Wie war das Wetter heute?
von allem etwas *g*

 
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19 de abril 2008
Samstag - sábado
Icod de los Vinos
Enjoy your flight  ...
oder wie Patricio gestern gesagt hat -
¡Buen viaje!
Das letzte gemeinsame Frühstück für lange Zeit! :o) lach ein wenig ... Die Gegenwart ist die einzige Zeit, die man genießen sollte - auch wenn es gerade diesen Zustand nicht wirklich gibt. Es existiert eigentlich nur der Augenblick, einen Wimpernaufschlag kurz. Der Rest des Empfindens ist in Wahrheit bereit wieder Vergangenheit.
 
Flughafen Teneriffa Süd. Vor zwei Wochen sind wir auch dort gewesen. Damals wie heute hat die Sonne vom Himmel gelacht. Doch wohin sind die zwei Wochen dazwischen verschwunden?
Julian hat seinen Flieger bestiegen und wir haben uns auf den Weg nach Hause gemacht.
 
Auf der Höhe von Santiago del Teide beginnt der Ginster zu blühen. In den nächsten Tagen wird sich die Landschaft in eine weiße Blütenwolke verwandeln.
Winzige, kleine Blüten, die die Illusion von Schnee vermitteln. Außer man sieht genauer hin - dann erkennt man die einzelnen Sträucher, die mitten in einer erdigen Landschaft stehen.
Julian fliegt seiner Heimat entgegen ...
Wie war das Wetter heute?
das schöne Wetter hat uns verfolgt :o)

 
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18 de abril 2008
Freitag - viernes
Icod de los Vinos
Urlaub ist wie einmal Volltanken ...
und die Akkus auffüllen.
Achim Schmidtmann
Heutzutage ist eine Urlaubsreise schon fast ein bisschen billiger als einmal seinen Tank aufzufüllen :o) Noch nicht hier auf unserer kleinen Insel im Atlantik, aber in Österreich. Auf alle Fälle ist Urlaub erholsam und wir haben jetzt fast ganze zwei Wochen mit Julian - mehr oder weniger - Urlaub gemacht.
Heute ist der letzte Tag, den wir gemeinsam verbringen, morgen Nachmittag steigt er bereits wieder in einen Flieger und hebt Richtung Salzburg ab. Wo sind die Tage geblieben?
Wir haben für heute kein gigantisches Programm beschlossen. Ein schöner, erholsamer Tag war das Ziel von uns drei - einstimmig angenommen. Nach einem gemütlichen Frühstück wollten wir uns auf den Weg machen. Buchstäblich in letzter Minute wurden wir daran gehindert.
Unvorhergesehener Besuch ist erschienen. Ein "alter" Bekannter von unserem Chinesen in Puerto de la Cruz ist aufgetaucht. Hat zwar nicht in den Terminkaleder gepasst, aber es es war menschlich einfach in Ordnung. Uns ist ja nichts davon gelaufen. Wir sind nur eine Stunde später los gefahren.
 
Unser Ziel war Icod el Alto, denn von dort kann man die Umgebung aus der Vogelperspektive betrachten. Die Welt liegt einem zu Füssen. :o) lach ein wenig ... Na ja, realistisch gesehen ist es nur ein kleiner Teil davon - schön ist es aber trotzdem!
 
Danach haben wir einen kleinen Abstecher ins Monasterio bei Puerto de la Cruz gemacht. Georg und ich haben eine Vorspeise für unser Abendessen genossen - Julian hat mit der Nachspeise begonnen :o)  Noch einige kleine Besorgungen im Al Campo und ab nach Hause zu einem zünftigen Fischgrill!
Auf der halben Strecke von Puerto nach Icod hat sich plötzlich eine massive Verkehrsstockung ergeben. Komisch, aber keinem von uns ist es aufgefallen, dass uns auf der Gegenfahrbahn bereits seit einiger Zeit kein Auto mehr entgegen gekommen ist. Da muss ein Unfall passiert sein. Das kann auf dieser Strecke durchaus einen stundenlangen Stau bedeuten. :o) lach ein wenig ... Georg hat zum Glück schnell reagiert und wir sind über einen Umweg nach Hause gefahren.
Einmal wenden, ein paar Kilometer zurück und den Weg über die Berge. Wir sind also die gleiche Strecke, die wir am Vormittag für unseren Ausflug gewählt haben, wieder nach Hause kutschiert.
 
Holz anzünden, Kartoffeln kochen - der Rest des Festmahles war bereits vorbereitet. Julian hat sch heute durch die fischige Speisekarte gegessen. Calamares vom Grill, Gambas als Zwischengang und als Hauptspeise einen Wolfsbarsch, Lubina oder Branzino, wie er in Italien genannt wird.
Zwischendurch ist noch Patricio aufgetaucht und hat den reparierten Kompressor zurück gebracht und während unseres Abendessens ist noch Marcos bei uns gelandet um sich ein Werkzeug auszuleihen.
Ein Kommen und Gehen, wie man es besser nicht erleben kann. Nur - wofür wir den hausgebrannten Schnaps von Marcos verwenden sollen? :o) lach ein wenig ... Er ist eher dafür geeignet zukünftige Kunden für Blindenhunde zu schaffen. Und ich weiß wovon ich rede! Doch der Wille heiligt die Mittel, oder?
Wir sehen uns die Umgebung heute einmal von oben an ...
Wie war das Wetter heute?
das schöne Wetter hat uns verfolgt :o)

 
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17 de abril 2008
Donnerstag - jueves
Icod de los Vinos
Der Amtsschimmel wiehert ...
die Bürokratie lebt sich aus -
hier genau so wie in anderen europäischen Ländern...
Wenn nicht mit noch mehr Perfektion und Papierkram :o) Es geht einfach nix weiter. Egal welche Partei am Ruder sitzt. Wer den Amtschimmel also wieder einmal wiehern hören möchte - hier ist er an der richtigen Stelle!
In Icod de los Vinos hat vor einem Jahr die PSOE die Herrschaft an eine neue Koalition abgeben müssen. Die Wähler haben diese Entscheidung mit Hilfe ihrer Stimmzettel bei der letzten Wahl getroffen. Geändert hat sich dadurch überhaupt nichts! Im Gegenteil - irgendwie herrscht hier nun ein unkontrolliertes Chaos. Man könnte in Versuchung kommen, zu behaupten, dass die wirtschaftliche Welt still steht.
Na ja, so krass ist es nicht. :o) lach ein wenig ... Angrenzend an unser Grundstück wird frisch und fröhlich gebaut. Eine Reihenhaussiedlung mit 58 Wohneinheiten. Zurzeit natürlich ohne Genehmigung.
Wer der Bauherr ist? Eine Unterfirma der Gemeinde. Die durchführende Baufirma ist übrigens eine vom spanischen Festland und die zwanzig Arbeiter, die hier fleißig arbeiten sind so zusagen Gastarbeiter auf der kleinen Insel. Ihre Heimat befindet sich zweitausend Kilometer von hier entfernt. Anstandshalber sind vier Canarios auf der Großbaustelle beschäftigt.
Soviel zum neuen Stand in der Gemeindepolitik. Auch wenn der Bürgermeister und seine Helfer wirklich zuvorkommend und hilfsbereit sind, aber auch ihnen sind die Hände gebunden. Wie gesagt - der Amtschimmel wiehert!
Mich erinnert das ganze Spielchen ein bisschen an das Buch "Die Farm der Tiere" von George Orwell. Die intelligentesten Tiere der Farm, die Schweine, haben in dieser Geschichte die die Revolution angezettelt und das Kommando übernommen. :o) lach ein wenig ... Und was ist dabei heraus gekommen? Nix!
George Orwell wollte mit seinem Buch zeigen, dass jede Revolution in der Geschichte der Menschheit sinnlos ist. Kein Aufstand bringt Veränderungen mit sich. Der alte Zustand bleibt immer erhalten, wenn auch vielleicht auf eine andere Art und Weise. Für den einzelnen Menschen ändert sich nicht wirklich etwas.
Oder kann mir jemand erklären worin der Unterschied zwischen Überheblichkeit und Unwissenheit liegt? Auch wenn es diesen kleinen, feinen Unterschied geben sollte - es ändert nichts an der Tatsache, dass beide Eigenschaften gleich schädlich für die Wirtschaft sind.
Die neuen Herrscher des Bauernhofes stellten damals bewundernswerte Gesetze auf:

Alles, was auf zwei Beinen geht, ist ein Feind.
Alles, was auf vier Beinen geht oder Flügel hat, ist ein Freund.
Kein Tier soll Kleider tragen.
Kein Tier soll in einem Bett schlafen.
Kein Tier soll Alkohol trinken.
Kein Tier soll ein anderes töten.
Alle Tiere sind gleich.
Es dauerte allerdings nicht lange und die Regeln wurden still und heimlich ergänzt. Plötzlich hieß es: kein Tier soll Alkohol trinken - :o) lach ein wenig ... im Übermaß. Oder - alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher!
Warum ist der Mensch noch immer nicht fähig, aus alten Texten zu lernen? Weil wir diese Ratschläge als Märchen oder Geschichten einstufen?
Das macht man im Normalfall eigentlich nur bei guten Empfehlungen aus elterlichem Munde. Diese Weisheiten will niemand hören, denn die nächste Generation ist immer schlauer als die alte. Das haben wir schon so praktiziert und das wird auch in Zukunft die Regel sein. Die Finger verbrennen muss sich eben jeder selbst :o) Denn wie heißt es so schön? :o) lach ein wenig ... Nur aus eigener Erfahrung wird man klug!
Wir haben uns dazu entschlossen, heute einen Austag einzulegen. Ich glaube, ich habe die Nerven meiner beiden Männer gestern ziemlich gespannt. :o) lach ein wenig ... Die beiden möchten am Abend zwar schöne Fotos sehen, aber auf die Fotografin warten, das wollen sie nicht. Dafür spazieren sie tratschend durch die Gassen und sehen die halben Dinge nicht.
 
Neben dem Liceo de Taoro erhebt sich im Garten Victoria, en el Jardín Victoria, oder, wie er auch genannt wird, im Garten del Marquesado de la Quinta Roja das Mausoleum des VIII. Marqués von La Quinta Roja, Don Diego de Ponte y Castillo. Der Marqués war einer der bekannten Söhne der Stadt und gehörte auch zur Freimaurerloge von Taoro.
Der junge Mann soll ein streitbarer, junger Adliger gewesen sein. Mit achtundzwanzig Jahren lag der Marqués im Sterben.
Weil der Priester aus Orotava, Don Acisclo, el clérigo José Borgues Acosta, in einer seiner Sonntagspredigten über das Unwesen der Freimaurerei gewettert hatte, verwehrte der Adelige  ihm den Zutritt zu seinem Anwesen und konnte so auch nicht die letzte Ölung bekommen.
Deshalb verweigerte der Priester der Mutter das Begräbnis des so früh dahingeschiedenen Rebellen in geweihter Erde. Auf dem Friedhof war damit kein Plätzchen für ihren Sohn frei, er musste auf dem Totenacker der Gehenkten und Selbstmörder verscharrt werden. Welche Schande für die angesehne Familie!
Die tief gekränkte Mutter Doña Sebastiana del Castillo beauftragte 1882 den französischen Architekten Adolphe Coquet mit der Planung einer letzten Ruhestätte für ihren einzigen Sohn.
Coquet war ein Verehrer antiker Mythen und so entwarf der französische Architekt einen Marmorpantheon. Ursprünglich wurde das Grabmal auch von einem keltischen Kreuz gekrönt. Das ist allerdings verschwunden.
 
Das Mausoleum wurde also für die Familie Ponte gebaut. Aber die sterblichen Überreste des Sohnes wurden dort jedoch nie zur letzten Ruhe gebettet. Dabei hat man von diesem Punkt aus einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt.
Seine Witwe war dagegen. Sie verhinderte die Überführung des Leichnams, da sie mittlerweile vom Papst in Rom die Erlaubnis für ein christliches Begräbnis bekommen hatte. Deshalb blieb das wunderschöne Mausoleum gegen den Willen ihrer Schwiegermutter leer.
Don Acisclo soll schließlich mit den Worten "Dein Wille geschehe, o Herr, nicht meiner!" der Umbettung des Marquis auf den Gemeindefriedhof zugestimmt haben. Seitdem ruht der VIII. Marqués von La Quinta Roja, Don Diego de Ponte y Castillo in geweihter Erde.
   
Das Mausoleum ist heute also lediglich ein kleines, leeres Schmuckstück aus weißem Marmor. Kunstvoll gestaltet - und nie genutzt.
Papst Pius IX verbot zu dieser Zeit generell den Eintritt von Freimaurern in geistliche Orden und in den Klerus. Er ordnete an, dass Freimaurern kein Ehesegen gespendet wird und verweigerte den Freimaurern die kirchlichen Begräbnisse. Die kirchliche Gesetzgebung ging dann etwas gemildert in den Codex Iuris Canonici des Jahres 1917 ein.
Das ist schon lange Zeit her und heute hat sich zwischen Kirche und den Logen wieder ein Dialog entwickelt. Die fünf Grundpfeiler der Freimaurerei sind übrigens Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität.
Fincaleben ist heute angesagt ... wir brauchen eine kulturelle Verschnaufpause
Wie war das Wetter heute?
feinster Nieselregen am Vormittag - Nachmittag bewölkt und trocken.

 
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16 de abril 2008
Mittwoch - miércoles
Icod de los Vinos
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach ...
klipp, klapp!
Bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach, klipp, klapp!
Er mahlet das Korn zu dem kräftigen Brot,
und haben wir dieses, so hat's keine Not.
Klipp, klapp, klipp, klapp, klipp, klapp!
In La Orotava klappern mahlen die Mühlen anders Gofio. Ursprünglich wurde Gofio aus gerösteter Gerste hergestellt. Heute besteht das feine Mehl meistens aus gerösteten Maiskörnern.
Ich persönlich kann damit nicht wirklich etwas anfangen, obwohl ich es mit bestem Vorsatz versucht habe. Und eine schlechte Köchin ohne Fantasie bin ich auch nicht! Doch irgendwie und irgendwann lassen mich auch meine Vorstellungskräfte im Stich - vor allem, wenn mir unser Nachbar erzählt, dass er Salat mit Gofio liebt. :o)
Ein Kitzel für die Geschmacksnerven kann diese Variante nicht sein - ich würde es eher unter Mastfutter einstufen. Aber jeder soll auf seine Weise, de esta manera, glücklich werden. :o) lach ein wenig ... Para gustos se hicieron los colores. Gusto und Geschmack sind zum Glück eine persönliche Entscheidung.
Wenn die Geschmäcker überall auf der Welt gleich wären, könnten sich die internationalen Lebensmittelkonzerne eine Unmenge an Kosten und Mühen sparen. Doch der spanische und der österreichische Geschmack ist auf einer anderen Ebene zu finden.
Durchaus nicht zum Nachteil - man kann sich immer wieder die Spezialitäten des fremden Landes heraus pieken. :o) lach ein wenig ... Wir lieben es! Aber diese Vorgehensweise haben wir in jedem Land, in dem wir bis jetzt gelebt haben, praktiziert. Kultur - und dazu gehört für mich eben auch die Essenskultur - fällt nicht unter das Gießkannenprinzip. Jedes Land hat bei seinem Lebensmittelangebot seine Vor- und Nachteile. Man kann es sich jederzeit überall richten :o) und sein Brot eben selbst backen.

Der Bauer baut mit Müh und Not das Korn für unser täglich Brot.
Zum Müller wird das Korn gebracht und feines Mehl daraus gemacht.
Der Bäcker nimmt das Mehl ins Haus und bäckt im Ofen Brot daraus.
Die Mutter streicht noch Butter drauf und wir - wir essen alles auf.
Beim Geschmack stößt sogar die Globalisierung an Grenzen. Doch unter dem Motto - was ich mir nicht kaufen kann, produziere ich eben selbst, funktioniert die Befriedigung der Geschmacksnerven überall auf der Welt, zumindest bis jetzt - für mich.
 
Die alten Wassermühlen findet man im oberen Ortsteil von Orotava. Teilweise sind sie sehr versteckt und wenn man aus der falschen Richtung kommt, übersieht man sie leicht. Einige entdeckt man, wenn man die steilen Gassen vorsichtig nach unten geht, die anderen sieht man, wenn man die Wege nach oben klettert.
 
Im höher gelegenen Teil der Stadt, en la Villa de Arriba, beginnt, der Weg der Wassermühlen, la ruta de los Molinos de Agua.
In früheren Zeiten profitierten die Müller vom Wasserreichtum der Stadt. Irgendwann sind wahrscheinlich Quellfassungen gebaut worden und damit ist das fließende Wasser, wie auf vielen Stellen der Erde, verschwunden. :o) lach ein wenig ... Auch in Kärnten können wir ein Lied davon singen - aber das ist wieder ein anderes Thema.
Die Mühlen in Orotava standen entlang der steil ansteigenden Straßen San Francisco und Doctor Domingo Gonzáles Garcia und produzierten das Grundnahrungsmittel Gofio für die kanarische Bevölkerung. Verbunden waren die Mühlen durch Galerien, die das Wasser des Baches Araujo von einer zur anderen Mühle beförderte.
Den kleinen Fluss kennt heute niemand mehr. :o) lach ein wenig ... Die ausgetrocknete Schlucht, el barranco, könnte noch ein kleiner, hilfreicher Hinweis darauf sein. Aber da bin ich mir nicht so sicher.
Dort stehen heute noch immer sieben Wassermühlen, die im 17. und 18. Jahrhundert gebaut worden sind. Bei einigen kann man die alten Ausmauerungen der Kanäle, in denen früher das Wasser floss, sehen.
Eine der drei Mühlen, die heute - allerdings mit Strom - in Betrieb sind, befindet sich in der Gasse Colegio Nr.3, en las calles Doctor Domingo González García, San Francisco y Colegio. Die Mühle von La Máquina.
Das ist La Orotava von einer ganz anderen Seite. Diese Blumen blühen nicht in irgendeinem Garten - sie sprießen entlang einer Dachkante. Hoch über der Straße, in luftiger Höhe.
Nennt man diese Art der Bepflanzung dann Hochbeet? :o) lach ein wenig ... Oder Dachbeet? Wahrscheinlich keines von beiden, doch das Phänomen der bewachsenen Dachpfannen ist auf der Insel nicht wirklich selten. Diese romantische Art der Grünoasen kann man hier oft entdecken.
Man muss nur mit offenen Augen durch die Gassen gehen und Blick das eine oder das andere Mal nach oben schweifen lassen.
 
Eine Stadt, die unzählige, kleine, enge Gässchen hat, in denen man viel Schönes entdecken kann. Von kitschig schön bis farbenprächtig und halb verfallen. Egal wie man diese Blickwinkel nennt - sie bestimmen das pulsierende Leben und sind in einigen Jahren wahrscheinlich von der Bildfläche verschwunden.
Orotava ganz gemütlich entdecken ... das st heute unser Ziel
Wie war das Wetter heute?
sonnig ... zumindest dort, wo wir unterwegs waren ...

 
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1. bis 15. April  2008
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