16 de octubre de 2007 - Dienstag - martes
15 de octubre de 2007 - Montag - lunes
 
 
14 ° centígrados  
24 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Die Arbeitswoche hat begonnen und wir haben am Bachlauf weiter gearbeitet. Man möchte gar nicht glauben, wie viel Zeit drauf geht. Jetzt beginnt aber erst die Feinarbeit.
   
  Zu allererst wird heute der Teich vorsichtig geöffnet. Das Wasser soll ja in das neue Bächlein fließen, über einen kleinen Wasserfall in das tiefe Becken plätschern und von dort wird es wieder in die obere Etage in den Teich zurück gepumpt.
   
  Die Uferzonen müssen noch angelegt werden. Stein für Stein, Steinchen für Steinchen und dazwischen ganz naturgetreu ein paar Pflanzen verteilen. ... lach ein wenig ... Eigentlich könnte man es fast Bastelarbeit nennen.
   
  Das Bachbett ist am Abend so gut wie fertig. Der allerletzte Feinanstrich, damit das Wasser auf seinem Weg nicht versickern kann und morgen geht es ans Bepflanzen.
14 de octubre de 2007 - Sonntag - domingo
 
 
15 ° centígrados  
22 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Ein erholsamer Sonntag liegt hinter uns.
  Am Nachmittag sind Sabrina und Patrick hier gewesen. ... lach ein wenig ... Noch zu zweit. Aber nicht mehr lange. Jetzt dauert es offiziell nur mehr eine Woche, dann sind die beiden zu dritt.
13 de octubre de 2007 - Samstag - sábado
 
 
15 ° centígrados  
24 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Für die Nacht von Freitag auf Samstag hat es eine Unwetterwarnung für Teile der Kanaren gegeben. Nein, nein, keine Sturmwarnung, nur Wasser sollte mehr als üblich auf die Erde geschüttet werden. Leider sind nur ein paar Tröpfchen Regen vom Himmel gefallen. Ich habe mich schon darauf gefreut, dass es nach langer Zeit endlich einmal richtig regnen sollte. ... lach ein wenig ... Die Pflanzen hätten eine Entstaubung dringend nötig.
  Bei uns läuft in der Früh eigentlich fast immer Ö3. Der Satellit macht's möglich. "Hallo, ich bin das Christkind!" tönt es leise aus den Lautsprechern an mein Ohr. Befinde ich mich etwa noch im Land der Träume? Meine ersten Gedanken waren - hab ich wirklich soo lange geschlafen? Ist schon Weihnachten? Was macht das Christkind, el niño Jesús, im Oktober auf der Erde? Hab ich was versäumt?
  Aber ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen. No tiene un pelo de tonto. Innerhalb kurzer Zeit habe ich die Zusammenhänge erkannt. ... lach ein wenig ... Wenn sogar hier auf den Inseln bereits der Weihnachtsmann seinen Werbefeldzug angetreten hat, dann darf das Christkind natürlich nicht faul auf seinen Flügeln liegen. Damit hätte es den Konkurrenzkampf wohl endgültig verloren, oder?
  Vor allem, weil einige Helfer aus seiner Truppe ja so wieso das ganze Jahr arbeiten. Wo spielt sich denn das reale Leben für die Menschheit heutzutage ab? Im Fernsehen natürlich! Wer will uns den schmackhaften, himmlischen Käse schmackhaft machen? ... lach ein wenig ... Die Marke der Köstlichkeit wird selbstverständlich nicht verraten - ihr wisst schon, Markenschutz ist das Schlagwort.
   
  Wir werden sogar beim Unkraut jäten fündig. Heute hat Georg herrliche Kartoffel geerntet. ... lach ein wenig ... So ganz nebenbei - beim Unkraut roden. Die Finca hat goldenen Boden, man muss die Schätze nur heben.
  Auf diese Kartoffeln, las papas, haben wir gar nicht mehr gedacht, sie sind ein Überbleibsel vom Winter. Damals haben wir einige Knollen im Gemüsegarten, en el huerto, versenkt. Geerntet haben wir davon nicht viel und vor einiger Zeit haben wir den Gemüsegarten verlegt - und auf die Kartoffeln gar nicht mehr gedacht. Also ist den schmackhaften Knollen nichts anderes übrig geblieben als sich selbst in Erinnerung, la memoria, zu bringen!
12 de octubre de 2007 - Freitag - viernes
 
 
15 ° centígrados  
24 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein - einem Frühstück auf der Terrasse steht nichts im Wege. Danach sind leider immer mehr Wolken über die Hügel gezogen. Beim Arbeiten war die nicht vorhandene Sonne jedoch sehr angenehm.
   
  Mittlerweile ist rund um uns ein wahres Blütenparadies entstanden. Es blüht und duftet überall. Das tut gut. Den Augen und der Seele. In dieser Umgebung kann man die Seele baumeln lassen. Die Welt ist bezaubernd schön. Man möchte gar nicht glauben, was ein paar bunte Blätter verändern.
   
  Georg hat fleißig am Bach weiter gearbeitet, das Bachbett verwandelt sich jeden Tag ein bisschen mehr in einen harmonischen Bachlauf.
  Auf mich haben mehrere, große tönerne Töpfe darauf gewartet bepflanzt zu werden.
  Ich habe meinem Namen Erdmaus alle Ehre gemacht. In der Erde wühlen und mit Wasser pritscheln, das klingt nach Sandkastenspielen. Vielleicht habe ich in meiner Kindheit zuwenig Sandburgen gebaut. Wer weiß?
   
  Mit Erde und Wasser arbeiten hat zwei große Nachteile. Erstens ist man nach vollbrachtem Werk von oben bis unten ziemlich dreckig und zweitens vergeht die Zeit wie im Flug. Wenn es sich auch noch um größere Pflanzen handelt, wie heute bei den Bougainvilleas, dann kommen zusätzlich noch diverse Kratzer und Mecken dazu.
  Sehr damenhaft wirkt man am Abend nicht mehr. Die zweckmäßig kurz gehaltenen Fingernägel werden von wunderschönen Trauerrändern geziert, die Haare der sich auflösenden Frisur sind mit allerlei Blütenresten farblich aufgeputzt und von den zarten Füßen rede ich lieber gar nicht. Verständlicher Weise ist aus all diesen Gründen eine Totalrenovierung angesagt.
  So, nach einer ausgiebigen Dusche inklusive Haarwäsche und allem was dazu gehört, kann ich mich wieder zu den gepflegten Menschen zählen. Die Hände sind so halbwegsvorzeigbar und damit steht einem gemütlichen Abend nichts mehr im Wege.
  Spanien feiert heute den National Feiertag. Am 12.Oktober ist auf dem spanischen Festland, den Balearen und den kanarischen Inseln Nationalfeiertag. Dia de la Hispanidad ist der Jahrestag der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492.
  Als erster, dokumentierter Forscher, erreichte Giovanni Caboto amerikanisches Land. Als eigener Kontinent wurde Amerika erst 1507 vom Italiener Amerigo Vespucci erkannt und im selben Jahr von Martin Waldseemüller America benannt.
  Wenn bei uns ein Feiertag günstig fällt, kann man sich mit Hilfe eines "Fenstertages" einen Kurzurlaub gönnen. Der Spanier benötigt dafür eine Brücke, tener puente.
  Auch wenn es anders klingt, es ist punktgenau das Selbe. Der eine lehnt sich aus dem Fenster und der andere geht über eine Brücke in das verlängerte Wochenende.
  Der Jahrestag der Entdeckung Amerikas am 12. 10. 1492 wird seit 1911 in allen lateinamerikanischen Republiken und den Ländern Spanien und Portugal begangen.
  Warum weiß ich allerdings nicht ganz genau, denn niemand kann explizit sagen, woher dieser Christoph Kolumbus, Cristoforo Colombo, Cristóbal Colón oder auf portugiesisch Cristóvão Colombo wirklich gekommen ist.
  Wobei man so nebenbei bemerkt auch nicht vergessen darf, dass der amerikanische Kontinent schon fünfhundert Jahre vor Kolumbus von Leif Eriksson oder anderen Isländern entdeckt worden ist. Unser Seefahrer landete irrtümlich in der Karibik und entdeckte damit Mittelamerika.
  Abgesehen davon, dass er bei seiner ersten Reise nur die Karibischen Inseln erreicht hat und zu dieser Zeit noch im Glauben war, in Indien gelandet zu sein. Er wollte auch nicht Amerika entdecken sondern war lediglich auf der Suche nach Edelmetallen. So geht es aus seinen Logbüchern hervor.
  Dokumentiert ist, das Kolumbus am 3. August 1492 mit seinem Flaggschiff Santa Maria und den beiden Karavellen Niña und Pinta von Palos de la Frontera aus in See stach.
  Ein Bruch des Schiffsmastes auf der Pinta zwang ihn dazu, nach nur drei Tagen einen einmonatigen Aufenthalt auf den Kanarischen Inseln einzulegen. Am 6. September konnte die Schiffsgemeinschaft endlich weiter segeln.
  Die schwierige Seefahrt wird von Kolumbus als äußerst schwierig beschrieben ...
11 de octubre de 2007 - Donnerstag - jueves
 
 
15 ° centígrados  
24 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Gestern sind wir also Richtung Tacoronte gefahren und haben bei dieser besagten Bar eine Pause eingelegt. Zwei Tische im Freien haben dazu wirklich verführt dort sitzen zu bleiben.
  Essen im Freien ist bei den Canarios nicht sehr beliebt, sie verziehen sich lieber in dunkle Innenräume. Die Tische am Platz an der Sonne werden normaler Weise auch eher für einen Drink genutzt. Der Kellner wundert sich zwar, wenn man hier essen will, aber sonderlich tangiert es ihn auch wieder nicht. ... lach ein wenig ... Der Tisch ist zwar klein - aber fein und wenn man will, hat sehr viel darauf Platz.
  Georg hat als Vorspeise einen Salat bestellt. Das machen wir zwar immer so, Salat ist für uns eine ganz normale Vorspeise. Doch diesmal habe ich das erste Mal den Begriff "Fruchtsalat" verstanden. ... lach ein wenig ... Ein großer Teller voll Grünzeug - von Zwiebel, Salat, Gurken, Tomaten und dem unverzichtbaren Mais - über Kiwi und Papaya war alles vertreten. Es hat eigentlich nur mehr die Kugel Vanilleeis gefehlt.
  Als Hauptspeise haben wir Carne Asada gewählt. Speisekarte gibt es in diesen Lokalen meistens nicht. Die Tagesangebote erklärt der Kellner und aus diesem Grund sind sie auch frisch und - meistens - köstlich gekocht.
  Wir haben vorzüglich gespeist und das noch ziemlich preisgünstig. Bodenständig würde man bei uns wohl sagen.
  Tacoronte hat viel zu bieten. Wir haben noch einen kleinen Spaziergang gemacht und haben nicht sonderlich viel gesehen. Die Zeit war einfach zu kurz. Aber eines ist sicher, wir fahren bald wieder in diese Ecke der Insel, denn dort gibt es noch viel zu entdecken.
  Neben dem Lokal, in dem wir gegessen haben, steht ein sehr altes Haus, la Alhóndiga, la hucha del pueblo.
   
  Vor dreihundert Jahren hat sich auf diesem Platz allerhand abgespielt. Das Haus war so bedeutend, wie es heutzutage eine Bank ist. In diesem Gebäude wurde der Reichtum der Stadt aufbewahrt - Getreide.
  Von 1685 bis Anfang des 19. Jahrhunderts war es eines der wichtigsten Gebäude der Ortschaft.
  Das obere Stockwerk war die Vorratskammer für das Getreide, das Erdgeschoss wurde als Schlachthof, Bäckerei und auch als Gefängnis benutzt.
  Heute wird das Gebäude kulturell, vor allem für die Präsentation des Weines der Kanarischen Inseln genutzt. Hier werden die neuen Weine das erste Mal verkostet und vorgestellt und Tagungen rund um das Thema Wein abgehalten.
  Es lohnt sich also, an diesen Ort zurück zu kehren. Wir werden uns sicherlich nicht zu lange Zeit dafür lassen ...
10 de octubre de 2007 - Mittwoch - miércoles
 
 
15 ° centígrados  
24 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Die Zeit der Termine beim Architekten hat wieder begonnen. In nächster Zeit werden wir uns also wieder öfter auf den Weg nach La Laguna machen müssen.
  Um elf Uhr geht es los - auf geht's. Auf unserem üblichen Schleichweg fahren wir auch bei Georgs Friseur vorbei. "iHola chico!" klingt es fröhlich durchs offene Autofenster. Die Sonne scheint, es ist warm, der Tag kann nur noch schöner werden.
  Die Besprechung mit Ramon, dem Architekten ist schnell erledigt, also weiter zum nächsten Punkt. Nachdem wir bereits in La Laguna sind, liegt es auf der Hand, dass wir die Gelegenheit nutzen und einige Kleinigkeiten bei unserer Großgärtnerei mitnehmen.
   
  Was ist denn das? Macht der Weihnachtsmann bereits in diesem Monat Überstunden? Ich habe immer geglaubt, der gute Mann arbeitet nur im Dezember. ... lach ein wenig ... Da sieht man wieder, wie sehr man sich täuschen kann. Im Eingangsbereich spielt allerdings zuverlässig wie eh und je zwischen dichten Palmwedeln in luftiger Höhe die Buschband lautlos ihr Lied.
  So, das Auto ist voll bepackt - was machen wir mit dem angebrochenen Nachmittag? Ein kleines Hungergefühl stellt sich ein, am Verhungern sind wir aber nicht. In welche Richtung fahren wir also?
  Wir wählen diesmal nicht die Autobahn sondern die Landesstrasse nach Tacoronte und beschließen dort auf einer kleinen Straße Richtung Meer zu fahren. In dieser Gegend sind wir noch nie gewesen. Mesa del Mar heißt der Ort auf der Straßenkarte. Lassen wir uns überraschen!
  Zuerst ist die Gegend sanft hügelig, bald nach der Abzweigung geht es schon etwas steiler bergab und nach der nächsten Kurve eröffnet sich plötzlich eine Aussicht wie im Märchen!
   
  Die Nordwestküste liegt uns zu Füssen und als Krönung der Gesamtkomposition thront der Teide über dem Meer. Dekorativ eingehüllt von flauschigen Wolken. Mehr braucht man nicht dazu sagen, oder?
   
  Ein Blick nach unten - und man erkennt weit, weit weg eine Ansammlung von einigen Häusern. Gar so einladend sieht es allerdings aus. Die Vermutung bestätigt sich auch, als wir unser Auto auf dem Parkplatz abstellen. Ein riesiger Hotelklotz, ein riesiger Parkplatz und einige Apartmenthäuser.
  Mesa del Mar ist so ziemlich das spektakulärste Betonfantasiewerk, das man sich so vorstellen kann. Die hohen Bauten sind direkt an die steilen Felsen geklatscht. Wie Schwalbennester, allerdings mit dem Unterschied, dass die Nester der Schwalben sich harmonisch an Häuser oder in die Natur fügen. Diese architektonischen Wunderwerke von menschlicher Hand geschaffen sind dagegen ganz einfach hässlich.
  Gibt es an diesem Ort sonst wirklich nichts zu entdecken? Wir haben einen Tunnel entdeckt und welche Überraschung, dahinter verbirgt sich ein wunderschöner Strand.
   
  So sieht es hinter dem Tunnel aus. Ein relativ großer, flacher Strand mit feinem, schwarzen Sand. Ein Plätzchen am Meer, bestens geeignet für ein Picknick mit faszinierender Aussicht!
  Am Ende der Strandpromenade steht ein Lokal mit wunderbarer Aussicht auf das Meer und die Küste. Laut Plakat ist es das ganze Jahr über geöffnet. Das ist doch perfekt.
  Wir machen uns also auf den Weg. Aber welche Ernüchterung. Am Eingang klebt ein Zettel auf dem geschrieben steht, dass die Stätte der Bewirtung heute erst um vier Uhr am Nachmittag geöffnet ist. Na dann.
  Wie gesagt, wir sind ja noch nicht am Verhungern, aber eine Kleinigkeit wäre schon nett.
  Wir machen uns also wieder auf den Weg Richtung Tacoronte. Auf der Kreuzung, an der wir Richtung Mesa del Mar abgebogen sind, haben wir eine Bar gesehen. Dann sind wir für heute wirklich am Ziel unserer Träume, haber conseguido todo lo que se quería.
  Fortsetzung folgt morgen, continuará mañana ...
9 de octubre de 2007 - Dienstag - martes
 
 
15 ° centígrados  
24 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Es geschieht zwar viel, zu erzählen gibt es allerdings nichts besonderes. Die einzelnen Arbeiten zu beschreiben ist relativ langweilig, aburrido, und auch nicht sehr informativ. Routine, die sich immer wieder wiederholt.
  Im Moment, de momento, bauen wir einen Bach, un arroyo, mit anschließendem Teich.
  Mit diesen beiden Bauwerken soll ein richtiger Wasserkreislauf - Teich – Bach – Teich und wieder zurück, entstehen. In ein paar Tagen müssten wir soweit sein, dass wir die ganze Konstruktion zusammen schließen können.
  Sonst gibt es nix Neues von unserer Insel im Atlantik zu berichten.
  Das Wetter ist schön, der Tag zu kurz und so geht es im Moment Tag für Tag. *g*
8 de octubre de 2007 - Montag - lunes
 
 
15 ° centígrados Sonnenaufgang 08:03 Ortszeit
24 ° centígrados Sonnenuntergang 19:46 Ortszeit
Icod de los Vinos  
  Montag, Wochenbeginn und wieder einmal traumhaftes Sommerwetter.
  Georg hat am Bach weiter gearbeitet und ich habe zur Abwechslung den Rasen, el césped, frisiert. Der Rest des Tages ist auch mit Arbeiten in der botanischen Zone ausgefüllt gewesen. ... lach ein wenig ... Aber das ist ja nichts Neues.
   
  Die weiße Bougainvillea im Eingangsbereich habe ich erfolgreich zu einem zauberhaften Baum getrimmt. Die zarte und doch üppige Blütenpracht vermittelt fast ein frühlingshaftes Gefühl. Unzählige weiße Blüten, las flores, die einen ganz zarten rosa Schimmer haben. Traumhaft schön! iMaravilloso!
  Hat jemand von euch ein Problem mit einer Wäscheleine? Nein?
  Was nicht ist, kann ja noch werden
  Für viele Europäer gilt Amerika auch heute noch als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, Falls es also jemand ausprobieren möchte, wie Wäsche trocknen zum Stolpersteinchen werden kann, muss sich nur in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten begeben.
  Auf diesem Zipfelchen der Welt heißt es nämlich - willst du trockene Wäsche haben und du hast keinen Wäschetrockner - dann hast du eben keine trockene Wäsche. Wäscheleinen mit flatternder Wäsche beeinträchtigen den Wert der Immobilie, sprich Haus mit Grund. Logisch, oder nicht?
  Ich würde eher sagen, diese Gesetze beeinträchtigen meine Gesundheit oder besser gesagt, meinen psychischen Zustand. Oder sollten wir doch den Arzt oder Apotheker um Auskunft fragen? Wer weiß, was der Rest der Welt damit anrichtet, wenn er die nasse Wäsche im Wind flattern lässt?
  Es ist wirklich kein Scherz - in Amerika lautet das Gesetz einfach so und umweltbewusste Bürger, von Kalifornien bis New York, die für das Wäschetrocknen keinen Strom verbrauchen wollen, werden mit diesem Problem in die Garage verbannt - und müssen sogar noch das Garagentor schließen, damit ja niemand diese verachtenswürdigen Stücke vor die Augen bekommt. Tatsache.
  Komisch - wenn die Dinger dann trocken und gebügelt sind, darf man damit sogar auf die Strasse gehen.
  Haben Politiker wirklich nichts anderes zu tun, als sich Gesetze übers Wäschetrocknen aus zu denken? Anscheinend nicht.
  Sind Politiker überhaupt fähig klare Gedanken zu fassen? Formulieren können sie diese so wieso nicht. Wahrscheinlich können sie sich keine intelligenten Schreiberlinge mehr leisten.
  Doch warum sollte man sich darüber aufregen? Immerhin sind es gewählte Volksvertreter. Sie werden vom Volk, also von uns persönlich - für das Volk - bestimmt. Sie sollen unsere Bedürfnisse, Wünsche und unser Volksvermögen vertreten und klug verwalten.
  Und was tun sie?
  Durch diverse Privatisierungen von "Staatsbetrieben" dürfen oder sollen wir unser eigenes Volksvermögen in Form von Aktien noch einmal kaufen. Ist doch pervers, oder nicht? Wer kauft sich schon ein und dasselbe Handtuch zweimal? Ich nicht!
  In Österreich gibt es momentan die Ansicht, dass man den Verlust eines Innenministers sehr wohl verkraften könnte. Das Motto lautet - tausche Innenminister gegen Menschlichkeit! Wer gewinnen wird, kann man noch nicht sagen. Ich bezweifle, dass es die Menschlichkeit sein wird.
  Eines kann man aber mit Sicherheit fest stellen - die Menschheit ist nicht ganz normal. Falls Gott die Welt erschaffen haben sollte, was ich bezweifle, hat er grobe Fahrlässigkeit begangen.
  Wesen mit so wenig Verantwortungsbewusstsein und so viel Überheblichkeit zu erschaffen grenzt an Idiotie. Und es wird ja wohl niemand behaupten wollen, dass ein göttliches Wesen ein Idiot sei?
  Bleiben wir also besser bei Charles Robert Darwin. Mit seiner Theorie kann man diese Fehlhaltung noch immer mit einer Entwicklung in de falsche Richtung rechtfertigen.
7 de octubre de 2007 - Sonntag - domingo
 
 
15 ° centígrados  
24 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Wir haben eine perfekten Sonntag verbracht. Wie immer mit einem ausgedehnten Frühstück und allem, was noch so dazu gehört ...
  Schon einmal etwas von Ratatouille gehört? Ratatouille kommt aus der französischen Küche. Bei diesem Gericht gilt - erlaubt ist, was schmeckt. Also einfach mit verschiedenen Gemüsesorten experimentieren und mit Kräutern wie Basilikum, Majoran, Oregano, Lavendel oder Salbei kombinieren.
  Was aber geschieht, wenn eine Ratte dieses Essen kocht? Ratte-tuu-ii? Aber eigentlich ist Ratatouille vollkommen korrekt und die Begriffe Ratatoille, Ratatulli, Ratatui oder auch Ratte-tuu-ii sind falsch!
  Gemüse, Provence, Ratten. Was soll das Ganze?
  Es handelt sich um einen zauberhaften neuen Film im Kino. In diesem perfekt computeranimierten Abenteuer, dreht sich alles um Remy, einer sehr ehrgeizigen, französischen Ratte, die nur davon träumt, ein berühmter Chefkoch zu werden.
  Ihr glaubt mir nicht? Hier ist das Rezept zum Nachkochen ... Remy schafft es mit ein paar Tomaten, Zucchini, Paprika, Zwiebeln etwas Kürbis und viel Kreativität, ein bezauberndes Ratatouille zu kochen, das der amerikanische Starkoch Thomas Keller für diesen Film kreiert hat.
   
  Der Film handelt aber nicht nur von geschmortem Gemüse aus der Provence, sondern um ganz bestimmte, graue Nagetiere mit langen, rosa Schwänzen. Französische wohlgemerkt - keine kanarischen Nager!
  Die Hauptdarsteller sind auch nicht mit Micky Maus oder Donald Duck verwandt oder verschwägert. Sie wühlen im Müll, flitzen durch dunkle Gassen, verschwinden in stinkenden Kanälen. Doch es gibt einen Außenseiter unter diesen niedlichen Nagetierchen - Remy ...
  Wir haben einen Beitrag über die Entstehung des Filmes gesehen - genial! Schaut auch dieses Abenteuer an, ich bin mir sicher, ihr werdet davon begeistert sein. ... lach ein wenig ... Sobald er in die spanischen Kinos kommt, werden wir es auch tun.
  Ratatouille, der Film - die Webseite - hier könnt ihr euch den Trailer ansehen. Viel Vergnügen!
6  de octubre de 2007 - Samstag - sábado
 
 
15 ° centígrados  
24 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Ein Traumtag! Warm, windstill und blauer Himmel. Fast zu warm um körperlich zu arbeiten.
  Die Sonne strahlt mit einer Kraft vom Himmel, dass sich auf der Stirne Wassertröpfchen auf den Weg Richtung Augenbrauen machen. ... lach ein wenig ... Und nicht nur auf der Stirne.
  Aber so ist es immer, wenn man die Wolken braucht, sind keine da. Warum sollte es auch anders sein? Um drei Uhr nachmittags hat Georg aufgegeben - sonst hätte er wohl einen Hitzeschaden bekommen. Die Sonne und körperliche Arbeit darf man um diese Tageszeit wirklich nicht unterschätzen. Die Zeit nutzt man besser für eine Pause.
   
  Jetzt sind der Bach und das Klärbecken für den Teich an der Reihe. Bis zum Abend ist viel geschehen, ich schätze in weiteren drei bis vier Arbeitstagen ist die Konstruktion fertig.
  Das kann man sich jetzt noch nicht vorstellen? Abwarten, ihr werdet sehen, dass es so sein wird - und dann wird sich das Wasser im Teich endlich regenerieren können.
  Mit diesem sechs Meter lange Bachlauf und anschließenden Teich entsteht ein gesunder Wasserkreislauf. Das Teichwasser wird mit Hilfe von Schilfwurzel gereinigt, wird glasklar und die Pflanzen werden jubeln.
5  de octubre de 2007 - Freitag - viernes
 
 
15 ° centígrados  
24 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Gestern habe ich ja meine exotischen Samen bekommen und was liegt näher, als gleich ans Werk zu gehen. ... lach ein wenig ... Bei den meisten Samen war es kein Problem. Die sind bereits im Substrat gelandet und werden ab jetzt gehätschelt und gepflegt.
   
  Bei drei Sorten dauert es allerdings noch ein wenig. Die einen müssen erst zwei Tage im warmen Wasser liegen und die Samen des Erdbeerbaumes sind für sechs Wochen im Kühlschrank kaserniert. Eingeschlossen in einer Plastikbox und zwischen einer Lage feuchter Küchenrolle untergebracht. Ob das was wird?
  An solche Experimente habe ich mich noch nie herangewagt, aber was soll man denn machen, wenn man eine Spezies unbedingt haben möchte, jedoch nirgends eine Pflanze auftreiben kann?
   
  Vor allem den Erdbeerbaum. ... lach ein wenig ... Diesen Baum hat es angeblich zur Zeit der Guanchen auf dieser Insel gegeben. Deshalb darf er in unserer botanischen Sammlung überhaupt nicht fehlen.
  Erdbeeren, die auf Bäumen wachsen - das gibt es nicht. Das stimmt schon, eigentlich gibt es das nicht, aber die Früchte sehen den Beeren sehr ähnlich und sind essbar. Wie sie schmecken weiß ich allerdings noch nicht - ich habe diese Frucht leider noch nie in die Finger bekommen.
  Man kann sie entweder frisch vom Baum essen oder man kocht Marmelade daraus. Auf Sardinien oder Korsika wird aus den Früchten hauptsächlich Likör daraus gemacht.
4  de octubre de 2007 - Donnerstag - jueves
 
 
15 ° centígrados  
24 ° centígrados gefühlt wie 28 ° C
Icod de los Vinos  
  In den frühen Morgenstunden ist es jetzt schon erfrischend kühl. So "kalt", dass wir heute das erste Mal unseren Schwedenofen um Hilfe gebeten haben.... lach ein wenig ... Na ja, so umsonst hat er uns auch nicht geholfen, wir haben selbst zum Zündholz greifen müssen. Eine Ladung Holz reicht - es geht nur darum, dass aus irgendeiner Ecke ein wenig warme Luft kommt.
  Unsere Ausnahmesituation darf man dabei allerdings nicht außer acht lassen. Wir leben so zu sagen "fensterlos". Das ist auch nicht sehr schlimm sondern sogar zweckmäßig. Wenn man in einem Raum lebt, kocht und die Abende in ein und dem selben Raum verbringt ist es außerordentlich angenehm.
  Bis die kühlen - für uns kalten - Frühtemperaturen zuschlagen.
  Sobald die Sonne hinter dem Hügel heraus kommt, ändert sich das allerdings schnell. Der Tag hat auch heute wieder wunderschön begonnen, tagsüber ist es aber immer wolkiger geworden.
  Für mich als Nachtmensch sind die Verhältnisse auf dieser Insel perfekt! ... lach ein wenig ... Vor acht Uhr in der Früh ist es fast stockdunkel. Man sieht rein gar nichts! Wozu aufstehen? "Morgenstund' hat Gold im Mund" - oder wie heißt das Sprichwort genau? Auf unserer kleinen Insel brauchen wir kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn wir nicht um sechs Uhr aus den Federn kriechen. Um diese Zeit würden wir jetzt nur unnötig Energie verschwenden, denn ohne künstliche Beleuchtung würde sich gar nichts abspielen.
  Unserem Arbeitsrhythmus kommt das sehr entgegen, denn wir arbeiten beide gerne bis in die späten Abendstunden. Aber auch da bestimmt die Sonne den Arbeitstag. Die Laterne am Himmel löscht zur Zeit um acht Uhr abends ihr Licht aus - und dann spielt sich auch nichts mehr ab. Es ist stockdunkel! ... lach ein wenig ... Feierabend!
  Georg hat zu Mittag einen Termin, una cita, bei einem Stadtrat gehabt und ich habe eine Verständigung bekommen, dass ein Briefchen auf der Post abzuholen ist. Was mag das wohl sein?
  Ich bin also mit gefahren und habe die Zeit für einen kleinen Spaziergang durch das Städtchen genutzt. Den Brief habe ich schnell bekommen, es ist meine exotische Samenlieferung gewesen! ... lach ein wenig ... Morgen werde ich die Samen aussäen und dann ungeduldig darauf warten, was daraus wird.
  Bei meinem kleinen Ausflug, una excursión pequeña, habe ich viele interessante Häuser entdeckt. An einem dieser Häuser fahren wir schon mehrere Jahre lang vorbei, aber ich habe mir nie irgendwelche Gedanken darüber gemacht.
 
  Heute habe ich durch Zufall eine Inschrift über einer der Türen entziffern können. Vielleicht sollte man sich doch öfter eine Stunde Zeit nehmen und einfach irgendwo durch die Strassen schlendern? Durch Hektik und Eile übersieht man wahrscheinlich mehr im Leben als man glaubt.
  Aber man hat ja keine Zeit! Nicht einmal für sich selbst nimmt man sich diese Zeit. So ein Blödsinn! Wenn man sich dann wirklich einmal die Zeit stiehlt, bemerkt man erst, wie gut es der Seele tut. Man erkennt und sieht plötzlich wieder. Impulse von außen kommen auf dich zu - andere Gedanken und Blickpunkte rücken ins Gesichtsfeld. Dafür benötigt man weder eine Lesebrille noch eine Lupe. Die Welt sieht wieder anders aus.
  Sie besteht auf einmal nicht mehr aus Problemen sondern aus Geheimnissen. Was verbirgt sich hinter alten Häusern, hinter alten Mauern? Wer hat da gelebt? Wie hat die Gesellschaft vor vielen Jahren ausgesehen?
  Dieses Haus wurde 1888 gebaut und ist heute im privaten Besitz. Es liegt an der Hauptstrasse von Icod de los Vinos - gegenüber dem Taxistand der Stadt. Unscheinbar, halb verfallen und doch regt es die Fantasie an.
  Die Inschrift über einer der Türen hat mich dazu gebracht nach zu forschen, was es mit diesem Gebäude auf sich hat. Ich bin auch fündig geworden, obwohl es nicht sehr leicht ist. Wer interessiert sich hier schon für Kulturgut?
 
  Es ist die alte Autobusstation von Icod de los Vinos, la estación del Omnibus, Las Cocheras. Das imposante Haus ist heute ziemlich verwahrlost und bröckelt vor sich hin. Trotz allem strahlt es noch einen gewissen Flair aus. Schade, dass niemand auf den Gedanken kommt das historische Gebäude zu restaurieren.
  Es ist ein einstöckiges Haus mit wunderschönen Türverzierungen. Das Mauerwerk soll aus Bruchsteinen sein. Die Umrandungen der Fenster und Türen sind aus behauenen Steinen.
  Ursprünglich war das Material für die Fassade des Klosters der Bernhardernonnen bestimmt. Diese Arbeiten wurden aber nie ausgeführt.
     
  An dieser Stelle konzentrierten sich alle Verbindungen des Nordwestens der Insel. Es war ein strategisch bedeutender Punkt und hat sicherlich auch zum Wachstum der Stadt beigetragen.
  Im Jahr 1898 hat es sogar einen Plan gegeben, die Straßenbahn bis Icod de los Vinos auszubauen. Damals endete die Strecke der Bahn, la tranvía, irgendwo nach La Laguna und der Transport der Fahrgäste wurde ab diesem Ort mit Autobussen weiter fortgesetzt. Der Standpunkt Icod war zu dieser Zeit sehr wichtig. Vermutlich auch deshalb, weil damit auch Garachico und der restliche Teil des Nordwestens erreichbar wurde.
  Wie es wirklich gewesen ist, finde ich auch noch heraus - und wenn ich ins Inselarchiv gehe. Dort kann man angeblich alle Arten von alten Fotos und Dokumenten einsehen.
  Die Insel und ihre Orte sind voll von Geheimnissen und Geschichten. Das ist jedes Land auf der Welt, das ist schon klar. Aber hier ist in den letzten fünfzig Jahren die Geschichte im Zeitraffer abgelaufen und deshalb hat man auf den Inseln im Atlantik noch die Möglichkeit die jüngste Vergangenheit noch ein klein bisschen mit zu erleben.
  Einige Dinge laufen parallel. Die Gesellschaft, die Umgebung wird immer moderner und doch leben hier noch Menschen, die eine Schule nie von innen gesehen haben, die noch mit Ochsen gearbeitet haben, die sich noch an ihre Jugend erinnern können, in der "Speditionen" mit Kamelen unterwegs waren.
  Offene, neugierige Menschen, die das, was wir in Österreich in Generationen gelernt haben innerhalb kürzester Zeit aufs Tablett serviert bekommen haben. Doch sie leben damit und sind dem Neuen gegenüber aufgeschlossen. Solange sie das Gefühl haben, respektiert zu werden.
  Hut ab vor dieser Generation! Wir leben hier zwar "am Land" doch genau diese Schicht der Bevölkerung spiegelt eigentlich das wieder, woraus die Inselbewohner bestehen. So viel Menschlichkeit ist uns in unserem Leben selten begegnet - bis auf Ausnahmen natürlich.
  Ich sage damit auch nicht, dass alle Menschen hier so perfekt und menschlich sind. Dann würden wir uns ja in einem Schlaraffenland befinden. Aber eines kann man im großen und ganzen schon sagen - hier menschelt es bei weitem mehr als in Kärnten. ... lach ein wenig ... Dabei sind gerade die Kärntner im Besonderen für ihre Gemütlichkeit und Toleranz bekannt.
3  de octubre de 2007 - Mittwoch - miércoles
 
 
16 ° centígrados  
24 ° centígrados gefühlt wie 28 ° C
Icod de los Vinos  
  Am Nachmittag habe wir endlich die letzten Teile für das Bremssystem des Baggers bekommen. ... lach ein wenig ... Noch einmal eine Fahrt nach La Laguna, noch einmal endlos warten.
  Als Entschädigung dafür, hat mich Georg heute auf eine Ente zu unserem Chinesen in Puerto de la Cruz eingeladen. Eine wunderschöne Abwechslung und als Krönung haben wir uns noch ein Eis gegönnt. Frisch gebackene Waffeln und köstliche Eiscreme - Ananas und Banane, piña y platano.
  Das war's für heute, mehr ist nicht passiert.
  Der Rest des Tages war wie üblich - eine der regelmäßigen Verabredungen mit dem Wasserschlauch war fällig. Die Abstände zwischen den Wasserorgien mit diesem Gesellen werden zwar immer kürzer, aber so schnell wird sich das auch nicht ändern. Blumentöpfe sind vom System ausgenommen - und davon haben wir Mengen, die einer Gärtnerei würdig wären.
  Georg hat zwar bereits fast alle bepflanzten Terrassen mit automatischer Bewässerung ausgestattet. Ganz fertig ist das Projekt Bewässerung allerdings noch nicht. ... lach ein wenig ... Der Bagger fordert im Moment ziemlich viel Aufmerksamkeit und Arbeitszeit. Aber auch das ist wichtig, denn wenn wir jetzt endlich bald loslegen können, muss er fit sein.
2  de octubre de 2007 - Dienstag - martes
 
 
18 ° centígrados  
25 ° centígrados gefühlt wie 28 ° C
Icod de los Vinos  
  Um fünf Uhr morgens ist ein ein wahrer Platzregen vom Himmel gerauscht. Eine halbe Stunde ungefähr, dann war der nasse Spuck vorbei. Der Tag hat trotzdem mit einem blauen, wolkenlosen Himmel über Icod de los Vinos begonnen.
 
  Der Teide hat sich allerdings einen attraktiven, flauschigen Halsschmuck behalten. Der eitle Berg kann es einfach nicht lassen, ohne Wolken in seiner Nähe kommt er sich wahrscheinlich nackt vor. ... lach ein wenig ... Einem weiteren Sommertag steht aber nichts im Wege, no hay inconvenientes.
  Beim Bagger sind noch die Bremsen zu überholen. Mit dem guten Gefährt könnte man durchaus die alte Fernsehsendung "Wer bastelt mit?" wieder aufleben lassen. Innerhalb der nächsten Tage ist das gute Ding dann wirklich innerlich so gut wie neu. Die alte Außenhülle ist dann reine Untertreibung.
  Das dritte Quartal des Jahres ist zu Ende und genau aus diesem Grund ist der Weg zum Steuerberater wieder einmal fällig. Die Belege sind geordnet, die Unterlagen komplett, also machen wir uns heute auf den Weg nach Orotava. Dann haben wir es hinter uns und müssen nicht mehr daran denken.
  Oh Wunder, esto parece un milagro, die original Ersatzteile für den Bagger haben wir bekommen, auf der Heimfahrt noch Georgs Lederjacke abgeholt. Über ein halbes Jahr hat sie in Santa Ursula in einer kleinen Lederwerkstatt verbracht. ... lach ein wenig ... Nicht weil die Reparatur so lange gedauert hat, sondern weil wir immer zur falschen Zeit am richtigen Ort gewesen sind.
  iBeno, ya está! Heute haben wir es geschafft und sind fünf Minuten vor sechs Uhr bei noch offenen Toren in die Gärtnerei gerutscht und haben die bestellten Blumentöpfe aus Ton auch noch aufgeladen. Da soll noch einmal jemand behaupten, dass mehr als zwei Termine pro Tag nicht möglich sein sollen. ... lach ein wenig ... Wir haben von drei bis sechs Uhr abends immerhin vier Punkte auf unserer Liste abgehakt! Ist doch perfekt, perfecto, oder?
 

 
Auch die Henne weiß,
wann der Tag anbricht,
das Krähen jedoch überlasst sie dem Hahn
 
Sprichwort aus Ghana
 
  Auch wenn man den Hahn einsperrt geht die Sonne auf - auch diese Weisheit, la sentencia, kommt aus dem selben afrikanischen Land. Einem Land, in dem die Frauen schon längst den Handel dominieren, aber in der Politik wenig bis nichts zu sagen haben.
  Sprichwörter gibt es wie Sand am Meer. Wir benutzen sie und kennen meistens nicht einmal ihre Herkunft oder ihren genauen Sinn. Ein Sprichwort, un refrán, ist ein eine Lebensregel oder Weisheit in kurzer Form ausdrückt und kann durchaus Mut geben oder aufmuntern.
  Der eine lacht darüber, der andere Mensch nimmt sie zu ernst. Sie gehören zu unserem Leben wie das Salz ins Meer. Niemand kann sie wegdenken oder gar weg diskutieren.
  Der spanische Schriftsteller Miguel de Cervantes definierte es so: "Ein Sprichwort ist ein kurzer Satz, der sich auf lange Erfahrung gründet."
  Vielleicht steckt ja doch ein Körnchen Wahrheit in diesen kleinen Lebensweisheiten? Wer kann das Gegenteil beweisen? Ich glaube niemand. ... lach ein wenig ... Oder sind Sprichwörter doch nur geflügelte Worte, die durch unser Leben flattern?
  Der Klügere gibt nach, ceder es cosa de sabios - sagt ein Sprichwort. Stimmt oder stimmt nicht? Sind deshalb fast überall Idioten an der Macht? Gegen Dummheit wächst leider kein Kraut - auch heute nicht.
  Alle Optimisten werden Träumer bleiben und deshalb werden die Pessimisten auch in Zukunft immer Recht behalten. ... lach ein wenig ... Aber glücklich werden sie trotzdem damit nicht.
1  de octubre de 2007 - Montag - lunes
 
 
18 ° centígrados  
25 ° centígrados gefühlt wie 29 ° C
Icod de los Vinos  
  So wie der September geendet hat, geht es im Oktober weiter. Es ist Sommer und ziemlich warm!
   
  Wir haben jetzt endlich unsere Palmen umgetopft und dabei reichlich geerntet. Vierzehn neue Miniableger habe ich in neue Töpfe gesetzt. Nun müssen sie nur noch wachsen.
  Cycas revoluta, der aus Südostasien stammende Palmfarn, ist ein Dinosaurier unter den Pflanzen. Palmfarne sind aber weder Palmen, noch Farne, sondern zählen zu einer erdgeschichtlich sehr alten Pflanzenfamilie. Meistens wird die Pflanze als Palme verkauft - sie sieht ja auch fast so aus, oder? Leider wächst sie sehr langsam. Jedes Jahr entsteht ein neuer Blätterring, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
  Für Julian beginnt ein neuer Lebensabschnitt, er wird heute das erste Mal in einer Uniform Platz nehmen. In Österreich muss er sechs Monate seines Lebens Dienst für das Vaterland leisten. Sinnvoll oder nicht, das sei dahingestellt.
  Und weil es so gut dazu passt, haben wir gestern Abend zufällig den Film von Michael Moore "Fahrenheit 9/11" gesehen. Es handelt sich dabei um eine polemische Auseinandersetzung mit der amerikanischen Präsidentschaft und dem Krieg im Irak wurde im Jahre 2004 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.
  Warum der Film diesen Titel bekommen hat? Fahrenheit 9/11 ist laut einer Aussage von Michael Moore die Temperatur, bei der die Freiheit brennt, the temperature where freedom burns.
  Unrecht hat er mit seiner Aussage mit Sicherheit nicht! Wie sagte schon Voltaire - Alle Kriege sind nur Raubzüge. Diesmal ging und geht es eben um das lukrative Geschäft mit dem Öl - unter anderem. Über Gewinner oder Verlierer muss sich niemand den Kopf zerbrechen. Verlierer sind automatisch alle Menschen, die direkt in diesem Krieg kämpfen. Wofür auch immer. Denn auch der Grund ist den meisten Kämpfern nicht bekannt, denn sonst gäbe es wohl eine Kriegserklärung - aber niemanden, der sich dafür melden würde.
16. bis 30. September 2007
Schreiben Sie uns einfach eine kleine Nachricht
   
   
© Mundo Muñecas S.L.

last update 16.09.08

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