1 de junio de 2007  - Freitag - viernes
31 de mayo de 2007  - Donnerstag - jueves
 
mehr Wolken als Sonnenschein  
17 ° centígrados gefühlt wie 13 ° C
23 ° centígrados gefühlt wie 24 ° C
Icod de los Vinos  
  Gestern Abend war der Himmel sternenklar, estrellado, und heute Morgen hat uns die Sonne angelacht. Endlich wieder einmal blauer Himmel. Leider haben sich gegen Mittag die Wolken, las nubes, ziemlich breit gemacht.
   
  Der wuchtige Steinbogen bekommt langsam aber sicher seine romantische Hülle. Vor einigen, algún, Tagen haben sich die ersten, zartrosa Blüten geöffnet.
  Cacharel hat mit Gisèle Bündchen einen Werbespot in der Caldera des Teide gedreht. "Liberté" liefert einen angenehmen Duft und die Vulkanlandschaft von Teneriffa den stimmungsvollen Hintergrund.
  Gisèle Bündchen  liberté von Cacharel
  Auf der Homepage von Cacharel kann man sich das Video ansehen. Über diesen Link kommt ihr sofort zur Dokumentation der Aufnahmen. Es ist wirklich sehenswert, gute Unterhaltung! iEsperamos que lo pasen bien!
  ,  nachdem sich bei einer grossen Eruption ein Magmareservoir entleert hat.
  Eine Caldera ist ein großes, kesselförmiges Becken das durch den Einsturz der Erdkruste meistens nach einem Vulkanausbruch entsteht. La caldera stammt aus dem Spanischen und bedeutet soviel wie Kessel.
30 de mayo de 2007  - Mittwoch - miércoles
 
leider nur bewölkt  
17 ° centígrados gefühlt wie 13 ° C
20 ° centígrados gefühlt wie 24 ° C
Icod de los Vinos  
  Am 30. Mai ist auf den Kanarischen Inseln Nationalfeiertag -  el Dia de Canarias.
  Ein wichtiges Datum für alle sieben Inseln, für alle Gemeinden der Inseln - und für alle Canarios. Der offizielle Feiertag der autonomen spanischen Region wird seit zwanzig Jahren ganz groß gefeiert. Unzählige Fiestas werden gefeiert. Wie immer mit Tradition, Musik, Essen und Trinken. Ein Feiertag für alle!
     
  Links seht ihr die Fahne, la bandera, der Kanarischen Inseln, las Islas Canarias, rechts die Flagge von Teneriffa,Tenerife. Die Fahne von Teneriffa wurde im Jahr 1845 mit Königlicher Verordnung vom 30. Juli 1845, als Registrierungsabzeichen oder -flagge der maritimen Provinz der Kanarischen Insel, mit Hauptsitz im Hafen von Santa Cruz de Tenerife, angenommen.
  Zu dieser Zeit war Santa Cruz die Hauptstadt des gesamten Archipels. Die Fahne wurde später, auf Ersuchen der Inselregierung, durch Verordnung der Regierung der Kanarischen Inseln vom 9. Mai 1989, im öffentlichen Gesetzblatt der Kanarischen Inseln am 22. Mai 1989 veröffentlicht und endgültig als Fahne der Insel anerkannt.
  Hier die Fortsetzung von unserem Ausflug gestern:
   
  Eine Zeit lang sind wir den Wolken entgegen gefahren, irgendwann waren wir dann mitten drinnen. Eine fast mystische Stimmung macht sich breit. Überall blühen bunte Blumen, die Bäume sind tiefgrün und die Nebelschwaden ziehen über die Strasse. Oder sind es doch Wolkenfetzen?
   
  Plötzlich wird es heller, die ersten Sonnenstrahlen dringen durch die Wolkendecke und von einem Moment auf den anderen überspannt ein blaues Himmelszelt die Welt. Über den Wolken sieht die Welt gleich anders aus!
  In einem netten Lokal haben wir den nächsten gemütlichen Zwischenstopp eingelegt. Ein sonniges Plätzchen in einem kleinen Innenhof, ein kanarisches Brathuhn, zwei Gläschen Wein - rot für Georg und weiß für mich - frisches Weißbrot mit der musikalischen Untermalung von fröhlich vor sich hin zwitschernden Vögeln - was will man mehr?
  Na ja, das Brathuhn hätte ein bisschen knuspriger sein können, aber die Küche der Kanarischen Inseln sieht es eben ein bisschen sanfter, sprich fader, vor. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Trotzdem, es hat gut geschmeckt und der Ober war nett und zuvorkommend. Eine richtig entspannende Atmosphäre.
  Nach dem Essen ging die Fahrt weiter. In El Portillo haben wir angehalten. Hier ist ein, von der Verwaltung der Nationalparks errichtetes, kleines Museum. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Zu sehen gibt es eigentlich nicht sehr viel, aber man kann sich über die Entstehung der Caldera informieren und in einem kleinem, botanischen Garten spazieren gehen.
 
  Diesen Ausflug wollten wir ja eigentlich schon vor drei Wochen machen. Warum? Hauptsächlich deshalb, weil ich endlich einmal die Tajinaste rojo in der Blüte sehen wollte. Aber irgendwie ist immer wieder etwas dazwischen gekommen. Es hat nicht sollen sein.
 
  2000 Meter Seehöhe, 2100 Meter, 2200 Meter. Auf dieser Höhe ist man bereits auf dem Plateau, wo sich auch die Station der Seilbahn befindet, mit der man bis knapp auf den Gipfel schweben kann.
 
  Noch immer keine rote Kerze in Sicht! "Gibt es sie überhaupt oder findet man sie nur in botanischen Büchern?", diese Frage drängt sich auf. Oder ist die Blütezeit bereits vorbei?
  Wir sind schon öfter durch den Nationalpark gefahren, doch man entdeckt auf jeder Fahrt wieder neue, faszinierende Anblicke - oder Ausblicke? Die Farben im sind einzigartig und wechseln von rot über tiefschwarz plötzlich zu türkisfarbenen Gestein. Die Natur ist doch der beste Künstler. Harmonie und Skurrilität in einem.
   
   
  Und dann haben wir sie doch noch gesehen - den roten Natternkopf, la tajinaste rojo. Leider ist die Hauptblütezeit vorbei. Sobald diese Pflanze verblüht ist, verschwindet sie so zusagen sang und klanglos aus der Landschaft. Die unscheinbaren Blätterbüschel fallen in dieser faszinierenden Landschaft mit Sicherheit niemanden mehr auf.
     
  Benannt ist diese endemische Pflanze nach Hermann Wildpret. Der Teide-Natternkopf wird auch Wildprets Natternkopf und botanisch echium wildpretii genannt - und sie ist eine der Symbolpflanzen Teneriffas. Die Canarios nennen sie auch "den Stolz Teneriffas", el orgullo de Tenerife.
     
  Diese Pflanze wächst nur hier oben in den Cañadas. Die Blütezeit ist Mitte Mai bis Mitte Juni. Nur zu dieser Zeit kann man die faszinierenden Riesenkerzen in ihrer vollen Pracht bewundern. Später sieht sieht man nur noch die abgestorbenen, weißen und vertrockneten Blütenstände in der Landschaft herumstehen. Skelette der Natur.
  Tausende roten Blüten in dieser Konzentration locken auch Scharenvon Bienen an. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Eine richtige Bieneweide in der Steinlandschaft rund um den Vulkan.
  Der Natternkopf gehört zu den Rauhblattgewächsen. Es gibt davon ungefähr zwanzig Arten, die hauptsächlich im Mittelmeergebiet verbreitet sind.
  Hermann Wildpret hat sein Leben seit dem Jahr 1856 als Gärtner, el jardinero, und Samenhändler auf Teneriffa verbracht. 1859 heiratete er eine Spanierin. Die beiden hatten neun Kinder, mit denen sie in Oratava lebten.
  1860 wurde ihm die Stelle als Gärtner im botanischen Garten in Orotava angeboten. Das Gehalt, el salario, betrug damals tausend Peseten und er nahm das Angebot, la oferta, an. Ganze vierunddreißig Jahre lang blieb er dort.
  Er erkannte von Anfang an den Vorteil des Klimas und des Bodens auf dieser Vulkaninsel.
  Durch seine Initiative und unter seiner Anleitung entstanden die öffentlichen Anlagen in Santa Cruz, La Orotava und Puerto de la Cruz. Er legte aber auch viele Privatgärten an, oder veränderte bereits bestehende Gärten. Dazu gehört auch der Garten des Humboldt-Kurhauses in La Orotava. Dort findet man heute eine Fülle von Palmen und andern tropischen oder subtropischen Baumarten und vielen anderen heimischen Pflanzen.
  Als er als junger Gärtner nach Teneriffa kam, gab es auf der Insel nur eine einzige Palmenart, die Kanarische Palme, Phoenix canariensis. Während seines Lebens hat er über fünftausend Pflanzenarten auf den Kanarischen Inseln eingeführt und die Pflanzenwelt von Teneriffa, la flora de tenerife, stark verändert.
  Er hat viele Pflanzen, die noch unbekannt und zum Teil unbeachtet auf der Insel wuchsen, entdeckt, bestimmt und katalogisiert. Viele davon hat er auch veredelt. Eine große Anzahl dieser Pflanzen wurden von ihm nach Europa und in die ganze Welt exportiert.
  Sein Lebenswerk war der Botanische Garten von Orotava. Heute ist dies der botanische Garten, der an der Einfahrtsstrasse nach Puerto de la Cruz liegt - el Botanico.
  Ursprünglich wurde diese Garten, el jardín de aclimatación, von König Karl III. von Spanien angelegt, um die exotischen Pflanzen, die von seinen Pflanzenjägern in den spanischen Kolonien der Neuen Welt gesammelt worden waren, an das Klima in Spanien zu gewöhnen. Sie sollten in den königlichen Gärten von Madrid und Aranjuez ihre volle Pracht entfalten.
  Errichtet wurde der Garten allerdings schon im Jahr 1796 vom Marquis de Villanueva del Prado. Darin sollten Pflanzen aus anderen Erdteilen an das gemäßigte Klima gewöhnt werden, damit man sie anschließend in Europa heimisch machen kann. Gleichzeitig war es auch eine Quarantänestation für Pflanzen, die teilweise aus den Tropen oder Subtropen den Weg auf diese kleine Insel im Atlantik gefunden hatten.
  Der Platz war perfekt, so schien es. Die vorteilhafte Lage, fruchtbarer Boden und ausreichende Bewässerung. Das Vorhaben war gut durchdacht und der Erfolg lag eigentlich auf der Hand. Doch die Akklimatisierung gelang bei den meisten Gewächsen zwar auf Teneriffa, jedoch nicht auf dem Festland. Das Klima im Landesinneren Spaniens war eben doch rauer. Trotzdem war es ein gutes Projekt, mit kleineren Einbrüchen muss man immer rechnen.
  Bis der Besitzer auf den Gedanken kam, diesen Garten dem spanischen Staate zu schenken.
  Das Geschenk wurde dankbar angenommen. Dabei wurde allerdings ein großer Fehler gemacht. Die Verantwortung über das Gelände bekam ein angrenzender Fincabesitzer, der nichts anderes im Kopf hatte, als das Wasser, das für den botanischen Garten bestimmt war, für seine eigenen Felder zu verwenden. Er bewässerte damit sein Kraut und seine Kartoffeln.
  Um diese Umstände zu ändern, wollten die Engländer den Garten kaufen um darin wieder eine Akklimatisationsstätte für Tiere und Pflanzen zu machen. Daraus wurde allerdings nichts und der Garten verwilderte immer weiter, er fiel in einen Dornröschenschlaf. Unkraut aber auch Gemüse machten sich darin breit. Man schrieb das Jahr 1831.
  Soviel zur Vorgeschichte.
  Als Hermann Wildpret 1860 die Stelle als Gärtner erhielt, machte sich der junge Schweizer mit Feuereifer an die Arbeit. Er katalogisierte alle vorhandenen Pflanzen und bereits 1879 erschien ein gedruckter Katalog, in dem er über zweitausendvierhundert verschiedene Pflanzen anführte.
  Neue Arten wurden von der Regierung gekauft, doch viele Pflanzen wurden von Wildpret veredelt oder aus Samen gezogen. Er steigerte den Wert der Pflanzensammlung enorm. Die Pflanzenwelt in diesem Garten war sein Lebensinhalt. Obwohl er oft monatelang auf sein Gehaltes warten musste.
  Der Garten hatte in den Jahren 1860 bis 1893 ein Budget von siebentausendfünfhundert Peseten. Doch damit wurden natürlich auch die Gehälter bezahlt. Der Direktor bekam zweitausend, Hermann Wildpret als Gärtner verdiente eintausend Peseten, daneben mussten noch Arbeiter ausbezahlt werden und der kleine Rest wurde für Dünger, Werkzeug und Pflanzenankäufe verwendet.
  Er überlebte während seines Arbeitsleben im Botanischen Garten acht Direktoren, die mehr auf ihre eigene Brieftasche achteten als auf irgendetwas anderes. Von Botanik hatten die meisten von ihnen sowieso keine Ahnung und auch kein Interesse dafür. Wirtschaften in die eigene Tasche stand auf der Tagesordnung. Samen wurden unter der Hand verkauft, Pflanzen verschwanden von der Bildfläche und für den Lohn der Arbeiter blieb die Kasse mehr als einmal leer.
  Kommt uns das irgendwie bekannt vor? Spielt das Wirtschaftsleben heute anders? Wohl kaum - und den netten Spruch von der guten, alten Zeit kann man sich damit wohl auch ersparen.
  1893 musste Hermann Wildpret seine Stelle aufgeben, da er sonst seine Schweizer Staatsbürgerschaft verloren hätte. Zu diesem Zeitpunkt war ihm der Staat insgesamt zehntausend Peseten schuldig. Das Geld hat er nie bekommen - bis heute nicht! Immerhin gäbe es ja Erben, bei denen man die längst fällige Schuld begleichen könnte.
  Das wäre eigentlich nur mehr als gerecht, denn wer hat mehr für die Natur dieser wunderschönen Insel getan als der fleißige Gärtner aus der Schweiz?
  So, für heute ist die Geschichte- und Botanikstunde beendet! Bis bald.
29 de mayo de 2007  - Dienstag - martes
 
leider nur bewölkt  
17 ° centígrados gefühlt wie 13 ° C
20 ° centígrados gefühlt wie 24 ° C
Icod de los Vinos  
  Wir holen heute den Sonntag nach. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Warum soll der Sonntag auch immer auf den Sonntag fallen? *g*
  Es ist zwar ziemlich grau in grau vor der Haustür, aber davon lassen wir uns nicht abhalten. Um die Mittagszeit machen wir uns auf den Weg in den Nationalpark.
  Über den Wolken - sieht die Welt gleich ganz anders aus! Blauer Himmel und Sonnenschein. Man kommt sich vor, wie beim Landeanflug auf Teneriffa.
  Wir haben einen wunderschönen, erholsamen Tag verbracht, obwohl wir erst nach zwölf Uhr Mittag weggefahren sind.
  Aufgebrochen sind wir Richtung La Orotava, da wir für heute diese Zufahrt zum Nationalpark gewählt haben. Den ersten Zwischenstopp haben wir in Aguamansa, bei einer Forellenstation gemacht. Aguamansa liegt ungefähr auf 1200 Meter Seehöhe und ist der letzte Ort auf dieser Strasse zum Nationalpark, el Parque Nacional del Teide.
   
  Eine wunderschöne Anlage. Von hier aus wird die ganze Insel mit frischen Forellen, las truchas, versorgt. Diese Regenbogenforellen sind mit Sicherheit köstlich, sie leben eigentlich mit den selben Bedingungen, die sie bei uns in der Natur vorfinden. Frisches, sprudelndes Wasser in Hülle und Fülle. In der Anlage kann man sie zwar nicht verspeisen, aber man kann sie dort fangfrisch kaufen. Geöffnet ist die Zuchtstation von zehn bis fünfzehn Uhr, Montag bis Samstag.
   
  Georg hat Freundschaft mit einer Ente geschlossen. Das nette Tier wollte aber nicht mehr aufhören mit seinen Schuhbändern zu spielen und hat ihn regelrecht verfolgt. Natürlich ist sie auch immer frecher geworden, zum Schluss musste Georg im wahrsten Sinne des Wortes seine Beine in die Hand nehmen und flüchten.
   
  Außerhalb der Zuchtstation für Forellen und Karpfen haben wir einen großen Holzlagerplatz entdeckt und da das Büro der Media Ambiente in der Anlage seinen Platz hat, ist Georg natürlich sofort auf die Idee gekommen, danach zu fragen, ob hier auch Holz verkauft wird.
  Der nächste Winter kommt bestimmt und trockenes Brennholz, la leña, ist Goldes wert. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Er hat ins Schwarze getroffen! Wärme für die winterlichen, kühlen Tage ist also jetzt schon gesichert!
   
  Wir haben heute noch viel mehr gesehen, aber jetzt genießen wir noch den Ausklang des wunderschönen Tages. Fotos und einen weiteren Bericht gibt es morgen. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Ich werde mich gleich am Vormittag zu meinem Freund, dem Computer, setzen und die Geschichte weiter erzählen. Versprochen - der restliche Abend gehört der Gemütlichkeit.
  Hasta mañana por la mañana. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Bis morgen früh.
28 de mayo de 2007  - Montag - lunes
 
leider nur bewölkt  
17 ° centígrados gefühlt wie 12 ° C
20 ° centígrados gefühlt wie 27 ° C
Icod de los Vinos Regenschauer in der Nacht
  Pfingstmontag, klingt nach Feiertag - ist es aber nicht.
  Georg war bereits am Vormittag mit der chemischen Keule unterwegs. Die Läuse feiern wieder einmal Kirchtag auf den Pflanzen. Wenn man das übersieht wird man die Herrschaften leider überhaupt nicht mehr los und die Blätter und Blütenknospen verabschieden sich ziemlich rasch. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Die Läuse sind stärker als jedes Wachstum. Diesmal sind es hauptsächlich schwarze Vertreter dieser Lebewesen. Ich könnte darauf verzichten.
  Die Wahlen sind geschlagen, die Straßen sind ruhiger geworden. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Sämtliche Wägen mit ihren überdimensionalen Lautsprechern sind wieder in der Versenkung verschwunden - bis zur nächsten Wahl.
  Sieger der autonomen Wahlen auf den Kanarischen Inseln ist nach über sechzehn Jahren die sozialistische Partei PSOE. Sie hat mit 34,6 Prozent gewonnen. Neuer kanarischer Präsident ist  Juan Fernando López Aguilar. Der bisherige Präsident Ricardo Melchior von der Coalición Canaria, der CC, konnte, wenn auch nur knapp, sein Amt bestätigen. Die absolute Mehrheit hat er allerdings verloren.
  In der politischen Landschaft hat sich also mit den Wahlen sehr viel verändert - auch in Icod de los Vinos.
 
Icod de los Vinos
Kandidaten 2007:
José A. Jara González (CCN)
Jonás Pérez de León (Los Verdes)
Diego Afonso Guillermo (CC-PNC)
María I. García Luis (PP)
Juan José Dorta Álvarez (PSC-PSOE)
 
Ergebnisse der Wahl 2003 -Partei - % - Sitze:
PSOE - 49,92 - 11
CC - 40,07 - 9
PP - 6,63 - 1
 
Ergebnisse der Wahl 2007 -Partei - % - Sitze:
CC - 39,16 - 9
PSOE -38,05 - 9
PP - 12,05 - 2
CCN - 7,57 - 1
  Wir bekommen also ein neues Stadtoberhaupt, einen neuen Bürgermeister, un alcalde nuevo, Diego Silvestre Afonso Guillermo. Zumindest sieht es im Moment so aus. Kehren neue Besen besser? Auf jeden Fall wahrscheinlich anders, abwarten, esperar, und Tee trinken. Wir lassen uns überraschen.
  P.S.  Bei Wahlen in Spanien werden im Übrigen keine Kreuzchen gemacht. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Also nix mit "richtig ankreuzen". Es wird einfach der richtige Zettel der richtigen Partei mit der richtigen Farbe in das dafür vorgesehene Kuvert gesteckt. Weißes Kuvert und weißer Zettel für die Gemeinderatswahl. Man muss nur darauf achten, dass man die gewünschte Partei erwischt. Viel Glück, mucha suerte, kann man da nur sagen.
  Falls man Glück hat, hat man den richtigen Stimmzettel bereits Tage vorher im Postkasten gefunden. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Falls nicht - keine Sorge bei der nächsten Wahl, im zuständigen Wahllokal liegen diese Utensilien in Massen noch einmal auf.
27 de mayo de 2007  - Sonntag - domingo
 
 
17 ° centígrados gefühlt wie 12 ° C
20 ° centígrados gefühlt wie 27 ° C
Icod de los Vinos Regenschauer in der Nacht
  Pfingstsonntag - das gilt jedoch nur für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Wir feiern heute höchstens Wahlsonntag und damit das Ende der nervigen Wahlpropaganda. Ein Lautsprecherwagen hat den anderen gejagt und hat damit sogar den Fischhändler ausgeschaltet. Das ist sonst der einzige - außer dem Eismann - der mit Lautsprecher am Wagendach für sich Werbung betreibt und seine Fische auf diese Art und Weise an den Mann bringt.
  In der Nacht hat es zu regnen begonnen und in der Früh schaut es auch nicht viel besser aus. Grau ist die Farbe des Tages. Es regnet zwar nicht mehr aber es feucht, kühl und zwischendurch kommen immer wieder ein paar Tropfen aus luftiger Höhe.
  Unser Sonntagsausflug ist nicht nur ins Wasser gefallen sondern hat sich auch in Erde aufgelöst. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Die Erdlieferungen werden fortgesetzt und so haben wir beschlossen, den Sonntag auf den Dienstag zu verlegen. Gratis Erdmaterial kann man sich ganz einfach nicht entgehen lassen.
   
  Südländer und bequem oder gar faul? Kann man nicht behaupten. Das Plateau am rechten Foto war vor einigen Tagen noch eine Grube. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Für mich ist es noch immer ein Rätsel, wie dieser große LKW es bei den ersten Fuhren geschafft hat, auf dieser Stelle zu wenden und seine Fracht abzuladen.
   
  Für uns gibt es heute ja nicht so viel zu tun. Georg muss allerdings zwischendurch immer wieder die abgelieferte Erde ein Stück weiter in den Abgrund befördern.
  Das macht er auch zurzeit. Ich werde inzwischen ganz gemütlich das Mittagessen vorbereiten. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Oder sollte ich es eher Nachmittagsessen nennen? Heute gibt es ein typisches, österreichisches Sonntagsessen. Wiener Schnitzel mit Petersilienkartoffel. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Aus der Reihe tanzen allerdings die Vorspeisen - Rucolasalat und überbackene Jakobsmuscheln.
  Ich werde mich also einmal an die Arbeit machen. Schnitzel panieren gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Aber was sein muss, muss eben sein. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Schönheit muss ja auch leiden - sagt man zumindest.
26 de mayo de 2007  - Samstag- sábado
 
ein paar kleine Wölkchen  
18 ° centígrados gefühlt wie 12 ° C
24 ° centígrados gefühlt wie 27 ° C
Icod de los Vinos  
  Die Steinsäulen auf der obersten Terrasse sind fertig! Heute wird Chicho die Oberfläche der Mauer fertig machen und danach können wir die restliche Länge der Außenmauer fertig bepflanzen.
  Es kommt wieder einmal ganz anders als geplant. Am Vormittag ist der erste LKW mit Erde aufgetaucht. Da unser Nachbar für seine Finca nur zwei Fuhren benötigt hat, ist uns der Rest geblieben. Eine Fuhre nach der anderen, bis sechs Uhr abends - haben wir angenommen. War aber nicht so! Bis halb acht wurde weiter Erde angeliefert.
  Ich habe mich heute als Landschaftsgärtnerin für Uferzonen im Teich ausgetobt. Mit Unmengen an Steinen habe ich einige Meter Untergrund aufgebaut und bepflanzt. Die Schleierfische haben ihre Freude an meiner Bautätigkeit gehabt. Ich habe gar nicht gewusst, dass diese vorwitzigen Teichbewohner so neugierig sind.
   
  Darf ich vorstellen - der gestreifte Kalmus mit dem botanischen Namen Acorus gramineus variegatus. Er liebt ständig nasse Füße, also ist er der ideale Uferbewohner. Aber das ist ja auch kein Wunder, schließlich ist der Kalmus eine waschechte Sumpfpflanze.
  Ein Stückchen weiter hat eine andere Wasserpflanze ihre Heimat bekommen. Das Zyperngras mag es auch nass, es kommt aus den Sumpfgebieten Madagaskars.
   
  Die weiße Calla ist ja wahrscheinlich jedem ein Begriff, oder? Eine Klasse für sich. Elegant, stolz, sinnlich und weich - eine Blume mit Starqualitäten. Wer denkt schon daran, dass auch dieses Blumenkind in den Sümpfen zu Hause ist?
  Das zarte Hochblatt der Calla, das fälschlicherweise als Blüte bezeichnet wird, wird sehr oft durch seine perfekte kurvenreiche Form mit dem Körper einer Frau verglichen. Sie symbolisiert das sinnlich, zarte, verletzliche, weibliche. Eine elfenhafte, geheimnisvolle Blume. Eine Faszination in der Pflanzewelt.
  Sie ist eine meiner Lieblingsblumen und auf der Finca wachsen sie wirklich an den unmöglichsten Stellen. Sogar aus den Ritzen auf unserer Stiege - und die ist immerhin betoniert. Keine nahrhafte Erde weit und breit.
   
  Für den Teich haben wir gestern ein besonderes Exemplar erstanden. Wie die Pflanze auf deutsch genannt wird, habe ich leider nicht heraus finden können. Die gängige Bezeichnung auf der Insel lautet ganz einfach calla, flor blanca y verde. Ein Lächeln verändert die Welt :o)  Ich bin fasziniert von der Blüte. Ich hoffe, sie vermehrt sich genau so gut wie ihre Schwester!
  Obwohl man es gewöhnt ist, dass Pflanzen von Insekten bestäubt werden, wird diese Aufgabe bei der Calla von Schnecken übernommen. Ich habe hier zwar noch keine Schnecke entdecken können, aber es müssen Rennläufer dieser Art unterwegs sein. Einige unserer Callas bilden Samen oder besser gesagt Früchte aus. Doch wo sind die Schnecken?
  Hechtkraut oder botanisch Pontederia lanceolata war die vierte Wasserpflanze im Bunde. Sie soll wunderschöne, blaue Blüten bekommen. Im Moment besteht die Pflanze allerdings erst aus ein paar tiefgrünen, herzförmigen Blättern. Aktuelle Fotos gibt es natürlich sobald die ersten Blüten das Licht der Sonne erblicken!
  Morgen ist Pfingstsonntag, Domingo de Pentecostés. Der Heilige Geist, el Espíritu Santo, kommt auf die Erde. In Österreich, der Schweiz und in Deutschland trifft er vielleicht den einen oder anderen. Hier ist Pfingsten kein Thema und damit haben wir auch kein verlängertes Wochenende.
  Bestimmte Menschen gibt es der Herr im Schlaf. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Deshalb finden morgen auch die Wahlen statt. Hoffentlich haben alle Wähler die richtige Eingebung durch den legendären Heiligen Geist.
  "Am fünfzigsten Tag nach Ostern war es soweit. Der Heilige Geist, den Jesus versprochen hatte, kam auf die Erde. Viele Menschen waren an diesem Tag in Jerusalem versammelt. Sie alle feierten ein fröhliches Fest der Ernte. Man erinnerte sich auch daran, dass Gott Israel die Zehn Gebote gegeben hatte."
  Israel ist meines Wissens erst viel, viel später künstlich erschaffen worden. Aber ich kann mich auch täuschen. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Viele Übersetzer, die die Bibel übersetzt haben, haben sich ja auch "getäuscht" oder Kleinigkeiten falsch verstanden. Hält sich der Staat Israel überhaupt an irgendeine Form der Bibel? Altes Testament oder neues ist damit gar nicht gefragt.
  Aber wenn man es genau nimmt, kann sich ein Christ, besser gesagt ein Katholik so wieso alles leisten. Er kann essen was er will, trinken was er will, leben wie er will. Warum? Es gibt doch die Beichte! Einmal seine Sünden beichten, zwanzig oder mehr Ave Marias beten und damit ist die Sache erledigt.
  Trotzdem, no obstante,  - ich wünsche allen ein schönes Pfingstwochenende! Ein Lächeln verändert die Welt :o) Erholung vom Alltag kann wirklich jeder gebrauchen.
  Wir haben uns für morgen einen Ausflug, una excursión, in den Nationalpark vorgenommen. Die Tajinaste blüht. Das möchte ich unbedingt einmal mit eigenen Augen sehen. Diese riesige Kerze aus unzähligen Blüten nicht in weiß sondern in rosa. Das kann man sonst nirgendwo finden, es ist eine endemische Pflanze, die nur auf Teneriffa wächst.
  Also werden wir als erstes - nach dem Frühstück, el desayuno, - unsere Bürgerpflicht erfüllen und unsere Stimmzettel, la papeleta de voto, abgeben und danach Richtung Teide aufbrechen. Ich hoffe, das Wetter spielt mit. Aber warum nicht? Wenn Engel reisen ...
25 de mayo de 2007  - Freitag - viernes
 
ein paar kleine Wölkchen  
17 ° centígrados gefühlt wie 12 ° C
23 ° centígrados gefühlt wie 26 ° C
Icod de los Vinos  
  Der Pizzateig für unser Abendessen ist fertig. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Er wartet nur mehr auf den Belag und das Backrohr. Ich bin gespannt, vorgestern, anteayer, habe ich in Santa Cruz Mozarella aus Büffelmilch erstanden. Ob das im Vergleich mit, normalen  Mozarella aus Kuhmilch, en comparación con queso  de leche de vaca, wirklich so einen Unterschied, la diferencia, im Geschmack ergibt? Ein Lächeln verändert die Welt :o) Am Abend werden wir es wissen!
  In der Mittagszeit sind wir heute in Puerto de la Cruz unterwegs.
  Erstens müssen wir die Barclays Bank finden, da wir dort drei Schecks von der Spanischen Handelskammer einlösen müssen. Eine spanische Institution und eine englische Bank - das ist eine logische, lógico, Kombination, oder?
   
  Wir haben die Bank aber relativ schnell gefunden. Allerdings erhielten wir dort die Aussage, nachdem es sich bei der Bezugsperson um eine Firma handelt, könne das Geld nicht bar ausgezahlt werden. Wir sollen die Schecks zu unserer Bank tragen, dann würde es ganz normal abgebucht werden. Auch gut. Den Weg hätten wir uns also sparen können.
   
  Gegensätze in Puerto de la Cruz. Die Kultstätte für irgendeine der vielen Heiligen und eine improvisierte Wäscheleine in einem Hotelfenster knapp daneben. Besser könnte man das Leben eigentlich nicht beschreiben. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Ein, nein zwei Bilder sagen mehr als tausend Worte!
  Zweitens wollen wir endlich noch einige Wasserpflanzen kaufen. Unser Teich ist doch noch ziemlich dürftig bepflanzt. Doch Pflanzen fürs Wasser findet man hier nicht so nebenbei. Man muss schon danach suchen. Wir werden auch diese Hürde nehmen. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Wer suchet, der findet! iQuién busca encuentra!
  Im Norden von Teneriffa, in der Nähe von Icod de los Vinos entsteht ein neuer Hafen. In Garachico soll ein Yachthafen, aber auch ein Fischereihafen entstehen. Außerdem ist der Bau von Anlegestellen für Fährschiffe geplant.
  Lange zwanzig Jahre hat es gedauert, bis das rund 39 Millionen Euro teure Projekt durchgesetzt werden konnte. Absurd, wenn man daran denkt, das das Städtchen Garachico einst den wichtigsten Hafen in dieser Region hatte. Bis die Lava alles unter sich begrub.
  Jetzt soll der Hafen wieder zu neuem Leben erwachen und damit die ganze Region, la Isla Baja, kräftig beleben. Die Isla Baja besteht aus den Ortschaften Buenavista del Norte, Garachico, Los Silos und El Tanque.
  Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im Juli. Ein Lächeln verändert die Welt :o) ¿Pronto o mañana? Wie auch immer, morgen ist auch noch Tag. Mañana es otro día.
24 de mayo de 2007  - Donnerstag - jueves
 
ein paar kleine Wölkchen  
17 ° centígrados gefühlt wie 12 ° C
22 ° centígrados gefühlt wie 27 ° C
Icod de los Vinos  
  Grau in grau. Sogar unser Hausberg versteckt sich hinter der dunkelgrauen Wolkenfront. Ein Lächeln verändert die Welt :o) So, als ob es ihn gar nicht geben würde. Er existiert im Moment nicht, er ist verschwunden. Zumindest für unseren sehenden Blick. Ist das eine Illusion, eine Sinnestäuschung oder Realität, una ilusión, una alucinación o la realidad?
   
  Eine optische Täuschung? Unsere Sinne lassen sich eben ganz gut täuschen. Obwohl - von einer Art der Täuschung kann man in diesem Fall wohl nicht ausgehen. Die Wolken verhalten sich eher wie ein Vorhang. Oder wie ein Tischtuch, das man über einem Tisch ausbreitet. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Man sieht zwar die Tischplatte nicht mehr - sie ist aber trotzdem noch immer da. Sonst müsste man wohl David Copperfield sein um einen Tisch decken zu können.
  Wie auch immer, de cualquier modo. Ich werde später darüber nachdenken, jetzt geht es erst einmal an die Arbeit.  
    Abgesehen davon - ein Apfelstrudel will auch noch gebacken werden. Und nicht nur der soll heute verlockend duftend aus dem Backrohr, el homo, kommen. Als Überraschung, la sorpresa, bekommt Georg noch eine Spezialität, una especialidad, als Beilage für seinen Espresso. Ein Zauber aus Blätterteig, el hojaldre, gerösteten, gehackten Mandeln, Zwetschkenmarmelade gekrönt mit einem Zucker-Orangen Anstrich.
  Ob die Sonne heute spektakulär im Meer versinken wird?
  Sie hat sich wirklich schön verabschiedet. Zwar nicht blutrot sondern silbrig. Die untergehende Sonne hat das Meer in einen Silbersee verwandelt und gleichzeitig die Wolken Richtung Teide rosenrot gefärbt. Eine märchenhafte Stimmung, die wir heute mit einem "sundowner" genossen haben.
23 de mayo de 2007  - Mittwoch - miércoles
 
ein paar kleine Wölkchen  
16 ° centígrados gefühlt wie 12 ° C
22 ° centígrados temperatura diurna
Icod de los Vinos starker Regen in der Nacht
  Das nationale meteorologische Institut hat eine dringende Unwetterwarnung für den gesamten kanarischen Archipel herausgegeben. Den Vorhersagen nach sollten ab Mitternacht bis zu 15 Milliliter Wasser pro Stunde fallen. Die regenreiche Wolkenfront soll sich bis heute Mittag über den Inseln ausregnen. Die Vorhersage betrifft alle Inseln.
   
  Morgenstimmung in Santa Barbara. Hat der Teide ein bisschen Staubzucker abbekommen? Es sind noch immer ganz feine Wassertropfen in der Luft. Doch dieser Wasserstaub schenkt uns einen wunderschönen Regenbogen, un arco iris! Kann man sich beim Anblick eines Regenbogens auch etwas wünschen? Versuchen kann man es ja, probieren geht über Studieren! iNadie nace sabiendo!
  Der Regen hat uns zwar beehrt - aber mit zwei Stunden Verspätung. Um zwei Uhr in der Nacht kam der erste Schauer. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Mitternacht war also schon lange vorbei.
  In der Nacht hat es stärker geregnet, aber von einem Unwetter kann man wirklich nicht reden. Am Morgen waren in unserem Eimer vielleicht zwei bis drei Zentimeter Wasser. Die Blumen haben sich dafür bedankt.
  Für uns war das heute so wieso kein Thema, wir habe Termine in Santa Cruz gehabt. Ein schnelles Frühstück und dann ab!
  Zuerst nach La Laguna zu Ramon, unserem Architekten, dann weiter nach Santa Cruz.
  Georg hat heute erfolgreich unsere Papiere bei Incentivos Regionales in Santa Cruz abgegeben.
  Eine weitere Hürde, una valla, ist geschafft.
  Diese Hürde nehmen  "Einheimische" angeblich nur zu neunzig Prozent. EU - Förderungen sind nirgendwo leicht zu bekommen. Warum soll es hier anders sein? Und dann noch für eine kulturelle Einrichtung?
  Kunst und Kultur, arte y cultura? Ein beschwerlicher Weg - aber er ist es wert! Ein Lächeln verändert die Welt :o) Schon der Kurator des Museums von New York hat das erkannt. Aber dazu später mehr. Ausländer, extranjero, hin oder her.
  Als Belohnung für sein Durchhaltevermögen ist Georg heute sogar vom zuständigen Beamten auf einen cortado eingeladen worden. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Eine Geste sagt mehr als tausend Worte, oder?
22 de mayo de 2007  - Dienstag - martes
 
Sommerwetter  
16 ° centígrados temperatura mínima
22 ° centígrados temperatura diurna
Icod de los Vinos starker Regen in der Nacht
 
  Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. Die trüben Tage sind über Nacht verschwunden und wir können uns über sommerliches Wetter freuen! Egal wohin man den Blick richtet - nirgendwo ist auch nur das kleinste Wölkchen zu entdecken! Dazu wärmende Sonnenstrahlen und ein zartes Lüftchen vom Atlantik.
    
  Bei diesen Voraussetzungen haben wir uns heute für den Beruf des Gärtners entschieden. In einem Bibelspruch heißt es zwar:" ...sie säen nicht und ernten doch ..." Ein Lächeln verändert die Welt :o) Bei uns hat das allerdings noch nicht funktioniert. Leider. Also bleibt uns wohl auch weiterhin nichts anderes übrig als Löcher in die Erde zu graben und Pflanzen einzusetzen.
  "Nur einen Brief gibt man auf - alles andere nicht!" das ist die Devise der Stiere. Nachdem ich eine Vertreterin dieses Sternzeichens bin, halte ich mich auch daran! In der Beziehung können mich auch hartnäckige Unkräuter nicht vom Ziel abbringen. Sie werden radikal vernichtet! *g*
  Auch aus Unkraut, mala hierba, wird im Laufe der Zeit gute Komposterde, el compost. So ist der Kreislauf des Lebens. Von wegen Unkraut vergeht nicht. Hierba mala nunca muere. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Saulus hat sich bekanntlich ja auch in Paulus verwandelt.
  Die Behelfsmittel für unser Wahlberechtigung ist in unserem Postkasten gelandet. La Tarjeta censal por la Elecciones mayo 2007. Wir dürfen, sollen, können oder müssen  also zur Wahlurne schreiten.
  Welchen Grund gibt es eigentlich, einen Kandidaten irgendeiner Partei zu wählen? Ein Parteiprogramm? Wahlversprechen? Ideologie? Charakterstärke? Fachwissen?
  So viel ich weiß, sind in Politikerkreisen so gut wie alle Berufsgruppen vertreten. Fachwissen für irgendein Gebiet setze ich aus diesem Grund prinzipiell nicht voraus. Das habe ich nie getan. Welche Befähigung können die diversen Kandidaten denn vorweisen? Wenn man ehrlich ist, zählt mehr oder weniger nur die Sympathie. Etwas anderes kann es auch nicht sein. Sonst würden sich die Bewerber für die begehrten Posten nicht selbst anpreisen wie Sonderangebote im Diskontgeschäft.
  Die fachliche Qualität eines Kandidaten müsste punkten. Oder sehe ich da irgendetwas verschwommen? Doch diese Qualitäten bleiben irgendwo im Dunkeln. Es ist ja kaum möglich, das Geheimnis des erlernten Berufes zu lüften.
  Die Beliebtheit sollte eigentlich kein Maßstab für die Wahl von Politikern sein. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Wenn es auf die Popularität ankäme, würden wohl Donald Duck oder Fred Feuerstein in den diversen Regierungen sitzen. Wobei ich mir ja nicht ganz sicher bin, ob sich in einigen Verwaltungsgemeinschaften nicht doch Verwandte von diversen Witzfiguren inkognito verstecken.
  Am 27. Mai wird also gewählt. Wir haben drei Kuverts erhalten. Ein weißes für die Wahl der Concejales, ein grünes für die Wahl des Cabildos und ein organgfärbiges für "Elecciones al Parlamento de Canarias".
  Benutzen können wir allerdings nur eines davon - das weiße Kuvert. Verwirrend, oder?
  Eigentlich müsste man ja annehmen, wenn in einer Gemeinde, un municipio, hundert Einwohner leben und davon 50 über achtzehn Jahren und damit wahlberechtigt sind, ergibt sich daraus eine bestimmte Anzahl an Wahlberechtigten. Klingt eigentlich ganz logisch. Ist es aber nicht!
  Auf den Kanarischen Inseln haben auch ehemalige Bürger, ciudadanos, bei den Gemeinderatswahlen ihr Wahlrecht. Für kanarische Auswanderer, die in die Europäische Union ausgewandert sind, gilt das allerdings nicht. Sie haben ja in ihren neuen Heimatländern kommunales Wahlrecht. Aber alle anderen besitzen begehrte Wählerstimmen.
  Nachdem das bevorzugte Auswanderungsziel der Inselbewohner eher in Mittel- und Südamerika zu finden ist, finden wir in diesen Regionen auch die begehrten Wählerstimmen der kanarischen Gemeindepolitiker. Nicht umsonst wird Venezuela als achte Insel der Kanaren bezeichnet. Aus Icod de los Vinos müssen besonders viele Bürger in diesem Land ihr Glück versucht haben. Der gesamte Gemeinderat ist regelmäßig in Amerika auf Wahlkampftour.
  Und wenn man ein bisschen genauer nachdenkt, sind es auch ziemlich leicht erworbene Stimmen. Die Reise wird vom Steuerzahler bezahlt und die Konsequenzen der Wähler aus dem amerikanischen Raum bezahlt auch der Steuerzahler. Derjenige, der sich sein Brot in Venezuela verdient und dort seit Jahrzehnten lebt, interessiert sich doch gar nicht dafür, was in seiner ehemaligen Heimat passiert. Seine Entscheidung betrifft ihn ja gar nicht. Es lebe der Besuch und die Geschenke aus der alten Heimat! iViva la patria!
  Für diese Auswanderer, los emigrantes, gibt es die "Censo Español de Residentes Ausentes", kurz CERA genannt. Auch wenn irgendjemand seit 25 Jahren in Venezuela sein Leben verbringt - er kann und soll in seiner Heimatgemeinde immer noch mitbestimmen, wer der Bürgermeister seiner ehemaligen Heimatgemeinde sein soll.
  Aus diesem Grund gibt es hier Gemeinden, in denen mehr Wähler als Einwohner auf den Wählerlisten zu finden sind. Wer wählt also wirklich den Bürgermeister, den Gemeinderat?
  Kommt ein Vogel geflogen, setzt sich nieder auf mein' Fuß, hat ein Zettel im Schnabel, vom Wähler ein' Gruß?
  Kurios - oder? ¿Curioso - o no? Wie man's nimmt, Politik, la politica, ist immer irgendwie suspekt! Ein Lächeln verändert die Welt :o) Politik ist und bleibt eben die Kunst, von den Reichen das Geld und von den Armen die Stimmen zu erhalten. Beides unter dem Vorwand, die einen vor den anderen schützen zu wollen.
  Oder wie schon Erich Kästner festgestellt hat: "Wenn ein Kolonialwarenhändler in seinem kleinen Laden so viele Dummheiten und Fehler machte wie die Staatsmänner und Generäle in ihren großen Ländern, wäre er in spätestens vier Wochen bankrott."
  In der Politik wäscht eine Hand wäscht die andere - und wenn's mit Schmierseife ist. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Wir benutzen Schmierseife normaler Weise nur zur Vernichtung von Läusen. Das ist ein altbewährtes Mittel. Es funktioniert perfekt - leider nur dann, wenn der Befall des Ungeziefers noch nicht sehr stark ist. In diesem Fall bleibt einem nichts anderes mehr übrig - man muss die chemische Keule einsetzen.
 

Ein Unternehmen ist wie ein Baum voller Affen.
Alle auf verschiedenen Ästen,
auf verschiedenen Höhen.
Einige klettern nach oben,
manche machen Unsinn und manche sitzen untätig herum.
Die Affen ganz oben schauen herunter und sehen einen Baum voller lachender Gesichter.
Die Affen ganz unten schauen nach oben und sehen nichts als Arschlöcher.
Konfuzius
21 de mayo de 2007  - Montag - lunes
 
 
17 ° centígrados temperatura mínima
21 ° centígrados temperatura diurna
Icod de los Vinos starker Regen in der Nacht
  Trommeln am Dach? Nein, es hat geschüttet. Irgendjemand hat da oben im Himmel seine Badewanne, una bañera, ausgeleert. Es schüttet aus Kübeln, llueve a cántaros. Und das um halb sieben in der Früh. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Noch einmal umdrehen im Bett ist bei so einem Wetter die Versuchung pur. Aber es nützt ja nichts, die Arbeit erledigt sich leider nicht von selbst.
  Einen Vorteil, una ventaja, hat das Wetter natürlich - die Operation Wasserschlauch kann für heute abgeblasen werden. Ich habe also Zeit für andere Aktionen. Die Palmen müssen auch wieder einmal gedüngt werden, das Efeu ist zu schneiden und der Schreibtisch ruft auch nach mir. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Also dann - an die Arbeit!
  Am Vormittag, por la mañana, ist eine der unteren Terrassen mit einigen Fuhren Erde aufgefüllt worden. Langsam aber sicher wird aus einem Fleck der Finca einem "Loch" Land gewonnen. Auch nicht so schlecht. Landgewinn ist immer gut.
  Am Nachmittag, por la tarde, hat es zu regnen begonnen. Gartenarbeit ist also endgültig abgesagt. Macht auch nichts, wir müssen unsere Speisekammer wieder einmal auffüllen. Fischfutter und Rosendünger sind auch aufgebraucht. Für solche Nebensächlichkeiten ist dieses Wetter gerade recht!
   
  Diese Blüten kenne ich aus meinen Kindertagen, desde niño. Es ist die Schönmalve, wie ich jetzt heraus gefunden habe. Bei uns zu Hause stand jahrelang eine schöne Pflanze im Wohnzimmer und hat - in meiner Erinnerung - pausenlos geblüht. Bei uns wurde sie Zimmerahorn genannt.
   
  Jetzt habe ich diese Pflanze durch Zufall, por casualidad, in einer Gärtnerei entdeckt. Ich habe drei Exemplare davon erstanden und war ganz erstaunt, das eine der drei komplett andere Blüten öffnete. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Damit war meine Neugier natürlich geweckt und ich habe mich schlau gemacht.
  Also, es handelt sich bei diesen Blumen um Schönmalven. Botanisch korrekt nennt man sie Abutilon und sie gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Davon soll es mehr als hundert verschiedene Arten geben. Die meisten der Arten stammen aus Südamerika, besser gesagt aus Brasilien, el Brasil, und sind immergrün.
20 de mayo de 2007  - Sonntag- domingo
 
mehr Wolken als Sonnenschein  
17 ° centígrados temperatura mínima
22 ° centígrados temperatura diurna
Icod de los Vinos gegen Abend Nieselregen
  Kein Wecker, no despertador! Ein Lächeln verändert die Welt :o) Ein absolut angenehmer Tagesbeginn.
  Tee, Kaffee, frischer Ziegenkäse mit aromatischen Basilikum, la albahaca, ein Spiegelei, un huevo frito, Schinken, el jamón, selbst gebackenes Brot, el pan de casa, ein paar geröstete Scheiben Weißbrot mit köstlicher Orangenmarmelade und ein Gläschen Sekt, un vaso de cava. Der Tag beginnt ganz einfach perfekt, perfecto!
   
   
  Ist das nicht eine zauberhafte Schönheit, la belleza? Zart und kühl schwebt sie scheinbar über der Wasseroberfläche und ist eitel genug, sich im Wasser zu spiegeln. "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste im ganzen Land?" Diese zitronengelbe Blüte ist mit Sicherheit eine der faszinierendsten Schönheiten!
  P.S. Am Abend hat es in kurzen Abständen immer wieder geschüttet. Wasser von oben, wie aus der Gießkanne. Das hat sogar die Lautsprecherwägen der Wahlkampfkampagne vertrieben. Dem Himmel sei Dank, die Lautsprechervergewaltigung kann eigentlich kein normaler Mensch mehr aushalten. Nicht einmal am Sonntag, am Tag des Herren, machen die Sozialisten eine Pause.
  Jetzt kommen wir in den Endkampf - die Wahlen finden in einer Woche statt. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Ich bin gespannt, wie dieser Wettbewerb ins Finale geht.
19 de mayo de 2007  - Samstag - sábado
 
mehr Wolken als Sonnenschein  
17 ° centígrados temperatura mínima
22 ° centígrados temperatura diurna
Icod de los Vinos  
  Die Mauer für den Garten hinter dem Haus ist fertig geworden. Chicho ist um sieben Uhr auf der Baustelle erschienen und zu Mittag war das Werk vollendet. Am Abend haben wir die ersten Bäume gepflanzt.
   
  Die Granatapfelbäume, Punica granatum, blühen! Große, trichterförmige, feuerrote Blüten, las flores, mit einem leichten Stich ins Orange. Der Granatapfel wird heute in vielen geeigneten Gebieten angebaut. Dazu zählen Asien, la Asia, aber auch der Mittelmeerraum, la región mediterránea . Ursprünglich dürfte die Pflanze aus dem Raum zwischen dem Iran und Indien kommen.
  Der Granatapfel ist ein Symbol, un símbolo, der Unsterblichkeit und Sinnlichkeit. Er soll der Baum, el árbol, des Lebens im Paradies gewesen sein. Ein Lächeln verändert die Welt :o)  Hat Eva Adam also mit einem Granatapfel verführt? Keine Ahnung, auf alle Fälle ist der Granatapfel eine der ältesten Kultur- und Heilfrüchte der Menschheit.
   
  Auf einem der Bäume habe ich eine winzig kleine Frucht entdeckt! Wie lange es wohl dauern wird, bis wir den ersten Granatapfel, la granada, ernten können?
  Seit der Antike ist der Granatapfel - der Baum trägt gleichzeitig Blätter, Blüten und Früchte - ein Symbol göttlicher und menschlicher Liebe, aber auch der Unsterblichkeit. Die Schale und der Saft wurde in früheren Zeiten oft als Tinte verwendet, sowie auch als Farbstoffe für Orientteppiche.
  Wir haben die Bäume aber nur aus einem einzigen Grund gepflanzt. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Der Granatapfel ist einfach paradiesisch gut und wir lieben diesen Geschmack. Hier auf der Insel haben wir das erste Mal die Gelegenheit diese Früchte frisch vom Baum zu ernten, cosechar. Darauf freuen wir uns jetzt schon.
   
  Bei den Kakteen, el cactus, beginnen auch die ersten Früchte zu reifen. Sie stehen in voller Blüte. Es ist eine wahre, wenn auch stachelige, Pracht in dunklem grün, orange und gelb.
 

 
Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen,
Unglück oft durch Vernachlässigung.
Wilhelm Busch
 
  Ich wünsch euch allen einen schönen Sonntag! Bis morgen, hasta mañana!
18 de mayo de 2007  - Freitag - viernes
 
ein paar kleine Wölkchen  
17 ° centígrados temperatura mínima
22 ° centígrados temperatura diurna
Icod de los Vinos  
  Jetzt werden wir uns die Teichbepflanzung vornehmen. Es ist unser erster Teich, el estanque, den wir angelegt haben. Wir müssen wohl noch einiges lernen. Na ja, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! iLa práctica hace al maestro!
  Auf alle Fälle, de todas maneras, haben wir noch zuwenig Wasserpflanzen eingepflanzt. Aus diesem Grund ist das Wasser leicht trüb geworden. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Das werden wir ändern und übers Wochenende, el fin de semana, den Anteil der Pflanzen, las plantas, aufstocken.
  Bei meiner Gartenarbeit hat mich heute zur Abwechslung wieder einmal mein Fotoapparat, la cámara fotográfica, begleitet. Einen Bilderbogen gibt es morgen.
  Oh what a day for a daydream! I've been havin a sweet dream ...
  Wie wäre es, plötzlich ein Leben, una vida, wie vor zwanzig Jahren zu führen? Zwanzig Jahre jünger sein? Schön oder nicht?
  Zwanzig Jahre jünger möchte ich eigentlich, en realidad, nicht mehr sein. Mit meiner Person bin ich eigentlich ganz zufrieden. Aber einige spezielle Dinge in die Gegenwart ziehen zu können, wären schon schön. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Ein bisschen Unbeschwertheit, ein wenig Übermut, un poquito alegría, Unbekümmertheit. Lachen ohne Grund, la risa sin razón, harmlose Verrücktheit - ein Quäntchen Unvernunft, la falta de juicio.
  Schade, dass man das nicht kann - aber vielleicht kann man es versuchen?
  Zumindest träumen, soñar con algo, kann man davon. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Tagträume sind ja nicht verboten. Oder doch?
  Wenn der Alltag, un dia normal, zu einer nicht enden wollenen Wurst wird, wenn man am Abend bereits den nächsten Tag vor seinen inneren Augen ablaufen sieht, dann sollte man über diesen Zustand einmal nachdenken. Arbeit ist richtig und wichtig, doch wenn nur mehr die Arbeit an der Regierung sitzt, sollte man den Regenten einmal absetzen!
  Ich habe einfach keine Lust mehr dazu, no me apetece, auch um neuen Uhr am Abend noch das Geräusch des Baggers in meinen Ohren zu haben. Irgendwann ist jeder Arbeitstag zu Ende.
  Das Wort Freizeit, el tiempo libre, kennen wir anscheinend nicht mehr. Nichts tun? Gibt es nicht. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Ich glaube, wir müssen uns ein neues Wörterbuch kaufen!
 

 
Der Mensch vermag nicht das Große,
er vermag nur das Kleine.
Und das Kleine ist wichtiger als das Große.
Wir können viel Gutes tun auf der Welt,
wenn wir bescheiden sind.
Friedrich Dürrenmatt  1921-1990
 
  Vor mehr als 40 Jahren hatte ein Schwarzer in Amerika einen Traum. Er träumte von einer Welt, in der alle Menschen die gleichen Rechte haben, unabhängig von ihrer Hautfarbe oder Religion. Es war Martin Luther King.
  Am 28. August 1963 teilte er diesen Traum mit einer Viertel Million Menschen in Washington. In seiner Rede auf der größten Demonstration gegen Rassentrennung aller Zeiten, sagte er: "I have a dream. Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird."
  Mit diesen Worten sprach Martin Luther King vielen Schwarzen aus der Seele. Damals mussten Schwarze im Bus aufstehen, wenn sich ein Weißer auf ihren Platz setzen wollte. Farbige Kinder durften nicht in die gleiche Schule gehen wie weiße und im Kino wurde farbigen Menschen - wenn überhaupt - der schlechteste Platz zugewiesen.
  Aber das ist eine andere Geschichte, un otro cuento ...
  Übrigens - Martin Luther King ist bis heute der einzige Farbige, der in den Vereinigten Staaten mit einem Nationalfeiertag geehrt wird. Jedes Jahr Jährlich feiern die Amerikaner am dritten Montag im Jänner den "Martin Luther King Day".
17 de mayo de 2007  - Donnerstag - jueves
 
ein paar kleine Wölkchen  
16 ° centígrados temperatura mínima
21 ° centígrados temperatura diurna
Icod de los Vinos  
  Christi Himmelfahrt ist in Deutschland und Österreich ein Feiertag. Auf unserer kleinen Insel im Atlantik ist es ein ganz normaler Arbeitstag.
  Christi Himmelfahrt wird 40 Tage nach dem Ostersonntag, also immer an einem Donnerstag, gefeiert. Aber eben nicht in Spanien. Und so viel ich weiß, ist dieser Tag in Deutschland mittlerweile zum Vatertag, el día del padre, mutiert.
  Über den Muttertag freuen sich ja bekannter Weise die Gärtner und Floristen. Der Vatertag bringt sicher klingende Münze in die Taschen diverser Brauereibesitzer. Ein Lächeln verändert die Welt :o) Oder bin ich da falsch informiert?
  In Österreich freut sich sicher die gesamte arbeitende Bevölkerung über einen Feiertag, aber wem zu Ehren sie einen freien Tages bekommen, wissen sie sicher nicht! Ein Lächeln verändert die Welt :o) Einem geschenkten Gaul schaut man auch nicht ins Maul!
 

 
Man erfährt mehr über einen Menschen
während einer Stunde spielen
als im Laufe von Gesprächen über ein ganzes Jahr.
Platon
 
  Georg muss noch verschiedene Termine abarbeiten. Er kommt irgendwann um die Mittagszeit, alguna vez hacia el mediodía, zurück. Ich habe heute meine Kürbispflanze in kleine Töpfe gesetzt. Ich bin schon neugierig, welche Sorten am besten wachsen werden. Es sollen rosarote himmelblaue und ganz normale, orange Kürbisse werden.
  Nein, die Farben, los colores, sind kein Witz! Esto es una broma, ¿no? Wir haben vor Jahren Samen bei einer Kürbisausstellung mit genommen. Genauer gesagt bei einem Kürbisfest. Ich werde einmal nachschauen, ob ich ein paar Fotos bei der Hand habe. Da sind sie. ¡Mira!
   
   
  Na, sieht das nicht toll aus? So viele verschiedene Sorten haben wir natürlich nicht zur Auswahl. Ich muss erst einmal ausprobieren, welche hier auf der Insel gut wachsen. Ich lasse mich überraschen! Jetzt müssen erst einmal die Pflanzen größer werden, damit wir sie auf den vorbereiteten Hügel auspflanzen können.
  Dann kommt das Wichtigste, lo más importante, an der Sache - der Schutz vor den Kaninchen, los conejos, und der weißen Fliege! Beide sind eine Plage, una plaga, und lieben Kürbispflanzen! Sie stehen auf ihrer Speisekarte, la carta del menú, an oberster Stelle.
16 de mayo de 2007  - Mittwoch - miércoles
 
ein paar kleine Wölkchen  
17 ° centígrados temperatura mínima
21 ° centígrados temperatura diurna
Icod de los Vinos  
  Für Julian ist der erste Tag der schriftlichen Matura vorbei!
  Ganz Icod ist im Moment, en este momento, ein einziges Freilichttheater! Nicht nur Icod, die ganze Insel ist bunt,  de varios colores, erblüht. Nein, nein, keine seltenen Blumen die plötzlich aus dem Boden sprießen! Die Laternenpfähle bergen ein anderes Geheimnis. Wahlplakate bringen Farbe ins Leben!
  Hier ein kleiner Überblick, über die Kandidaten für die Wahl in Icod. Sie sind zwar Konkurrenten, aber sie lächeln friedlich und gemeinsam von allen Laternenmasten. Immerhin werden hier nicht mit Wahlplakaten die Straßenkreuzungen verbarrikadiert. Das geschieht anscheinend nur in Österreich mit schöner Regelmäßigkeit.
 
Icod de los Vinos
Kandidaten 2007:
José A. Jara González (CCN)
Jonás Pérez de León (Los Verdes)
Diego Afonso Guillermo (CC-PNC)
María I. García Luis (PP)
Juan José Dorta Álvarez (PSC-PSOE)
 
Ergebnisse der Wahl 2003 -Partei - % - Sitze:
PSC - 49,92 - 11
CC - 40,07 - 9
PP - 6,63 - 1
  In mehr oder weniger, más o menos, zehn Tagen findet der Wahlkampf sein Ende. Dabei handelt es sich jedoch nicht nur um eine Wahl, sondern gleich um drei verschiedene. Es kämpfen nicht nur Lokalpolitiker um jede einzelne Stimme sondern die ganze Philosophie der gesamten Inseln wird auf den Kopf gestellt. Das Leben ist ein reiner Wahlkampf geworden.
  Die Bewohner der Kanarischen Inseln werden ihre Stimmzettel also gleich in drei verschiedene Urnen werfen. An diesem Tag werden auf den Inseln nämlich die Gemeinderäte, die Cabildos und die kanarische Regierung neu gewählt.
  Die Politik, la política, belebt zur Zeit nicht nur die Welt neben der Straße, die Bewohner werden auch akustisch berieselt. Keine Ahnung woher plötzlich alle Lautsprecherwagen kommen. *g*
1. bis 15. Mai 2007
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© Mundo Muñecas S.L.

last update 16.09.08

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