31 de enero de 2007 31. Jänner 2007
miércoles Mittwoch
am Nachmittag leicht bewölkt am Nachmittag leicht bewölkt
Icod de los Vinos Villach
temperatura mínima Tiefsttemperatur
16 ° centígrados -6 ° Celsius
temperatura diurna Tagestemperatur
20 ° centígrados 10 ° Celsius
   
  Der letzte Tag im ersten Monat des Jahres. Der Jänner verlässt das Jahr.
  In einem slowakischen Märchen gibt der Januar seinen Stab dem März. lach einmal :o) Keine Ahnung wo der Februar geblieben ist. Na ja, vielleicht hat er seine Tage und Nächte beim Karneval auf Teneriffa verbracht? 
  Egal, wir werden es nicht erfahren warum und wieso. Auf alle Fälle kann der März damit den Schnee zum Schmelzen bringen und die Bäume und Blumen zu neuem Leben erwecken indem er diesen Stab dreht. Wenn aber der Januar selbst den Stab dreht, entsteht Finsternis, Schneegestöber und Sturm. In diesem Jahr hat er wohl beides ausprobiert. *g*
  Meine kleine, große Schwester sitzt bereits im Zug der von Wien nach Villach fährt. Ich glaube, wir haben uns bald drei Jahre nicht mehr gesehen. Am Abend treffen wir uns und die Großeltern müssen den Babysitter spielen - was sie aber gerne tun. lach einmal :o) Soviel ich weiß.
  Jetzt mache ich mich erst einmal auf den Weg zum Friseur.
  Heute ist übrigens Nationalfeiertag in Nauru.
  Die Republik Nauru ist ein kleiner Inselstaat und die kleinste Republik der Welt. Nauru liegt im Pazifischen Ozean, ist eine Koralleninsel und gehört zur Inselwelt Mikronesiens. lach einmal :o) Somit ist dieser Zwergstaat auch einmal vorgestellt worden. Mehr Informationen kann man bei der Deutsch-Nauruischen-Gesellschaft finden.
  Postkarten aus Nauri  Postkarten aus Nauri
  Wie man aus Mist Geld machen kann  oder was ein Türstopper n Gang setzen kann - diese Geschichten kann man hier auch nachlesen.
  Mir gefällt aber unsere kleine Insel im Atlantik besser, auch wenn man sie nicht in einem Tagesspaziergang umrunden kann.
 
30 de enero de 2007 30. Jänner 2007
martes Dienstag
am Nachmittag leicht bewölkt am Nachmittag leicht bewölkt
Icod de los Vinos Villach
temperatura mínima Tiefsttemperatur
14 ° centígrados -5 ° Celsius
temperatura diurna Tagestemperatur
19 ° centígrados 10 ° Celsius
   
  Heute bin ich schon früh unterwegs. Morgenstund' hat Gold im Mund - mit diesem sinnigen Spruch kann ich mich ja selbst trösten. Aber es gibt schlimmeres auf der Welt als bei Minustemperaturen ins kalte Auto steigen zu müssen. lach einmal :o) Ungeliebte Dinge sollte man einfach schnell und schmerzlos erledigen, dann haben angenehme wieder Platz im Tagesablauf.
  Kino oder nicht? Irgendwie schon - aber welcher Film? Dann hat mich Andrea in ein neues Lokal geführt. :o) Endergebnis? Wir sind dort sitzen geblieben und haben getratscht und die Zeit ist wie im Flug vergangen. Der Film ist ohne uns über die Leinwand geflimmert.
  Teich in Villach  Teich auf Teneriffa
  Der Unterschied ist ganz klar zu erkennen, oder? Ein Teich in Villach und das Wachstum auf unserer kleinen Insel. lach einmal :o) Ich bin schon so neugierig, was sich in den zwei Wochen alles verändert hat. Im Moment habe ich leider kein einziges Foto von den Fortschritten im Atlantik.
  Der Haupteingang müsste am Freitag fertig sein. Ich kann es mir zwar irgendwie vorstellen - aber die Realität ist doch etwas anderes.
 
29 de enero de 2007 29. Jänner 2007
lunes Montag
am Nachmittag leicht bewölkt am Nachmittag leicht bewölkt
Icod de los Vinos Villach
temperatura mínima Tiefsttemperatur
11 ° centígrados -2 ° Celsius
temperatura diurna Tagestemperatur
17 ° centígrados 10 ° Celsius
   
  Eineinhalb Wochen, nachdem der Orkan Kyrill in fast ganz Österreich beträchtliche Schäden angerichtet hatte, fegte in der Nacht auf Montag neuerlich der Sturm Olli über Ostösterreich und hat in Niederösterreich, Wien und im Burgenland die Einsatzkräfte auf Trab gehalten. Laut ZAMG soll der Sturm noch bis heute Mittag Spitzen von 90 bis 100 kmh erreichen. Am stärkten wehte er im südlichen Wiener Becken.
  In Kärnten scheint die Sonne und der Schnee schmilzt im Rekordtempo. Überall tropft und rinnt das Wasser von den Dächern und sucht sich seinen Weg in den Boden. Der sonnige Süden hält also sein Versprechen - es ist frühlingshaft.
  In Villach, also im südlichsten Teil von Österreich sind wir ja nicht gar so weit von Venedig entfernt. In der Lagunenstadt wird auch ein Karneval der besonderen Art gefeiert. Leise, fast lautlos, geheimnisvoll und mystisch. Das Maskentreiben zwischen den prunkvollen, halb verfallenen Häusern strahlt eine ganz eigene Faszination aus.
   
  Den Ursprung des Karnevals in Venedig findet man im 16. Jahrhundert. Es war eine Siegesfeier - die Pest war besiegt.
  Es wurde eine große Figur verbrannt, deren Tod die Geburt der neuen Jahreszeiten symbolisieren sollte. Traditionellerweise begann die Feier am 26. Dezember und endete am Abend vor dem Aschermittwoch.
  Dann wurde der Karneval in Venedig von Napoleon verboten. Erst 1980 setzte sich ein privates Institut für die Wiederbelebung des Karnevals ein. Von da an gibt es ihn wieder - den mystischen, geheimnisvollen Karneval von Venedig.
  Das besondere für die Bewohner Venedigs ist, dass sie für die Karnevalszeit ihre Identität verbergen können. Bettler werden zu Reichen Leuten, Kinder zu Königen und Männer zu Frauen. Die Möglichkeit, in andere Rollen zu schlüpfen, auch wenn es nur für eine kurze Zeit ist, bedeutet den Einwohnern sehr viel!
  Fortsetzung folgt
 
28 de enero de 2007 28. Jänner 2007
domingo Sonntag
Wolken, Sonne gewürzt mit Regen mehr Wolken als Sonne
Icod de los Vinos Villach
temperatura mínima Tiefsttemperatur
13 ° centígrados -6 ° Celsius
temperatura diurna Tagestemperatur
17 ° centígrados 0 ° Celsius
   
  Klagenfurt war heute Früh wieder einmal der kälteste Punkt in Österreich. Dafür ist der Himmel dunkelblau und die Sonne lacht. Es verführt direkt dazu, einen Spaziergang zu machen, dar un paseo. Sobald man aber ein paar Minuten im Freien ist melden die Ohren Kältealarm. lach einmal :o) Zumindest meine.
  Ich werde mich also ins Auto setzen und für den Nachmittagskaffee eine Villacher Torte organisieren. Elena und Bernhard kommen zum Tratschen vorbei. Ich freu mich schon darauf. Wir haben uns immerhin ein Jahr lang nicht gesehen.
 

 
Der Sonntag bringt keinen Ertrag,
aber er macht unser Leben erträglich.
Er stört unser normales Leben,
damit wir uns nicht selbst zerstören.
P. Johannes Jamernegg
  Bei Georg hat es heute Vormittag geregnet. So hat er sich wenigstens einmal ausgeschlafen und hat nicht den ganzen Sonntag gearbeitet. Zu Mittag ist dann die Sonne am Himmel erschienen und er hat es natürlich nicht lassen können und hat die Vorbereitungen für die Arbeiten für morgen Früh fertig gemacht. Es wird die Mauer bei der Einfahrt gemauert. Ich bin schon so neugierig, wie die Einfahrt aussehen wird.
  Carnaval, Fleisch ade! Bald kommt die Fastenzeit. Es muss also noch einmal ausgelassen gefeiert werden. Verkleidet und mit Maske bleibt man weitgehend unerkannt, sin ser reconocido.
  Das hat durchaus seine Vorteile, las ventajas. Man kann entweder in eine andere Rolle schlüpfen oder man ist so wie man ist. Ohne Schnörkel, ohne Rücksicht, no hacer caso de algo, und ohne Hindernisse. Ist doch ein schöner Gedanke, oder nicht?
   
  Lateinamerikanisches Flair auf den Strassen von Santa Cruz und Puerto de la Cruz auf Teneriffa, in Las Palmas und Maspalomas de Gran Canaria haben den Karneval auf den Kanaren berühmt gemacht. Auf dem Festland, la península, erreicht nur der Karneval von Cádiz diese Popularität.
  Auf die Kanarischen Inseln haben wahrscheinlich die Rückkehrer aus den Kolonien die Karnevalstradition mitgebracht. Nicht nur die Musik, auch die prachtvollen Kostüme erinnern an Rio.
  Sich an bestimmten Tagen im Jahr zu verkleiden, um auf öffentlichen Plätzen Kritik üben zu können, diesen Brauch gab es schon zu Zeiten der Katholischen Könige. Im Jahr 1523 erließ König Carlos I. ein Gesetz, das Verkleidungen und Maskeraden aller Art verbot.
  Sein Sohn Felipe II. änderte daran nichts, erst Felipe V. ließ die Masken, las máscaras, wieder zu. Aber auch venezianische und genuesische Kaufleute brachten die die Mode der Maskenbälle, los bailes de máscaras, nach Spanien - und auch auf die weit entfernten Inseln im Atlantik.
  Der Höhepunkt des Karnevals ist die Wahl der Karnevalskönigin. Gran Canaria wählt seit einigen Jahren eine „Drag-Queen“. Ein Spektakel der anderen Art, doch die Travestie hat im Karneval schon immer eine Rolle gespielt. lach einmal :o) Man behauptet auch in Santa Cruz, dass die schönsten Frauen auf den Wägen des Umzuges Männer sein sollen.  Wer weiß es genau, wer will es wirklich wissen? Die Illusion, die Farbenpracht und dir Musik sind die Zutaten für einen verrückten Karneval.
   
  Den Kirchenobersten war die Travestie jedoch stets ein Dorn im Auge. Ein Edikt vom Ende des 18. Jahrhunderts verbot Verkleidungen, die das Geschlecht veränderten. Beachtet hat es so gut wie niemand.
  Wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter und wer wollte oder sollte diese Entgleisungen wohl kontrollieren? Das interessiert ja niemanden. ¡¡no importar un bledo!!
  Warum verkleiden sich manche Menschen eigentlich so gerne? Ist der Reiz in eine andere Rolle zu schlüpfen so groß? Was hat man davon ein paar Stunden lang ein anderer Mensch oder ein anderes Wesen zu sein? Warum verkleidet sich jemand als Verkehrsampel, als Gießkanne oder als Hexe? Was steckt dahinter
  Jeder Mensch hat verschiedene Identitäten. Viele davon aber kann er im alltäglichen Leben nicht zeigen. Im Fasching ist allerdings alles erlaubt. Man kann Seiten von sich zeigen, die niemand kennt - ohne Konsequenzen tragen zu müssen.
  Die Sekretärin kann zum Punk werden, ein Mann die Rolle einer Frau ausprobieren. Wichtiger als die Konfektionsgröße ist die richtige Passform für die Seelenlage. Der Mensch kann sich einmal im Jahr selbst therapieren. Ein Psychiater wird in dieser Zeit mit Sicherheit nicht benötigt.
 
27 de enero de 2007 27. Jänner 2007
sábado Samstag
Wolken, Sonne gewürzt mit Regen mehr Wolken als Sonne
Icod de los Vinos Villach
temperatura mínima Tiefsttemperatur
15 ° centígrados -9 ° Celsius
temperatura diurna Tagestemperatur
17 ° centígrados -1 ° Celsius
   
  Sonnenstrahlen haben mich heute aufgeweckt. Das macht richtig Lust aufs Aufstehen.
  Ein paar Stunden später, so um die Mittagszeit ist leider der ganze Himmel wieder mit Wolken bedeckt gewesen. Oder war es doch Hochnebel? Ich weiß es nicht. Um dieses Rätsel zu lösen, müsste ich auf einen der Berge fahren.
  In höheren Lagen präsentiert sich die Welt meistens von ihrer schönsten Seite. Man befindet sich dann über den Wolken und ist dem blauen Himmel ein Stück näher. Dafür bleibt der Blick auf Stadt und Land für das menschliche Auge verborgen, es verschwindet unter einer dicken Wolkendecke.
   
  Auf Teneriffa kennen wir dieses Phänomen ja zur Genüge. Auf der Insel zieht sich diese Grenze ungefähr bei sechshundert Höhenmetern rund um die Insel. Eine Zweiklassengesellschaft - drunter oder drüber? Eigentlich sind es drei Klassen, denn ein Teil der Bewohner lebt dann mitten drinnen im feuchten Wolkennebel.
  Ich werde den Tag heute ganz gemütlich verbringen. Plan habe ich noch keinen, aber der Tagesablauf ergibt sich so wieso meist von ganz alleine. lach einmal :o) Ich lass mich überraschen.
  Vor einer Woche bin ich zu dieser Stunde über den Wolken geschwebt. Das ist noch gar nicht so lange her. Und heute ist bereits Samstag.
  Was bedeutet eigentlich Samstag? Klar, das Wochenende hat begonnen. Das weiß wohl jeder. Aber woher kommt der Name? Am Wochenende können wir auch länger schlafen - wenn wir wollen.
  Aber wie kommt es, dass Samstag und Bett geschichtlich gesehen auch etwas gemeinsam haben? Das ist nicht möglich? Ist es doch! lach einmal :o) Es entspricht den Tatsachen! ¡de verdad! Aber da muss man schon die ganze Geschichte lesen. *g* Hier eine Kurzfassung für Eilige.
  Neben den Wochentagen Sonntag und Montag ist der Samstag ebenfalls einer alten, mitteleuropäischen Gottheit aus der Jungsteinzeit geweiht. Ambeth ist eine alte keltische Göttin. Es war ihr Tag und der hieß ursprünglich "S'ambeztac."
  Aber nun Ende der lehrreichen Abhandlung - es ist Wochenende also ist Entspannung angesagt. lach einmal :o) Erholung und Freizeit, egal auf welche Art auch immer. Sea lo que sea.
  Georg hat heute mit dem Bagger zwei LKWs, die Pferdemist für Patricio geliefert haben, gerettet und sie aus dem "Abgrund" herausgezogen. Begossen musste das Ganze natürlich auch werden. Junger Wein, Salami, gesalzene Mandeln und Weißbrot bei Regen können köstlich schmecken. Diesmal kein Sundowner sondern ein würdiger Empfang für Nebel und Regen. lach einmal :o) So wurde es mir erzählt.
  Ich habe mir heute einen schönen Nachmittag gemacht und war eine Freundin besuchen. Über alte Zeiten tratschen, ein Gläschen trinken und ruck zuck sind mit Isolde drei Stunden vorbei. Eigentlich wäre ja der Termin für ein köstliches Stelzenessen wieder fällig. Im Weinstadl am Ossiachersee werden die besten und knusprigsten Stelzen von Villach gebraten. Uli ist ganz einfach ein Meisterkoch! Wer kann, sollte sie probieren.
  "Ein Gast und ein Fisch - bleiben nur drei Tage frisch." - das habe ich in einem Buch gelesen. Das Sprichwort stammt zwar aus dem Mittelalter, hat aber auch in der heutigen Zeit seine Berechtigung
  Doch wer in alten Zeiten auf Reisen ging, musste bei seinesgleichen unterschlüpfen. Hotels und Pensionen waren nicht vorhanden. Das erste, schöne Hotel wurde erst 1774 in London eröffnet. Damit wurde das Reisen um einiges komfortabler und angenehmer.
  Einem Wochenendausflug steht also nichts im Wege.
 
26 de enero de 2007 26. Jänner 2007
viernes Freitag
bewölkt bewölkt
Icod de los Vinos Villach
temperatura mínima Tiefsttemperatur
15 ° centígrados -4 ° Celsius
temperatura diurna Tagestemperatur
17 ° centígrados -1 ° Celsius
   
  Ein guter Tipp, un consejo práctico, für den Fernsehabend morgen, am 27.1. um 20.15 Uhr SWR
  90 Minuten lang kann man - so hoffe ich - Interessantes von und über die Kanarischen Inseln erfahren. Das Fernsehteam war auf Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, La Gomera und El Hierro auf Entdeckungsreise, un viaje de exploración, für alle Liebhaber der Kanaren, los amantes de las Islas Canarias, und solche, die es noch werden wollen. lach einmal :o) Mal sehen, was daraus geworden ist.
  Ist das herrlich, ich kann wieder ganz normal tippen. So schnell ich will - oder kann. *g* Heute habe ich endlich eine neue Tastatur, un teclado nuevo, für mein Notebook, el ordenador portátil, bekommen. Kein Buchstabe klemmt mehr, keine Angst, dass sich der Knopf fürs "E" in nichts auflöst. Keine fehlenden Buchstaben in Wörtern, keine Abstände die fehlen. lach einmal :o) Wie schön ein ganz normaler Zustand sein kann. Unglaublich - aber wahr! Da macht das Schreiben wieder richtig Spaß.
  Den Kanarischen Inseln steht angeblich das heißeste Jahr in der Geschichte des Archipels bevor. Nachdem in den besonders trockenen und warmen Wintermonaten die ersten Blumen viel früher als sonst blühen, sagen Meteorologen des kanarischen Wetterdienstes einen extrem warmen Frühling und einen heißen Sommer voraus.
  Doch der Sommer ist ja noch weit entfernt. Im Moment hat der kanarische Wetterdienst für die nächsten Tage wieder Sturmwarnung, un aviso de tempestad, gegeben. Regen und Gewitter, lluvia y tormenta, sollen sich bis Sonntag mit starken Windböen, ráfagas de viento mucho fuerte, über alle sieben Inseln ausbreiten.
  Nachdem die ganze Weihnachtszeit und der Jänner fast sommerlich warm gewesen sind ist auf Teneriffa der Winter eingetroffen. Spät aber doch! Ein kräftiges Tief hat dafür gesorgt, dass ergiebiger Regen vom Himmel fiel. lach einmal :o) Georg erspart sich also das Wässern unserer Blumenkinder. Auch die Palmen, las palmeras, Bäume und Sträucher, arboles y arbustos,  werden das reinigende Nass von oben genießen.
  Für das Wochenende, a fin de semana, rechnen die Meteorologen mit starkem Temperaturabfall und starken Regenfällen.
  Die kanarische Regierung hält Alarmstufe Gelb weiterhin aufrecht, obwohl sich das angekündigte Gewitter gestern vor den Inseln aufgelöst hat. Mit Blitz und Donner ist am Wochenende nicht mehr zu rechnen. Dafür aber mit Regen und kalten Temperaturen. So schlimm wird es also schon nicht werden.
 

Man sagt immer,
das Leben sei farblos,
alles grau in grau.
Aber ist grau nicht auch eine Farbe?
Damaris Wieser
 
  Georg hat heute den ganzen Rasen gesät. Wenn ich wieder daheim bin wird wohl schon ein zarter, grüner Schimmer über den beiden Terrassen liegen. Das Wetter spielt auch perfekt mit. Satt Sturm und starkem Regen wird die Erde sanft berieselt. lach einmal :o) Mehr kann man sich nicht wünschen!
  Was gibt es sonst noch Neues? ¿qué hay de nuevo?
  Eigentlich nichts Welt bewegendes. Trotzdem ist der Tag schnell vergangen und die erste Woche in der alten Heimat ist morgen auch schon vorbei. Die Zeit verfliegt, es ist spät geworden und ich werde jetzt auch schlafen gehen. Ich bin wieder einmal die letzte, die den Weg ins Bett findet. Aber auch das ist nichts Neues. *g*
 
25 de enero de 2007 25. Jänner 2007
jueves Donnerstag
es regnet ... bewölkt
Icod de los Vinos Villach
temperatura mínima Tiefsttemperatur
15 ° centígrados -4 ° Celsius
temperatura diurna Tagestemperatur
19 ° centígrados 1 ° Celsius
   
  Grau in weiß, aber es hat zu schneien aufgehört. Vielleicht schafft es die Sonne, el sol, ja auch heute einmal und schiebt einige Wolken, algunas nubes, auf die Seite.
 
Am Vormittag, por la mañana, bin ich in die Stadt gefahren - durch eine richtige Märchenlandschaft!
Die Wolken, las nubes, haben sich verzogen, die schneebedeckten, weißen Berggipfel, die verschneiten Bäume, los árboles, und Felder im Vordergrund. Unberührte Landschaft im Winterzauber. Schade, dass die Pracht nicht lange anhalten wird.
  Lei Lei! Das ist der Faschingsruf für den traditionellen "Villacher Fasching".
  Der 19. Februar 1955 war die Geburtsstunde des Villacher Faschings in seiner heutigen Form. Damals fanden das erste Mal ein Umzug - mit rund 300 Teilnehmern - und Unterhaltung in den Gastronomiebetrieben der Draustadt statt. Ein pikantes Detail am Rand  - der erste Prinz in der Villacher Faschingsgeschichte stammte ausgerechnet aus Klagenfurt. Aus der Stadt, deren Bürger in den Prunksitzungen des Villacher Faschings humorvoll aber sehr wohl zynisch aufs Korn genommen werden.
  Mit der ersten Sitzung des Villacher Faschings startete am Samstag die lustigste Zeit in Kärnten. Damit beginnt im südlichen Bundesland eine Reihe närrischer Veranstaltungen, die dann am 20. Februar, den Faschingdienstag, ihren Höhepunkt findet.
 
  Das Prinzenpaar des Villacher Faschings Prinz Fidelius LII alias Raimund Haberl und seine Prinzessin Angelika I alias Angelika Rainer freuen sich auf die Faschingssaison. Und wie üblich sind die Sitzungen restlos ausverkauft. Wer möchte sich schon gerne die bissigen Pointen und Kommentare entgehen lassen?
 
  "Die Farben der EU sind blau und gelb. Blau symbolisiert das Wasser, das uns bis zum Hals steht, und gelb die Hoffnung, dass es wieder zurückgeht!" Der EU-Bauer muss es ja wissen, oder nicht?
  Den Leitfaden des Villacher Faschings kann man eigentlich kurz und bündig festlegen: "Humor ist die beste Medizin!" Über mögliche erwünschte Nebenwirkungen informiert Sie der Faschingsapotheker
 
24 de enero de 2007 24. Jänner 2007
miércoles Mittwoch
am Nachmittag leicht bewölkt Schneefall
Icod de los Vinos Villach
temperatura mínima Tiefsttemperatur
15 ° centígrados -6 ° Celsius
temperatura diurna Tagestemperatur
19 ° centígrados +4 ° Celsius
   
  "Kärnten möglichst meiden" meldete gestern der ÖAMTC. "Wir können allen Verkehrsteilnehmern nur dringend raten, Kärnten möglichst zu meiden", sagte der Sprecher. Falls man aber doch ins südlichste Bundesland fahren müsse, sollte man mit Ketten, zumindest aber mit Winterreifen ausgerüstet sein.
 
LKW nicht ganz auf der Strasse :o) Am Abend wurden die Süd- und die Karawankenautobahn gesperrt. Die Räumfahrzeuge kamen nicht mehr nach.
Schneechaos in Oberkärnten: 300 Lkw-Lenker saßen 20 Stunden fest und mussten vom Roten Kreuz versorgt werden. Der Winter hat seine Macht demonstriert!
  Auch die Monteure der Kelag hatten Hochbetrieb. Immer wieder beschädigten umstürzende Bäume die Stromleitungen. Tausende Menschen in Westkärnten waren auch am Abend ohne Stromversorgung.
  Wenn sich die Farben vor meinem Fenster nicht bald ändern, dann muss ich mich mit anderen bunten Bildern aufmuntern. Grau und feucht drückt auf die Seele. Ich mag nicht einmal ins Freie gehen. Wahrscheinlich fehlt mir mein tägliches Unkraut zupfen. *g* Die Wolken könnten sich wenigstens für kurze Zeit verziehen und ein paar Sonnenstrahlen durchblitzen lassen.
  Man muss sich nur aufregen! Zwei Stunden lang hat dann die Sonne gescheint. Blauer Himmel hat zwischen den Wolken hervorgeblitzt und wärmende Sonnenstrahlen konnten sich auf die Reise zu einer schneeweißen Winterlandschaft machen. Leider war es lediglich ein kleiner Vorgeschmack auf ein schönes Winterwetter.
 

Künstlerpuppe von Heidi Plusczok

 
 
Du kannst der Wahrheit
nicht hinter her laufen –
du musst ihr entgegen gehen!
Balinesisches Sprichwort
 
 
  Jetzt habe ich die Lösung! Ich werde mich heute meinen anderen Aufgaben widmen und mich zur Abwechslung um die aktuellen Meldungen für Puppenkunst und Teddybären kümmern. Ich habe sie in letzter Zeit ziemlich vernachlässigen müssen - gezwungener Maßen.
  Aber es wird nicht mehr lange dauern, dann stehen sie so oder so wieder im Mittelpunkt unseres Tagesablaufes. Darauf freue ich mich sehr! Endlich wieder in die vertraute Materie eintauchen zu können. Also werde ich mich an die Arbeit machen und mich um Puppenkunst und Teddybären kümmern.
  Am Nachmittag bin ich mit Christina unterwegs gewesen. Mutter und Tochter haben die Stadt unsicher gemacht.  lach einmal :o) Das ist natürlich schamlos übertrieben, klingt aber nicht so übel, oder? Der kalte Wind hat uns regelrecht ins Parkcafé getrieben.
  Nach zwei gemütlichen Plauderstündchen sind wir vor der Türe allerdings von einem recht ungemütlichen Schneesturm empfangen worden. Der Weg zum Auto war kein netter Spaziergang, aber zum Glück ist der Parkplatz in nicht allzu großer Entfernung gewesen.
  Eines ist aber klar - wenn es draußen stürmt und schneit, schätzt man die kuschelige Wärme im Haus umso mehr!
  Christina wollte heute Abend noch ein  Sorbet zaubern - entstanden ist ein neues Getränk an das man sich gewöhnen könnte. Also - Saft von einer Orange, zwei Limetten, ein Schuss Wodka aufgespritzt mit Prosecco und eisgekühlt. Ein Barkeeper könnte es nicht besser machen.
  Aus Missgeschicken können wunderbare, neue Dinge ans Tageslicht kommen - man muss es nur zulassen.
 
23 de enero de 2007 23. Jänner 2007
martes Dienstag
am Nachmittag leicht bewölkt Schneefall
Icod de los Vinos Villach
temperatura mínima Tiefsttemperatur
15 ° centígrados -1 ° Celsius
temperatura diurna Tagestemperatur
19 ° centígrados +5 ° Celsius
   
  Unglaublich aber wahr! ¡Increíble pero es verdad! Es gibt sie noch - die weiße Pracht, in vergangenen Zeiten, en tiempos pasados, auch Schnee genannt. Über Nacht, de la noche a la mañana, hat es geschneit. lach einmal :o) Frau Holle hat ihre Federbetten kräftig geschüttelt! Ich hoffe, sie hat nicht gar so viele Decken und Polster auf ihren Betten verteilt. Ein bisschen weiß ist ja schön, aber eigentlich reicht es jetzt.
 
  Doch das Schneegestöber, la ventisca, hört nicht auf. Die Schneeflocken, el copo de nieve, tanzen munter vor dem Fenster weiter. Ich bin gespannt, wie lange die weiße Pracht noch vom Himmel fallen wird.
  Michael hat fleißig Schnee geschaufelt und ich mach mich wieder auf den Weg. Lieber jetzt als später, denn im Moment liegt noch nicht soo viel Schnee auf der Straße - habe ich gedacht. *g* Es ist auch nicht die Menge, die das Problem ist, sondern die Qualität. Aber das ist ja nichts Neues - die Qualität und nicht die Qantität ist das Maß der Dinge.
 
  Der Schnee ist ziemlich quatschig, medio derretido, und somit extrem rutschig, resbaloso. Mit viel Glück, con mucha suerte, haben wir es geschafft aus dem Hof auf die Strasse zu rutschen.
  Auf den Fahrbahnen, en las calles, ist im Moment, en el momento, eine Mischung aus Wasser und Schnee verteilt. Das Auto in die gewünschte Richtung zu lenken ist oft reine Glücksache. lach einmal :o) Es war wirklich angenehm, wieder daheim zu sein.
  Die Schneepflüge, el quitanieves, sind fleißig unterwegs. Überall zur gleichen Zeit können sie die Straßen aber auch nicht sauber machen. Morgen ist die Welt der Autofahrer mit Sicherheit wieder in Ordnung.
 
Schneeflöckchen, Weißröckchen,
da kommst du geschneit,
du kommst aus den Wolken,
dein Weg ist so weit.
Komm, setz dich ans Fenster,
du lieblicher Stern,
malst Blumen und Blätter,
wir haben dich gern.
ein Volkslied
  Dieses Lied haben wir als Kinder oft gesungen. Ein kleiner Teil des Textes ist mir aber im Laufe der Jahre abhanden gekommen. Deshalb habe ich mich besonders gefreut, dass ich ihn heute durch Zufall gefunden habe. Das Lied hat noch zwei weitere Strophen, wir haben sie allerdings nie gesungen. Ich habe auch nicht gewusst, dass das Lied vom Schneeflöckchen, Weißröckchen ein Volkslied ist. Das Wort Weißröckchen stammt ursprünglich aus Schlesien und ist ein Synonym, also ein Ersatzwort, für Schneeflocke. Man lernt eben nie aus!
  Schneeweiße Flocken, copos blanco como la nieve, wirbeln immer noch durch die Luft. Frau Holle hat wohl ein bisschen zu kräftig geschüttelt. Eines der Federbetten muss aufgeplatzt sein. *g*
  Wattebäusche in allen Größen tanzen vom Himmel und landen sanft und lautlos am Boden. Mit einer dicken, flauschigen Schicht verstecken sie die nackten, kahlen, und braunen Pflanzen unter sich. Alles ist schneebedeckt, todo es nevado. Plötzlich ist die Welt wieder in Licht getaucht, es ist wieder hell. Blendendweiß und still.
  Alle Geräusche erreichen uns ganz gedämpft - fast wie im Halbschlaf, wenn man irgendwo entsannt sitzt und vor sich hindämmert. Man schläft fast, die Laute und Worte im Zimmer nimmt man nur mehr im Hintergrund wahr. Man hört sie kaum - und doch sind sie da.
  Eine unwirkliche Welt - und doch ist sie Realität. Die Täuschung gehört zum Leben, wie Wasser zu Feuer oder der Himmel zur Erde. Weiße Flocken tanzen durch die Luft. Doch das stimmt gar nicht.
  In Wahrheit ist die Schneeflocke, klar wie Wasser! Schnee ist also nicht weiß, sondern durchsichtig! Nur weil die Masse der Eiskristalle wie eine Schicht aus Millionen Prismen funktioniert und so das Licht immer wieder zurückwirft, erscheint es für unser Auge weiß.
  Schnee ist luftig und leicht, airoso y ligero - und doch kann Schnee in größeren Mengen Hochspannungsmasten wie Streichhölzer knicken und Hallendächer zum Einsturz bringen.
  Federleicht, ligero como una pluma, schweben Schneeflocken zur Erde. Ich halte auch gerne mein Gesicht nach oben um die Flöckchen aufzufangen. Ich habe noch nie eine Beule davon bekommen.
  Es gibt kleine und große Schneeflocken, trockene und feuchte. Entsprechend unterschiedlich kann das Gewicht von frisch gefallenem Neuschnee sein. Trockener Pulverschnee bringt gerade einmal eine Masse von dreißig bis fünfzig Kilogramm pro Kubikmeter auf die Waage. Feuchter Neuschnee kann aber bis zu zweihundert Kilogramm pro Kubikmeter schwer sein.
  Am Boden verdichtet sich der Schnee dann und kann - je nach Alter und Witterungsbedingungen - eine Masse von bis fünfhundert Kilogramm pro Kubikmeter erreichen.
  Traum und Realität können also doch oft aus demselben Material sein.
 
22 de enero de 2007 22. Jänner 2007
lunes Montag
am Nachmittag leicht bewölkt es regnet ...
Icod de los Vinos Villach
hora local Ortszeit
07.59 salida del sol 07.39 Sonnenaufgang
18.37 puesta del sol 16.50 Sonnenuntergang
temperatura mínima Tiefsttemperatur
15 ° centígrados 1 ° Celsius
temperatura diurna Tagestemperatur
19 ° centígrados 3 ° Celsius
   
  Grau in grau, gris y triste. An diese Farbe, el color, muss ich mich erst gewöhnen. Es ist allerdings nicht sonderlich kalt. Für heute ist Schneefall, nevasca, bis ins Tal vorher gesagt. Bei der Temperatur kann ich mir das nicht vorstellen. Bis jetzt ist von der weißen Pracht auch noch nichts zu bemerken. Es regnet vor sich hin - weit und breit kein Schneeflöckchen zu finden, kein Schnee, nieve, in Sicht!
  Aber was nicht ist, kann ja noch werden, mientras hay vida, hay esperanza.
  Ich mache mich auf den Weg um die ersten Arbeiten in Angriff zu nehmen. Der graue Alltag, la monotonía cotidiana, beginnt für mich auch in Villach. *g* Zugegebener Maßen mit ein wenig Gemütlichkeit.
  Der Karneval ist wohl das bekannteste und unterhaltsamste Fest des Jahres. Der Karneval, el carnaval, der Hauptstadt Santa Cruz zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen dieser Art auf der Welt. Der Karneval in Santa Cruz steht bereits als weltweit größtes Tanzfest im Guinness-Buch der Rekorde.
  Am 16. Februar zieht der spektakuläre Umzug der Cabalgata anunciadora del Carnaval, durch Santa Cruz. Der Karneval steht jedes Jahr unter einem Motto, heuer wurde das Thema "Mode" ausgewählt.
  Die Vorbereitungen für die fünfte Jahreszeit der Insel sind bereits überall voll im Gange.
 
Santa Cruz Puerto de la Cruz Icod de los Vinos
Santa Cruz de Tenerife Puerto de la Cruz Icod de los Vinos
  Gefeiert wird natürlich auf der ganzen Insel, in allen Dörfern und Städten. Am prächtigsten allerdings in Santa Cruz de Tenerife und in Puerto de La Cruz. Das Motto in Puerto de la Cruz heißt "Paris der zwanziger Jahre", Paris, años 20.
 
Hier sind die wichtigsten Termine für Puerto de la Cruz
15. Februar Wahl der Karnevalskönigin
17. Februar Ankündigungsumzug
21. Februar Beerdigung der Sardine
24. Februar Großer Karnevalsumzug um 16 Uhr
 
Die Beerdigung der Sardine, Entierro de la Sardina, ist ein weiteres Ritual, das in vielen Orten begangen wird. Mit besonderer Aufwand in Los Realejos, La Orotava und Puerto de La Cruz.
  In Santa Cruz de Tenerife wird ein Gestell mit einer riesigen Sardine, die aus Lumpen gemacht wird, auf einem Thron in einer großen Prozession durch die Stadt getragen. Klageweiber, schwangere Männer und Witwen laufen weinend und klagend durch die Straßen. Umgeben von dieser untröstlichen Witwer- und Witwenschar geht die Sardine schließlich in Flammen auf. Der Karneval ist tot - es lebe der Karneval!
  Eigentlich ist mit der Beerdigung der Sardine,  der Karneval zwar offiziell beendet. Aber hier ist eben alles ein wenig anders - es geht lustig weiter!
  Während der ganzen Zeit finden rund um die Plaza del Charco Tanzabende mit Latinomusik statt. Sie werden mogollón genannt. Der letzte am Sonntag, den 25. Februar.
  In Puerto de la Cruz findet der große Umzug Gran Coso Apoteosis del Carnaval sogar nach dem offiziellen Ende des Karnevals statt! Warum? Damit er sich nicht mit dem Umzug in Santa Cruz überschneidet und alle Gruppen daran teilnehmen können. lach einmal :o) ¡¡Tenerife amable!! Liebenswertes Teneriffa!
  Gefeiert wird also ausgiebig und lange! Und das schon seit dem 17. Jahrhundert. Die Spanier schafften es sogar während der Francozeit, dieses Fest zu feiern - obwohl es streng verboten war! Sie tarnten den Karneval kurzerhand als Winterfest.
 
21 de enero de 2007 21. Jänner 2007
domingo Sonntag
am Nachmittag leicht bewölkt Hochnebel
Icod de los Vinos Villach
temperatura mínima Tiefsttemperatur
16 ° centígrados 0 ° Celsius
temperatura diurna Tagestemperatur
22 ° centígrados 1 ° Celsius
   
  Der erste Blick aus dem Fenster - feiner, weißer Nebelschleier hüllt die Umgebung sanft ein. Die Bäume am Waldrand sind kaum zu erkennen. Ich kann sie nur erahnen. Der Nebel, la niebla, beherrscht die Umgebung.
   
  Eine Stunde später wird das Bild bereits um einiges freundlicher. Der blaue Himmel setzt sich langsam aber sich durch. lach einmal :o) Am Ende gewinnt bei dem Spiel am Sonntag Vormittag allerdings dann doch der Hochnebel. Es ist und bleibt den ganzen Tag neblig, hace niebla todo la dia, Leider. ¡por desgracia!
  In Wahrheit zieht jedoch die Nebelfee durchs Land. Mit ihrem zarten Gespinst verzaubert sie Wiesen und Wälder. Mit ihrem weißen, kalten Hauch verdeckt sie die Kahlheit der Natur und gaukelt uns eine Traumwelt vor. Bäume werden zu mutigen Helden oder alten, buckligen Greisen. Steine verkörpern Monumente und eintönige, braune Landschaften täuschen unseren Blicken eine helle Märchenwelt vor.
  Wolken und Nebel sind nur Luftgestalten - Sonne Mond und Sterne werden von ihnen nur verdeckt, über ihnen strahlen die Himmelslichter ungestört und hell.
  Georg sitzt unterdessen in Santa Barbara auf der Terrasse in der Sonne und genießt den letzten Schluck vom Frühstückskaffee. Beneidenswert! *g*
  Am Nachmittag habe ich gemütliche Stunden mit meinen Eltern verbracht und konnte feststellen, dass sie sich auch in diesem Jahr gar nicht verändert haben.
  Ein gemütlicher Abend mit Christina und schon ist der erste Tag vorbei.
 

 
Im Nebel
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.
Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
ist keiner mehr sichtbar.
Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.
Hermann Hesse
 
   

 

20. Jänner 2007 Samstag
 
am Nachmittag leicht bewölkt  
19 ° Celsius  
Icod de los Vinos  
Kalenderblatt  
  Heute bin ich an zwei Orten gleichzeitig. Die Fahrt in den Süden beginnt um halb sechs - um zwanzig Uhr abends bin ich voraussichtlich in Villach.
  Das Flugzeug ist pünktlich in Salzburg gelandet. Vier Stunden Flugzeit - mit Rückenwind. In Salzburg dann die zweite, positive Überraschung. Der Zug, der eigentlich bereits abgefahren sein musste, ist mit Verspätung in Salzburg eingetroffen. Aus diesem Grund bin ich zwei Stunden früher als vorher gesehen in Villach angekommen.
  In Salzburg ist es so warm gewesen, dass ich meine Winterjacke im Koffer lassen konnte. Die Sonne hat vom blauen Himmel gelacht und Auswirkungen des Sturmes konnte man auch nirgendwo erkennen.
  Schnee konnte ich nur auf den hohen Berggipfeln rund um Bad Gastein ausfindig machen. Die ganze Landschaft ist unansehnlich und braun. Triste und trostlos. lach einmal :o) Wenn ich da an unsere Blumenpracht auf der Insel denke. Da kommt jetzt schon Sehnsucht auf! Egal wie intensiv der Kampf gegen den wuchernden Klee auch sein mag.
  Christina und Michael haben mich vom Bahnhof abgeholt. Eine kurze Fahrt vom Bahnhof nach Vassach - und die Reise ist beendet. Innerhalb eines Tages wechselt man in eine andere Welt und innerhalb weniger Stunden ist die alte Vertrautheit fast wieder da.
  Gestern Abend habe ich noch einige Fotos auf der Finca gemacht, damit ich ganz genau festhalten kann, wie viel sich in zwei Wochen ändert. *g*
 

 
Wo es aussieht,
als wäre nichts zu tun,
ist bereits viel getan worden.
Jean Paul
 
 
  Für heute sage ich gute Nacht! Zwei Wochen Villach liegen vor mir. Das ist auf einer Seite nicht viel, auf der anderen Seite doch eine lange Zeit. Ich werde sie genießen. Vor allem werde ich morgen ausschlafen!

 

19. Jänner 2007 Freitag
 
Sonne den ganzen Tag  
24 ° Celsius  
Icod de los Vinos  
Kalenderblatt  
  In Großbritannien, en Gran Bretaña, Deutschland, Alemania, und den Niederlanden, los Países Bajos, hat der Orkan Kyrill schon mindestens 34 Menschenleben gefordert. Er ist einer der schwersten Stürme der vergangenen 20 Jahre.
  Der Orkan, el huracán, Kyrill hat in Österreich in der Nacht besonders in den Bundesländern Ober- und Niederösterreich schwere Schäden angerichtet. Hausdächer flogen durch die Luft, Bäume stürzten auf Stromleitungen und so sind auch heute Vormittag noch über hunderttausend Haushalte ohne Strom.
  Kärnten, Carintia, ist verschont geblieben. Kein einziger Feuerwehreinsatz wurde im südlichsten Bundesland verzeichnet. Glück gehabt!
  Kyrill, auf griechisch cyrillos heißt übersetzt "der Herrliche" Die Herrlichkeit hält sich meiner Meinung nach allerdings in Grenzen. Es gibt Schöneres als einen Sturm der ganze Wälder abholzt und riesige Schäden aller Art anrichtet.
  Eingangssäule Nummer eins  ... und Nummer zwei!
  Die Kartoffelkäfer sind heute fast ausgerastet. Wahrscheinlich haben sie gedacht, morgen wird ein Tor montiert und sie können uns nicht mehr ärgern. Die Vorstellung ist wirklich Film reif gewesen. Schade, dass man solche Vorkommnisse nicht festhalten kann. *g*
  Das sind für die nächste Zeit einmal die letzten Fotos von Teneriffa. Der Fotoapparat bleibt hier, damit Georg den Baufortschritt lückenlos dokumentieren kann. Zum Einspielen ins Internet wird er nicht kommen. Er hat Arbeit bis über beide Ohren - und muss meinen Teil auch noch übernehmen. lach einmal :o) Er schafft das aber mit links! Da bin ich mir ganz sicher!
  Nachdem gestern auf Teneriffas Hauptflughafen Reina Sofía ein Feuer zur Räumung des Flughafens führte, hat sich der Betrieb wieder normalisiert. Der Brand konnte von der Feuerwehr schnell gelöscht werden. Es ist nicht viel passiert, Personen kamen nicht zu Schaden. Einige Flugzeuge mussten jedoch für kurze Zeit nach Gran Canaria und Teneriffa Nord umgeleitet werden.
  Morgen um diese Zeit, mañana a esta hora, sitze ich viertausend Kilometer entfernt in unserer gemütlichen Küche, en la cocina, in Kärnten. Früh morgens klingelt der Wecker allerdings wirklich zu nachtschlafender Zeit. Das Flugzeug hebt um neun Uhr morgens am Flughafen im Süden Teneriffas, el aeropuerto al sur de Tenerife, ab. Bis bald, hasta pronto, also - ich wünsch  mir eine angenehme Reise! ¡Buen viaje!

 

18. Jänner 2007 Donnerstag
 
am Nachmittag leicht bewölkt  
24 ° Celsius  
Icod de los Vinos  
Kalenderblatt  
  Einer der letzten Tage - vorläufig - hier auf der kleinen Insel im Atlantik. lach einmal :o) Für solche Situationen haben wir schon seit Jahren unser eigenes Ritual. Einmal noch San Marcos, ein letztes Mal, por última vez, die Stimmung der kleinen Bucht unterhalb von Icod genießen. Hier kann man Kraft tanken.
  Heute einmal keine Fotos mit Blickrichtung Meer sondern mit der Stimmung der hohen Felsen, die die kleine Bucht umgeben.
  in der Bucht von San Marcos  in der Bucht von San Marcos
  Die Farben und Formen der Felsen üben einen eigenen Reiz auf die Sinne aus. Man kann die Entstehung der Inseln fast greifen. Schicht für Schicht sind diese Gesteine in den Himmel gewachsen.
  in der Bucht von San Marcos  in der Bucht von San Marcos
  Schwarzer Sand, überwältigende Felsen, das dunkle Meer mit seinen Schaumkronen tragenden Wellen, die gegen die steil abfallende Felswand schlagen. Die geschützte Bucht mit den vielen, kleinen Lokalen gesäumt - einen schöneren Abschied kann man sich nicht wünschen.
  La Playa San Marcos ist ganz einfach etwas besonderes. Ein Lebensgefühl der anderen Art!
  Am Abend standen noch kulinarische Punkte auf unserem Programm. Orangenmarmelade und ein Kirschstrudel.*g* Mein Schatz soll wenigstens in der ersten Zeit als Strohwitwer nicht darben müssen.
  Deutschland, Alemania, und Teile Österreichs, y partes del país Austria, rüsten sich für einen gewaltigen Sturm. Das Orkantief Kyrill fegt seit heute Mittag mit bis zu 195 Stundenkilometern über die Länder. In der Nacht soll es noch schlimmer werden.
  Der Süden Österreichs, also Kärnten soll davon verschont bleiben - unsere Kinder müssen also nicht zittern.
  Aber jetzt geht es ab ins Bett - morgen wird der Koffer aus seiner Versenkung geholt. Der letzte Tag beginnt in weniger als einer Viertelstunde. Gute Nacht allerseits!

 

17. Jänner 2007 Mittwoch
 
Sonne den ganzen Tag  
24 ° Celsius  
Icod de los Vinos  
Kalenderblatt  
  Sommer - wie immer in letzter Zeit. Hat da irgendwer an der Zeit gedreht? Der rosarote Panther vielleicht? Mir ist es aber eigentlich egal - wir leben im Paradies.
  Ich bin gerade dabei meine Abwesenheit vor zubereiten. lach einmal :o) Ich freue mich heute schon darauf wieder auf die Insel zu kommen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in den nächsten beiden Wochen irgendwann, irgendwie Schnee schaufeln werde. *g* Und hier werden die Mandelbäume blühen.
  Der Karneval, el carnaval, zählt auf Teneriffa zu den wichtigsten Veranstaltungen des Jahres. Heuer lautet das Thema "Mode". In Puerto de la Cruz steht das Paris der zwanziger Jahre im Mittelpunkt. Ich bin neugierig auf die Umsetzung. Unsere Arbeiter haben bereits um Urlaub angesucht.

 

16. Jänner 2007 Dienstag
 
Sonne den ganzen Tag  
25 ° Celsius  
Icod de los Vinos  
Kalenderblatt  
  Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! ¡feliz cumpleaños!
  Wer feiert heute? Meine Mutti - und ich bekomme nicht einmal ein Stück der Geburtstagstorte! Na ja, selber schuld. *g*
 
  Es geht wieder auf einer anderen Stelle weiter. Nachdem der neue Strassenverlauf jetzt fest gelegt ist, können wir den Haupteingang fertig machen. Heute Mittag wurde die Arbeit für die beiden Hauptsäulen begonnen. Viel kann man och nicht erkenne, doch in einer Woche sollen sie fertig sein.
   
  Was das ist? Ein wichtiger Bestandteil unseres Baggers, la pala. Ohne dem geht gar nix. Es ist der Starter - und der wollte das Fahrzeug nicht mehr in Gang setzen. Aber was soll's? Wir haben einen Spezialisten in der Firma. *g* Der Chef, el jefe, schafft alles! Der Bagger, springt wieder an wie eine Jungfrau - was immer das heißen soll.
  Wir konnten heute wieder einmal Sommerwetter genießen. Alle unsere Fische haben ein Sonnebad genommen und fleißig Mückenlarven genossen. Und welche Überraschung, ich habe beide Wasserschildkröten gesichtet. lach einmal :o) Das erste Mal, seit wir ihnen den schönen, großen Lebensraum zur Verfügung gestellt haben.
  Es hat sich nun schneller ergeben als gedacht - am Samstag, sábado, fliege ich "nach Hause". Für zwei Wochen muss Georg dann alleine die Stellung halten und ich werde die diversen bürokratischen Angelegenheiten im Norden regeln.
  Irgendwie freue ich mich darauf - auf der anderen Seite habe ich gar keine Lust auf die Aufgaben in Österreich.
  Meine Winterjacke muss ich auch noch aus der Versenkung holen, lach einmal :o) das darf ich morgen auf keinen Fall vergessen.
  Falls in Österreich jemand Nachhilfe benötigen sollte, kann er sich an der obersten Stelle im Staat melden. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer übernimmt ab sofort einen Nebenjob. Bei seiner ersten Regierungserklärung im Nationalrat kündigte der SPÖ-Chef an, ein Mal pro Woche in einer Wiener Schule Nachhilfeunterricht zu geben. Viel Vergnügen!
  Wie man ihn erreicht? lach einmal :o) Ganz einfach - er steht im Telefonbuch!
1. bis 15. Jänner 2007
Fragen, Vorschläge und Kritik
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  Ergängungen
  Villacher Fasching
  Seit 1910 veranstaltete die Villacher Bauerngman jährlich einen Bauernball, dessen Erlöse man für wohltätige Zwecke verwendete.
 
 
 
1955 hatte der Villacher Senator Rudolf Horn die Idee, aus dem Bauernball den neuen "Villacher Fasching" entstehen zu lassen.
Bereits 1958 beteiligten sich über 50 Lokale an dem "Fasching in ganz Villach".
   
  1961 wurde erstmalig in der Arbeiterkammer die "Villacher Faschingssitzung" durchgeführt. Sie wurde bereits vom Rundfunk übertragen. Seit 1963 überträgt das österreichische Fernsehen die Sitzungen. Aus der Villacher Bauerngman bildete sich 1964 die "Villacher Faschingsgilde".
  Seit 1972 finden die Veranstaltungen im Villacher Kongresshaus statt. 2001 zogen die Karnevalisten in ihr eigenes, neu erbauten Gildehaus um. Seinen jährlichen Höhepunkt erreicht der Villacher Fasching jeweils am Faschingsamstag beim großen Faschingsumzug in der Innenstadt. Dabei präsentieren sich nicht nur die Villacher Narren in den ausgefallensten Verkleidungen, sondern es nehmen von Jahr zu Jahr mehr Gruppen aus andern Bundesländern und auch aus anderen europäischen Ländern daran teil.
  Im Jahre 1955 wurde das erste Prinzenpaar gewählt und 1967 das erste Kinderprinzenpaar.
  Höhepunkt und Abschluss zugleich ist am Faschingssamstag der große Faschingsumzug durch die Villacher Innenstadt. Dann nämlich gleicht Villach einer einzigen Narrenbühne. In den Geschäften und Lokalen ist die Bedienung maskiert, Musikgruppen heizen schon von in der Früh weg die Stimmung an. Um auch den Kleinsten an diesem Tag eine bleibende Erinnerung zu bieten, gibt es jedes Jahr ein umfangreiches Kinderprogramm. Am Umzug am Nachmittag beteiligen sich jedes Jahr um die 150 Gruppen und rund 3.000 Närrinnen und Narren. Der Umzug wird von zehntausenden Besucherinnen und Besuchern verfolgt.
  Quelle: Villacher Faschingsgilde
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  Reisen in früheren Zeiten
  Der Adel nächtigte auf den Burgen der Standesgenossen, der Mönch im Kloster, der Kaufmann in der Handelsniederlassung und der Handwerker bei Kollegen seiner Zunft.
  Der Maler Albrecht Dürer etwa beschreibt, wie er in Brügge von der Gilde der Maler und Goldschmiede aufgenommen wird. "Ich ging auf die Gildestube, da hatten sich schon mehrere ehrenwerte Leute zusammengefunden. Ich musste mit ihnen zu Nacht essen, sie suchten meine Bekanntschaft zu machen und taten mir große Ehre an. Hernach geleitete mich die ganze Gesellschaft mit Windlichtern heim zu Meister Heinrich, dem Maler."
  Die Zunftstube war der Vorläufer der Gaststube, nur dass man eben nicht nach reichlichem Alkoholgenuss in den ersten Stock gehen und sich ins Bett legen konnte, sondern im Hause eines Zunftgenossen schlief.
  In den Herbergen, die an Reiserouten lagen, nächtigten meist nur Personen niederen Standes. Es gab einen großen Schlafraum, der mit Stroh ausgeschüttet war. Vornehme Reisende kehrten hier nur ein, wenn es nicht zu vermeiden war, und sie hatten für solche Anlässe ein Kalbfell dabei, das mit der Fellseite aufs Stroh gelegt wurde – des Ungeziefers wegen. Wenn der Wirt tatsächlich über zwei oder drei Gastzimmer verfügte, hieß das noch lange nicht, dass hier keine Wanzen zu finden waren. Der Abort befand sich entweder unter dem Treppenaufgang oder – als Bretterhäuschen – im Hof. Umso wichtiger war das Nachtgeschirr, das der Gast unter seinem Bett zu finden hoffte.
  Man kann sich also lebhaft vorstellen, welchen Zuspruch das erste gepflegte Hotel Europas fand. Das "Grand Hotel" wurde am 25. Januar 1774 in London eröffnet.
  Jedes Zimmer hatte ein Wärmeöfchen, dessen glühende Kohlen mit aromatischen Essenzen versetzt wurden. Auf den Betten lagen Daunendecken und in der kalten Jahreszeit wurde das Bettzeug mit einem heißen Ziegelstein vorgewärmt. Baden konnte man auch: in jedem Zimmer stand ein hölzerner Zuber, der mit warmem Wasser und duftenden Kräuterzusätzen gefüllt wurde.
  Die Reisenden fanden Gefallen an diesem Komfort, das Hotel war immer ausgebucht. Selbst adlige Herrschaften gingen lieber ins Grand Hotel in Covent Garden als auf dem zugigen Schloss irgendeines Verwandten zu schlottern. Das Hotel als standesgemäße Unterkunft trat seinen Siegeszug an.
  Noch fast zweihundert Jahre später musste Kaiser Wilhelm II anerkennen, dass ein gepflegtes Hotel einem ungemütlichen Schloss allemal vorzuziehen ist. Wenn er in den Wintermonaten den Besuch eines ausländischen Souveräns erwartete, pflegte er zu sagen: „Bei mir ist es kalt. Es zieht und es ist feucht und die Kamine heizen nicht genug. Also wenn Sie heiß baden wollen, gibt's nur eins: Gehen Sie ins Adlon!“
  Er zahlte dem Hotel jährlich 150 000 Mark. Dafür hatte das Adlon jederzeit Zimmer für hohe Gäste bereitzustellen, die im kaiserlichen Schloss nicht untergebracht werden konnten – oder wollten.
  Hoteldirektor Lorenz Adlon hatte übrigens schon in einem Interview 1907 anlässlich der Eröffnung seines Hotels auf die Frage eines Reporters, woran man eigentlich ein gutes Hotel erkenne, eine aufschlussreiche Antwort gegeben: "Ein gutes Hotel erkennt man am Bett. Es muss so gebaut und aufgestellt sein, dass der Gast eine vollendete Nachtruhe hat. Deshalb gibt es bei uns auch keine Klingel, sondern nur Lichtsignale. Auf allen Treppen und Fluren liegen dicke Läufer. In jedem Zimmer muss die Möglichkeit zur völligen Dunkelheit bestehen. Das Bett selbst muss schon beim bloßen Anblick ein Gefühl des Wohlbehagens auslösen. Es soll dem Gast das Gefühl vermitteln, er sei geborgen in einem Nest, in das die feindlichen Einflüsse von außen nicht eindringen dürfen."
  Mit diesen Worten offenbarte Lorenz Adlon, dass er nicht nur ein guter Geschäftsmann, sondern auch ein guter Psychologe war. Heute, da sich viele Luxushotels den Markt teilen müssen, würde seine Antwort auf die Frage, woran man gute Hotels erkennt, ganz anders lauten. Und doch – ihr Ziel ist gleich geblieben, vom ersten Hotel 1774 bis heute: Der Gast soll sich wohlfühlen und – wiederkommen!
  Quelle: Kalenderblatt Radio Bayern
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  Der Samstag und das Bett
  Was haben diese beiden wohl gemeinsam? Des Rätsels Lösung sind die Drei Bethen. Von ihnen wurden und werden unzählige Begriffe und Worte abgeleitet.
  Bei den Kelten bildeten die Göttinnen Ambeth, Borbeth und Wilbeth die göttliche Triade. Sie wurden auch die drei Bethen genannt. Zugeordnet wurden sie den Wochentagen Samstag, Sonntag und Montag.
  Im Königreich Noricum, dem ersten Staat auf österreichischem Gebiet, wurden die Bethen als Nationalheilige und norische Muttergottheiten verehrt. Sie waren Schenkende des Lebens und der Gesundheit und galten auch als Beschützerinnen der Mütter und Kinder.
  Der Glaube an die drei gütigen Frauen, die durchs Land ziehen, weisen Rat erteilen und Gaben schenken, hielt sich im Volk sehr lange. Der Bethen-Kult wurde - wie so vieles - von der christlichen Kirche okkupiert, und die Göttinnen lebten als Margaretha, Barbara, Katharina im Bewusstsein der Menschen weiter
  Was bedeutet das Wort Bethe?
  Bethe bedeutet soviel wie Erde. Das Wort Bett leitet sich davon ab, denn ursprünglich schliefen die Menschen nicht auf Matratzen, sondern auf der Mutter Erde.
  Das Wort beten stammt auch aus dieser Zeit und bedeutet "die Göttin anrufen". Mit dem Wort Samstag ist die keltische Mondgöttin auch in unserer Zeit fest verbunden. Wenn man es genau nimmt, lebt die ganze Dreiheit in unseren Wochennamen weiter. Die Heiligkeit der Erde ist mit dem Samstag, die der Sonne mit Sonntag und die des Mondes mit Montag fest verankert.
  Die Beteltänze und Bettelumzüge aus dem Mittelalter, die Bettelstege auf den Wanderwegen, der Bittgang. All das wird von den Bethen abgeleitet.
  Ebenso die Butter. In vielen Märchen und Sagen kommen melkende und butternde Frauen vor. Manche Sagen erinnern uns noch an eine matriarchale Zeit: Salige Frauen buttern, spinnen Flachs und helfen den Menschen in all ihren Nöten. Butter und Milch sind im Überfluss vorhanden. Die Sennerinnen vom Hochkönig pflastern ihren Weg mit Käselaiben, die Fugen dazwischen füllen sie mit frischer Milch aus, aus der goldgelben Butter formen sie Butterkugeln und spielen damit. In der Tiroler Sage "Frau Hitt" badet diese ihr Kind in Milch und trocknet es mit Weißbrot ab.
  Wohlstand, Gesundheit, Reichtum und Lebenslust in Hülle und Fülle!
  Doch es zeichnet sich bereits der Umbruch zum Patriarchat ab. Das Verschenken von Butter, Milch und Brot wird bestraft und als übermütig und gottlos verdammt. Frau Hitt erstarrt zu Stein, die lebenslustigen Sennerinnen vom Hochkönig, die beim Umgang mit Männern sehr wählerisch sind, werden in einem fürchterlichen Schneesturm begraben.
  Aus den göttlichen Frauen, die den Menschen Gutes tun und sie reich beschenken, wurden gottlose, böse Frauen, die für ihren Frevel bestraft werden. Aus den segnend butternden Frauen wurden böse Hexen, die die Milch von anderen stehlen und auf Butterfässern durch die Lüfte fliegen.
  Dort wo die Menschen einfach nicht aufhörten, weibliche Gottheiten zu verehren wurde aus den gütign Frauen der alten Zeit das christliche "Unsere liebe Frau" oder "Unsere Liebfrau
   
  Während die zweite Worthälfte beth das Gemeinsame zum Ausdruck bringt, liegt die unterscheidende Bedeutung für jede der drei göttlichen Frauen in der ersten Worthälfte: Am-, Wil- Bor-
  Ambeth
  Das altirische Wort an-u bedeutet Göttermutter, daraus hat sich dann andera für "junges Weib" entwickelt. Im Lateinischen gibt es annula, das Großmütterchen. So verehrten die Römerinnen Anna Perenna, Großmutter Zeit, die ewige Anna. Anna Perenna war eine doppelköpfige Göttin und war dem Jahreswechsel zugeordnet. Ihre zwei Gesichter schauten von ihrem Himmelstor, wo ein himmlischer Zyklus mit dem Nächsten verschmolz.
  In denselben Kreis gehört auch unser Wort Ahne (althochdeutsch: ana), was Großmutter und ursprünglich Sippenmutter bedeutete. Als Gemeinsames ergibt sich aus diesen verschiedensprachigen Beispielen die Grundbedeutung Mutter.
  Das keltische ana bedeutet Erde. Damit ist auch das deutsche Wort Anger verwandt. Auf althochdeutsch hieß es an-gar und bedeutete soviel wie abgegrenzte Bodenfläche.
  Die erste Worthälfte von Ambeth bedeutet also Erde, Erdmutter, göttliche Mutter Erde. Sie ist die Personifizierung der jungfräulich-mütterlichen Erde. Die christliche Kirche hat aus der Erdmutter Ambeth die Mutter Anna gemacht. Der Kult um die heilige Anna, die Mutter Marias, hatte im 14.Jahrhundert einen großen Aufschwung und war in erster Linie ein Mutterkult. Anna galt als mächtige Patronin der Schwangeren und Gebärenden sowie auch als Schutzheilige der Bergleute. Auch hier lässt sich Annas Herkunft von der mütterlichen Erdgöttin Ambeth leicht ableiten.
  Ambeth ist in zahlreichen Orts- und Flurnamen sowie weiblichen Vornamen gut sichtbar. Die Ortsnamen Annaberg (bei Leibnitz in der Südsteiermark), Amberg in Oberösterreich oder Ambach bei St.Pölten sind nur einige davon.
  Wilbeth
  Das englische Wort wheel entspricht phonetisch dem Wil des Namens Wilbeth. Wheel bedeutet Rad. Es wird aber auch benutzt, um alles Runde zu benennen. Die runde Töpferscheibe nennt man auch potter's wheel. Das englische wheel hatte vermutlich die ursprüngliche Bedeutung von "runde Mondscheibe".