1 de enero 2008 - Neujahr
 
31 de diciembre 2007 - Silvester
Montag - lunes
      
sonnig und warm
Icod de los Vinos
16 ° centígrados
22 ° centígrados
Urlaub ist schön, daran kann man sich gewöhnen -  tener vacaciones
 
¡Feliz Año Nuevo!
Wir wünschen euch allen einen guten Rutsch und eine weiche Landung!
iiiProsit 2008!!!
 
 
30 de diciembre 2007
Sonntag - domingo
      
sonnig und warm
Icod de los Vinos
16 ° centígrados
19 ° centígrados
Urlaub ist schön, daran kann man sich gewöhnen -  tener vacaciones
  Ich bin mit den Wochentagen auch schon ein wenig durcheinander. Gestern Abend bin ich in Gedanken schon irgendwie beim letzten Tag des Jahres gelandet. Ist aber nicht so!
  Soo schnell vergeht das Jahr auch wieder nicht! Wir haben für heute ja noch einen Ausflug geplant. Nichts Aufsehen erregendes - eigentlich mehr ein Erlebnis fürs Wohlbefinden.
  Wofür wir uns entschieden haben erfahrt ihr morgen - oder auch noch heute Abend. Versprechen kann ich allerdings nichts.
  Das schönst im Leben sind so wieso die kleinen aber feinen Überraschungen, oder? Auch wenn nicht wirklich jemand ans Christkind glaubt - schön wäre es ja doch ...
 
29 de diciembre 2007
Samstag -sábado
      
sonnig und warm
Icod de los Vinos
16 ° centígrados
19 ° centígrados
Urlaub ist schön, daran kann man sich gewöhnen -  tener vacaciones
  Weihnachtskrippen, los nacimientos - ich habe sie schon als Kind geliebt.
  Hier redet jeder von los belénes. El belén bedeutet im Grunde genommen jedoch entweder Bethlehem oder Durcheinander. Das kann sich jeder aussuchen. Egal wie, hier gehört es zum Leben wie die Sonne zu schönem Wetter.
  Ich lebe auf einer Insel, auf der Weihnachtskrippen im Grunde genommen kein Thema sind. Nicht weil es dieses Phänomen hier nicht gibt, sondern weil es selbstverständlich ist!
  Maria, Josef und dem kleinen Wickelkind kann man hier nicht entgehen. Es finden Wettbewerbe statt. In jeder Kirche, in den meisten Städten, in vielen Geschäften oder einfach nur in Häusern stehen Krippen, die im Laufe vieler Jahre aufgebaut worden sind. Lebendig gewordene Familiengeschichten.
  Bei uns zu Hause wäre es vielleicht Welten, die irgendein Liebhaber der Modelleisenbahn aufgebaut hätte. Solche Landschaften gibt es hier verständlicher Weise nicht. Auf der kleinen Insel im Atlantik gibt es weder eine Eisenbahn noch Schienen.
  Aus diesem Grund toben sich die männlichen Bastler wahrscheinlich mit der weihnachtlichen Landschaftsgestaltung für die Heiligen Drei Könige oder von der Weihnachtsgeschichte aus. Beweißen kann ich es nicht, aber ich vermute es ganz einfach.
  Wie gesagt, wir haben momentan Freizeit und heute haben wir entspannende Stunden in La Orotava verbracht. Krippen sind im Moment für mich eben das Thema - das wird jeder verstehen, der mich kennt - und aus diesem Grund gibt es heute auch Fotos von zwei wunderschönen Krippen.
   
  Eine davon steht in lebensgroßen Figuren vor dem Rathhaus in Orotava und die zweite in einer Ferreteria gegenüber. In einer Baustoffhandlung, die es bereits seit 1904 gibt. Bescheiden im Hinterzimmer, das in früheren Jahren wahrscheinlich kein Hinterzimmer, sondern im Einfahrtsbereich des Hauses gelegen ist. 
  Heute gibt es dieses Einfahrtstor nicht mehr wirklich. Das Tor ist noch vorhanden, aber es kann ganz einfach niemand mehr durch fahren. Es wäre zu schmal und eigentlich ist es nur mehr eine klein Nische im bestehenden Geschäft. Trotzdem - oder gerade deswegen - hat der Besitzer die beiden Fensterflügel ausgehängt, damit man die Krippe auch von außen bewundern kann.
   
  Klein und versteckt, aber so liebevoll gestaltet, wie ich noch nie eine weihnachtliche Krippenlandschaft gesehen habe. Man könnte eine Stunde davor stehen und noch immer Kleinigkeiten entdecken. In den Häusern liegt der Käse auf dem Tisch, die Betten sind gemacht und an anderen Orten unterhalten sich Männer bei einem Gläschen Wein.
  Ein kleiner Bub sitzt auf dem Geländer eines Balkons und lässt seinen Drachen im Wind fliegen. Ihr werdet es nicht glauben, aber der kleine, vielleicht einen Quadratzentimeter große Papierdrachen flattert im Wind!
  Wir haben die Krippe durch ein Fenster erspäht. Eine Frau hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass man eigentlich nur in das Geschäft hinein gehen muss - oder kann.
  Das haben wie dann auch getan - und es war wunderschön! Als wir uns dafür bedankt haben, hat der Besitzer der Krippe uns zuerst ein Gutes Neues Jahr gewunschen. Die Weihnachtslandschaft gehört hier zum Leben wie die Luft für andere zum Atmen gehört. Daran bauen und arbeiten Generationen - und sie sind stolz auf diese Tradition!
  Viel schief gehen kann im Neuen Jahr eigentlich nicht mehr, oder?
 
28 de diciembre 2007
Freitag - viernes
      
sonnig und warm
Icod de los Vinos
16 ° centígrados
19 ° centígrados
Wir haben noch immer Urlaub -  tener vacaciones
  Ausschlafen, gemütlich frühstücken und dann werden oder sollen Gitti und Robert auftauchen. Nach einer Fincaführung machen wir uns einen gemeinsamen Ferientag. Wo wir bei unserem Ausflug landen werden, das steht noch in den Sternen. Wir lassen uns überraschen.
  Wir sind in Garachico gelandet. Wie es sich für Touristen gehört. :o)
   
  Heute ist der Tag der unschuldigen Kinder, el Día de los Inocentes.  Vergleichbar ist der Tag allerdings eher mit unserem ersten April, el dia de Bromas. La broma, bedeutet soviel wie Scherz oder Spass.
  Wer nicht aufpasst, der wird also heute zum Narren gehalten und - ich weiß leider nicht wohin - geschickt. *g* Der April kann's ja wohl nicht sein! Der Spaßvogel entschuldigt sich im allgemeinen mit den Worten que la inocencia te valga. Bei uns daheim sagt man einfach "April, April, da schickt man den Esel wohin man will!" Hier entschuldigt man sich noch für den Scherz an den Geschädigten. Aber das macht wahrscheinlich den Unterschied zwischen Dezember und April aus.
  Georg hat um neun Uhr einen Termin beim Stadtrat für die Stadtplanung, el Concejal de Urbanismo, also beim Baustadtrat. Hoffentlich wird er dort nicht in den April geschickt.
 

Bereits die Einstellung,
sich weniger Sorgen zu machen,
kann für mehr Freude im Leben sorgen.
 
Ernst Ferstl
   
 
27 de diciembre 2007
Donnerstag - jueves
      
sonnig und warm, ab Mittag bewölkt
Icod de los Vinos
16 ° centígrados
19 ° centígrados
Wir haben Urlaub -  tener vacaciones
  ¡Imagínate! Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie schön Urlaub sein kann. Oder doch? Der eine oder andere von euch hat vielleicht auch das Glück freie Tage genießen zu können.
  Es ist ganz einfach herrlich, den Tag auf sich zukommen zu lassen. Ohne Stress, ohne Pflicht - wir lassen es uns gut gehen. Jeder Mensch braucht eine Zeit der Entspannung, einen Ausgleich zum Alltag.
 

 
Einen Menschen wissen...
Einen Menschen wissen,
der dich ganz versteht,
der in Bitternissen
immer zu dir steht,
der auch deine Schwächen liebt
weil du bist sein;
dann mag alles brechen
du bist nie allein.
Freifrau Marie von Ebner-Eschenbach
 
  Die Zeit der Überraschungen ist zwar vorbei aber der Zauber der Weihnachtszeit liegt hier noch in der Luft. Und das ist wunderschön. Dafür braucht man weder Schnee noch Minusgrade. Licht gibt Wärme! Und Weihnachtsbeleuchtung gibt es hier überall. Kitschig, sentimental, sagen die einen - wunderschön, hermosísimo, die anderen.
  Ich gebe es offen und ehrlich zu, zur zweiten Gruppe gehöre auch ich. Für mich ist es einfach schön, egal ob es sich um künstliche Rodolfos oder mit Lichtern gestaltete Bäume handelt.
  Die Weihnachtsstimmung verfliegt auf den Inseln im Atlantik mit der Ankunft der höheren Mächte. Dafür müssen erst die Heiligen Drei Könige, los Reyes Magos, ihre Arbeit leisten. Wir haben also noch eine ganze Woche Galgenfrist!
 
26 de diciembre 2007
Stefanitag - in Österreich
      
sonnig und warm - richtig schönes Weihnachtswetter
Icod de los Vinos
16 ° centígrados
20 ° centígrados
Wir haben Urlaub
  Ihr genießt noch den zweiten Weihnachtsfeiertag - wir auch, obwohl auf der Insel heute kein Feiertag ist. Der Alltag hat die Inselwelt wieder fest in die Arme geschlossen. Aber irgendwie muss man das mit einem gewissen Augenzwinkern fest stellen. Ganz ernst darf man diese Tatsache nicht nehmen.
  Im Grunde genommen dauert die Weihnachtszeit auch auf den Kanarischen Inseln bis zum letzten Feiertag im Neuen Jahr. Bis zur Ankunft der Heiligen Drei Königen läuft im Grunde genommen gar nichts seinen normalen Weg.
  In Österreich steht heute als zweiter Weihnachtsfeiertag der Stefanitag im Kalender. In vielen Orten werden aus diesem Grund die Pferde und Kutschen gesegnet. Am bekanntesten ist der Stefaniritt und die damit verbundene Pferdesegnung in St. Stefan im Lavanttal.
  Woher dieses Brauchtum ursprünglich kommt, kann niemand so recht erklären, denn weder der Lebensgeschichte von Stefanus, noch in irgendwelchen Legenden um seine Person, wird je ein Pferd erwähnt.
  Am wahrscheinlichsten ist noch die Erklärung, dass St. Stefanus in den westeuropäischen Ländern eine ältere Glaubensgestalt ersetzt, nämlich die der keltischen Pferdegöttin Epona, die auch in Kärnten verehrt wurde.
  Stefanus ist in der katholischen Kirche der Schutzheilige von Rom und ist außerdem zuständig für das Wohl der Pferde, Pferdeknechte, Kutscher, Steinhauer, Maurer, Zimmerleute, Weber, Schneider, Böttcher und Küfer. Er soll aber auch gegen Besessenheit, Seitenstechen und Kopfweh wirken können. Falls alles nicht nützt, soll er für einen guten Tod sorgen.
  Also wieder einmal ein armer Mann der aus dem Arbeiten nicht herauskommt und wahrscheinlich gar nicht weiß, wie er zu dieser Ehre gekommen ist.
  Gitti und Robert genießen ihren ersten Ferientag im sonnigen Süden! Wir machen uns auch einen gemütlichen Tag. Georg übertaucht noch seinen Verkühlungsangriff und morgen lassen wir den Tag einfach auf uns zukommen. Wie gesagt, wir haben beschlossen Urlaub zu machen.
  Andere müssen weit fliegen, wir haben die Erholung, el descanso, vor der Haustüre - man übersieht es nur mit der Zeit. Diesmal ergreifen wir die Gelegenheit beim Schopf. Dringende Arbeiten stehen keine an und der tägliche Kleinkram kann nebenbei erledigt werden. Aus diesem Grund ist in den nächsten Tagen Freizeit angesagt!
 
25 de diciembre 2007
Christtag - Navidad
      
sonnig, warm und leicht bewölkt
Icod de los Vinos
16 ° centígrados
20 ° centígrados
Das Christkind hat uns auch auf der kleinen Insel gefunden!Dankeschön!
  Dass uns das Christkind sogar auf dieser kleinen Insel im Atlantik gefunden hat ist auch kein Wunder. Es hätte schon taub sein müssen! Hier knallt und schallt es durch die Lüfte wie bei uns zu Hause wenn die Böller in der Osternacht in den Himmel geschickt werden.
  Keine Ahnung ob sie das Christkind aufwecken oder feindliche Mächte abschrecken wollen? Beides könnte möglich sein. Ich denke mir allerdings, dass man so ein neugeborenes Kind damit eher erschreckt. Vielleicht bringen deshalb die Heiligen Drei Könige hier die Geschenke? Drei gestandene Mannbilder lassen sich durch diesen Kriegslärm wahrscheinlich nicht so schnell vertreiben.
  Irgendwann werde ich das Geheimnis lüften können - ich gebe euch dann natürlich sofort Bescheid.
   
 

Weihnachtsträume
Nenne dich nicht arm,
weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind,
wirklich arm ist nur,
der nie geträumt hat!
Freifrau Marie von Ebner-Eschenbach
   
    Ich hoffe, alle eure Wünsche und Träume sind erfüllt worden?!
  Wir haben einen wunderschönen, entspannten Abend genossen. Am Nachmittag waren wir auf ein Weihnachtsachterl in Puerto Cruz und haben die weihnachtliche Stimmung genossen. Anschließend haben wir den Abend ganz einfach vor sich hinlaufen lassen. Stimmungsvoll und ruhig. So wie wir uns einen Weihnachtsabend eben vorstellen.
  Vielen Dank an alle, die uns so liebe Weihnachtswünsche geschickt haben! Wir haben uns sehr darüber gefreut. Der PC war am Abend eingeschalten, weil wir mit Christina und Julian telefoniert haben, aber dass sogar am Weihnachtsabend so viele Mails in unseren Postkasten truddeln - damit haben wir wirklich nicht gerechnet.
  Aber jetzt wird einmal lange und ausgiebig gefrühstückt - auf uns wartet anschließend weder ein Truthahn noch eine Weihnachtsgans. Wir genehmigen uns deshalb einen ausgiebigen Weihnachtsbrunch. Wer will, ist herzlich dazu eingeladen!
  Als Aufbesserung kann ich sogar französische Zwiebelsuppe anbieten. Georg hat einen kleinen Streifschuss von einer Verkühlung bekommen und in diesem Fall hilft Zwiebelsuppe immer!
  Robert und Gitti befinden sich schon in den Lüften. Wir können einen schönen Weihnachtsfeiertag genießen. Am Abend werden wir uns auf den Weg zum Nordflughafen, nach los Rodeos, machen um die beiden abzuholen.
  Heute feiert auch ein ganz besonderer Mensch seinen Geburtstag - meine Schwester! Seinen Geburtstag in der Weihnachtszeit zu feiern ist nicht gar so lustig. Die ganze Welt und damit auch die menschliche Umgebung feiert Weihnachten und ist damit eigentlich schon überlastet. Dann soll man noch den Tag der Geburt eines normalen Menschen feiern?
  Als Kind ist das so gut wie unmöglich. Kein Schulkamerad darf an diesem ersten Weihnachtstag auf eine Geburtstagsparty gehen. Die Familie steht an erster Stelle - egal ob es dem Nachwuchs gefällt oder nicht. Der Truthahn im Backofen verlangt sein Recht und seine ungeteilte Aufmerksamkeit! Menschliche oder gar kindliche Bedürfnisse müssen sich da ganz einfach in die Warteschlange einreihen!
  Zum Glück kann man ja auch ein bisschen später feiern - aber Geburtstag bleibt eben Geburtstag!
  Aus diesem Grund wünsche ich meinem Schwesterherz einen besonders schönen Geburtstag! Und auch meinem Neffen alles Gute für seinen Ehrentag morgen! Mein Schwesterchen hat aus ihrer eigenen Situation allerdings nichts gelernt und ihrem Erstgeborenen das gleiche Schicksal aufgebürdet wie sie es schon von Kindertagen her kennt. 
 

Weihnachten
Markt und Straßen sind verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld,
hehred Glänzen, heiliges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!!
Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit
steigt's wie wunderbares Singen -
oh du gnadenreiche Zeit
Joseph von Eichendorff
  Das Gedicht hat mir meine Nichte geschickt - ich hätte es fast vergessen. Danke Julia!
  Diesen verunglückten Weihnachtsbaum haben wir gestern in Puerto Cruz entdeckt. Wer dieses traurige Stückchen Baum geschmückt hat verdient Bewunderung für den Mut zum Hässlichen. Aber vielleicht ist es ein besonderes Symbol für Weihnachten? Auch diejenigen, die nicht so ganz in die Wohlstandsgesellschaft passen haben ein Recht auf ein Fest in Frieden - und das Recht auf ein Festessen.
 
24 de diciembre 2007
Weihnachtsabend - Nochebuena
      
eigentlich sonnig - aber es weht ein kühler Wind
Icod de los Vinos
16 ° centígrados
20 ° centígrados
kling, klingeling - das Christkind ist da!und noch dazu Vollmond
  Heute wird nicht viel geredet, nicht viel erzählt und auch nicht mehr philosophiert.
    Heute ist für uns Weihnachten. Traditionen müssen bewahrt bleiben und deshalb ist und bleibt es für uns der Tag, an dem das Christkind kommt. (Der Baum - keine Palme - ist im übrigen schon aufgeputzt und wartet auf uns.)
  Kein Weihnachtsmann und auch kein Weihnachtshase bekommt heute die Chance für eine Performance.
  Auch wenn die Inselbewohner keine Ahnung vom Christkind haben. Man muss ja nicht jedes Geheimnis verraten?! Oder ist irgendwer anderer Meinung? Das nehme ich nicht an. Jeder von euch will diesen Abend wahrscheinlich genau so entspannt wie wir genießen.
  Also warten wir alle gemeinsam auf die Bescherung unter dem Nadelbaum. Egal ob er nadelt oder nicht. Ihr - und wir auch! :o)
 

Wir wünschen euch - wie jedes Jahr - Fröhliche Weihnachten!

 
¡¡Feliz Navidad!!
Fröhliche Weihnachten!
Merry Christmas!
Joyeux Noël!
Buon Natale!
Weihnachten ist auf jedem Plätzchen dieser Erde, por todas partes, schön!
Euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest!
¡¡Feliz Navidad!!
Georg und Ingrid
Stille Nacht, Heilige Nacht
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft; einsam wacht
Nur das traute hoch heilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
schlaf in himmlischer Ruh!
Schlaf in himmlischer Ruh!
Noche de Paz
Noche de paz, noche de amor,
todo duerme en derredor.
Entre sus astros que esparcen su luz
bella anunciando al niñito Jesús
ibrilla la estrella de paz!
iBrilla la estrella de paz!
 
23 de diciembre 2007
4. Adventsonntag - domingo
      
sonnig und warm - aber relativ feucht
Icod de los Vinos
16 ° centígrados
20 ° centígrados
morgen Kinder wird's was geben ...
  Der Christbaum ist liebevoll geschmückt und in unserer Behausung ist es um einiges enger aber dafür um vieles weihnachtlicher geworden.
  Advent, Advent ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier - dann steht das Christkind vor der Tür. So hat es bei uns daheim immer geheißen.
  Am vierten Adventsonntag werden traditionell vier Kerzen am Adventkranz angezunden. Im nächsten Jahr gibt es auch bei uns wieder einen schönen Kranz am Tisch. Geschmückt mit vier dicken Kerzen.
  Heuer haben wir uns dagegen entschieden, denn die Frage lautete - Platz für Dekoration oder für uns. Unser kleines Tischchen ist für uns zwei gerade recht, aber für irgendwelchen Tischschmuck ist leider kein Platz vorgesehen.
  Wir haben es mit Anstand überlebt - aber im nächsten Jahr wird alles anders! Da bin ich mir sicher.
 

Sind die Kinder klein,
müssen wir ihnen helfen,
Wurzeln zu fassen.
Sind sie aber groß,
müssen wir ihnen Flügel schenken.
Aus Indien
  Mir ist noch gar nicht weihnachtlich zu Mute - dass ist eigentlich der Satz, den man in der Vorweihnachtszeit am meisten zu hören bekommt. Das Wetter stimmt überhaupt nicht und außerdem ...
  Was aber macht die Stimmung im Advent aus? Unsere Kindheitserinnerungen? Die gute alte Zeit?
  Wenn wir ehrlich zu uns selber sind, erinnern wir uns auch nur an die Dinge, an die wir uns erinnern wollen. An die schönen, an die stimmungsvollen Situationen. "Wir sind noch durch knietiefen Schnee gestapft."
  Das stimmt schon, aber war es wirklich in der Weihnachtszeit, es könnte auch im Jänner gewesen sein. Ich kann mich nicht mehr so genau erinnern. Ans Stapfen durch den Schnee schon, aber nicht, in welchem Monat.
  Ich habe auch einmal an das Christkind geglaubt. Irgendwann habe ich dann - für mich - beschlossen, dass ich erwachsen genug bin, um an dieses Märchen nicht mehr zu glauben. Habe ich dadurch einen Vorteil oder gar einen Vorsprung gegenüber anderen gehabt?
  Nein! Eindeutig nein. Heute akzeptiere ich, dass es das Christkind gibt. Mit uns leben auch Elfen und Engel. Was würden wir wohl ohne unsere Schutzengel machen? Ich weiß es nicht! Und ich bin froh, dass sie mich auf meinem Lebensweg begleiten.
  Das mag zwar für viele dumm klingen aber trotzdem ich bin nicht reif für irgendwelche psychiatrische Behandlungen. Ich vertraue eben auf andere Dinge. Dinge, die mir im Leben wichtig sind. Das Bauchgefühl zum Beispiel. Bis jetzt bin ich damit ganz gut gefahren.
  Es gibt ja auch eine Theorie, dass sich die Zentrale des Menschen eigentlich im Bauch befindet. Genau dort laufen alle Nervenbahnen zusammen. Geahnt haben es die Menschen schon immer. Der Sitz der Gefühle liegt im Zentrum des Körpers. Dort, wo vor lauter Aufregung die Schmetterlinge flattern und wo der Ärger auf den Magen schlägt.
  Aber wie klingt das, wenn man als Begründung für eine Entscheidung das Bauchgefühl nennt? Ich bin mir sicher, dass man dann nicht mehr sehr ernst genommen wird.
  Trotzdem kann wahrscheinlich niemand abstreiten, dass er vor einer wichtigen Entscheidung "Bauchweh" bekommt. Oder nicht?
  "Höre auf deinen Bauch", heißt es neuerdings in Seminaren für Top-Manager.Und Börsenmakler werden aufgerufen, ihre Entscheidung "aus dem Bauch heraus" zu treffen. Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, denn woher soll sonst der Ausspruch "alles dreht sich um den Nabel der Welt" kommen?
  In der Forschung hat sich vor kurzem ein große Überraschung ergeben. Das Kopfhirn soll nur wenige Informationen an den Verdauungstrakt senden. Wesentlich mehr Botschaften werden vom Bauchhirn zum Kopfhirn geleitet.
  Vielleicht sollte man doch mehr Wert darauf legen, den Bauch zu befriedigen als den Kopf. Sprich, die Zeit ist zu kurz um lauwarmes Essen zu "genießen" und minderwertigen Wein zu trinken.
  Die Weihnachtsstimmung kann sich jeder Mensch nur selbst erzeugen. Es gibt zum Glück noch kein Geschäft, in dem man dieses Gefühl kaufen kann. Lehnt euch einfach einmal zurück. Ist da nicht irgendwo der Duft von Keksen oder Kerzenlicht in der Luft? Schnuppert einmal ein bisschen!
  Es ist da! Dafür braucht man weder Minustemperaturen noch Schnee. Weihnachtliche Stimmung kommt aus dem Bauch - ihr könnt es mir glauben! *g*
  Ich wünsche euch allen noch einen wunderschönen vierten Adventsonntag. Wir für uns haben beschlossen, dass Weihnachten begonnen hat. iFeliz Naidad!
  Als Tipp für das heutige Fenster im Adventkalender - die englische Originalfassung ist um Stufen besser als die deutsche Übersetzung!
 
22 de diciembre 2007
Samstag - sábado
      
regnerisch und trüb
Icod de los Vinos
16 ° centígrados
20 ° centígrados
noch zweimal schlafen, dann kommt das Christkind
  Tagwache um sechs Uhr und pünktlich um sieben hat es zu regnen begonnen? War jetzt alles umsonst? Nein, bei Marcos hat es nur leicht geregnet und die Aktion "Holz aus dem Wald" wurde nicht abgeblasen.
  Auf Teneriffa gibt es zwar so gut wie keinen privaten Waldbesitz, dafür hat aber jeder Bewohner das Recht auf Brennholz frisch aus dem Wald.
  Mann muss dafür lediglich zum Rathaus gehen und melden, dass man Holz benötigt. Daraufhin bekommt man un permiso, einen so genannten Erlaubnisschein, in dem steht, wo und in welchem Zeitraum man Holz abholen kann. Geschnitten und auf Häufen geworfen wird es von den Männern der Medio Ambiente. Dieses Ministerium ist sowohl für den Wald als auch für andere Gebiete, die unter den Umweltschutz fallen, zuständig.
  Man muss das Holz also nur mehr zusammen sammeln und kann davon mitnehmen, soviel man will, oder soviel eben da ist. Mit einem Holzkorb funktioniert das allerdings nicht, dafür sind die Stücke zu groß.
  Leichte Arbeit ist es nicht, da die verschiedenen Häufen oft über eine große Fläche verstreut sind. Wenn man Glück hat, liegt ein Teil direkt neben der Strasse, wenn nicht muss man weiter in den Wald hinein. Wer suchet, der findet - das beste Holz.
  Ach ja, das Autokennzeichen des Fahrzeuges muss man noch angeben und dann muss man natürlich im Besitz eines Jeeps oder eines anderen geländetauglichen Fahrzeuges sein. Das sind wir war nicht, aber Marcos und sein Schwiegervater stehen uns in solchen Fällen immer hilfreich zur Seite.
   
  Zu Mittag waren die drei starken Männer mit dem Jeep ziemlich feucht und rußgeschwärzt mit einer ganzen Ladung Brennholz zurück. Nein, nein, sie haben nicht unterwegs ein Lagerfeuer gemacht. Das ganze Holz ist in diesem Jahr vom Waldbrand verkohlt. Die Rinde ist kohlrabenschwarz und färbt wunderbar.
   
  In den nächsten zwei, drei Wochen fahren sie noch einmal los, dann müsste der Holzvorrat für eine Zeit lang reichen.
  Der Dezember oder genauer genommen die Zeit bis Weihnachten ist verflogen wie im Flug. In meinem Postfach sind schon die ersten Weihnachtsmails eingetrudelt. Ich werde meine Weihnachtspost auch fertig machen und auf den Weg schicken, es wird wirklich Zeit dafür.
  Ganz Spanien sitzt heute vor den Fernsehgeräten. Das ist Pflichttermin und gleichzeitig der geheime Startschuss für die Weihnachtszeit. Die Gewinnzahlen der großen Weihnachtslotterie werden gezogen! Diese Lotterie, Sorteo de Navidad, hat eine lange Tradition. 
  Die Losziehung in der bis heutigen üblichen Form, besonders die Verkündung der Gewinnnummern durch einen Kinderchor, gibt es seit dem Jahr 1812, also bald zweihundert Jahre lang. Es hat sich nur eines verändert. In der heutigen Zeit singen die Schüler der Madrider Schule San Ildefonso die Gewinnzahlen vor - früher waren es Waisenkinder.
  Die spanische Weihnachtslotterie gilt als größte und älteste Lotterie der Welt. Das erste Mal wurde sie im Jahr 1763 ausgespielt. König Karl III. wollte auf diese Art und Weise seine leere Staatskasse auffüllen. Ob es ihm gelungen ist, ist leider nicht bekannt.
  Der Gedanke an und für sich ist allerdings nicht blöd, oder? Auf diese Idee ist der Finanzminister von Österreich vor Jahren auch gekommen. Wie ich jetzt weiß, hat er das System aber nicht neu erfunden. Er hat es einfach bei den Spaniern abgeschaut und - wie man so schön sagt - reformiert.
  Aber wieder zurück in die spanische Vorweihnachtszeit.
  Es gibt eigentlich so gut wie keine Möglichkeit, sich diesem Rummel um die Weihnachtslotterie zu entziehen. Kaum ein Spanier, der nicht mindestens ein Los besitzt. Man kann mit gutem Gewissen behaupten, das jeder Spanier an diesem Glücksspiel teilnimmt,. Die wenigsten Spieler haben allerdings mit ein ganzes Los.
  Immerhin kostet eines dieser begehrten Lose 200 Euro. Deshalb werden die meisten Lose als Zehntellose, décimo, à 20 Euro verkauft. Um die ganze Serie der Weihnachtslotterie, also alle 180 Losteile, aufzukaufen, benötigt man nur die kleine Summe von 38.000 Euro. Aus diesem Grund gibt es nie nur einen Gewinner des Dicken, sondern viele glückliche Gesichter, die plötzlich mehr Geldschein ihr eigen nennen können. Meistens kommen sie aus der gleichen Gegend und deshalb, por eso, befinden sich am 22. Dezember oft ganze Landstriche oder Dörfer im Glückstaumel!
  Ausgespielt werden in diesem Jahr übrigens läppische 2,2 Milliarden Euro!
  Der Verkauf der Lose beginnt bereits im Sommer und in der Adventszeit werden sie verstärkt an allen nur erdenklichen Orten verkauft. Kein Schuhgeschäft und keine Eisenhandlung, keine Gärtnerei nicht einmal der Bäcker von nebenan ist ausgenommen.
  Und heute ist es also soweit. Es ist der 22. Dezember und ganz Spanien hängt vor dem Fernseher. Seit 1957 werden die Gewinnzahlen in einer Fernsehshow, die drei Stunden dauert, ausgestrahlt. Neben El Gordo, dem Dicken, also dem Hauptgewinn werden auch viele kleinere Gewinne ausgespielt.
  Wir haben kein Los, aber wir sind ja auch keine richtigen Spanier - es sei uns verziehen. Allen Losbesitzern drücke ich die Daumen, bei einigen wird das Glück wohl einschlagen.
 
21 de diciembre 2007
Freitag - viernes
      
ein schöner, warmer und sonniger Tag
Icod de los Vinos
16 ° centígrados
20 ° centígrados
Weihnachten rückt immer näher
  Christbaum, un árbol de Navidad, oder Bewegungsfreiheit? Das ist momentan die große Frage. Wir sind uns noch nicht ganz sicher, aber ich glaube, der Christbaum wird gewinnen.
  Am Abend ist Marcos aufgetaucht und hat damit den Tagesplan für morgen komplett umgeworfen. Eigentlich wollte Georg gemeinsam mit Chicho einen Teil der Stützmauer für die nächsten Häuser aufstellen. Nichts da, morgen ist um sieben Uhr Treffpunkt bei Marcos - Feuerholz aufladen steht auf dem Tagesplan!
  Ich habe gestern die ersten Heiligen Drei Könige, los Reyes Magos, beim Fassadenklettern erwischt. Gar so majestätisch wirken sie dabei allerdings nicht. Ich glaube, sie sollten sich doch besser an Kamele oder Kutschen halten. Von mir aus können sie auch noch mit einem Heißluftballon durch die Lüfte fliegen - aber auf einem Seil eine Hauswand hinauf klettern? Nein, das passt ganz einfach nicht zusammen! Das ist ein perfekter Stilbruch.
  Vor vielen, vielen Jahren haben holländische Auswanderer, los emigrantes, den Nikolaus nach Amerika exportiert. Nach Europa ist er später neu eingekleidet als kommerzieller Santa Claus und sehr durchschlagskräftiger Importartikel zurück gekehrt.
   
  Passender wäre es ja gewesen, wenn der weihnachtliche Helfer ein bisschen abgewandelt mit Hilfe eines Bumerangs von Australien aus über die Weltkugel verteilt worden wäre. Aber nichts da - auch bei dieser Weltbefriedung hat Amerika mit Hilfe von Coca Cola eine Friedensmission gestartet - und auf der ganzen Linie gewonnen!
  Heute hat die ganze Welt den rot gewandeten Opa mit dem langen Bart am Hals. Ho ho ho! Er ist nicht mehr weg zu diskutieren. Er und seine Rentiere haben einen festen Platz in der weltweiten Gesellschaft erobert und sie werden diesen Status mit Sicherheit nicht mehr verlieren. Aber davon geht die Welt nicht unter, no se acaba el mundo por eso.
  Mittlerweile werfen sogar die kanarischen Kinder ihren Wunschzettel an die Heiligen Drei Könige mit einer Santa Claus Mütze auf dem Kopf in die Postkästen. (Einen Brief an das Christkind, der auf das Fensterbrett gelegt wird, gibt es hier logischer Weise nicht.)
  Ach ja, die übrig gebliebenen Nikoläuse aus Schokolade finden auf der Insel mittlerweile auch dankbare Abnehmer. Sie werden einfach als Schokoladeweihnachtsmann an die Kinder gebracht. Aber eigentlich ist es so wieso egal wie die Figur heißt, Nikolaus, Santa Claus, Väterchen Frost oder gar Weihnachtsmann. Solange er aus Schokolade ist zerschmilzt er in allen Kindermünden der Welt.  Und wenn nicht, landet er als heiße Schokolade auf dem Frühstückstisch.
  Der Name tut in diesem Fall also nichts zur Sache. ¡Esto no viene al caso! Warum sollte es auch? Die Produzenten der fantasievollen Gestalten schmelzen übrig gebliebene Weihnachtsmänner ja auch in Osterhasen um. Es könnte allerdings ebenso ein Krampus darunter gewesen sein. Auch egal. Hauptsache es schmeckt!
 
20 de diciembre 2007
Donnerstag - jueves
      
regnerisch am Morgen, dann leicht bewölkt und sonnig
Icod de los Vinos
16 ° centígrados
20 ° centígrados
ein normaler Tag ohne Ecken und Kanten
  "Tropf, tropf, tropf" dieses Geräusch hat mich aufgeweckt. Zur Abwechslung hat es zuerst an unserer bereits bekannten Stelle an der Decke zu tropfen begonnen. Erst einige Zeit danach sind die Regentropfen auch in der Natur vom Himmel gefallen. Irgendwie hat da die Reihenfolge, el orden, nicht ganz gestimmt.
  Nach einem kurzen Frühstück haben wir uns auf den Weg gemacht und unsere Einkäufe erledigt. Im Einkaufszentrum bei Puerto de la Cruz, im Al Campo, waren so viele einkaufslustige Menschen, dass mir der Verdacht gekommen ist, dass da ganze Einkaufswagen verschenkt werden. Dem war aber nicht so - leider.
  Obwohl wir recht früh los gefahren sind, sind wir dem Stau aus der Tiefgarage leider nicht entkommen. Bis zur Autobahnauffahrt kroch die lange Blechschlange relativ stockend dahin. Aber dann haben wir es geschafft und sind gemütlich nach Hause gefahren. Mit Weihnachtsmusik aus dem Autoradio, Sonnenschein und einem wunderschönen Blick auf die Küste. Die Wellen rollen in der Winterzeit immer sehr kräftig auf die Küste zu. Es ist immer wieder schön, auch wenn wir dieses Bild recht häufig vor uns sehen.
  Georg bearbeitet im Moment unser leider ziemlich verbrauchtes Dach mit Feuer, Flamme und Teerpappe. Noch einmal soll es uns ja nicht auf den Kopf tropfen! Da hab ich wirklich keine Lust zu.
  Die Inselregierung von Teneriffa hat die Zufahrtsstrassen zum Teide-Nationalpark aufgrund der heftigen Schneefälle vorübergehend gesperrt.
  Mehr gibt es heute nicht zu berichten - es war einfach ein ganz normaler Tag. Gute Nacht! ¡Buenas noches!
 
19 de diciembre 2007
Mittwoch - miércoles
      
Regen bis Mittag - dann kam die Sonne :o)
Icod de los Vinos
14 ° centígrados
18 ° centígrados
ich hab alles unter Kontrolle
  In der Nacht hat sich der Mond am Himmel gezeigt und zwischen vereinzelten, kleinen Wolken haben lauter vorwitzige Sterne hervorgeblinzelt. Pünktlich zum üblichen Hahnenschrei hat es aber wieder zu regnen begonnen. Der Hahn hat sich deshalb wahrscheinlich auch wieder in sein trockenes Domizil zurück gezogen und für heute auf seinen Weckruf verzichtet.
  Draußen haben die Wolken ihr Wasser über die Natur verteilt und in unserem Häuschen hat es auch wieder zu tropfen begonnen. Nicht schlimm, aber unsere einzige Zimmerpflanze ist dadurch zu exzellentem Gießwasser gekommen. Kein Nachteil ohne Vorteil, oder?
  Ein paar Stunden später hat die Welt allerdings wieder anders ausgesehen und der Berg hat sein Geheimnis gelüftet. Der Regen ist verschwunden, die Wolken haben sich verabschiedet und der blaue Himmel hat sich durchgesetzt.
   
  Der Teide weiß eben, was sich gehört. Für die Weihnachtszeit hat es sich passend gekleidet! Er hat statt der roten Mütze eben eine schneeweiße gewählt. Das ist auch viel passender für die Insel. Immerhin sind die Stars der kanarischen Weihnachten noch immer die heiligen drei Könige - und die benötigen wirklich keinen Assistenten!
  Für mich wird es wohl ewig ein unlösbares Rätsel bleiben, was all die kletternden Weihnachtsmänner auf dieser kleinen Insel im Atlantik überhaupt zu tun haben. Eigentlich müssten sie zu den Arbeitslosengeldempfängern gehören! Oder sie haben irgendwelche leichtgläubigen Investoren gefunden. Keine Ahnung, wie diese Invasion zu Stande kommt.
   
  Mittwoch - das heißt, wir sind in der Mitte der Woche angelangt. Irgendwann in dieser Woche heißt es noch einmal einen dieser Einkaufstempel aufsuchen um die nötigen Utensilien für unsere kleine Weihnachtsfeier zu besorgen.
  Wir werden uns morgen Vormittag auf den Weg machen. In den Abendstunden ist es zur Zeit nicht mehr sehr ratsam einkaufen zu gehen.
  Den Stau an den Kassen kann man mit einigem Geschick ja noch umschiffen. Wie? Man nehme seine eigene Einkaufstasche mit und verzichte auf die vielen, vielen gratis Plastiksäcken. Besitzt man selbst eine Tasche, in der man seinen Einkauf transportieren kann, ist man berechtigt die so genannte caja verde zu benutzen. Da steht fast nie jemand an! Einkaufskörbe sind hierzulande ein Fremdwort oder etwas äußerst Exotisches, sie sind so gut wie gar nicht bekannt.
  Dem gigantischen Stau aus der Tiefgarage ins Freie und damit auf die Straße nach Hause entgeht man damit allerdings nicht.
  Man muss in diesen Tagen ja nicht unbedingt in ein Einkaufszentrum fahren - das ist ein durchaus ogischer Einwand. Es gibt jedoch Zeiten, da muss ich genau dort hin. Vor allem, wenn ich unbedingt etwas ganz bestimmtes aus dem Lebensmittelregal erstehen will. Für unser Weihnachtsfestmahl müssen wir also in den sauren Apfel beißen und uns auf den Weg Richtung Puerto de la Cruz machen.
  Dafür kann Weihnachten dann auf leisen und gemütlichen Sohlen zu uns kommen. Wir sind ab morgen Mittag dafür gerüstet. *g*
 
18 de diciembre 2007
Dienstag - martes
        
stürmisch und regnerisch - Sturmwarnung
Icod de los Vinos
14 ° centígrados
18 ° centígrados
Juchhu, das Kabel zur Außenwelt funktioniert wieder!
  Unsere Telefonleitung funktioniert wieder. Die Telefonica hat ihr Versprechen gehalten - wie immer. Auf diese Leute kann man sich verlassen.
  Komisch, wenn man sich einmal an das weltweite Netz gewöhnt hat, fehlt ohne diese Verbindung auf eigenartige Weise der Kontakt zur Außenwelt. Keine Zeitung, keine neuen Nachrichten, kein Wörterbuch steht auf die Schnelle zur Verfügung.
  Jetzt ist also alles wieder wie immer und ich werde meine Post schnell erledigen. Draußen ist scheußliches Wetter! Dunkelgraue Wolken ziehen ihre Kreise und der Wind pfeift ziemlich stark durch die Gegend.
  Für heute und morgen soll es eine Sturmwarnung für die Kanarischen Inseln geben. Auch Teneriffa soll in dieser Woche laut Wettervorhersage Besuch von einer Schlechtwetterfront bekommen. Angekommen ist der Besuch bereits, warten wir also einmal ab, ob es ein willkommen nasser oder ein nicht so angenehmer und stürmischer Besuch werden wird.
  Gegen Mittag hat sich der Wind verabschiedet, doch der Regen ist uns erhalten geblieben. Es regnet einmal stärker, einmal ein bisschen weniger.
  Das Feuer knistert im Schwedenofen, der Regen trommelt aufs Dach - ein perfekter Tag für kleine Dinge, die man sonst nie erledigt.
   
 

Heimat ist nicht dort, der Wohnsitz ist,
sondern dort, wo man mich versteht.
Christian Morgenstern
   
  Ihr seid noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk, un regalo de Navidad? Oder vielleicht zerbricht sich irgendjemand den Kopf über eine ganz besondere Überraschung? Ich habe heute in einer Fernsehsendung diverse Tipps gesehen, wobei mir einer besonders gefallen hat.
  Was schenkt man jemanden, der schon alles hat? Das ist eigentlich die Frage oder besser gesagt eine Feststellung, die man am häufigsten zu hören bekommt: Vor allem auf die zu beschenkende Männerwelt soll das zutreffen.
  Socken, Krawatten und diverse Duftwässerchen als Weihnachtsüberraschung dürften bereits überholt sein.
  Socken und Krawatten stapeln sich bereits in den Kleiderschränken und mit den seit Jahren sich anhäufenden Flakons mit verschiedenen Aromen könnten viele männliche Mitmenschen wahrscheinlich schon selbst eine Geschäft eröffnen können.
  Neben verschiedenen anderen Anregungen gab es also einen wirklich tollen Tipp für ein Weihnachtsgeschenk. Ausgelegt für das Kind im Mann. Eine Stunde Bagger fahren! Für mich leider nicht sehr hilfreich. Auch wenn es heißt, dass es eine gelungene Überraschung für einen Mann sein soll, der bereits alles hat. *g*
  Diese Möglichkeit hat mir mein Schatz schon vor Monaten genommen - er hat sich den Bagger ganz einfach selbst gekauft. Selbst ist der Mann! iHay que ayudarse a sí mismo!
  Na ja, viel besser ist er aber auch nicht dran - auf einen Stern mit meinem Namen pfeif ich! Das war der ultimative Tipp für die anspruchsvolle Frau.
  Zum Glück muss ich mir über Geschenke unter dem Christbaum keine Gedanken mehr machen. Ich finde meine Weihnachtspäckchen über das Jahr verteilt. Einmal mehr und einmal weniger. Das einzige Problem das sich für mich in der letzten Woche vor Weihnachten ergibt, ist eigentlich nur mein nachlassendes Gedächtnis. Mir fällt öfter nicht mehr ein, wo ich meine Geschenke versteckt habe.
 

 
Stellt euch vor, neben eurem Bett sitzt ein kleiner, freundlicher Hase - mit einer roten Zipfelmütze auf dem Kopf.
Ob er wohl mit dem Osterhasen verwandt ist?
Es ist der Osterhase! Er arbeitet vor Weihnachten nur für kurze Zeit als Saisonaushilfe.
 
Mit dem Bemalen der Ostereier kann er auch nach den Feiertagen beginnen ...
 
  Der Weihnachtshase lässt schön grüßen! Was nicht ist, kann ja noch werden, oder?
  Warum soll es ihn nicht geben? Was ist daran so komisch? Das Christkind, el niño Jesús, der Weihnachtsmann, el Papá Noel, und andere Helfer tauchen zur Weihnachtszeit ja auch in unserer Welt als wichtige Helferlein der Menschen auf? Soviel ich weiß, sind im Norden von Europa sogar Heinzelmännchen und in Italien alte Weiblein auf fliegenden Besen für die Geschenke zuständig! Warum sollen also keine Hasen aushelfen?
 
17 de diciembre 2007
Montag - lunes
sonnig und warm
Icod de los Vinos
14 ° centígrados
20 ° centígrados
ohne Verbindung zur Außenwelt 
  Blitzblauer Himmel und strahlender Sonnenschein. Ein wunderschöner Tag geht zu Ende. Die Blumentöpfe sind alle gegossen und Georg hat den Rasen gemäht. Morgen geht es dem Unkraut an den Kragen. Chicho hat wirklich hervorragend auf unsere Pflanzen gesorgt. Bis jetzt habe ich noch keine Schäden bemerkt. Allen Blumenkindern geht es gut.
  Genau heute in einer Woche feiern wir Weihnachten. Eine Woche kann sehr lange dauern - sie kann aber auch verfliegen. Je nachdem, wie viel man sich für diese paar Tage vorgenommen hat. Wir haben haben ganz fest vor, die letzte vorweihnachtliche Woche ruhig und gemütlich vergehen zu lassen.
  Wir schenken uns in diesem Jahr Weihnachten ohne Stress. Ein schöneres Geschenk gibt es nicht! Auf unserem Wunschzettel steht es an erster Stelle und ich bin mir sicher, dass uns das Christkind keinen Strich durch die Rechnung machen wird.
  Und wenn doch? Dann wechsle ich nächstes Jahr das Lager der weihnachtlichen Helfer und werde ein bekennender Anhänger des Weihnachtsmannes!
   
 

Ein Mensch,
von Arbeit überhäuft,
indes die Zeit von dannen läuft,
hat zu erledigen eine Menge,
und kommt, so sagt man, ins Gedränge.
 
Inmitten all der Zappelnot
trifft ihn der Schlag, und er ist tot.
Was grad so wichtig noch erschienen,
fällt hin: Was bleibt von den Terminen?
 
Nur dieser einzige zuletzt:
Am Mittwoch wird er beigesetzt -
und schau, den hält er pünktlich ein,
denn er hat Zeit jetzt, es zu sein.
 
Eugen Roth
   
  Die Zeit vor Weihnachten, mit ihren geheimnisvollen Düften, mit Lichterglanz und Weihnachtsbäckerei sollten wir eigentlich alle dazu benutzen ein bisschen weniger hektisch durch unser Leben zu marschieren - irgendwann ist es sonst zu spät!
  Ich wünsche euch noch einen wunderschönen, gemütlichen Adventabend.
 
16 de diciembre 2007
3. Adventsonntag - domingo
sonnig und warm
Icod de los Vinos
14 ° centígrados
20 ° centígrados
alles klar - unser kleine Welt ist heil geblieben
  Wir haben traumhaft geschlafen, himmlisch bei strahlend blauen Himmel und Sonnenschein gefrühstückt und den dritten Adventsonntag so richtig genossen.
  Wir sind wieder da! Gelandet sind wir federleicht, mit einem Piloten, der das Flugzeug mit Samthandschuhen auf der Landebahn aufgesetzt hat. Bei Sonnenschein und angenehmen 24 ° Celsius.
  Auf dem Weg nach Hause haben wir, wie meistens, einen Zwischenstopp eingelegt. In der Casa Sira haben wir als Begrüßung für uns selbst eine Kleinigkeit gegessen und den ersten Schluck Inselwein genossen. Mit kurzen Ärmeln im Sonnenschein. Herrlich!
 
  Auf der Fahrt in den Norden - wenn man über die Berge fährt - hat man nach Santiago del Teide den ersten schönen Blick auf unseren Hausberg. Während unserer Abwesenheit hat sich der Berg mit einem weißen Häubchen geschmückt. Er weiß eben was sich gehört und stimmt sich auch schon auf Weihnachten ein.
  Noch schnell ein paar Lebensmittel einkaufen, damit wir morgen frühstücken können und dann ab nach Hause. Auto abstellen, Auto leer räumen und einen ersten, kurzen Inspektionsgang machen war ein Ding. Alles in Ordnung - außer, dass das Telefon und somit auch das Internet nicht funktioniert.
  Nach einem längeren Telefonat - mit dem Handy - haben wir allerdings die Zusage, dass ab Montag alles wieder in Gang gebracht werden wird. Ich nehme einmal an, dass diese Aussage stimmen wird, die Telefonica hat uns noch nie enttäuscht. Warum sollte es diesmal anders sein?
  Was ist schlimmer? Eine Lüge, die ein Lächeln entlockt oder eine Wahrheit, die Tränen fließen lässt? Gibt es den Weihnachtsmann oder das Christkind? Existieren Zwerge, Elfen oder Schutzengel?
  Zum Nachdenken anregen müsste eigentlich der US-Dollar. "We trust in God" wurde und wird auf diesen Geldschein mit Druckerschwärze festgehalten. Ob Mr. G.W. Bush die Währung seines Heimatlandes wohl einmal in seinem Leben genau betrachtet hat? Ein Dollarschein wäre das perfekte Weihnachtsgeschenk für diesen intelligenten Mann, oder nicht? Immerhin ist er mit göttlicher, oder besser gesagt sektischer Hilfe an seine kriegerische Macht gekommen. 
  Schade, dass in den Geschichtsbüchern dieser Welt nirgendwo der Spruch "God bless the President" aufscheint. Mit der englischen Queen oder einem österreichischen Kaiser kann man den guten Mann ja beim besten Willen nicht verwechseln. Aber vielleicht ändert er ja auch noch die Geschichtsschreibung zu seinen Gunsten? Es könnte ja sein, dass Terroristen dafür verantwortlich sind, dass sein Name nicht in der Bibel aufscheint.
  Ich bin wieder einmal auf der Abbiegespur gelandet. Wo bin ich stehen geblieben? Ach ja, wenn schon die Regierung einer Weltmacht blind auf Gott vertraut, egal ob es ihn gibt oder nicht - warum sollte man dann nicht an Weihnachtsmänner, Christkinder, Elfen oder Engel glauben dürfen? Wo liegt der Unterschied?
  Ganz einfach. Der Weihnachtsmann oder Santa Claus oder Pére Noel oder wie immer der bärtige Mann heißen mag, hilft uns dabei, ein winziges Eckchen Kindheit für uns zu bewahren. Ein Weihnachtsmärchen mit Premierentermin im Dezember - Eintritt frei!
  Das ist doch ein unwiderstehliches Angebot, oder hat jemand ein Gegenargument? Ich kenne keines - und ich will auch keines kennen!
 

 
Abra Kadabra
Wenn ich zaubern könnte,
hätten wir mehr gutes Wetter,
viel mehr Zeit für uns
und sehr viel mehr Sternschnuppen!
 
  Leider kann ich nicht zaubern.
1. bis 15. Dezember 2007
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