1  de septiembre de 2007 - Samstag - sábado
31  de agosto de 2007 - Freitag - viernes
 
 
21 ° centígrados  
26 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Glück ist der Zustand vollkommener Befriedigung, vollkommener Wunschlosigkeit, ein Ideal, ...
  Søren Kierkegaard hat es noch deutlicher ausgedrückt Er sagte: „Die Tür zum Glück geht nach außen auf - wer sie einzurennen versucht, der verschließt sie nur"
   
  Daran haben wir uns gehalten, wir haben die Türen nach außen geöffnet und den Innenraum hinter uns gelassen.
  Es ist geschafft, der Raum ist leer geräumt. lach ein wenig :o) Wir haben diese Türe heute zum allerletzten Mal abgeschlossen. Ehrlich gesagt - fast. Am Montag werden wir den Raum noch besenrein hinterlassen und den Schlüssel abgeben. Doch im Grunde genommen haben wir die Arbeit heute beendet. Der Rest ist nur mehr das Tüpfelchen auf dem I.
  Die altehrwürdigen Räume des Casa de los Cáceres werden wir in nächster Zeit wohl nicht mehr betreten. Es gibt keinen Grund mehr.
   
  Das Fotomotiv der Fassade des Hauses haben wir für Touristen heute eindeutig vermasselt. lach ein wenig :o) Leider kann man aber nicht auf alles Rücksicht nehmen. Die vorgesehene Ladung für den LKW musste einfach zeitgerecht auf die Strasse.
   
  Es hätte viel zu lange gedauert, wenn wir erst alles nach unten getragen hätten, wenn das Auto bereits da gewesen wäre. Vor allem wäre es zu teuer geworden.
  Bei einem Leihauto bezahlt man wie beim Taxi - der Zähler tickt ab dem Zeitpunkt der Ankunft. Je schneller man aufladen kann, desto günstiger kommt die Fuhre. Nicht mehr und nicht weniger! lach ein wenig :o) Aber das ist der Punkt.
   
  Der Knackpunkt der heutigen Veranstaltung war allerdings unsere antike Kasse. Sie sieht zwar nicht so aus, aber sie ist ziemlich schwergewichtig. Das Holzgehäuse täuscht perfekt. In Wahrheit ist das Ding kaum vom Platz zu bewegen. Da nützt auch kein gutes Zureden.
  Ich vermute, dass in dem Gehäuse irgendwo eine Bleiplatte eingebaut ist. Das war in alten Zeiten der Schutz davor, dass ein kleiner Gauner von der Strasse nicht mit den Einnahmen des Tages abhauen konnte. lach ein wenig :o) Für uns die einzige Erklärung, denn in der Mechanik kann es wirklich nicht liegen.
  Aus diesem Grund ist sie bis zum letzten Moment in einer lauschigen Ecke hinter der Türe am Boden gestanden. Als Georg den Vorschlag gemacht hat, die Kasse zu zweit nach unten zu tragen hat Jorge nur milde gelächelt. Das macht er doch mit links. Hilfe? Nein danke! lach ein wenig :o) Selbst ist der Mann.
  Dann ist ihm der kanarische Stolz in die Quere gekommen. Aber er hat tapfer durchgehalten und das gewichtige Monster auf seiner Schulter zum Auto getragen.
   
  Erkennt man die Nähe der Inseln zu Afrika? Ein bisschen abenteuerlich hat der Transport schon ausgesehen, aber es ist alles gut gegangen.
  Die Ladung war sicher befestigt, auch wenn es sehr experimentell aussieht. Es hat weder Scherben noch fliegende Bretter oder Regale gegeben.
  Die allerletzte Fuhre ist am Ziel angekommen. Jorge steht auf dem imaginären Gipfelkreuz. Er organisiert das Abladen gleich einmal von oben. Eines muss man auch dazu sagen - ohne ihn hätten wir es so schnell nicht geschafft. lach ein wenig :o) Unser Experte für Steinmauern war beim Projekt Umsiedelung perfekt.
   
  Das Lager im Casa de los Cáceres ist leer geräumt. Jetzt beginnt die nächste Arbeit für mich. Der Gordische Knoten muss durchtrennt werden - meine Aufgabe in der kommenden Woche.
  Klingt jetzt vielleicht ein wenig unglaubwürdig, aber darauf freue ich mich. lach ein wenig :o) Endlich sind die Ausstellungstücke wieder dort wo sie hin gehören und unter unserer eigenen Kontrolle. So soll es sein.
  Trotz allem muss ich sagen, dass es wunderschön war, ein kanarisches Herrenhaus von Innen kennen zu lernen. Für uns ist dieses Haus zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Es hat sich einfach in unser Leben geschlichen und hat zu unserem Alltag gehört.
  Menschen, die das erste Mal die Möglichkeit bekommen überhaupt in das Innere eines kanarischen Herrenhauses zu gelangen, stehen staunend und bewundernd im Innenhof. Die einfachen und oft auch abweisenden Fassaden der Häuser lassen keinen Schluss auf diese Vielfalt und Schönheit zu.
  Wenn man den Arbeitsplatz in diesem Gebäude hat, ärgert man sich allerdings hauptsächlich über klemmende Fenster, verzogene Türen und überzogene Sicherheitsanlagen. Ob es durch die Decke tropft interessiert auch niemanden. Hauptsache die Außentüre wird pünktlich verriegelt - und die Alarmanlage wird fachgerecht aktiviert.
  Für uns ist diese Problematik nun nicht mehr aktuell, abgesehen davon, dass wir unsere Ausstellung bereits vor zwei Jahren abgebaut haben. Wir haben lediglich einen der Räume als Lagerraum benutzen dürfen. Doch es ist wirklich schade, dass aus diesem Haus nicht mehr als eine Ansammlung von diversen Büros der Gemeinde gemacht wird. Das Haus hätte Besseres verdient!
   
  Ein Kapitel ist abgeschlossen - ein neues kann geöffnet werden. Zwei Hände - ein Ziel, eigentlich vier Hände mit vier Augen die nach vorne blicken. lach ein wenig :o) So wird es auch bleiben. Das System hat sich seit vielen Jahren bewährt.
  Hoffentlich komme ich bald wieder einmal dazu ein Buch zu lesen. In nächster Zeit allerdings wahrscheinlich nicht. lach ein wenig :o) Vielleicht sollte ich Sara, unsere kleine Blumenelfe, zu Hilfe holen?
  Keine blöde Idee denke ich.
  Versuchen werde ich es auf alle Fälle, denn immerhin wollen wir auch einmal Urlaub machen. Wenigstens ein paar Tage etwas anderes machen, eine andere Umgebung erleben. Einfach einmal raus aus dem Alltagstrott. Ob uns das gelingen wird steht allerdings in den Sternen.
  Zwischen den Sternen, oder in einem großen, schwarzen Loch im Weltraum, müsste man das Glück eigentlich finden, oder? Ich bin auf alle Fälle auf der Suche danach.
30  de agosto de 2007 - Donnerstag - jueves
 
 
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Icod de los Vinos  
  Auf ein Neues, otra vez! Wir haben bereits um acht Uhr mit dem Transport begonnen. Jorge hat für heute seinen Beruf gewechselt. Aus einem Steinmaurer wurde kurzerhand ein Transporteur!
  Unser Nachbar Miguel hat uns zwar seinen Lieferwagen geborgt, zum Arbeiten hatte er allerdings keine Lust. Mein Gedächtnis ist anscheinend auch nicht mehr das beste. Ich habe nämlich so dumpf in Erinnerung, dass Georg damals fleißig mit dem Bagger gefahren ist. Der hätte auch was besseres zu tun gehabt.
  Es wird Zeit, dass dieses Kapitel abgeschlossen wird. Noch einen Tag, dann ist endgültig Schluss mit der Schlepperei!
  Irgendwann reicht es. Das Leben besteht ja noch aus etwas anderem als aus Säulen und Schachteln. Im Moment sieht es allerdings ziemlich rechteckig, staubig und als Draufgabe auch noch gewichtig aus. Aber sagt ja auch, dass nicht Unglück, sondern Langeweile das Gegenteil von Glück ist. Wir sind also zur Zeit besonders glücklich! lach ein wenig :o) Aber fragt mich bitte nicht, wann und wo heute die Sonne gescheint hat.
  Wir sind nach einer Woche Schlepperei rechtschaffen müde. Ausgebrannt - ich glaube aber nicht, dass es unter Burnout Syndrom fällt. Wir sind ja nicht chronisch müde oder depressiv sondern körperlich müde. Schwere Arme und faule Beine.
     
  Vorsicht Stufen! ¡Cuidado con el escalón! Jedes einzelne Stück muss über zwei Treppen auf die Straße getragen werden. lach ein wenig :o) Und die Stufen werden nicht weniger, auch wenn sie Teile einer herrschaftlichen Treppe, una escalera señorial, sind. Es gibt eben auch einen Punkt, an dem die Kultur in den Hintergrund verschwindet.
  Von der anderen Seite betrachtet verstand man unter Burnout Syndrom ursprünglich die negativen Folgen der beruflichen Überbeanspruchung mit Erschöpfung und extremen Leistungsabfall. Dieser Zustand trifft eigentlich - irgendwie - doch wieder zu. Also sind wir doch geschädigt durch die Arbeit? Nein, dem Leidensbild entsprechen wir nicht. lach ein wenig :o) Bleiben wir also bei "zum Einschlafen müde".
  Gott sei Dank ruft mich der Wasserschlauch nicht besonders laut. Die leisen Rufe kann man ja einmal mit gutem Gewissen überhören. Ich hoffe, unsere Blumenkinder nehmen es mir nicht allzu übel.
  Ich bin zwar noch einige Emails schuldig, aber die werde ich erst nächste Woche in Angriff nehmen. Alle, die sich betroffen fühlen sollen bitte ein Auge zudrücken!
  Hier noch eine kleine Geschichte, die mir eine ganz liebe Bekannte geschickt hat. Den Autor kenne ich leider nicht.
 
Jeder ist seines Glückes Schmied
Es klopft an der Tür und ich frag: "Wer ist hier?"
Ich bin's, das Glück, tönt es leise zurück.
 
Das Glück?
Ich glaub' ich spinn', mitten in der Woche d'rin.
Tut mir leid, für das Glück hab' ich heut keine Zeit.
 
Ich muss noch soviel Dinge tun,
hab' keine Stund' mich auszuruh'n.
Da lass' ich doch kein Glück herein!
 
Man kann nicht immer glücklich sein.
 
Das Glück kommt oft ganz unverhofft.
Doch wenn's mit meiner Zeit nicht klappt,
dann hat das Glück halt Pech gehabt.
  Als Abschluss für heute noch eine Weisheit von einer meiner Lieblingsautorinnen.
 

 
 
Viele Menschen versäumen das kleine Glück,
während sie auf das große vergebens warten.“
 
Pearl S. Buck
 
29 de agosto de 2007 - Mittwoch - miércoles
 
 
21 ° centígrados  
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Icod de los Vinos  
  Wir sind bei der Arbeit lach ein wenig :o) Die Puppen und Bären haben uns noch immer voll im Griff. Im Moment weiß ich nicht, wo mir der Kopf steht.
   
  Für heute haben wir einen LKW inklusive Helfer organisiert. Alles können wir wirklich nicht alleine schaffen. 35 Euro für den Wagen und 15 Euro für den Helfer, pro Stunde versteht sich, kostet der Spaß. Aber ohne geht es auch nicht. Non si può fare così.
  Georg kann nicht alle Ausstellungssäulen und gigantisch schwere Schachteln alleine tragen. Die handlicheren Schachteln haben wir so wieso mit unserem Auto transportiert, aber die großen Kartons passen da beim besten Willen nicht hinein.
  Nach Hause kommen und niemand hat Essen gekocht - doch der Magen knurrt. lach ein wenig :o) Die gewaschene Wäsche will auf die Wäscheleine und außerdem warten die Blumen auf ihre Wasserration und, und und ...
  Für morgen Früh haben wir uns Miguel geschnappt. lach ein wenig :o) Immerhin muss er eineinhalb Tage Baggereinsatz abarbeiten. Wenn er mit seinem Lieferwagen ein paar Fuhren macht, wir selbst die empfindlichen Puppen mit unserem Auto transportieren und übermorgen noch einmal der LKW inklusive Helfer zum Einsatz kommt, haben wir es geschafft.
  Die Räume im Casa de Cáceres werden leer geräumt sein - und in unserem Haus fängt die Arbeit erst an.
  Ach ja, die Kuchenstücke, die wir gestern in der bekannten Konditorei in Buenavista del Norte erstanden haben, sind ganz gut gewesen. Extra dorthin pilgern braucht man aber nicht. Verglichen mit den allgemein sehr süßen kanarischen Backwaren sind sie allerdings sehr gut.
  Wir sind ja ein bisschen verwöhnt, denn wir haben eine Topp Bäckerei fast vor der Haustüre! lach ein wenig :o) Ein Geheimtipp von mir - la pastelería La Piramide, auf der Carretera Santa Bárbara.
28 de agosto de 2007 - Dienstag - martes
 
 
21 ° centígrados  
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Icod de los Vinos  
  Wir haben heute einen Urlaubstagtag eingelegt.
  Für morgen haben wir den Transport für die restlichen Ausstellungstücke organisiert. Tagwache ist also ziemlich früh, denn wir haben noch einiges vorzubereiten. Diese Dinge können wir leider nicht langfristig vorher organisieren, da das Alltagsleben im Casa los Cáceres eben lebt. Alleine dadurch, dass darin auch die Büros des Wasseramtes platziert sind. Der Amtsschimmel damit hat das Sagen.
  Unser heutiges Ziel war Buenavista del Norte. Wir wollten bereits vor zwei Monaten wieder einmal "lapas à la plancha" essen. Doch da hatten wir Pech, das Lokal am Meer hatte Betriebsurlaub. Aber heute haben wir es geschafft!
 
  Ein schöner Nachmittag unmittelbar neben den Wellen des Atlantiks! Eine gigantische Kulisse, Meeresrauschen ein köstliches Essen - einfach einmal die Seele baumeln lassen.
   
  Ich kann nur feststellen, dass solche Momente oft einen zweiwöchigen Urlaub ersetzen können - und bei uns auch müssen. Um unseren wohlverdienten Urlaub sind wir ja wieder einmal umgefallen. Leider, oder auch nicht?
  In Buenavista del Norte soll es ja einen ganz besonders guten Konditor geben. Den haben wir heute gesucht und - ich vermute - auch gefunden.
  Dort gab es allerdings nur Verkauf "über die Gasse". Also sind wir erst einmal einige Schritte weiter gegangen und im nächsten Café gelandet.
  Der Kaffee, hier el cortado genannt, war zwar sehr gut, aber die Vanillerolle war für einen Verteidigungskrieg geeignet. lach ein wenig :o) Ich schätze, sie war mindestens drei, wenn nicht vier Tage alt und damit zum Verzehr nicht mehr geeignet. Mit dem Besteck war das Ding wahrlich nicht zu zerstechen - beinhart.
  Wie das Gebäck der viel gelobten Bäckerei gegenüber vom Rathaus ist, kann ich noch nicht sagen. lach ein wenig :o) Wir haben uns zwei süße Stücke mitgenommen und werden sie morgen verkosten.
  Wenn man allerdings von den zahlreichen Diplomen und Zeitungsartikeln, die in dem kleinen Verkaufsraum hängen ausgeht, müssen sie schmecken. Aber warten wir mal ab. Auf alle Fälle haben wir unsere Beute klimagerecht aufbewahrt. Bei diesen Dingen sind wir Spezialisten!
  Noch eine klitzekleine Bemerkung am Rande - so unmotivierte Kellnerinnen oder Verkäuferinnen wie in diesen beiden Bars oder wie immer man es nennen mag, findet man auf dieser schönen Insel kaum. Deren Motto war eher "friss oder stirb" als "womit kann ich dienen?" Das findet man hier - zumindest im grünen Teil der Insel - sehr selten.
  Wir haben heute einen Urlaubstag genossen und ziemlich blöd geschaut, als wir nach Hause fahren wollten.
  Ein Polizist, Blaulicht und nichts ist mit weiterfahren. ¡Se prohibe el paso! Durchfahrt verboten!
  Wir verwenden schon gewisse Schleichwege von Icod Stadt nach Santa Bárbara. Wie alle Ortsansässigen. Aber dabei handelt es sich um offizielle Strassen. Sie sind zwar relativ eng und Gegenverkehr wird stellenweise zu einem Problem, aber das ist eigentlich nichts besonderes. Ohne Vorwarnung gestoppt zu werden allerdings schon. Aber was soll man machen? That's life, take it easy.
  Bei unserem ersten Versuch sind wir also kläglich gescheitert. lach ein wenig :o) Die Polizei hat uns wieder nach Icod Stadt geschickt. Macht nichts. Wir haben es bei der nächsten Strasse versucht - und sind wieder auf Polizei gestoßen. Nachdem unsere Strasse aber nur zwanzig Meter von seinem Standpunkt aus entfernt war, durften wir nach Hause fahren.
  Warum der ganze Aufwand? Heute wird gefeiert! Sogar die Nachbarn am Anfang unserer Strasse, Camino el Moleiro, haben vor ihrer Garage, pardon, hier wird dieser Raum ja el salon genannt, riesige Musikboxen aufgebaut. Dem Wein haben sie anscheinend auch schon genügend gehuldigt. Der Gesichtsausdruck lies sogar beim vorbei fahren darauf schließen. iFelice fiestas!
  Celebración de la eucaristía por los emigrantes de nuestro barrio. Grob übersetzt wird heute für die Auswanderer in diesem Ortsteil eine Messe abgehalten. Es muss aber auch ein Umzug oder eine Prozession statt gefunden haben. Ich kann es nicht genau sagen, wir haben es nur akustisch verfolgt. Auf alle Fälle ist unser Nachbar wieder mittendrin und gefeiert wird noch immer lautstark. So soll das Leben sein, oder etwa nicht?
  Wenn man keinen Grund zum Feiern hat, sucht man sich eben einen. Irgendwo ist immer einer versteckt.
  Umsonst sagt man ja nicht, wer suchet der findet! Ist vielleicht kein schlechtes Lebensmotto? lach ein wenig :o) Auf alle Fälle besser, als immer nur zu jammern und Minuspunkte zu sammeln.
27 de agosto de 2007 - Montag - lunes
 
 
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Icod de los Vinos  
  Unser asiatischer Gelehrter und Hüter der Puppen ist heute endlich an seinem endgültigen Bestimmungsort angekommen. Eigentlich kann man sagen, dass er heimgekehrt ist.
  Langsam aber sicher, despacio, pero seguro, lehrt sich unser Lagerraum im Casa de Cáceres. In einigen Tagen sind die Stricke gekappt und ich muss nie wieder Schachteln über die altehrwürdigen Stufen dieses Hauses tragen. So historisch und schön sie auch sein mögen. Ein Kapitel unseres Lebens wird wahrscheinlich noch in dieser Woche geschlossen. lach ein wenig :o) Este capítulo queda zanjado para mí.
  Damit kann endlich ein neues aufgeblättert werden. Eine neue Geschichte beginnt. Wahrscheinlich auch mit den Worten - érase una vez...  Es war einmal, kannst du dich noch erinnern? Por lo que yo recuerdo ...
 
 
Auch der Sonnenuntergang war heute eine perfekte Inszenierung ...
 
Manche Menschen kommen in ein dunkles Zimmer
und beginnen emsig zu arbeiten.
Sie ergründen die Ursachen der Dunkelheit,
finden Schuldige und erstellen ein Konzept
zur schrittweisen Reduzierung der Finsternis
Und dann kommt einer
und macht einfach das Licht an!
Ron Fischer
 
 
 
  Übrigens - Santa Bárbara feiert noch immer! Heute war Volksmusik à la Karl Moik - hier nennt sich das Ganze Bodega Julian -  angesagt. Auf Dauer nicht zum aushalten! Bis zum Samstag müssen wir also noch starke Nerven zeigen. Aber das wird schon klappen.
26 de agosto de 2007 - Sonntag - domingo
 
 
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Icod de los Vinos  
  Fiestas en honor a Santa Bárbara 2007.  In Santa Bárbara wird weiter gefeiert. Heute hat das Militär, el Regimiento de Artillería de Canarias, seinen Platz eingenommen.
  Nach einer langen Messe, die bis zwölf Uhr gedauert hat, haben Trommelwirbel den kirchlichen Gesang abgelöst. Die Artillerie hat ihrer Schutzpatronin die Ehre erwiesen. Mit militärischer Begleitmusik und rhythmischen Trommelschlag wurde die nächste Prozession abgehalten. Statt Salutschüssen wurden als Draufgabe von Zeit zu Zeit "Höllenkracher" in die Luft abgefeuert. Der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. Hauptsache es knallt!
  Um halb drei Uhr sind sie wieder bei der Kirche angelegt, wurden vom Geläute der Kirchenglocken gebührend begrüßt und dann ist es erstaunlich still geworden. Ich glaube, eine kleine Ruhepause ist für alle Teilnehmer dringend notwendig geworden.
  Immerhin wird ab den frühen Abendstunden weiter gefeiert. Der Höhepunkt - ein spektakuläres Feuerwerk, los fuegos artificiales  - kommt ja erst wenn es dunkel geworden ist.
  Zuständig dafür sind die Spezialisten der Insel. Hermanos Toste, die besten Pyrotechniker aus Los Realejos, sind für das Himmelsschauspiel verantwortlich. lach ein wenig :o) Wir stehen direkt durch die Lage der Finca direkt auf der Ehrentribüne und müssen uns nicht einmal irgendwohin begeben. Wir können also in Ruhe abwarten - und in der Zwischenzeit Sardinen auf dem Feuer grillen. Köstlich!
  Im Festtagsprogramm war das Feuerwerk für 21 Uhr angekündigt. Dass man das nicht so genau nehmen darf, wissen wir bereits. Man ist ja lernfähig. lach ein wenig :o) Das setzt man zumindest bei intelligenten Menschen voraus - und dazu zähle ich uns schon.
  Ich habe nur im vergangenen Jahr einen Fehler gemacht. Ich habe den Zeitpunkt des Beginns der Aktion leider nicht aufgeschrieben.
  Wir haben uns nämlich auch im Vorjahr darüber gewundert, wie dürftig das Feuerwerk ausgefallen ist. Raketen verschossen werden wirklich ab neun Uhr Abends. Immer so, dass man glauben könnte - jetzt geht es los! Aber das ist drei Stunden lang ein Trugschluss. Na ja, im nächsten Jahr wissen wir es endgültig, ich werde es nicht mehr vergessen.
   
  Gekracht und geleuchtet hat es ab dem vorhergesagten Zeitpunkt. Die Ehre ist also gerettet. Mehr aber auch nicht. Das richtige Feuerwerk wurde erst um Mitternacht in die Luft geschossen. Wobei dieses Jahr  das Thema anscheinend der Waldbrand auf Teneriffa das Thema gewesen ist.
  Ich habe mir irgendwie gedacht, es ist wie ein modernes Gemälde, das die Kunstkritiker als Kunstwerk anpreisen und niemand versteht, was der Künstler damit gemeint hat. Ein Kindergartenkind könnte dasselbe Bild hinzaubern.
  Wenn bei einem Feuerwerk minutenlang Unmengen von Raketen in den Himmel geschossen werden und nicht viel passiert, denkt man sich dasselbe. lach ein wenig :o) Ein Wasserfall aus Lichtsegmenten, begleitet von viel Knallerei. Vielleicht haben wir den symbolischen Ausdruck in diesem Moment nicht erkennen können? Das kann durchaus sein. Doch wer sieht sich ein Feuerwerk mit philosophischen Aspekten an?
   
  Als Draufgabe gab es doch noch ein paar atemberaubende Feuerwerkskörper. lach ein wenig :o) Eigentlich könnte man fast sagen, als Entschädigung dafür, dass wir so lange auf diesen Augenblick warten mussten.
  Zurück bleibt, am bis vor kurzem wolkenlosen Himmel, eine Unmenge an Rauchwolken. Gott sei Dank hat Petrus keine Rauchmelder angebracht, sonst hätte die Feuerwehr ausrücken müssen. Gefunden hätten die Florianijünger kein Feuer sondern eine noch immer stattliche Zahl an feiernden Menschen.
  Aber zu dieser Situation kann es eigentlich gar nicht kommen, denn ich bin mir sicher, das auch Heilige unter einander Rücksicht nehmen. Petrus würde der heiligen Bárbara sicher nicht das Fest verderben, oder?
25 de agosto de 2007 - Samstag - sábado
 
 
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Icod de los Vinos  
  Die ganze Nacht lang musikalische Berieselung. Die Bewohner von Santa Bárbara feiern! Sie schrecken auch nicht davor zurück, um ein Uhr in der Nacht unzählige "Kracher" in die Atmosphäre zu befördern. Man hat direkt das Gefühl, ein Munitionslager geht in die Luft.
  Der Sinn dahinter? Vielleicht demonstriert das Festtagskomitee die Sperrstunde - die es laut Festprogramm sowieso nur auf dem Papier gibt. Zeitangaben in diesen Programmen sind aber bekannter Weise im allgemeinen mit Vorsicht zu genießen. Gefeiert wird hier nach Bedarf und nicht nach Regeln. Der Mensch zählt!
  In der Realität bedeutet das ganz etwas anderes. Gefeiert wird bis in die frühen Morgenstunden. lach ein wenig :o) Denn dann wird es erst besonders schön. Besonders wenn man in der Früh alle schlafenden Bewohner mit Krachern aus den letzten Träumen holen kann.
  Moral aus der Geschichte? In Santa Bárbara kann man wunderbar leben. Allerdings muss man damit rechnen, dass man ungefähr eine Woche im Jahr Begleitmusik beim Einschlafen frei Haus geliefert bekommt. Aber damit kann man durchaus leben! Wir sprechen mittlerweile aus Erfahrung!
   
  Der Haupttag der Fiesta von Santa Bárbara ist fast da. lach ein wenig :o) Cestos y Bollos werden heute zur Kirche getragen. Die Artillerie kommt erst morgen zur Ehre. Die Schutzpatronin muss ordentlich gefeiert werden, oder? Zeit darf dabei keine Rolle spielen.
  El barrio de Santa Bárbara de Icod de los Vinos inició ayer sus fiestas de agosto, que tendrán su día grande el sábado, cuando se reviva la tradición popular de la romería de los cestos y bollos.
  Das Wort "fiesta" ist für uns Mitteleuropäer auch sehr irreführend. Ein Fest wird nach unseren Vorstellungen an einem Tag gefeiert. Wer feiert seinen Geburtstag schon wochenlang?
  Eine Fiesta bedeutet hier allerdings ganz etwas anderes. Gefeiert wird mindestens zwei, wenn nicht drei Wochen lang. In dieser Zeit finden die verschiedensten Veranstaltungen statt. Von Basteln mit Kindern über Fußballspiele, Wahlen der diversen Königinnen in allen Altersklassen bis zu Karaokesingen und Musikantenstadel - hier Bodega Julian genannt - steht alles zur Auswahl.
  Außenstehende bekommen meistens nur die Abschlussveranstaltung wie Romerias oder im Fall von Santa Bárbara den traditionellen Umzug der cestos y bollos mit. lach ein wenig :o) Aber das sind nur die Sahnehäubchen der traditionellen Feste! Das Tüpfelchen auf dem berühmten "I".
  Auch das spektakuläre Feuerwerk wird erst morgen Abend in den Nachthimmel befördert. Trotzdem - seit heute Mittag feiert der ganze Ortsteil! Wir sind dieses Jahr nicht unter den Zusehern, aber hier sind Fotos vom Vorjahr.
  Wir sind um die Mittagszeit in Puerto de la Cruz unterwegs. Wir sind auf der Suche nach einem Betontrog für unseren Brunnen. Vielleicht werden wir fündig.
  Da der Umzug auf der Hauptstrasse von Santa Bárbara statt findet können wir bis in die frühen Abendstunden nicht mehr nach Hause fahren. lach ein wenig :o) Die Strasse ist gesperrt. Also verbinden wir das Nützliche mit dem Angenehmen und machen einen Ausflug. Wohin? lach ein wenig :o) Noch keine Ahnung!
  Ein schöner Nachmittag liegt hinter uns. Wir haben den perfekten Blumentrog für unsren Brunnen gefunden - und auch tatsächlich im Auto untergebracht. Ich bin immer wieder überrascht, was man in diesem kleine Auto unterbringen kann - wenn man will. Nach diesem Erfolg haben wir uns auf Erkundungstour begeben.
  Der Ausgangspunkt der Expedition war heute Los Realejos. Heute nur ganz kurz gesagt. Wir sind vor einer Fiesta "davon gefahren" und sind gleich bei zwei anderen gelandet. In Icod el Alto und zum Abschluss in La Guancha.
  Im Laufe der Woche werde ich sicherlich einmal dazu kommen, über diesen Ausflug zu schreiben - heute st es schon zu spät und morgen ist Sonntag. lach ein wenig :o) Ein wenig Geduld also, aber eines kann ich versprechen, auch ihr werdet die Insel von einer ganz anderen, wunderschönen Seite kennen lernen!
24 de agosto de 2007 - Freitag - viernes
 
 
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Icod de los Vinos  
  Den Puppen- und Bärentransport haben wir heute fortgesetzt. Während Georg die kostbare Fracht durch die Gegend kutschiert hat, habe ich immer ungefähr eine halbe bis dreiviertel Stunde Pause gehabt. lach ein wenig :o) Zeit genug um die nähere Umgebung neu zu erkunden.
   
  Egal wie oft, sea como sea, man durch die kleine Stadt spaziert, man kann immer wieder idyllische Plätzchen, las  plazas dílico, entdecken. lach ein wenig :o) Oft liegt der Reiz in der Mischung zwischen Verfall und der Kraft der Natur. Auch Ruinen und halb verfallene Häuser können Charme versprühen. Auf eine bestimmte Art sogar Lebenskraft und Freude. So unter dem Motto - mich kriegt keiner unter, ich lebe!
 
  Ich glaube, dieses Foto sagt mehr als tausend Worte. lach ein wenig :o) Fast zu schön um wahr zu sein! iDemasiado bonito para ser cierto! Da muss ich nicht mehr viel erklären, warum der Norden der Insel lebenswerter als der Süden ist.
  Hier gibt es alles auf einem Fleck vereint. Wunderschöne Natur, exotischer Flair, gewachsene Strukturen gewürzt mit einem Hauch Geschichte und ein angenehmes Klima das ganze Jahr über. Kann es etwas Schöneres geben?
  Aber das sind ja keine neuen Erkenntnisse. lach ein wenig :o) Als die Insel noch unter der Herrschaft der Guanchen stand, also die Menceys noch das Zepter in der Hand hielten, war das mächtigste Reich und der Königssitz in Orotava. Hier herrschte als letzter Inselfürst Mencey Bencomo, König von Taoro.
  Der Süden war arm und nicht sehr begehrt. Heiß, trocken und kein Wasser! Außer Fischen nichts zu essen, alle anderen Lebensmittel mussten "ertauscht" werden. Aber darüber ein andermal mehr, ich arbeite im Hintergrund an den Kapiteln Geschichte und einem Stadtspaziergang durch Icod. lach ein wenig :o) Ein wenig wird es allerdings noch dauern. Ein wenig Geduld bitte.
  Ein Fenster im, una ventana en la Casa de Cáceres und das Leben dahinter - oder davor? Durchblick, Einsicht oder Begrenzung?
  So manche Einsicht beruht ja auf einer gewissen Sehschwäche - oder verschmutzten Fensterscheiben. Fenster können Aus- oder Einsicht bieten. Je nachdem auf welcher Seite man gerade steht.
   
  Haben Fotografen zwar den Durchblick, sind aber trotzdem nicht im Bilde?
  Ich kann mich nicht entscheiden. Spielt sich das Leben draußen oder drinnen ab? Wird man durch Fenster und Türen eingegrenzt oder schützen sie vor Einflüssen von außen?
  Der Blick nach draußen reizt und ist verführerisch. Es könnte einem aber auch ein ziemlich frischer Wind um die Nase wehen. Nennt man das dann Klarsicht?
  Fenster sind Öffnungen nach außen. Fenster sind Lücken, Bruchstellen, Durchlasse in der Fassade. Fenster schaffen Kontakt. Fenster sind für Innen das Auge zur Welt und erlauben von Außen Einblick, Durchblick und Einsicht - die Sicht hinter die Kulissen.
  Der Ausblick aus diesem Fenster hat mich heute bei der Arbeit begleitet und die Stimmung gehoben. Schade, dass ich nicht mehr Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang gehabt habe.
  Die Aussicht, la vista, aus dem Fenster ist ja nicht immer schön. Es kann einem auch die Laune vermiesen. Man erwartet Sonnenschein und blauen Himmel und dann fällt der Blick auf einen grauen Vorhang. Der Tag ist damit schon fast gelaufen. lach ein wenig :o) Falls die Realität doch nicht so schön sein sollte, kann man vor dem Schlafengehen ja noch immer einfach ein Brett vor sein Fenster schieben.
 

 
Wenn man Pläne nicht verwirklichen kann,
dann muss man unter Hinzuziehung der Vergangenheit
das Zukünftige kennen lernen
und durch das Offenkundige das Verborgene erkennen.
Wer so plant,
kann zur Einsicht kommen.
Mo Ti (480 - 390 v.Chr.)
 
  Mo Ti war ein chinesischer Philosoph Er vertrat im Gegensatz zu den von Konfuzius entwickelten, nach Verwandtschaft und persönlicher Nähe gestaffelten Solidaritätsvorstellungen das Prinzip einer allumfassenden Liebe und lehnte die traditionellen Klassenunterschiede ab. Er war gegen den Angriffskrieg und Luxus.
23 de agosto de 2007 - Donnerstag - hueves
 
 
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Icod de los Vinos  
  Die Sonne hat uns endlich wieder gefunden! Der Himmel hat seine gewohnte Farbe - blau!
  Der heutige Tag stand, wie gestern, im Zeichen des Puppentransportes. Das heißt bis drei Uhr nachmittags Treppen auf und ab, beladen mit Kartons. Morgen wird es auch nicht anders sein. Aber dann haben wir einen großen Teil der Kleinarbeit geschafft.
  Von Santa Bárbara her weht Musik. Es wird gefeiert. Mittlerweile ist fast jedes Haus in der Umgebung beflaggt. Spanische Fahnen in rot-galb-rot oder die Fahne von den Kanarischen Inseln wehen in allen Größen im Wind.
  Der Endspurt hat begonnen, am Samstag findet der traditionelle Umzug mit den wunderschönen, bunten Erntedankkörben statt. Cestos y Bollos werden zur Kirche getragen und dann geht das Fest erst richtig los.
  Ich bin jetzt müde und die Hände tun mir weh. lach ein wenig :o) Irgendwie fühlen sie sich schwer an. Reif fürs Bett würde ich sagen. Gute Nacht allerseits!
22 de agosto de 2007 - Mittwoch - miércoles
 
 
21 ° centígrados  
24 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Noch immer trübes Wetter und als Draufgabe hat es ab und zu noch zu nieseln begonnen. Das hat uns heute aber nicht sehr gestört, wir haben mit unserem Transport der Puppen und Bären begonnen.
   
  Schlüssel umdrehen, die Türe öffnen und im Moment nicht wissen, wo anfangen. So kann man die ersten Minuten beschreiben. Unser Gelehrter hat allerdings für Ruhe und Ordnung gesorgt - soweit ich das bis jetzt feststellen kann.
  Man darf ja nicht vergessen, dass wir vor zwei Jahren innerhalb eines Tages die gesamte Ausstellung, die sich über vier Räume erstreckt hat, in einem der kleinen Räume lagern mussten. Eine Ho-Ruck Aktion wenn man es kurz sagen möchte. Doch eine andere Möglichkeit hatten wir zu dieser Zeit nicht, das Flugzeug ist am nächsten Tag m die Mittagszeit abgeflogen. lach ein wenig :o) Mit oder ohne uns. Den Piloten hätte es nicht sonderlich tangiert.
  Jetzt schließt sich der Kreis und Puppen und Bären kehren dort hin zurück, wohin sie gehören. Ein gutes Gefühl.
   
  Um drei Uhr nachmittags werden im August die Tore des Casa de los Cáceres geschlossen, aber bis dahin haben wir sechs Fuhren mit unserem Auto geschafft. lach ein wenig :o) Das wahrhaft voll gestopfte Lager ist fürs Erste bereits ein wenig entlüftet.
  Auto beladen, Auto mit Chauffeur und Ladung ab nach Santa Bárbara, ausladen und wieder zurück. Das dauert ungefähr eine dreiviertel Stunde. Zeit genug, um in der Zwischenzeit auf Motivsuche zu gehen.
  Aber zuerst möchte ich einmal einen Rundgang durch dieses schöne Haus machen - Casa de los Cáceres! Fotos gibt es morgen - jetzt werden wir erst einmal unsere Bedürnisse befriedigen und die Flammen unseres Herdes walten lassen. lach ein wenig :o) Der Körper fordert sein Recht!
  Ich habe heute sehr viele Fotos geschossen - jetzt werden sie erst einmal sortiert und dann bekommt ihr sie zu sehen. Man möchte gar nicht glauben, welche schönen Fleckchen es in der Innenstadt von Icod de los Vinos gibt.
   
  Hier ein kleiner Vorgeschmack. Es gibt so schöne, versteckte Plätze - man muss nur die Augen aufmachen. Schade, dass man sich dafür - meistens - zu wenig Zeit nimmt.
  Das erinnert mich an "zu Hause". Die meisten Touristen die unser Museum besucht haben, haben Kärnten besser gekannt als ich selbst. Ich bin zwar auf diesem Plätzchen der Erde geboren worden und auch aufgewachsen, aber die kleinsten Winkel meiner Heimat kenne ich nicht. Sie sind zu beständig und zu nah. Das Alltägliche kommt ja nicht so schnell abhanden. Oder doch?
  Aber warum sollte es anders sein? Man hat ja alle Zeit der Welt um die nähere Umgebung zu erkunden. Oder doch nicht? Eine Sekunde im Erdzeitalter ist nicht einmal ein Wimpernzucken. Nicht mehr - aber auch nicht weniger.
  "Oder doch nicht" trifft wahrscheinlich öfter zu, als man es sich ausmalen kann. Als Bestätigung dieser Gedankenwelt kann man den Brand auf Teneriffa zur Gedächtnisstütze verwenden. Gibt's nicht geht nicht!
  Ich wollte schon vor Jahren die Kapelle in Montañeta, la ermita de San Francisco de La Montañeta,  fotografieren. Wir sind unzählige Male daran vorbei gefahren - aber nie stehen geblieben. Warum auch? Das können wir das nächst Mal auch tun, denkt man sich im Geheimen. Falsch gedacht! Es kommt immer alles ganz anders als man es sich in den kühnsten Träumen ausmalen könnte.
  Moral aus der Geschichte? Unterschätze die Naturgewalten nicht. Sie bestimmen den Stundenplan, sie geben die Regeln vor.
  Man sollte sich vielleicht wirklich an die Regel des Lebens halten. Jeder Tag des Lebens kann möglicherweise der letzte Tag sein.
  Hätten wir es getan, wüsste ich heute, wie die Kapelle von Montañeta ausgesehen hat. Ich habe es nicht für wert befunden -  deshalb werde ich es auch ne mehr sehen. Es ist vorbei! Eine neue Zeitrechung hat begonnen. Die Zeit nach dem katastrophalen Brand.
  Aber jetzt wieder weg von negativen Gedanken. Wir haben heute den Startschuss für die Zukunft gezündet. Unsere Welt beginnt sich wieder rund zu werden. lach ein wenig :o)  Der Kreis als Symbol kommt abermals zu seinem Recht. Die Schultern werden entlastet, die Gedanken können sich aufs Neue auf den Weg machen.
  Wir landen wieder bei unserer Devise - träume nicht dein Leben - lebe deinen Traum!
  Aus diesem Grund wünsche ich euch allen einen wunderschönen, fantastischen Traum!
21 de agosto de 2007 - Dienstag - martes
 
 
21 ° centígrados  
24 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Am Vormittag habe ich zur Abwechslung wieder einmal Brot gebacken. Das schmeckt doch ganz anders als das Mischbrot, das man kaufen kann.
 
  Obwohl es auf der Insel wirklich gutes Brot, el pan gibt! lach ein wenig :o) Wir lieben eben Kümmel im Schwarzbrot, el pan negro. Es schmeckt einfach gut, esto sabe bien. Aus diesem Grund heißt die Devise ab und zu - selbst ist der Bäcker!
  Im Großen und Ganzen ist der Tag relativ unspektakulär verlaufen. Die ersten Puppen und Bären werden wir erst morgen auf die Finca transportieren.
  Wir haben nicht bedacht, dass auch für die Öffnungszeiten der Türen im Casa de los Cáceres die Sommerzeit gültig ist. Um drei Uhr am Nachmittag werden sie im August von Antonio, dem Sicherheitsexperten, verriegelt.
20 de agosto de 2007 - Montag - lunes
 
 
21 ° centígrados  
24 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Die Sonne streikt weiter. Nicht der kleinste Sonnestrahl verirrt sich durch die grauen Wolken.
  Am Nachmittag sind wir nach Puerto de la Cruz gefahren. Der Vertrag für unser Auto musste verlängert werden.
  Im ersten Moment, en el primer momento, hat es im goldenen Tal von Orotava ja ein bisschen freundlicher ausgesehen. Es war allerdings wirklich nur der allererste Eindruck. lach ein wenig :o) Auch dort hat sich die himmlische Umgebung in Wahrheit sehr bewölkt und trübe in Szene gesetzt. Trotzdem - angenehm warm.
   
  Wir haben uns jetzt vorgenommen, egal wohin wir fahren, immer wieder ein neues Eckchen der Umgebung zu erobern oder besser gesagt zu erkunden. Diesmal haben wir uns das alte Zollhaus, Casa de la Aduana en la calle las Lonjas, vorgenommen.
  Mit der Bezeichnung Casa de la Aduana muss man mehrere Häuser sehen. Es ist der Komplex la Batería de Santa Bárbara in Puerto Nuevo. Puerto Nuevo ist der heutige, kleine Fischerhafen in der Altstadt. Im 17. Jahrhundert war es ein bedeutender Hafen einer Siedlung, die immerhin wahrscheinlich 2.800 Einwohner hatte.
  Man vermutet, dass an dieser Stelle das Kreuz gestanden ist, dem die Stadt ihren Namen verdankt. Später soll es an der Fassade angebracht worden sein.
  Das Haus war ein königliches Zolllager und das Wohnhaus der Familie Prieto-Alfaro. Errichtet wurde es im Jahr 1620 und es entwickelte sich rasch zu einem wichtigen Treffpunkt. Logisch, denn im 18. Jahrhundert war Puerto de la Cruz auf Grund vieler unglücklicher Umstände der wichtigste Handelsstandpunkt der Insel. Der Hafen von Garachico wurde ja durch den Ausbruch des Teide außer Kraft gesetzt.
  Im Jahr 1648 wurde der Ort vom spanischen König Felipe IV sogar zum "Schlüssel der Insel, Llave la Isla" erklärt.
   
  Das Gebäude umfasst eine bebaute Fläche von insgesamt 794 m².
  Die Hauptfassade ist zur Calle las Lonjas ausgerichtet. Es hat zwei Etagen und ein Zwischengeschoss. Der wunderschöne Holzbalkon auf einer Seite besteht aus einem Stück, während der Balkon an der Fassade zum Hafen an Streben montiert und mit Kassetten verziert ist.
   
  Das herrschaftliche Haus wurde 1620 von der Familie Franchy erbaut und war ab 1707 Sitz der königlichen Zollbehörde, Real Aduana.
  Da der Hafen immer größer und wichtiger wurde, diente es sowohl als Verwaltungsabteilung als auch als Residenz für den Intendanten, el almojarife, und seiner Familie. Eine Zeit lang war es der Ort in Puerto de la Cruz, an dem sowohl die Verwaltungsangelegenheiten als auch viele Feste, pompösen Tanzabende, Handelsgeschäfte und Gesellschaftsessen stattfanden.
  Im Jahr 1833 wurde der Sitz der Zollbehörde verlegt. Der Hafen war für große Schiffe auf Grund der stürmischen See und der geologischen Gegebenheiten zu klein geworden. Das Zollamt wurde kurzerhand im britischen Konsulat in der Hauptstadt Santa Cruz eingerichtet.
  Bis vor kurzem gehörte das alte Zollhaus noch Austin Baillon, der sich auch um die Instandhaltung kümmerte. Er nutzte die beiden oberen Etagen als Wohnung und richtete in den Räumen des Erdgeschosses einen Souvenirverkauf ein.
  Mittlerweile ist das Cabildo von Teneriffa der neue Eigentümer. Nun wird es von Grund auf saniert. Alle originalen Werte und Strukturen wurden dabei erhalten und alle neueren Elemente, die nicht wirklich zum Haus gehörten, wurden entfernt.
  Heute ist hier auch die Informationsstelle für Tourismus untergebracht. Ein Tipp - man kann dort wunderschöne Poster von Puerto de la Cruz bekommen! Einfach hineingehen und danach fragen.
   
  Die Festungsanlage Santa Bárbara wurde im 18. Jahrhundert nach einem Entwurf von Jerónimo Mines nach der Vorlage einer der Artillerieplattformen, die Franchy 1603 angelegt hat, erbaut.
  Sie besteht aus einer Palisadenmauer, einem Türmchen und einem Pulverhaus. Es wurden auch vier Kanonen zur Verteidigung der Schiffe, die im so genannten limpio de las Carabelas, ganz in der Nähe des alten Hafens, vor Anker lagen, in Position gebracht.
   
  Anschließend, zwischen Mole und Plaza de Europa werden seit 2005 mit Fördermitteln der EU die letzten noch existierenden Fischerhäuser saniert.
  An dieser Stelle und auf der heutigen Plaza de Europa befand sich bis 1980 ein Viertel der Fischer, wo man auch den örtlichen Fischmarkt finden konnte. Vielleicht wird dem ganzen Ortsteil ja wieder neues Leben eingehaucht? Schön wäre es.
  Das war der Geschichtsunterricht für heute - morgen sind wir wieder für die Zukunft unterwegs. Die ersten Puppen und Teddybären werden sich auf den Weg machen und ihr neues - und endgültiges - Zuhause beziehen. Mehr dazu morgen Abend.
19 de agosto de 2007 - Sonntag - domingo
 
 
21 ° centígrados  
24 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Nichts mit Wochenend und Sonnenschein? Einmal abwarten, der erste Blick aus dem Fenster hat sich oft schon als trügerisch erwiesen. lach ein wenig :o) Es ist Sonntag und wir können ganz bequem und ohne schlechtes Gewissen länger in den Federn bleiben.
 
  Die einen arbeiten für das freie Wochenende, die anderen arbeiten am freien Wochenende. lach ein wenig :o) Wir machen beides. Aber zuerst wird einmal ausgiebig und gemütlich gefrühstückt!
  Die Sonne hat heute auch den Sonntag genossen und hat sich leider den ganzen Tag nicht blicken lassen. Vielleicht hat sie heimlich einen Kurzurlaub eingeschalten? Im Wetterbericht, el parte meteorológico, steht irgendwas von strahlendem Sonnenschein! Auf die Berechnung der Experten kann man sich ja so wieso selten verlassen. lach ein wenig :o) Warum sollte es bei der Wettervorhersage anders sein?
 

 
Der Profi macht nur neue Fehler.
Der Dummkopf wiederholt seine Fehler.
Der Faule und der Feige machen keine Fehler.
Oscar Wilde
 
  Wir haben also einen gemütlichen Sonntag verbracht. lach ein wenig :o) Georg konnte es natürlich nicht lassen und hat mich wieder mit Arbeit versorgt. Er hat Maulbeeren, las moras, geerntet. Die Marmeladegläser warten auf ihre nächste Füllung.
18 de agosto de 2007 - Samstag - sábado
 
 
20 ° centígrados  
25 ° centígrados  
Icod de los Vinos Platzregen am Abend
  Das Motto andere Baustelle hat auch heute gegolten. Bis Mittag war Georg beim Nachbarn unterwegs. Ich möchte wissen, wie der seine Mauer gebaut hätte - ohne Steine! lach ein wenig :o) Er ist und bleibt eben ein Organisationstalent.
   
  Am Nachmittag, por la tarde, war dann wenigstens, por lo menos, für unsere Pflanzenwelt Zeit.
  Die Riesenstrelitzien mussten unbedingt von den trockenen Blättern und verblühten Blüten befreit werden. Das sind wahre Monsterblätter und Blüten. Eine Stunde Arbeit zu zweit, dann war es geschafft. Jetzt haben sie wieder Luft zum Atmen.
  Auf dem Foto sind sie ganz links zu sehen. Es handelt sich dabei um die weniger bekannte Strelitzia Nicolai auch Natal- Baumstrelitzie oder weiße Strelitzie genannt. Sie wird bis zu acht Meter hoch und die Blüten werden ungefähr, más o menos, dreißig Zentimeter groß und sind ziemlich schwer. Als Schnittblume ist sie also nicht geeignet.
    
  Unsere Bepflanzung kann sich schon sehen lassen, oder? Es grünt und blüht wunderschön. Eine schöne Belohnung, auch wenn die Gartenarbeit nie aufhört. Kaum ist man an einem Ende angelangt, kann man schon wieder von vorne anfangen.
  Den Wettergott hat Georg heute auch erfolgreich heraus gefordert! lach ein wenig :o) Jetzt lässt es der gute Mann regnen und wir können unsere Fische im Backrohr braten! Mit höheren Gewalten sollte man sich also besser nicht anlegen. Man kann nie vorhersehen, welche Konsequenzen man dann zu tragen hat.
  "... sah der Augenzeuge mit seiner Frau." Heute Abend in einem Beitrag österreichischer Nachrichten in Ö3 gehört. Was das wohl bedeuten soll?
  Wenn auf Teneriffa in den Nachrichten die Meldung käme "der Augenzeuge mit seinem Papagei" wüsste wenigstens jeder, was oder wer gemeint ist. Es wäre der Touristenfotograf von Puerto de la Cruz, der schon seit zwanzig Jahren mit seinem Vogel auf der Schulter täglich auf der Suche nach neuen Opfern ist. lach ein wenig :o) Typisch spanisch wäre noch der harmloseste Kommentar.
  Das war für diese Woche das Wort zum Samstagabend. Gute Nacht!
17 de agosto de 2007 - Freitag - viernes
 
 
20 ° centígrados  
26 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Wird der Himmel blau oder grau? So genau war das um acht Uhr noch nicht ersichtlich.
   
  Innerhalb einer Stunde ist es aber klar gewesen - heute wird ein trüber Tag. Es hat leicht zu regnen begonnen. Der übliche Sprühregen im Sommer. Nicht Fisch und nicht Fleisch. Zuwenig um die Erde wirklich nass zu machen und zu viel um im Freien arbeiten zu können. Gegen Mittag haben sich die Wolken allerdings "ausgeregnet" gehabt und es war angenehm warm.
   
  Unser Nachbar hat heute eine Großbaustelle eröffnet. Nachdem er ja vor einigen Tagen den Weg vor seinem Salatfeld weggebaggert hat, wurde eine neue Mauer notwendig. Mit Hilfe von alten Türblättern wurde am Vormittag also kurzerhand der Verlauf des Bauwerkes festgelegt.
 
  Die Ehre des Maschinisten hat er seinem Nachbar zugedacht. Er hat Georg darum gebeten, ein paar Baggerschaufeln voll mit Steinen zu transportieren. Daraus hat sich ein halber Tag Arbeit entwickelt. Jetzt ist er uns etwas schuldig. *g*
 
 
  Baustelle à la canario. Es wimmelt vor Leuten. Die Verwandtschaft ist helfend zur Stelle und packt tatkräftig an. Ob sie die Mauer fertig gestellt haben, konnten wir am Abend nicht mehr sehen. Es war bereits zu dunkel. Die Mannschaft hat bis in die späten Abendstunden durch gehalten!
  Für Miguel wird eine Fiesta fällig!
16 de agosto de 2007 - Donnerstag - jueves
 
 
20 ° centígrados  
26 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Romería de San Roque in Garachico. Dieses Fest darf man sich nicht entgehen lassen!
   
  Die Kapelle, la Ermita de San Roque aus dem 17. Jahrhundert befindet sich am östlichen Ortseingang von Garachico und ist jedes Jahr am 16. August Ziel der Wallfahrt, la Romeria de San Roque. Gegenüber, auf der anderen Straßenseite ist ein ehemaliges Kloster, el Convento Santo Domingo de Guzmann, das ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert stammt. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Altersheim, in der Klosterkirche wurde ein Museum für zeitgenössische Kunst eingerichtet.
  Diesmal sind wir gemeinsam mit Gerald und seinem Vater auf die Fiesta in den Nachbarort gefahren. Geparkt haben wir hoch über Garachico. Nach einem kurzen Spaziergang mit toller Aussicht sind wir mitten im Geschehen.
   
  Die Fuhrwerke warten nur mehr auf den Beginn des Umzuges - gefeiert wird aber schon jetzt. Es ist wirklich ein Fest vom Volk für das Volk.
   
  Nichts ist künstlich oder einstudiert. Das Leben pulsiert und alle machen mit. Vom Baby bis zur Urgroßmutter.
   
  Ob Jung oder Alt, das macht keinen Unterschied. Oft spürt man die Freude am Feiern bei den älteren und alten Teilnehmern sogar noch deutlicher als bei den jungen Teilnehmern.
  Wer noch mehr wissen will - hier gibt es noch mehr Fotos zu sehen ...
  Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.
George Bernard Shaw
  Elvis lebt! Nein, heute vor dreißig Jahren ist der King nachweislich gestorben. Wenn es nicht so gewesen wäre, wäre die Welt heute um einen Mythos ärmer!
1. bis 15. August 2007
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last update 16.09.08

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