16 de agosto de 2007 - Donnerstag - jueves
15 de agosto de 2007 - Mittwoch - miércoles
 
 
20 ° centígrados  
26 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Feiertag in Österreich und Feiertag auf den Inseln. lach ein wenig :o) Dort feiert man Mariä Himmelfahrt und hier wird die Jungfrau von Candelaria, Nuestra Señora de Candelaria geehrt.
  In der katholischen Kirche wird am 15. August das wichtigste Marienfest gefeiert - auch wenn wahrscheinlich fast niemand mehr die alte Bedeutung kennt. Hauptsache ein arbeitsfreier Tag. Der Grund ist in der heutigen Zeit wohl nicht mehr so wichtig. Früher fanden an diesem Feiertag im August noch viele Wallfahrten und Lichterprozessionen statt. Dieser Aufwand wird nicht mehr betreiben, es würden wahrscheinlich auch die Teilnehmer fehlen. lach ein wenig :o) Es ist Urlaubszeit!
  In alten Zeiten wurden auch aufwendige Messen mit Kräuterweihen gefeiert. Eine bestimmte Anzahl von Kräuter musste es sein. Teilbar durch die heiligen Zahlen drei oder sieben. Diese Kräuterbündel wurde geweiht und bei Krankheit als Tee zubereitet oder dem kranken Vieh im Stall ins Futter gemischt. Die geweihten Kräutern wurden oft auch den Verstorbenen in den Sarg gelegt. Aber das ist schon lange her und heute in Vergessenheit geraten.
  Die Jungfrau von Candelaria ist die Schutzheilige der Kanaren und das Fest zu ihren Ehren zieht Gläubige und Besucher aus allen Teilen der Insel nach Candelaria. Viele kommen zu Fuß. Nach alter Tradition ist die Nacht vom 14. auf den 15. August, die Nacht der Pilger.
  Wir machen keine Pilgerwanderung sondern gönnen uns einen gemütlichen Sommertag.
14 de agosto de 2007 - Dienstag - lunes
 
 
20 ° centígrados  
26 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Den großen Sternenregen haben wir zwar nicht gesehen - dafür war der Himmel leider zu bewölkt - aber immerhin sind gestern Abend innerhalb von einer Viertelstunde gleich vier Sterne vor unseren Augen über den Nachthimmel gezischt. ein Lächeln macht die Welt heller *g* Für ein bisschen Glück, por un poquito de suerte, müsste das reichen, oder? Auch wenn man sagt, dass jeder seines Glückes Schmied ist, cada uno es el artífice de su ventura!
  Georg und Jorge verputzen das Werkstatthäuschen und ich bin für einige Zeit mit der Gartenschere unterwegs. lach ein wenig :o) Viele der Pflanzen benötigen ganz dingend einen neuen Haarschnitt. Meine Opfer sind zur Zeit vor allem die Oleander, Zitronen- und Orangenbäumchen.
  Zu den Zitrusgewächsen gehören auch Mandarinen, Limetten und Limonen. Wir bringen diese Pflanzen zwar mit Italien oder Griechenland in Verbindung, doch die Heimat der Zitrone und Orange, el limón y la naranja, liegt ganz woanders.
  Ursprünglich wuchsen sie an den Südhängen des Himalajas. Im 9. Jahrhundert wurden sie bereits in Arabien angebaut und ungefähr tausend Jahre nach Christus ist tauchten die säuerlichen Früchte in Italien auf.
13 de agosto de 2007 - Montag - martes
 
 
20 ° centígrados  
26 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Georg war am Vormittag beim Stadtarchitekten um wieder einmal einen Fragbogen auszufüllen. Ich habe mich endlich an die Arbeit gemacht und habe neue Visitenkarten kreiert. Ohne Karte ist der Mensch hier nur ein halber Mensch. Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem Ergebnis.
  Urlaubstag war es heute also keiner, aber wenn wir zwischendurch notwendige Punkte abhaken können, sind auch die Tage ohne nennenswerte Arbeit erholsamer. lach ein wenig :o) Dann ist der Kopf irgendwie leichter!
  Diese Woche ist am Mittwoch Feiertag. Es ist der Tag der Jungfrau von Candelaria, Nuestra Señora de Candelaria.
  Am Donnerstag findet die Romería de San Roque in Garachico statt.
  Fotos gibt es dann sicherlich genug. *g*
  Jetzt ist es acht Uhr abends, die Sonne scheint und ich werde es mir gemütlich machen. Georg wird auch bald auftauchen, er ist noch kurz zu Gerald gefahren.
 

 
Erst die Möglichkeit,
einen Traum zu verwirklichen,
macht unser Leben lebenswert.
Paulo Coelho
 
  Bis morgen also, hasta mañana!
12 de agosto de 2007 - Sonntag - domingo
 
 
20 ° centígrados  
26 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Ein ruhiger Sonntag. Fehlanzeige, el resultado negativo! Es hat den ganzen Tag geknallt. lach ein wenig :o) Fast im Minutentakt, wenn man ein bisschen übertreiben will.
  Begonnen hat es schon beim Frühstück. Die Jagdsaison hat ja bereits vor zwei oder drei Wochen begonnen. Damit werden Donnerstage und Sonntage ein wenig turbulenter. Die Jäger schwärmen mit ihren Hunden aus. Die Jagd auf Kaninchen, los conejos, ist ein richtiger Volkssport oder die Freizeitbeschäftigung der kanarischen Männer.
  Rund um unsere Finca waren diese Hobbyjäger auch unterwegs. Hunde, Männer und am Abend ein aufgelöster Jäger, dem einer seiner Hunde abhanden gekommen ist. Wir haben seine Telefonnummer, vielleicht taucht der junge, weiße Jagdhund ja doch noch auf.
   
  Für die Knallerei waren heute allerdings nicht die Jäger, sondern die Mitglieder des Fiestakomitee, el comité de la fiesta, von Santa Bárbara verantwortlich. Sie waren heute den ganzen Tag unterwegs um Spenden für die Fiesta zu sammeln. Jede Spende eine Rakete! Es hat wirklich ständig irgendwo geknallt.
   
  Zu einem richtigen Sonntag gehört für viele der Sonntagsbraten. Wir ersetzen den Braten am Sonntag immer durch einen gegrillten Fisch. Heute standen kleine Makrelen, las caballas, auf der Menükarte. Ein wahrer Genuss!
11 de agosto de 2007 - Samstag - sábado
 
 
20 ° centígrados  
26 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Miguel hat den ganzen Tag Staub ohne Ende produziert. Irgendwie hat er seinen Beruf verfehlt. Im Moment betätigt er sich als Landschaftsgärtner. Ob gut oder schlecht, da sei dahin gestellt.
   
  Wir bauen mühevoll und traditionell Mauern mit Steinen auf - er reißt sie nieder. Warum? Wahrscheinlich will der gute Mann in der Baugeschichte von Santa Bárbara auch eine Rolle spielen. Rundherum wird gebaggert, gebaut und gemauert. Er pflanzt Salat. Das kann ja auch nicht alles sein, oder doch?
  Er möchte - aus welchem Grund auch immer - ebenso irgendetwas bewegen. Und das hat er jetzt getan! Die Mauer ist dem Erdboden gleichgemacht. Anstelle der Mauer wird er einen Maschendrahtzaun errichten - und wird sich dann darüber aufregen, dass ihm jeder von der Straße beim Arbeiten auf die Finger schauen kann.
  Abgesehen davon, dass ihm der Wind um die Ohren pfeifen wird. Dafür hat er ab heute eine bessere Sicht aufs Meer. Ohne Genehmigung aber auch ohne einen Vorteil. Aber seiner Meinung nach kann er ab nun im Baugeschehen rund um sein Haus mitreden. Damit befindet er sich mitten im Geschehen. Das ist die Hauptsache!
  Wir haben Strelitzien gepflanzt und den unangenehmen Teil der "Feinstaubbelastung" ganz einfach ignoriert. Bei dieser gesunden Atlantikluft können wir uns das auch leisten.
   
  Willkommen im Club! iBienvenido en el club! Patrick hat heute seinen runden Geburtstag gefeiert. Es war ein schöner Abend mit netten Leuten in San Marcos.
  Noch einmal - alles Gute zum Geburtstag! ¡Feliz cumpleaños! ein Lächeln macht die Welt heller *g* Der Sternschnuppenregen kann vielleicht auch noch einige Wünsche erfüllen - wer weiß das schon?
10 de agosto de 2007 - Freitag - viernes
 
 
20 ° centígrados  
26 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Ab und zu blinzelt die Sonne durch die Wolken. Wenn ich ganz ehrlich bin, muss man das heutige Wetter jedoch eher als wolkig bezeichnen. ein Lächeln macht die Welt heller *g* Alles andere wäre übertrieben.
  Heute wäre ich wirklich gerne eine Elfe. Schade, dass man nicht schnell in eine andere Haut schlüpfen kann. Ein bisschen Elfenstaub - und Hokuspokus ist man ganz woanders. Funktioniert leider nicht.
   
  Ein produktiver Mensch und drei Zuschauer. Ist das doch das Bild der allgemeinen Baustelle? Das erinnert mich irgendwie an Südafrika. Vor zwanzig Jahren - oder sind es doch schon fünfundzwanzig - gab es dort einen gängigen Spruch unter den Buren. "Gib mir zehn Kaffer, dann mach ich das alleine!"
  Miguel, unser Nachbar, veranstaltet einen Lärm, der wirklich an den Nerven zerrt. Er ist dabei einen Weg weg zu schieben und hat dafür einen Bagger kommen lassen. Dieses blöde Ding würde allerdings Unmengen von Schmieröl vertragen. Bei jeder Drehung quietscht der Bagger erbärmlich! Nicht zum aushalten!.
  Elfenstaub wäre also sehr hilfreich. Leider kann man diesen hilfreichen Staub nicht käuflich erwerben. ein Lächeln macht die Welt heller *g* Ich werde unsere kleine Blumenelfe Sara einmal um Rat fragen. Vielleicht kann sie mir helfen?
  Aber erst einmal eine Wettervorhersage der anderen Art! Die Erde fliegt durch eine Staubspur im All.
  Der August ist, wie jedes Jahr, ein Monat für Menschen, die viele Wünsche haben. Eine Zeit, die für mich maßgeschneidert ist. Wünsche, die zu erfüllen wären, hätte ich einige auf Lager.
  Ein Regen von Sternschnuppen prasselt in den Nächten um den 11. August auf die Erde. Pro Sternschnuppe, la estrella fugaz, ein Wunsch - das ist doch ein Angebot, oder?
  Ein sich auflösender Komet sorgt in den nächsten Tagen für besonders viele Sternschnuppen. ein Lächeln macht die Welt heller *g* Die Brösel dieses Kometen, kommen alle aus dem Sternbild, la constelación Perseus, deshalb werden sie Perseiden genannt. Die vielen Staubteilchen aus dem Kern dieses Kometen verbrennen, wenn sie in die Erdatmosphäre eintreten. Dabei leuchten sie wie Sterne. Sternschnuppen erhellen den Himmel und wir können uns etwas wünschen!
  In der Nacht vom 12. auf den 13. August soll also ein wahrer Sternenregen auf uns nieder gehen. Hoffentlich spielen die Wolken mit und verziehen sich zur rechten Zeit. Der Mond verhält sich diesmal vorbildlich. Es ist die Zeit des Neumondes und damit relativ dunkel am Himmel. ein Lächeln macht die Welt heller *g* Vielleicht ist ja doch ein bisschen Elfenstaub dabei?
9 de agosto de 2007 - Donnerstag - jueves
 
 
19 ° centígrados  
24 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Grau und bewölkt. Im Moment macht die Insel ihrem Namen keine Ehre. Insel des ewigen Frühlings wird sie im allgemeinen genannt. Die Stimmung ist zur Zeit eher herbstlich angehaucht! lach ein wenig :o) Aber auf die Hitze folgend - äußerst angenehm.
   
  Der Urlaub für Kirsten und Olaf ist zu Ende. Auf dem Weg zum Flughafen sind sie noch kurz hier gewesen. Die drei Wochen waren auch nur ein Wimpernschlag. Nicht mehr  - aber auch nicht weniger! iNi más ni menos que!
   
  Meine Lieblinge sind wieder unterwegs. Diese kleinen, netten Raupen sind ungefähr fünfzehn Zentimeter lang und betätigen sich als äußerst fleißige Fressmaschinen. Welcher schöne Schmetterling im Endeffekt diese Hülle verlassen wird, kann ich leider nicht sagen.
  Als grüne, gefräßige Raupen mag ich sie überhaupt nicht. Diese Art liebt die Blätter meiner Trompetenbäume. Man kann sie wirklich beim Fressen belauschen - und ruck zuck ist so ein riesiges Blatt bis auf das Skelett vertilgt. Dann steht für die netten Tierchen bereits das nächste Blatt auf der Speisekarte.
 

 
 
Das beste Maß für den Charakter einer Person ist,
wie sie Menschen behandelt,
die ihr nichts Gutes tun können,
und wie sie Leute behandelt,
die sich nicht wehren können.
Abigail van Buren
 
 
8 de agosto de 2007 - Mittwoch - miércoles
 
 
19 ° centígrados  
24 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  "Der Schlaf ist doch die köstlichste Erfindung." sagte Heinrich Heine. lach ein wenig :o) Ich kann ihm nur zustimmen! Die Nachttemperaturen sind wunderbar. Der kühle Atlantikwind hat die heiße Luft erfolgreich weg befördert. Er ist und bleibt eben die beste Klimaanlage - und das, ganz ohne zusätzlichen Energieaufwand.
  Am Vormittag hatten wir einen Termin beim Steuerberater, el asesor fiscal. Auf Teneriffa wird die Bilanz, un balance, Ende Juli erstellt und muss, bevor sie zum Handelsregister, el registro mercantil, weiter geleitet wird, vom Notar beglaubigt, certificar, werden. lach ein wenig :o) Der Amtsschimmel wiehert wirklich ständig und überall.
  Andere Länder, andere Sitten, cada tierra, su uso  - darüber muss man sich im Klaren sein, wenn man in ein anderes Land geht um dort zu leben und zu arbeiten.
  Nachdem wir schon in La Orotava waren, haben wir die Gelegenheit genutzt und haben noch einmal herrlich reife Marillen erstanden. Der Vorrat an Marmelade wächst also weiter.
  Auf einem alten Schild über einer Wirtshaustür haben wir einmal einen guten Ausspruch gelesen: "Treten Sie ein, sonst verhungern wir beide!"
  Damit es zu so einem Härtefall nicht kommen kann, haben wir uns eine Pizza bei Cosimo und Rosa am Playa san Marcos gegönnt. Die Luft war mild, die Sonne hat durch die Wolken geblinzelt, die Pizza war sehr gut und im Hintergrund hat das Meer gerauscht. lach ein wenig :o) Was will man mehr?
 

 
Es gibt niemanden,
der nicht isst und trinkt,
aber nur wenige,
die den Geschmack zu schätzen wissen.
Konfuzius,
latinisierter Name für Kung-fu-tse (551 - 479 v. Chr.)
  Hat jemand Lust auf ein neues Rezept für eine Kartoffelsuppe der anderen Art? Uns hat sie ausgezeichnet geschmeckt. Eigentlich ist es ursprünglich eine norddeutsche Gebrauchsanweisung gewesen. Ich habe es für unseren Geschmack ein bisschen abgewandelt. Ihr könnt es ja einmal ausprobieren - es lohnt sich!
  Bis morgen - hasta mañana!
7 de agosto de 2007 - Dienstag - martes
 
 
20 ° centígrados  
24 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Keine Angst, der Waldbrand ist vorbei! Gestern Abend war unser Hausberg wie mit Rotlicht bestrahlt. Verantwortlich dafür war allerdings die untergehende Sonne.
 
  Die Sonne selbst ist zwar sehr unscheinbar im Meer versunken aber die Sonnenstrahlen haben ein wunderschönes Farbenspiel auf die Berglandschaft geworfen. Mystisch und fast unwirklich.
  Auszeit. Was versteht man darunter? Neue Perspektiven gewinnen, Kraft sammeln, die Dinge von einer anderen Seite aus betrachten, klarer sehen?
  Einfach einmal raus aus dem Hamsterrad des Alltags! Die eigentlichen Themen des Lebens dorthin rücken, wo sie ihren Platz haben sollen. Sich selbst wieder einmal wichtig nehmen.
  Die Welt neu entdecken, Zeit für die kleinen Momente haben. Für kurze Zeit so richtig egoistisch sein dürfen. Darauf freuen wir uns! Abraham Lincoln stellte schon vor vielen, vielen Jahren eine gute Überlegung an. "Halte dir jeden Tag 30 Minuten für deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen."
  Ich glaube, darüber sollte man auch heute ab und zu nachdenken. Schaden kann es auf keinen Fall!
  Ständige Routine, Alltagstrott machen irgendwann müde - geistig müde. Man beginnt im Kreis zu denken. Man bewegt sich nur mehr im Kreis und die Kreise werden stetig kleiner. Kleiner und enger und am Ende kann man nicht mehr kreativ und sinnvoll planen und arbeiten.
  Fantasie ist der Alltagsturbo! Das sagt sich so leicht, aber wenn man keine Zeit mehr dafür hat, neue Eindrücke zu sammeln oder mit gutem Gewissen nichts zu tun, dann verabschiedet sich im Laufe der Zeit sowohl die Fantasie wie auch die Vorstellungskraft.
  Georg hat vor dem Frühstück schon Maulbeeren gepflückt. lach ein wenig :o) Er hat wohl noch immer nicht genug Marmelade in unserem Vorratsschrank. Ein gemütliches Frühstück, ein Termin beim Bürgermeister, Brot backen, Mittagessen und endlich einmal meine Post erledigen.
 

 
Die Lösung
Gelassenheit, Zuversicht und Humor
verwandeln große Sorgen in kleine,
kleine in winzige -
und die winzigen lösen sich in Luft auf.
 
  "Talent bedeutet Energie und Ausdauer. Weiter nichts.“ sagte Heinrich Schliemann. Er hat mit dieser Einstellung seine Träume verwirklicht und auch bewiesen, dass Träume Realität werden können  auch wenn die "Erkenntnisse" der etablierten Wissenschaft dagegen sprechen.
6 de agosto de 2007 - Montag - lunes
 
 
20 ° centígrados  
25 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Der Geist der aus der Flasche kam. Aber - kann man einen Geist überhaupt in eine Flasche sperren? Wohl kaum, Geister respektieren keine Grenzen. Sie agieren im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos. lach ein wenig :o) Geistig eben.
  Kann ein Geist aus dem Telefon kommen? Heute hat dieser Apparat geklingelt und am anderen Ende der Leitung war Luisa! Jetzt haben wir über ein Jahr nichts mehr von ihr gehört und plötzlich meldet sie sich, als ob sie noch immer für uns arbeiten würde. Sachen gibt es, die gibt es gar nicht!
  Da fällt mir der Zauberlehrling wieder ein. Irgendwann mussten wird dieses elendslange Gedicht auswendig lernen. Ich kann heute noch Bruchstücke davon. Das vollständige Werk unseres Dichterfürsten Goethe habe ich allerdings nicht mehr im Kopf.
  Gestern sind die Hubschrauber mit ihren Wasserbehältern in regelmäßigen Abständen über den Himmel geflogen. Es muss also noch immer irgendwo brennen. Abgesehen davon ist jedoch der Alltag wieder eingekehrt. Ich habe eine kurze Zusammenfassung über die vergangenen Tage zusammen gestellt. Die Insel ist dieses Mal mit einem blauen Auge davongekommen.
5 de agosto de 2007 - Sonntag - domingo
 
 
20 ° centígrados  
26 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Sonntage sind zum Faulenzen da, oder? Ein gemütlicher Sonntag, nichts besonderes passiert und nicht gearbeitet. lach ein wenig :o) Wir haben nur gefaulenzt - wie es sich gehört!

4 de agosto de 2007 - Samstag - sábado
 
 
20 ° centígrados  
26 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Wir haben uns für heute einen gemütlichen Samstag für die Gartenkosmetik vorgenommen.
   
  Das Wetter war angenehm warm, auch die verschiedenen Arten der Libellen haben den Sommertag am Teich genossen. Das ist eine Feuerlibelle, eine der vielen, die sich in der Umgebung des Teiches sehr wohl fühlen. Ob unsere Elfe da ihre Finger im Spiel hat?
   
  Die Kürbisse, las calabazas, wachsen und gedeihen diesmal prächtig. Ich weiß nur noch nicht, welche Sorten reifen werden. lach ein wenig :o) Ich habe vier verschiedene Samen gesät, wir haben Pflanzen von allen vier Sorten ausgesetzt - doch welche im Endeffektüberlebt haben, kann ich leider nicht mehr feststellen.
  Das ist aber auch gar nicht so wichtig, wir werden es spätestens in zwei Monaten heraus finden. Bis dahin müssten eigentlich die ersten Kürbisse reif sein. Wir lassen uns überraschen!
  In Villach ist um diese Zeit das Feuerwerk bereits in die Luft geschossen, der Villacher Kirchtag ist damit vorbei. Sogar eine Randerscheinung dieses Brauchtumsfestes war gut genug um das Sommerloch diverser Medien zu stopfen. lach ein wenig :o) Ein junger Bursche ist gestern Abend beim "Pinkeln" in die Drau gerutscht. Wahrscheinlich war er nicht mehr ganz nüchtern, nehme ich einmal an. Ihm ist auch nicht viel passiert - ein beherzter Zeitgenosse hat ihn aus dem Wasser gezogen und gerettet. Ende gut - alles gut!
  An und für sich ein menschliches Schicksal, über das man durchaus schmunzeln kann. Für einige Journalisten - oder Printmedien - anscheinend aber eine Überlebensfrage. Wie kommt das Unglück dieses Burschen sonst in die Schlagzeilen anderer Bundesländer? Vorarlberg, Tirol und die Steiermark hat, wie es scheint, sonst keine tragischen Tagesgeschehen, über die man berichten könnte, auf Lager.
  Als Denkanstoss versieht man den Artikel noch mit der provokanten Frage, ob es in Villach keine öffentliche Toiletten gäbe - und fertig ist die nächste Diskussionsbasis. lach ein wenig :o) Vielleicht kann man das Thema ja noch ausbauen?
  Nachdenken darf man darüber ja nicht mehr, denn gestern wurde im öffentlich rechtlichen Fernsehen von Österreich - wohlgemerkt mit Kulturauftrag - in der Hauptnachrichtensendung die Meldung über die Scheidung von Mörtel und Mausi Lugner gebracht. lach ein wenig :o) Dieses Ereignis muss ja die ganze Welt bewegen.
  Ein Kommentar erübrigt sich da eigentlich. Man kann nur mehr etwas dazu sagen: "Österreich, wie tief bist du gesunken!" Sogar in Amerika hat das illustre Pärchen Kommentare in diversen Fernsehsendern bewirkt. lach ein wenig :o) Hut ab vor dieser Leistung!  Im Land der unbegrenzten Intelligenz ist Richard Lugner gleich einmal zum Organisator des Opernballs aufgestiegen. Herr Holländer und Frau Gürtler werden sich geehrt fühlen ...
  Österreichs graue Eminenz, Wiens Altbürgermeister Helmut Zilk, kann sich in Zukunft also sicher sein, dass die Lugners Österreich nicht mehr lächerlich machen werden und das obwohl Society-Lady Jeannine Schiller - wie wichtig sie auch immer sein mag - die Scheidung der Lugners für einen Verlust für für Österreichs Gesellschaft hält.
  Ob ihr da wohl auch andere Landsleute zustimmen? Gott sein Dank sind Geschmäcker verschieden. lach ein wenig :o) Briefmarken mit den Konterfeis der zwei österreichischen "Vorzeige Ehepaare aus der österreichischen Operettenszene" wird es ja hoffentlich nicht geben.
  Soviel noch einmal zum Thema "Sommerloch"

3 de agosto de 2007 - Freitag - viernes
 
 
20 ° centígrados  
26 ° centígrados  
Icod de los Vinos  
  Seit zehn Uhr vormittags kommt kein Wasser mehr aus dem Wasserhahn. Kein Tröpfchen. Auch hier gibt es kleine Nachwirkungen des "Infernos" wie es der Spiegel beschrieben hat. Es ist zwar großflächig weder Strom, Telefon noch Wasser ausgefallen. Aber uns wundert nichts mehr.
  Nachdem die Insel in den Medien ja fast als Kriegsgebiet beschrieben worden ist, dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn kein Tröpfchen Wasser mehr aus der Leitung kommt, oder? lach ein wenig :o) Die Medien müssen es ja wissen und wir lassen uns jederzeit eines besseren belehren. Lernfähigkeit, la capacidad de aprendizaje, zeichnet ja bekanntlich den intelligenten Menschen aus. lach ein wenig :o) Wenn es anders wäre, könnten wir uns ja im Loro Parque für eine Wohngelegenheit im Schimpansengehege bewerben.
  Wir holen unser Trinkwasser, la agua potable, eigentlich meistens von einer Quelle, una fuente, oberhalb von Icod. Das haben wir auch heute getan.
  Der Weg dorthin führt über El Amparo.
  Vergangenen Samstag sind wir das letzte Mal durch diesen Ortsteil, el barrio, von Icod gefahren. Da war die Welt noch in Ordnung. Die Fiesta hat begonnen und wir haben mit Chicho noch ein Bier auf dem Platz vor der Kirche getrunken. In El Amparo war die Welt heute - nach dem Feuer - auch in Ordnung.
   
  Nach diesen Tagen hat der Anblick richtig gut getan. Man muss sich das einmal vorstellen. Man fährt ganz normal auf einer Strasse und plötzlich steht man im Stau, el atasco.
  Na ja, vielleicht muss irgendein LKW umdrehen? Oder haben zwei Nachbarn etwas wichtiges zu besprechen? Aber nein, sieben oder acht Frauen tragen den traditionellen Aufputz für die Fiesta zur Kirche!
   
  Das Leben geht weiter - mit Tradition, Fröhlichkeit und alter Gewohnheit, por tradición, alegría y por pura costumbre. Die Kulisse für heute Abend wurde aufgebaut. Stilvoll, mit Trachten und Musik, con traje y música - ganz ohne Zuschauer. Man feiert hier wirklich noch für sich und nicht als Kulisse oder Folkloredarbietung für den Fremdenverkehr.
   
  In Santa Bárbara ist der Kopfschmuck bei der Fiesta aufwendiger gestaltet. Da werden traditionsgemäß Zuckerfiguren auf den geschmückten "Wagenrädern" angebracht. In El Amparo sind es Blumen und Tiere aus Holz - oder Kunststoff? So genau konnte ich das nicht erkennen. Aber wie auch immer, es ist ganz einfach schön und tut gut!
   
  Nachdem wir unser Quellwasser geholt haben, sind wir noch ein Stück nach oben gefahren. Von der Straße aus konnte man vom Brand eigentlich nichts erkennen. Wir sind dann stehen geblieben, haben das Auto geparkt und sind ein Stück in den Wald gegangen.
   
  Der Brandgeruch lag noch schwach in der Luft und aus der Nähe waren die Wunden in der Natur wesentlich klarer zu sehen. Schwarze Baumstämme, weiße Aschenfelder mit gespenstischen Buschskeletten, schwarze Steine und daneben von der Hitze zerstörte Pflanzen. Zum Teil so, als ob irgendjemand mit extrem heißer Luft darüber geblasen hätte. Nicht verkohlt eher verdorrt.
   
  Verbrannte Erde, ein Weg und daneben ganz unversehrt und tiefgrün Farnkraut und anderes Gestrüpp. Warum ist der Baum verbrannt und der halbe Strauch daneben nicht?
   
  Die Bäume - hauptsächlich Kanarische Kiefern - die verbrannt sind, stehen nicht als verkohlte Leichen in der Landschaft. Sie sind weiß. Wie mit Staubzucker bestreut. Kohlrabenschwarze Stämme und helle Nadelbüschel. Aus diesem Grund sieht der verbrannte Wald aus der Ferne zum Teil auch wie ein überbelichtete Landschaft aus.
   
  Diese Aufnahmen haben wir im Ortsteil, el barrio de Redondo gemacht. Einem Ort, den es laut der Medien gar nicht mehr gibt, der vollkommen von der Landkarte verschwunden sein sollte.
  Der Ortsteil hat das anscheinend nicht ganz verstanden und existiert noch immer! Es grenzt trotzdem irgendwie an ein Wunder, aber es haben sehr viele Bäume die Brände fast unbeschadet überstanden.
   
  Die kanarische Fichte braucht vier Jahre um sich zu regenerieren, der Wald benötigt zehn Jahre Zeit um sich zu erholen. Die Kanarische Kiefer, el pino canario, botanisch pinus canariensis ist ein ganz besonderer Baum. Aber darüber erzähle ich euch in den nächsten Tagen mehr.
 
  Der Wald ist in dieser Gegend abgebrannt, aber die Häuser stehen! Die meisten sind nicht einmal vom Russ schwarz gefärbt - obwohl man sehen kann, dass die Flammen sogar die Palme auf der Terrasse verbrannt haben.
  Stromleitungen und Telefonkabel sind verschmorrt, abgerissen und liegen unbrauchbar auf dem Boden. Provisorisch ist allerdings bereits alles wieder in Stand gesetzt.
  Okay, wir haben heute den ganzen Tag über kein Wasser aus der Leitung gehabt. Aber ist das wirklich soo schlimm? Damit kann man durchaus leben. Die Welt geht davon nicht unter. Es ist nur ein wenig ungewohnt und - zugegeben - unbequem.
  Jetzt ist es wieder einmal Mitternacht und seit einer Stunde funktioniert auch unser Wasserhahn wieder. Bei unserem Nachbarn plätschert zur Zeit das Fincawasser lustig und rauschend in den Wassertank.
  Die Normalität hat uns wieder - auch wenn die Feuerwehrmänner noch immer keinen Urlaub bekommen. Die Hubschrauber mit ihren nassen Frachten fliegen beständig über die Insel. Ich verziehe mich jetzt aber trotzdem ins Bett. Es ist wieder angenehm kühl und mit dem "Bachrauschen" im Ohr werde ich sicher außerordentlich gut schlafen. Träumt was schönes!

2 de agosto de 2007 - Donnerstag - jueves
 
 
26 ° centigrados  
30 ° centigrados  
Icod de los Vinos abklingender Calima
  Ein wolkiger, warmer Tag hat begonnen. Die Hitze ist gebrochen, der Brand auf Teneriffa ist zwar noch nicht kontrolliert, jedoch stabilisiert. Ihr kennt den Unterschied zwischen kontrolliert und stabilisiert nicht? Ich habe es auch nicht gewusst. Stabilisiert bedeutet, dass die Brandherde noch nicht gänzlich unter Kontrolle sind, dass sich der Brand jedoch nicht mehr ausdehnt.
  Endlich haben wir Marcos am Telefon erreicht! Seinem Haus steht, obwohl der Ortsteil von Icod, Redondo, mehr oder weniger von der Landkarte verschwunden sein soll. Auf die Frage, ob er Hilfe braucht und ob es ihm und seiner Familie gut geht, hat er mit seinem typischen iTranquilo hombre! beantwortet. Gott sei Dank. iGracias a Dios!
  Der Alltag normalisiert sich wieder. Man sieht wieder Wolken am Himmel und keinen Rauch. Irgendwie ist einem auch gar nicht mehr bewusst, dass es noch immer irgendwo raucht und qualmt. Aus den Augen - aus dem Sinn. Aber so ist das Leben!
  Ab morgen gibt es also voraussichtlich wieder positivere Tagesberichte! lach ein wenig :o) Immerhin haben wir ja Urlaub. Wie die meisten hier auf der Insel. August bedeutet Ferien. In Geschäften, Büros und Ämtern werden sogar die Öffnungszeiten in diesem Monat geändert. Die Arbeit wird auf Sparflamme gedreht. lach ein wenig :o) Wir machen es in diesem Jahr ebenso.
  Am Nachmittag hat die Inselregierung gemeldet, dass der Brand endlich unter Kontrolle ist. Die Feuerwehr hat allerdings noch viele Tage zu tun. Bis die allerletzten Flammen ausgelöscht sind, wird wohl noch dauern.
 
El Cabildo de Tenerife ha dado por controlado a las 04.00 horas el incendio forestal que desde el lunes ha afectado a 15.562 hectáreas en un perímetros de 78,2 kilómetros.
La situación de alarma ha dado paso a la de prealerta, una vez controlado el fuego, que ha afectado al monte en diez términos municipales del noroeste de la isla: Los Realejos, San Juan de la Rambla, La Guancha, Icod de Los Vinos, Garachico, El Tanque, Los Silos, Buenavista del Norte, Santiago del Teide y Guía de Isora.
02 de agosto 2007 EFE
   
  Etwas zum Nachdenken - eine kleine Zusammenfassung
 

Du seufzt, wenn du die Zeitung liest,
dass sie dir deinen Tag vermiest.
Der eine hat arg Brand gestiftet
ein andrer seine Frau vergiftet.
 
Nun stell´ dir vor, geschrieben stünde,
die Menschen liebten keine Sünde,
das Haus sein frisch und gelb gestrichen,
der Mann nie von der Frau gewichen und immer lieb zu ihr gewesen -
da stöhnst du, das willst du nicht lesen!
Nun, Leser, frag´ dich in Geduld - wer ist an den Meldungen denn schuld?
Karl Heinz Söhler, deutscher Dichter
  Ich möchte noch einmal ganz kurz auf die diversen Meldungen eingehen. Ich werde schon sehr nachdenklich, wenn man die Kurve der Sensationsmeldungen verfolgt. Und das in einer Zeit, in der es für jedermann relativ leicht ist, an konkrete Aussagen heran zu kommen.
  Die europäischen Fernsehsender dramatisieren die Lage auf den Kanaren durch die Bank. Sogar der staatliche österreichische Fernsehsender, sprich ORF,  bringt Berichte, über einen Waldbrand im Süden der Insel.
  Vielleicht treibt ja noch irgendjemand irgendwelche Fotos oder Videos von Touristen, die vor den Flammen ins Meer flüchten. Oder Urlauber, die in einer atemberaubenden Aktion vom Teide gerettet werden müssen?
  Angeblich wurden Flughäfen gesperrt und Touristen verletzt. Warum sollte ein Flughafen gesperrt werden, wenn es dort gar nicht brennt? Es gibt Touristen, die ihre Ferien im Süden am Strand verbringen, die den Brand gar nicht registriert haben. Wie auch? Solange sie keine spanischen Zeitungen lesen und zu dieser Zeit keine Ausflüge geplant haben.
  "Im Fernsehen wurde davon gesprochen, das der Rauch sehr schlimm ist, viele schon mit Atemschutzmasken rumlaufen. Mir ist die Freude auf den Urlaub gründlich verdorben, eigentlich würden wir lieber zu hause bleiben." Zitat aus dem Forum der Megawelle Bedenklich, oder?
  Mir tun die Leute leid, die sich das ganze Jahr auf ihren Urlaub freuen und durch solche Panikmeldungen ganz verunsichert werden. Wer trägt dafür die Verantwortung.
  "Man muss die Tatsachen kennen, bevor man sie verdrehen kann." sagte einst Mark Twain. Aber das trifft wohl nicht mehr zu. Es werden bewusst oder unbewusst Unwahrheiten verbreitet. Alles mit dem Etikett der Wahrheit versehen! Wer zweifelt denn diese Meldungen denn schon an? Wer soll denn sonst die Wahrheit verbreiten wenn nicht die gewohnte und vertraute Tageszeitung oder der Nachrichtensprecher im Fernsehen?
  Damit will ich nicht sagen, dass dieses Feuer auf den Inseln keine Katastrophe war, aber man sollte die Kirche im Dorf lassen. Man sollte das Unglück nicht ausschlachten und fahle und schale Sensationsbilder daraus basteln. Die Katastrophen spielen sich im Hintergrund ab. Den Tourismus betrifft das in keiner Weise.
  Der normale Urlauber hat von dem Ausmaß des Feuers gar nichts, oder so gut wie nichts, mit bekommen. Wir sind ja selbst am Tag, als das Feuer ausgebrochen ist, in Puerto de la Cruz gewesen.
  Der Brandherd lag direkt über der Stadt, man konnte am Nachmittag ganz deutlich den Rauch sehen. Es könnten aber auch die üblichen "Nachmittagswolken" im Orotavatal gewesen sein.
  Niemand hat sie registriert. Es war heiß, sehr heiß. Die Urlauber waren entweder im Wasser oder sind an einem schattigen Plätzchen am Plaza del Charco gesessen und haben ein kühlendes Getränk im Schatten der Lorbeerbäume genossen.
  Im Schwimmbad von Puerto war sicher keine einziger Liegestuhl frei - ein herrlicher Sommertag!
  Dass zu dieser Teil bereits ein großer Teil in den Bergen ein Raub der Flammen geworden ist, hat keiner bemerkt. Außer derjenige, der an diesem Tag einen Ausflug gemacht hat. Gar so viele Touristen werden das allerdings nicht gemacht haben. Der Calima hat die Temperaturen in gigantische Höhen getrieben. Je höher desto doller! 48 Grad in luftiger Höhe wurde gemessen. Nicht sehr erholsam.
  Die meisten Menschen haben also einen gemütlichen Tag am Pool oder am Meeresstrand vorgezogen.
  Die einen genießen ihr Abendessen und in der Zwischenzeit hat Marcos bereits um seine Finca gezittert, die Finca seines Vaters ist den Flammen zu dieser Zeit bereits zum Opfer gefallen. Das sind die Katastrophen! Die wirklichen, die realen Schicksale, aber die sind nicht für Medien geeignet. Wer interessiert sich denn dafür?
  Wenn man genau nachdenkt kommt man auch zu dem Ergebnis, dass es egal ist, ob sich jemand dafür interessiert oder nicht. An den Tatsachen ändert sich nichts und helfen kann auch niemand.
  Es sind mit großer Sicherheit Existenzen vernichtet worden. Viele Canarios leben an der Waldgrenze. Alte Menschen, die ihre Überweisungsscheine heute noch mit einem Daumenabdruck unterschreiben, weil sie weder lesen noch schreiben können. Menschen, die die schnelle technische Entwicklung, für die wir in Österreich hundert Jahre Zeit hatten, in zwanzig, dreißig Jahren schaffen mussten.
  Nach Francos Tod hat sich das Leben in Spanien gravierend geändert  auch auf den Inseln. Die Schulpflicht wurde zwischen 1978 und 1980 eingeführt, die Ochsengespanne wurden von Autos abgelöst, der Tourismus wurde immer stärker. Plötzlich war Telefon und Gasherd Standard.
  All das haben diese Menschengeschafft. Ohne eine Fremdsprache zu können, ohne je auf einer anderen Insel gewesen zu sein gehen so offen und freundlich mit fremden Menschen um. Sie sind neugierig, ein bisschen bauernschlau und verkaufen Ausländern ganz gerne absurde Geschichten.
  Gerade für diese Menschen ist dieser Brand eine Katastrophe. Klar, Unterstützung wurde jetzt schon zugesagt, es wird schon finanzielle Hilfe geben. Aber diese Menschen haben von ihrem Land gelebt. Von den Früchten der Bäume und was der Boden sonst noch hergibt.
  In den ländlichen Gebieten fährt der alte Mann mit seinem Mopedauto jeden Tag irgendwo aufs freie Feld und schneidet allerlei Kräutlein und Gras für seine Ziegen daheim im Stall. Die Eierlegen die Hühner, der Mais wächst vor jedem Haus, die Kürbisse, die Kartoffeln, Karotten und der Kohl. Die Äpfel wachsen am Baum und von den Bananen sind meistens so viele reif, dass der Überschuss - fein säuberlich aufgeschnitten - an das Hausschwein verfüttert werden.
  Das Leben dieser Leute ist abgebrannt. Übrig geblieben ist nur mehr schwarze Erde. Wenigstens im Moment.
  In ein paar Monaten schaut die Welt schon wieder anders aus. Dann werden viele Wunden vernarbt sein und andere von neuem Grün zugedeckt sein. Der Mensch schafft vieles und wie sagt man so sinnig? Das Leben geht weiter, die Zeit heilt alle Wunden!
  Man kann also nur einen Aufruf an alle Medien machen - Benutzt nicht alles und jedes um euer Sommerloch zu stopfen! Seid einmal erfinderisch und lasst euch selbst etwas einfallen. lach ein wenig :o) Kreativität ist immer gefragt, wie wäre es einmal mit einem Wettbewerb für positive Meldungen?
 
Was als ein Strom nützlicher Informationen begann,
hat sich inzwischen in eine Sturzflut verwandelt.
Neil Postman (*1931), amerik. Medienkritiker

1 de agosto de 2007 - Mittwoch - miércoles
 
 
26 ° centigrados  
30 ° centigrados  
Icod de los Vinos abklingender Calima
  Abklingender Calima und leichter Nieselregen in der Früh. Seit dem späten Vormittag strahlt allerdings die Sonne am blauen Himmel. Diesmal ohne einen Vorhang von Rauch davor.
  Von uns aus gesehen heißt es "Feuer aus!" Leider ist das nicht wirklich der Fall. Es ist still geworden. Ich kann keine Brandherde, Wolkenpilze oder eine orange Wolkenlandschaft orten. Ruhe? Oder ist es nur eine Ruhe vor dem Sturm?
   
  Nein, es brennt noch immer irgendwo. Die Hubschrauber fliegen beständig über unseren Köpfen.
  Nicht mehr so kontinuierlich wie gestern, aber der Brand ist auch weiter gewandert. Im Laufe des Tages soll die Lage unter Kontrolle gebracht werden - wenn sich das Wetter nicht ändert. Die evakuierten Menschen können auch heute noch nicht in ihre Wohnungen zurück.
  Die Autobahn rund um die Insel ist  frei befahrbar, oberhalb von tausend Metern muss man im Norden und Westen der Insel aber mit Straßensperren rechnen.
 
Cuatro carreteras de los montes de Tenerife permanecen cerradas por la proximidad del incendio. Se trata de las vías que van de Boca Tace a Chío, Icod el Alto a La Guancha, Icod de los Vinos a Santiago del Teide, y de Buenavista a Santiago del Teide.
Am Nachmittag ist die Strasse, die über Santiago del Teide in den Süden führt, wieder frei gegeben worden.
Se han abierto al tráfico las carreteras que van de Santiago del Teide a Chío por Arguayo, la de Erjos a Tamaimo por Santiago del Teide y la de la Caldera al Portillo.
La Opinion
  Der Brand auf Gran Canaria ist durch Brandstiftung entstanden. Der junge Mann hat seine Tat bereits gestanden und verschwindet voraussichtlich für zehn Jahre hinter "Spanischen Gardinen".
  Der Großbrand auf Teneriffa soll auch durch die Hilfe von Menschenhand entstanden sein. El incendio de Tenerife fue también ''provocado'' Sicher ist das allerdings noch nicht. Es gibt aber auch noch viele andere so genannte Brandstifter.
  Der erste Brandstifter dieses spanischen Sommers soll eine Ratte gewesen sein. In der Provinz Tarragona im Süden von Katalonien biss im Juli herzhaft in  frisch verlegte elektrische Kabel. Das neugierige Nagetier starb durch einen Stromstoß – und löste dabei Feuer aus. Der Brand vernichtete dreihundertfünfzig Hektar Wald!
  Die Berichterstattung in den internationalen Medien ist relativ mittelprächtig. Da wird mit Zahlen und Meldungen direkt akrobatisch jongliert. Das Sommerloch muss für viele Berichterstatter ein Allesfresser sein. Berichtet wird ganz einfach, was die Tastatur hergibt. Ob Wahrheit oder abschreiben - das ist nicht so wichtig.
  Mit Sensationsmeldungen kann man sicher viele Leser erreichen. Die Hauptsache sind ja nicht die wahren Geschehnisse sondern die tollen Geschichten, die man daraus basteln kann. Die Qualität der Information spielt dabei nur eine winzige Rolle.
  Wir haben uns heute zusätzlich zu den Tageszeitungen und das Internet über diverse Satellitenprogramme schlau gemacht.
  Wenn man die Meldung, die offiziell von der Inselregierung verkündet worden ist kennt und dann die verschiedenen Bericht hört oder liest - wird einem ganz einfach schlecht! Jeder schreibt ein anderes Schauermärchen. Die Gebrüder Grimm würden vor Neid erblassen!
  Wo sind denn die Journalisten geblieben, die wirklich noch recherchieren und nicht nur "irgendwas dahin plappern"?
  Einige Zeitungsartikel und Photos, algunos artículos de periódico y fotos, die relativ gut informieren , habe ich deshalb gesammelt. Wen es interessiert kann ja hier weiter lesen ...
  Eigentlich wollten wir ja drei bis vier Tage auf die Nachbarinsel La Palma fahren - oder sollte man schwimmen oder fliegen sagen? Wie immer es richtig heißen sollte, es spielt sich so wieso nicht ab. Es ist zu warm. Nicht für uns persönlich, wir lieben die Wärme!  Aber für unsere Blumenkinder ist es eindeutig sehr strapaziös.
  Ich wollte ja Sara, unsere Blumenelfe überreden, meinen Part im botanischen Leben zu übernehmen - aber ich bin auf taube Ohren gestoßen. Leider! Nicht einmal unsere vorwitzige Elfe hätte dafür einen Finger gekrümmt. Wahrscheinlich ist ihr der Gartenschlauch zu schwer. Verstehen kann ich es ja und ich bin ihr auch nicht böse.
  Momentan könnte man wahrscheinlich von niemanden verlangen jeden Tag unsere Blumentöpfe zu bewässern. Dafür gibt es zur Zeit ganz andere Probleme. Der Feuerteufel lässt recht nett grüßen!
  Die Finca von Marcos ist zur Zeit gar nicht erreichbar, so hat uns Ruben heute am Telefon gesagt. Keine Ahnung ob das Telefon bei Marcos überhaupt noch funktioniert. Aus dem Telefonhörer kam lediglich das Besetztzeichen. Es wäre kein Wunder, wenn die Telefonleitung ein Raub der Flammen geworden wäre.
   
  El barrio de Redondo fue borrado totalmente del mapa con lenguas de llamas, una situación que fue predecida por los más viejos del lugar nada más conocer el incendio. Der Ortsteil Redondo wurde von den Feuerzungen vollkommen von der Landkarte ausradiert ...
  Auf die kleine Nachbarinsel La Palma können wir auch ein andermal fahren. Es muss a nicht unbedingt jetzt sein. Nur eines ist ganz klar - wir brauchen dringend eine "Auszeit" Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes ausgebrannt. Dafür haben wir den gigantischen Brand auf unserer kleinen Insel im Atlantik gar nicht benötigt. Er ist auch nicht das Tüpfelchen auf dem "I" gewesen.
  Wir treten die nächsten vier Wochen kürzer, halbe Ferien halb Arbeitsurlaub. Wie es uns beliebt. Nur kurz unterbrochen von mehr oder weniger wichtigen Terminen.
  Angeblich, supuesto, soll es ja Menschen geben, die im August arbeiten?! Gerüchte darüber sind im Umlauf. Ob es wirklich zutrifft, weiß ich nicht.
  Wie es auch immer sein sollte, comoquiera que.
  Wir haben uns vorgenommen, in diesen Wochen nur das zu erledigen, was wir wollen. Dann macht auch diese Arbeit Spaß. Für die nächsten Wochen gibt es nur eine Devise - keine Arbeiter und keine Verpflichtungen!
  Einmal unbeschwert in der Sonne liegen, Tratsch- und Klatschzeitungen lesen. Fotos sortieren. In Wohnzeitungen stöbern. Mit den Aquarellstiften experimentieren. Verrückte Menüs ausprobieren.
  Einfach seine sieben Zwetschgen zusammen packen und an den Strand fahren, sich dort am Nachmittag die Füße im schwarzen Sand verbrennen. Eine Pizza essen. Bis um drei Uhr Früh gescheite Reden schwingen oder bis Mittag schlafen.
  Wir brauchen keine Kreuzfahrt und keinen Luxusurlaub.
  Nur einfach einmal abschalten und kürzer treten. Den Maschinenstatus ablegen und wieder schön langsam, poco a poco, zu sich selbst finden.
  iHasta pronto amigos
  Zum Ende des Tages noch eine schöne Meldung des Opinion - alle Feuerfronten sind gesichert!
  Todos los frentes están estabilizados
  El Cabildo espera que a final del día el incendio esté controlado
  Los frentes del incendio que desde el lunes asola Tenerife están controlados, según palabras del presidente del Cabildo, Ricardo Melchior, en la conferencia de prensa de la mañana sobre el estado del fuego. La parte más complicada, entorno a Ruigómez, Erjos y San José de los Llanos, en el Tanque, se consiguió estabilizar con el trabajo de efectivos de las Brigadas Forestales y de efectivos de la Unión Militar de Emergencias. El fuego llegó anoche al caserío de Masca, aunque al final las llamas solo afectaron a cuatro de las ochenta casas de esta histórica localidad.
16. bis 31. Juli 2007
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last update 01.09.07

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